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Engels an Marx
in London

Manchester, 9. Febr. 1865

Lieber Mohr,

Inl. das Manuskript, das zu vollständigen Broschürendimensionen angeschwollen ist1 und für das Blättchen2 jetzt wohl durchaus nicht mehr paßt. Die Revision ist noch sehr flüchtig und muß nochmals vorgenommen werden. Bei der Militärfrage ist noch eine statistische Einschiebung über die waffenfähige Bevölkerung zu machen, am Schluß noch eine über das Kleinbürgertum, das ich in „der Hitze des Gefechts“ ganz vergaß. Du wirst übrigens dem Ding ansehn, daß es ohne alle literarischen Hülfsmittel rein aus dem Kopf zusammengeschmiert worden, da es rasch fertig werden mußte. Ich erwarte nun Deine Glossen dazu.

Aber wohin nun damit? An Liebknecht oder an Siebel, um einen Verleger zu schaffen? Was denkst Du? Am besten wohl außer Preußen, oder glaubst Du, es sei nichts Konfiszierliches darin? Ich habe alles Maß für preußische Preßzustände verloren. Auch über diesen Punkt – die Preßmöglichkeit in Preußen – sage mir Deine Meinung.

Eben kommt wieder ein S.D.2 (Sau-Dreck) an. Was ist das für ein lahmes Gewinsel über die Stellung der Partei. Nicht gehauen und nicht gestochen. Immer das Hintertürchen zu Bismarck offengehalten. Friedlich zusammengehn! Dazu Moses3, der zur Einsicht gekommen ist, daß in Frankreich Bourgeoisie und Regierung wetteifern, den Arbeitern gerecht zu werden. Ein wahres Paradies für Moses, dies Frankreich. Das ist doch selbst dem Schweitzer zu toll, er macht ein ? dahinter.

Soll ich die Stelle in III über die gegenwärtige Arbeiterbewegung stehnlassen?

Die Rede Roons sieht mir ganz nach Kompromiß aus. Der Mann läßt mit sich handeln. Deshalb muß das Ding rasch heraus. Schreib also bald, was Du wegen Verleger denkst.

Dein F. E.