London, 26. Aug. [1859]
Dear Fred,
Mit „Das Volk" ist es zu Ende. Die 2 £, die Du Ende letzter Woche geschickt, hatte ich schon vorgeschossen dem Hollinger, da sonst die Nr. letzten Freitag (heut vor 8 Tagen) nicht erschienen. Ich zahlte sie also mir selbst zurück. Ich bin zudem schuldig dem Garthe für 4 £ (für das Blatt) und about1 2 £ noch an Leßner, macht 6 £. Dazu hat sich das Defizit bei Hollinger akkumuliert, das uns natürlich nicht so direkt angeht. Indes durfte es nicht vermehrt werden. Es kann über es erst abgerechnet werden, sobald die Abonnentengelder eingegangen. Das französische Blatt2 erscheint nicht von wegen der Amnestie.
Borchardt, der Renommist, schrieb, daß nichts in Manchester zu machen. Erstens von wegen des Friedens; dann der Amnestie wegen. Namentlich aber – was er selbst nicht habe widerlegen können – weil „Das Volk" ein Schimpfblatt (O du Esel von Philister!). Also nicht zart genug für die Steinthals und andre Mauschels. Von lupus dagegen erhielt ich gleichzeitig Brief, worin er sehr „Das Volk" belobt. Es ist aber fact, daß in dem Maße, wie es besser wurde, der Ausfall wuchs und die Leserzahl abnahm. Außerdem schien der Esel Biskamp, von allerlei Leuten bearbeitet, eifersüchtig über sein Geringerwerden im Blatt.
Endlich (da das Blatt, wenn auch weniger von den Knoten, desto mehr von der deutschen diplomatischen haute volée in London gekauft) wäre es mehr und mehr nötig geworden, bei der Unfähigkeit Liebknechts und der haltlosen Schwäche Biskamps, mich direkt in die Redaktion einzumischen. Bei den Entfernungen hier nahm mir die Sache ohnehin schon zu viel Zeit fort, und meine eignen Verhältnisse are in such a desperate state, that I must look to them3.
Dronke Lumpazius hatte nicht für 1 Exemplar abonniert. Dein Vetter S[iebel] aber, wie Du aus Beiliegendem siehst, ist „Hermanns"-Dichter unter Betas Leitung.
Salut.
Dein
K.M.