Manchester, 3. Dezbr. 1860
Lieber Mohr,
Ich habe aus allerhand Gott weiß wie zusammengetroffenen Umständen in den letzten 4 Wochen so schändlich viel Geld nehmen müssen, daß ich jetzt unbedingt ein paar Tage warten muß. Wo möglich übermache ich Dir morgen ein Pfund, und sobald es in den nächsten Tagen wieder angeht, mehr. Ich bin für einige Zeit wenigstens darauf reduziert, mir nur kleine Summen auf einmal geben zu lassen; es handelt sich augenblicklich für mich dem Ermen gegenüber darum, to appear to live within my income1 (was ich voriges Bilanzjahr nicht getan); es ist ein Mittel bei der Unterhandlung, das ich mir absolut nicht darf verderben lassen. Wenn ich irgendeinen Vorwand wüßte, so würde ich versuchen, dem Gumpert auf 14 Tage 5 £ abzupumpen, aber ich könnte das nicht, ohne daß er den wahren Grund merkt, und weiß außerdem nicht, ob er sie zu dieser Jahreszeit hat. Ich weiß sehr gut, in welcher Klemme Du bist, und ich werde alles tun, was ich kann – aber die £ 10, die ich Dir neulich schickte, sind auf das Dezemberkonto schon im voraus eingetragen, so daß dieser Monat auch schon schwer belastet ist. Indes, morgen erhältst Du sicher etwas.
Ich war vorbereitet, Dir heute abend einen Artikel zu machen (vorigen Freitag hatte ich ein so entzündetes Aug', daß Schreiben bei Gas außer Frage war), aber eben kommt Szemere, der Dich grüßen läßt, und so ist das auch für heute out of the question2. Ich tue mein möglichstes morgen abend.
Die Bücher3 erhalten. Das Ding ist sehr famos. Besonders die „Studien" und „Agentur"-Kapitel; cela est écrasant4. Über das andre ausführlich nächstens. Die Exemplare meistens schon verteilt.
Dein
F. E.