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Marx an Engels
in Manchester

[London] 10 March 59

Lieber Engels,

Die Brochure1 erhalten. Werden ungefähr 4 Druckbogen sein, wenn nicht mehr, bei der Art, wie Brochuren gedruckt werden. Durchgelesen; exceedingly clever2; auch das Politische famos behandelt, was verdammt schwer war. The pamphlet will have a great success.3

Ich habe nur ein einziges Sätzchen gestrichen von wegen Reuß-Schleiz; nicht da, wo von den „natürlichen Grenzen“ dieses Staats gehandelt wird4, sondern an der ersten Stelle, wo es double emploi5 machte und abschwächte.

Ich rate, den Beisatz „Militärische Studien“ als abschwächend vom Titel wegzustreichen.

Wenn Du morgen Herrn Lassalle schreibst, so bitte ich Dich, in Deinem Namen etwas zu tun, was ich nicht in meinem tun kann. Das fact ist dies: Vorigen Montag (7. März) kommt etwas von Berlin! Was denkst Du, das es war? Der erste Korrekturbogen, und bis heute ist kein zweiter gekommen. Man hat also mein Manuskript, gegen das ausdrückliche Schreiben Herrn Dunckers, 6 Wochen liegenlassen und scheint nun jede Woche 1 Bogen zu drucken. Kommt Dein Manuskript, so unterbricht man vielleicht wieder, und so kann die Sache sich noch Monate hinschleppen. Ich finde dies sehr miserabel, und Du kannst in Deinem Namen some words6 darüber an Lassalle drop7. Wollen die Kerls die Schrift aufschieben bis grade zum Ausbruch des Kriegs, damit sie sicher ins Wasser fällt und Herr Duncker Vorwand hat, die Folge abzulehnen?

Übrigens hat dieser Verzug, da ich auf das Geld rechnete, meine ohnehin gequälte Existenzweise unleidlich gemacht. Freiligrath war diesmal (er sucht sich in every way8 zu retablieren9) so anständig, Wechselversuche hier in London für mich zu machen. Die Sache ist aber gescheitert.