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Engels an Marx
in London

Manchester, 10. Mai 1860

Lieber Mohr,

Mein Bruder1 heut abend abgereist, weil meine Mutter ernstlich erkrankt ist und ihn per Telegramm hat rufen lassen.

Die Sache mit Ermen ziemlich in Ordnung. Meine Familie läßt £ 10000 Kapital im Geschäft, das sie mir auch lassen muß, wenn ich Partner werde. Meine materielle Stellung bessert sich gleich, wenigstens der Prozentsatz der Beteiligung. Ich werde Dir das alles mündlich erzählen, wenn ich Pfingsten herüberkomme. D. h., wenn bis dahin alles in Ordnung ist und mit meiner Mutter nichts passiert, so daß ich überhaupt kommen kann. Aber ich fürchte fast eine Ansteckung von meinem Vater. Es ist mir zumute, als ob sich der Typhus jetzt an unsre Familie angeklammert hätte.

Über andre Punkte morgen.

Siebel will wissen, ob Du unter den von ihm mitgebrachten Papieren die Broschüre „Die Sphinx auf dem französischen Kaiserthron" gefunden; Schily vermißt sie und fürchtet, sie sei ihm sonst abhanden gekommen.

Lupus gestern gesehn. Die Knoche plagt ihn noch. Dazu Rheumatismus. Es scheint fast, als ob Gumperts Einschreiten den Prozeß akuter mache, was auch gut ist, desto eher ist's vorüber, und nachher ist L[upus] wieder stramm auf den Beinen.

Grüße die family.

Dein
F.E.