Zalt-Bommel, 23. Dez. 1863
Lieber Freiligrath,
Dein Brief kömmt mir heute zu, nachdem meine Frau ihn nach Trier und meine Schwester1 von Trier ihn hieher geschickt. Ich verließ London den zweiten Tag (Montag) nach Deinem Besuch. Ich hätte sonst zur Vollmachtgebung für die Testamentsvollstrecker Reisen nach der City machen müssen, die unter meinen damaligen Leibesverhältnissen lästiger als Reise über die See.
„Dr. Liebknecht" lebt seit ungefähr einem Jahre in Berlin. Seine Adresse ist: 13, Neuenburger Straße. Ich weiß nichts von der Geschichte. Eins aber wundert mich von dem Buchhändler. Er zahlte dem Wilhelm Liebknecht immer das Honorar für die A[ugsburger] „A[llgemeine] Z[eitung]" aus, solange L[iebknecht] deren Korrespondent. Es stand also in seiner Macht, dem L[iebknecht] sein debitum2 abzuziehn.
Von L[iebknecht] war es unter allen Umständen unverzeihlich, von Deinem Namen Mißbrauch zu machen. Dem Buchhändler gegenüber aber hast Du alle Verantwortlichkeit verloren, weil Williams sich selbst bezahlt machen konnte.
Beste Grüße.
Dein
K.M.