[London, 24. November 1864]
Lieber Frederick,
Einliegend Brief der alten Hatzfeldt, dessen umgehende Rücksendung ich wünsche.
Einliegt auch der Brief des Solinger1, der wieder aufgetaucht und des Schweitzer Brief2.
Ich habe heute 3 „Adressen“3 an Dich geschickt, 1 für Dich, 1 für Gumpert, 1 für Ernest Jones. Wenn Du irgendwo mehre verteilen kannst (gratis), so stehn sie zu Gebote.
Was den Schweitzer betrifft, so habe ich nicht ihm, sondern dem Liebknecht geschrieben, daß die Gesellschaft uns beiden mißfällt, wir aber for a nonce bonne mine à mauvais jeu4 machen wollen, sie aber sofort desavouieren, sobald sie Unsinn machen. Ich frage auch, warum Bucher und namentlich Rodbertus fehlt!
Moses5 und Herwegh (übrigens noch Größen, verglichen mit B. und Ph.Becker, in a literary sense6) sind übrigens in den Augen der Deutschen nicht so herunter wie in unsern. Jedenfalls kann man nicht, wie etwa bei Burschen wie Grün etc., offen sagen, daß sie Lumpen sind.
In aller Eile.
Salut.
Dein
K.M.
Ich hatte eben langen Brief an die Alte7 zu schreiben, um mich aus der mir zugemuteten Blindaffäre herauszuziehn. Studiosus Blind hatte natürlich die Gelegenheit nicht vorübergehn lassen, sich aufzublähn, „Protest“ im Namen der Republik zu erlassen und ein paar Stellen aus L[assalle]s Reden auszuwählen, die in der Tat sehr ökligen royalistisch sind. Auch ihr abzuraten von den steckbrieflichen Porträts ihrer Feinde.