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Marx an Engels
in Manchester

[London] 6.Nov.1861

Lieber Frederick,

Du entschuldigst, wenn ich nicht früher den Empfang der £5 angezeigt, ditto des Weins. Für beides besten Dank. Ich war grade in diesen Tagen sehr beschäftigt und hatte außerdem viel häuslichen bother1.

Die Tribune hat wieder einen Artikel2 von mir an der Spitze ihres Blatts als most interesting3 angezeigt. Sonderbare Manier dieser Yankees, ihren eignen correspondents testimonia4 zu erteilen.

Von meiner Alten erhielt ich gestern Antwort. Nichts als zärtliche Redensarten, but no cash5. Außerdem teilt sie mir mit, was ich längst wußte, daß sie 75 Jahr alt ist und manche Gebresten des Alters fühlt.

Ich habe bisher auch vergeblich versucht, einen loan6 hier aufzutreiben. Die Bürgen, die ich stellen konnte, waren, wie mir übrigens vorher schwante, nicht respektabel genug. Manche Kerls hatten in der Art mehr Glück. Z.B. lumpacius Beta erhielt in einer loan Gesellschaft 50 £ auf die Bürgschaft des Herrn – Edgar Bauer!

Die russische Wirtschaft in Polen ist nicht übel. Nicht minder hübsch die gests und exploits des schönen Wilhelm7.

Du wirst vielleicht aus den deutschen oder auch aus einigen englischen Blättern ersehn haben, mit welcher konsequenten Zudringlichkeit Bürger und Staatsmann Blind sich zum deutschen Mazzini – „entfaltet".

Apropos. Von Holland erhielt ich während Deiner Abwesenheit avis8, daß die Bücher von Lassalle nicht bei meinem Vetter9 eingetroffen. Du bist wohl so gut, Dich drüber zu erkunden.

Schreib bald, da in dieser für mich noch sehr krisenvollen Zwischenperiode Deine Briefe besondres Bedürfnis.

Du kannst gelegentlich einmal mir einen Bericht über die Armstrong-kontroverse für die Presse schreiben?

Salut.
Dein K.M.