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Marx an Engels
in Manchester

[London] 24. April 1860

Dear Frederick,

Einliegend Brief von Weber. Aus dem Brief sehe ich erst (was der Esel mir gefälligst schon vorher mitteilen konnte), daß er ursprünglich keine Zivilinjurienklage1, sondern eine Kriminalklage gegen Zabel eingereicht, wobei nach preußischem Recht die Königliche Prokuratur den Strafantrag kontrasignieren2 muß. Dabei ist er nun in erster Instanz abgefahren; hat appelliert. Es liegt natürlich „im öffentlichen Interesse“ der preußischen Regierung, daß wir soviel als möglich verleumdet werden.

Du siehst aus seinem Brief, daß er am 18ten auch die Zivilklage eingeleitet.

Willst Du dem Dr. Heckscher die Sache mitteilen und ihm darüber eine Notiz (ein paar Zeilen) für die Hamburger „Reform“ geben? Er selbst hat sich mir wiederholt zu solchem Dienst angeboten, und die Sache (schon um die preußische Regierung etwas behutsam zu machen) muß ins Publikum. Ich schreibe deswegen auch an Siebel. Das Publikum darf auch nicht glauben, daß die Sache eingeschlafen ist.

Die Sachen von Lommel (ich erhalte noch 6–7 Dokumente von ihm) enthalten hinreichende circumstancial evidence3 über Vogts Bestechung. Vogt fühlt sich in Genf nicht mehr sicher und ist deswegen um Bürgerrecht in Schwyz eingekommen. Übrigens hoffe ich, daß Du mir nun einmal ausführlich schreibst, wie Deine Angelegenheiten stehn. Es ist nicht ganz freundschaftlich von Dir, daß Du mir gegenüber die Reserve beobachtest, die andern gegenüber angebracht sein mag.

Wie steht's mit Deinem körperlichen Befinden? Ich habe mich deswegen sehr geängstet.

Dein
K.M.

Die Perriersche Geschichte war mit Bonaparte abgemacht, nahm aber nicht die ursprünglich beabsichtigten Dimensionen an. J. Perrier war mit Fazy in Paris, wo ihn Beckers Sohn4 sah.

Von Fischel, an den ich wegen Deines Pamphlets5 geschrieben (auch Schily hat deswegen getreten), noch keine Antwort.

Während in der westdeutschen „Straßburger Zeitung“ die literarischen Zouaves, plänkeln in der deutschen „Baltischen Monatsschrift“ (Riga) die literarischen Kosaken, so daß wir „Teutsche“ auf beiden Seiten attackiert sind.