[London] 27.Aug. 1860
Lieber Engels,
Mein langes Schweigen erkläre Dir aus meinem beständigen scheußlichen Leberzustand, so daß ich alle freien Momente zur Arbeit benutzen muß.
An Siebel habe ich vor about1 10 Tagen wegen Buchhändler geschrieben und erwarte Antwort. Die lange Verzögerung teils wegen meiner relativen Arbeitsunfähigkeit, teils weil ich erst seit kurzem alles zugängliche Material hatte. Ich glaube übrigens, daß mit Ausnahme der italienischen Affäre (Östreichs Interventionsgelüste waren eine bonapartistische Erfindung) nichts mehr in diesem Jahre geschehn wird (Schreibe something2 über Garibaldi. Was sagst Du von Bangyas Freund Türr?) und ein Zwischenzustand eintritt, worin solche Broschüre noch lesbar.
Einliegender Brief Schilys wird Dich sehr amüsieren. Schicke ihn zurück. Ich habe Schily Dein „Nizza, Savoyen etc." heute überschickt.
Dr. Zimmermann (ehmaliger preußischer Stadtgerichtsdirektor) habe ich schriftlich auf den Prozeß bezügliche Fragen schon vor about 2 Wochen vorgelegt (Formfragen). Er fand es jedoch nötig, sich selbst mit Zunftverwandten in Berlin darüber zu vernehmen. Seine schriftliche Konsultation erhalte ich wohl im Laufe dieser Woche. Die Preußen sollen mir nicht so wohlfeil davonkommen.
Ich befinde mich in großer Geldklemme.
Herrn Weydemeyers Journal3 schon wieder am Ende: d.h. er ist von der Redaktion abgetreten und will nach New York als surveyor4. Sein Kollege5 dagegen wird das Blatt rentierbar machen, indem er es an eine politische Partei verkauft. Weydemeyer sieht jetzt endlich ein, daß er zu ehrlich für amerikanischen Journalismus.
Dein
K.M.
Wie steht's Geschäft in Manchester? Indien? Home-market?6