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Engels an Marx
in London

Manchester, 11. März1 1865

Lieber Mohr,

Die Unverschämtheit des Schweitzer ist wirklich ordentlich lächerlich. Sie beweist aber, wie tief ihn unser Austritt2 getroffen und wie gut er weiß, daß sehr viel für sein Blättchen davon abhängt. Daß Herw[egh] und R[üstow] sich unsrer Erklärung3 anschließen, ist alles Mögliche. Der Schweitzer wird aber, namentlich am Rhein, bald merken, was es mit seiner Renommage auf sich hat. Der Siebel hat die Broschüre famos herumgebracht.4 Die „Bonner Z[ei]t[un]g“ hat bereits 2mal große Auszüge gebracht und will noch mehr geben. Auch die „Rhein[ische]“ hat einen langen Auszug. Bei unsrer Stellung unter den rheinischen Arbeitern wird die Klüngelagitation gegen uns wenig helfen.

Das Stückchen aus der „N[euen] Fr[ankfurter] Z[ei]t[ung]“ hatte mir Siebel bereits geschickt. Studiosus Blind wie immer. Die paar Redensarten Lassalles müssen ihm ein ganzes Jahr vorhalten. Den „Lakaien“5 noch nicht erhalten.

Die Erbschaftssache ist abgewickelt, der lawyer6 wird nächste Woche die Abrechnung schicken, er hat ca. 10 sh. zu fordern oder zu zahlen, er wußte nicht genau. So kann ich Dir das Geld also Montag schicken. Einstweilen incl. meine Abrechnung, wonach noch ca.7 £ Dir gutkommen.

Was der Liebknecht sich von Manchester für Vorstellungen macht! Hat nichts zu fressen und fragt mich, was hier ein Haus „mit Garten“ kostet! Der Kerl ist überhaupt ganz versimpelt. Schweitzer hat sich deshalb nicht an B[ismarck] verkaufen können, weil er dies sonst durch das alte Saumensch8 hätte tun müssen!

Übrigens macht mich die neue Bewegung schändlich schwitzen. Der Teufel soll das holen, wenn man den ganzen Tag korrespondiert hat fürs Geschäft, auch noch abends für die Partei und Verleger etc. bis 1, 2 Uhr zu korrespondieren.

Dem Lange seine Broschüre hat mir Siebel geschickt. Konfus, Malthusianer mit Darwin versetzt, nach allen Seiten liebäugelnd, doch einige nette Sachen gegen Lassalle und die Bourgeoiskonsumkerls. Ich schick’s Dir dieser Tage.

Inl. auch Schilys Brief zurück, der mich sehr amüsiert hat. Der alte Kamerad macht sich in seinen diplomatischen Funktionen sehr nett. Wie habt Ihr’s geschlichtet?

Mit Jones ist gar nichts anzufangen. Kaum sind die sessions9 vorüber, so fangen die Assisen10 an. The trade in crime seams highly flourishing.11

Adios, grüß die ladies bestens.

Dein F. E.

Execut[ion]12 W. Wolff. Debent
An Zahlung von Steinthal & Co. inkl. Zinsen.. £ 1083. 9. 3
"      "      "      Heywood Brothers    "      "    ... " 234.14. 9
"      Ausständen einkassiert durch Dr. B[orchardt] ......... " 66.13.-
£ 1384.17.-
Credunt
Per Zahlung an Marx ........................ £ 234.14. 9
"      "      do ............................... " 350.—.—
"      "      do ............................... " 200.—.—
"      "      do ............................... " 40.—.—
£ 824.14. 9
"      "      an Borchardt ....................... £ 100.—.—
"      "      " Schiller-Anstalt ................. " 100.—.—
"      "      " Engels ......................... " 100.—.—
"      "      " Advokat Wood ................... " 150.—.—
Durch
Borchardt
gezahlt
Zahlung an Landlord13 ......... " 13. 4. 9
"      " Begräbniskosten .... " 57.11.—
"      " 2 Rechnungen ..... " 1. 2. 4
"      " Probate Duty14 ..... " 30.—.—    1376.12.10
Saldo £    8. 4. 2

Hierzu kommen noch einige Zinsen, welche ich Dir für die Zeit vom 9. November (wo ich den Rest von ca. £ 633 von Steinthal erhielt, Dir aber zuerst nur £ 200 schickte und auch andre Zahlungen verschleppte) zu vergüten habe. Dies kann ich heute nicht nachsehn, da der Kassierer bereits fort ist und das betreffende Buch verschlossen hat, mit der Abrechnung von Wood erhältst Du auch das; es kann aber nicht viel sein. Der Hauptzinsengewinn lag darin, daß diese £ 633 bei Steinthal von Mai bis November stehnblieben, was ca. £ 16 ausmachte, die Du mehr erhalten hast.