[London, Ende März 1861]
Mein lieber Herr Engels! Ich habe Ihnen seither so viel Jammerepisteln gesendet, daß es mich nun drängt, einmal better news1 zu bringen. Einmal ist Lenchen2 nach aller menschlichen Voraussicht gerettet. Der Doktor ist mit ihrem Zustand sehr zufrieden und hat die besten Hoffnungen. Das beängstigende Phantasieren, Singen, Weinen und Toben hat sehr nachgelassen, und eben wird ein mutton chop3 heraufgetragen. Durch Ihre Hülfe konnte ich alle comforts geben, beständig warmes Zimmer, Wein und sogar den Luxusartikel eau de Cologne, was in solchen Krankheiten so wesentlich hilft, namentlich bei den häufigen Ohnmachten. Neben dieser guten Kunde habe ich auch noch die endliche glückliche Ankunft eines Briefes vom Mohr zu berichten. Er ist seit Sonntag in Berlin, wohnt bei Lassalle, der ihn mit der größten Freundschaft empfangen. Bei einem diner saß er zwischen der Babylonierin4 (Weerthschen5 Angedankens) und der grundhäßlichen Ludmilla6. Wohl bekomm's ihm! Sonst schreibt er nichts Näheres, da er mir gleich in der Eile 50 Taler schicken wollte. Nur sagt er, die Aussichten seien gut, und er werde nicht ohne Erfolg heimkehren. Ich fürchte nur, daß sich die Heimkehr noch etwas verschleppen wird. Seien Sie aufs herzlichste von uns allen gegrüßt.
Ihre
Jenny Marx