Manchester, 23. Mai 1859
Lieber Mohr,
Von wegen des Manifestes1 vollkommen einverstanden. Wie sollen wir es mit dem Drucken machen, es wird wohl in London gedruckt werden müssen; erkundige Dich nach den Kosten und andern Particulars2, damit wir gleich nach Abfassung loslassen können.
Die Geschichte mit dem „Völkchen“3 ist sehr amüsant, sehr zufriedenstellend und kann sehr nützlich werden. Wegen des Vertriebs hier ist folgendes zu bemerken: Ich könnte zwar leicht einen englischen „Stationer“4 finden, aber der würde nicht einmal die Chance haben, einen stray5 Abonnenten aufzupacken. Damit diese gefaßt werden, müssen die hiesigen foreign booksellers6, Dunnill und Palmer, Princess Str., und Franz Thimm, Princess Str., herangezogen werden. Lupus wird sich bei D[unnill] und P[almer] abonnieren, Gumpert und ich bei Thimm, der unser Buchhändler ist. Der „Hermann“ ist hier sehr am Abnehmen, eine ganze Ladung alter Nrn. liegt hier, und Thimms Geschäftsführer hier, der dem Kinkel nicht sehr grün zu sein scheint, sagt mir, die Abonnenten fielen mit jeder Woche mehr ab. Schickt daher von den ersten Nrn., besonders worin die Kinkel-Schmiere behandelt wird, ein Dutzend Exemplare an Thimm und auch ca. 6 an D[unnill] und P[almer]; ich werde das Klatschmaul Heckscher in Bewegung setzen, sobald dies heraus ist, der bringt die Geschichte so sicher hier in Umlauf wie 2 × 2 = 4. Aber die Sachen an Thimm müssen direkt an hiesigen Th[imm] geschickt werden, der Kerl in London wäre imstande, den Dreck zu unterschlagen. Sobald also hier ein paar Exemplare bei Th[imm] abonniert sind, wird der hiesige Commis schon mehr Interesse an der Sache bekommen.
Das Gefecht von Casteggio werd' ich nächsten Freitag behandeln, die Sache ist zu unbedeutend, um 2mal darüber zu schreiben, und die Telegramme sind zu haltlos, um was Ordentliches zu sagen. Deine alte Karte von der Lombardei kommt mir jetzt sehr gut zustatten, Maßstab ca. 1/160000, also schon sehr groß. Leider ist die Terrainzeichnung sehr schlecht.
Viele Grüße.
Dein
F.E.