Manchester, 3. Juni 1864
Lieber Mohr,
In höfl[icher] Bestätigung meines ergebenst Letzten habe ich Dir heute anzuzeigen, daß Lupus' Testament den court of probate vorgestern passiert hat und ich mich in Besitz des fraglichen Dokuments gesetzt habe. Auch habe ich es bei der Bank vorgezeigt und registrieren lassen und werde Montag oder Dienstag das Geld bei der Bank erheben (ich kann dies ganz allein ohne Borchardt) und Dir übermachen. Es sind ca. £ 230. Ich werde nun suchen, B[orchardt] morgen oder Montag zu sehen, und dann mein Möglichstes tun, daß die Sache rasch abgewickelt wird. Den ungefähren Betrag der Erbschaftssteuer – £ 121 – werde ich hierbehalten, sowie auch noch einiges übrige wegen der Rechnung des lawyers2 etc. Derselbe sagt mir, daß, um gegen alle etwaigen späteren Reklamationen gesichert zu sein, man ca. 1 Monat nach dem probate3 (also vom 1. Juli an) 3mal hintereinander Aufforderung an unbekannte Gläubiger in die „Gazette", „Times" und local papers4 einrücken lassen müsse, mit Präklusivfrist. Dies verursacht also noch einige Zögerung wegen der defin[itiven] Abmachung. Gegen September wird die Aufforderung zur Zahlung der Steuer eintreffen (bis dahin sind also die Zinsen darauf zu retten), wo wir dann mit Wood die Abrechnung machen und das Geld zahlen müssen, dann kann die Geschichte definitiv erledigt werden.
Ich habe den Kerl entdeckt, bei dem Lupus sich photographieren ließ, und bei ihm das Original-Negativbild; ich habe 24 Abzüge nehmen lassen, wovon inliegend 4, Du kannst Pfänder und Eccarius je eins geben, und wenn Du noch mehr haben willst, so stehn sie zu Diensten. Bei dieser Gelegenheit habe ich mich auch wieder nehmen lassen, wovon Du das Resultat inl[iegend] siehst, die Leute hier sagen, es sei sehr gut.
„Free Press" dankend erhalten. Was wird poor5 Collet jetzt anfangen, nachdem Othellos occupation gone6 ist? Und das arme kluge Kind7, das in alle Geheimnisse der höchsten Diplomatie eingeweiht ist.
Viele Grüße. Was machen die Furunkeln?
Dein
F. E.