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Marx an Ferdinand Lassalle
in Berlin

[London] 10. Juni 1859

Lieber Lassalle,

Seit ich Dir nicht geschrieben, hatte ich 15 Druckbogen fertig zu liefern für die in New York erscheinende englisch-amerikanische Cyclopädie. Dies kein Spaß bei meinen andern Arbeiten. Heut ist Artikeltag für die „Tribune“. So gar keine Zeit. Ich schreibe daher nur, damit Du weißt, daß ich Deine Briefe nebst Pamphlet erhalten.

Hier nur soviel:
ad vocem „Sickingen“: Wird, sobald Zeit, gelesen werden und Antwort erfolgen.
ad vocem Pamphlet: Keineswegs meine Ansicht und die meiner Parteifreunde in England. Übrigens wahrscheinlich, daß wir unsre Ansicht per Druck aussprechen.
ad vocem Duncker: Habe ihm geschrieben, daß es mir leid tut, wenn der Brief ihn verletzt hat. Übrigens die Verschleppung unerhört. Schon vor 5 Wochen erhielt ich den letzten Korrekturbogen. Du kannst nicht verlangen, daß ich – nachdem einmal kontrahiert ist – mich so zum Buchhändler verhalte und so von ihm behandeln lasse, als drucke er die Sache nur aus „Gefälligkeit“ gegen Dich. Soviel hat er mir schon genutzt, daß ich den englischen Verleger bis auf weiteres verloren habe.1
ad vocem Vogt: (Reichsvogt.) Die Beweise in unsrer Hand, nicht nur, daß der Mann für sich selbst Geld von Bonap[arte] erhalten, sondern außerdem Geld, um Deutsche für die französisch-russische Propaganda zu kaufen. Bisher ihm dies nur mit der politischen negativen Größe, Gottfr. Kinkel, gelungen.
ad vocem Proudhon: Soll verrückt geworden und in ein Narrenhaus in Brüssel gesteckt sein.

Salut.

Dein
K.M.