Manchester, 9.Nov. 1864
Lieber Mohr,
Inl. auf Rechnung der Erbschaft weitere 200 Pfd. in 2/2 Banknoten à 100 Pfd. Wenn es gut geht, werden noch ca. £ 400 herauskommen. Sobald Du mir den Empfang telegraphisch anzeigst, schick’ ich Dir die andern beiden Hälften.
Die „Dagblätter“ mit dem berühmten Artikel wirst Du erhalten haben. Leider konnte ich die 2te Abteilung des Artikels nicht finden, es steht aber nicht viel drin.
Die Sache bei Richmond scheint sich dem Ende zu nähern. Solange indes Lee nicht genötigt wird, sich auf die reine Defensive zu beschränken, also namentlich auch alle Truppen aus dem Shenandoahtal an sich zu ziehen, und solange Richmond nicht vollständig zerniert ist, hat alles Vorrücken Grants gegen die Werke von R[ichmond] oder Petersburg wenig zu sagen. Es ist wie bei Sewastopol, wo auch keine Zernierung stattfand. – Mich soll wundern, was Monsieur de Beauregard machen wird, wahrscheinlich nicht mehr als Hood vor ihm, wenn so viel. Ich habe auf diesen vielgepufften Helden nicht das geringste Vertrauen.
Ich schicke Dir den gestrigen „Guardian“, woraus Du den Bericht des Relief Comités ansehn mußt, um zu sehn, welch ein Unterschied zwischen den ateliers nationaux des Herrn Marie und denen der Herren Engländer besteht. Bei ersteren wurden Arbeiten von zweifelhaftem Nutzen gemacht, aber der größte Teil des ausgegebenen Geldes floß doch in die Hände der arbeitslos gewordenen Arbeiter. Hier werden ebenfalls Arbeiten von zweifelhafter Notwendigkeit (aber schließlich sichern Nutzen für die Bourgeois) gemacht, aber von £ 230 000 fließen bloß £ 12 100 in die Hände der factory operatives1, für die die ganze Summe bestimmt war (nämlich bloß, was für „unskilled labor“2 angesetzt ist). Der Act for the relief of the distressed factory operatives3 wird also verwandelt in einen for the relief of the undistressed middle classes4, die dabei an Kommunalsteuern sparen.
Viele Grüße.
Dein
F. E.
[Notiz von Marx]
Schick mir diesen Brief zurück, da ich ihn wegen der Schlußbemerkung aufhebe.