Manchester, 7, Southgate
[zwischen dem 23. und 27. September 1859]
Lieber Mohr,
Inliegend der Fünfpfünder B/B 95 281 Manchester, 1. Januar 1859.
Über die andren Sachen nächstens.
Jetzt nur noch eins, worüber möglicherweise Antwort umgehend:
1. Wieviel Geld ist nötig, den Abonnenten des „Volks“, die direkt bezahlt haben, die paar Groschen zurückzuschicken, die ihnen wegen nicht gelieferter Nrn. zukommen?
2. Welches Arrangement ist mit Thimm und Konsorten deswegen gemacht worden? Haben die Buchhändler abgezogen, was nicht geliefert, or how1? Oder noch gar nicht bezahlt?
Über diese Geschichte muß ich wo möglichgleichAufklärung haben, und wenn möglich, schaffe ich das Geld, das nicht viel sein kann, um die Schmiere mit den direkten Abonnenten abzumachen. Die Bürger hier schreien wie toll, sie wären beschissen, und Lupus und ich haben das alles auszufressen. Also darüber gib mir gleich Antwort. Lupus hat vorgestern einen Skandal deshalb gehabt, und ich muß den „Dritten“ möglichst bald sehen.
„Infantry“ ist in Arbeit und wird, wenn irgend möglich, noch diese Woche fertig.
Was meine Geschichte hier angeht, so wirst Du mir doch soviel sense2 zutrauen, daß ich den Kram meinerseits auch einem lawyer3 übergab und dessen Meinung hörte. Es handelt sich nicht um eine lumpige Verdonnerung vor einem Magistrat, sondern um eine action at nisi prius for damages4, wo die Kosten allein bis auf £ 200 steigen können. Daß ich mich nicht so ohne weiteres beschwindeln lasse, wirst Du mir doch wohl zutrauen, was das Weglaufen angeht, so versteht sich doch von selbst, daß in meinen Verhältnissen davon auch für 14 Tage keine Rede sein kann; und wenn man so bekannt in Manchester ist wie ich, so wird sich kein Mensch hier einbilden, ich liefe von Geschäft etc. weg, um einem solchen Prozeß zu entgehn.
Der Hauptwitz ist die handle5, der der Gebrauch überhaupt irgendeines Instruments einem lawyer gibt, um auf eine British Jury6 zu wirken durch sittliche Entrüstung über die bloody foreigners7, die die Faust nicht gebrauchen usw. Da wird der foreigner so sicher verdonnert wie 2 × 2 = 4, und hat die Kosten obendrein zu blechen. Daß ich übrigens nicht mehr bleche als absolut nötig, darauf kannst Du fluchen, die Sache ist noch keinen Schritt weiter, ich hoffe aber, daß sie sich bald ordnet, damit ich wenigstens einmal klarsehen kann, was hier geschehn kann, um Dir in der Krisis zu helfen.
Viele Grüße an Deine Frau und die Mädchen.
Dein
F.E.