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Marx an Engels
in Manchester

[London] 9.Feb. 59

Lieber Engels,

Heut endlich Brief von Duncker. Er erhielt das Manuskript erst am 1.Februar. Diese Woche noch nicht gedruckt, weil eben endigend eine Schrift von Lassalle, ich weiß nicht welche.

Einliegend Brief von Eccarius und Pfänder, woraus Du sehn wirst, daß der arme Eccarius der Schwindsucht verfallen. Dies ist das Tragischste, was ich noch hier in London erlebt habe.

Pieper, der geheilt entlassen war, wieder von Bognor zurück nach dem deutschen Spital. Diesmal Hungerkur. Serves him right.1

Einliegende Briefe von Weydemeyer und Komp wollte ich Dir längst schicken; ich habe sie endlich beantwortet.

Dronke war in Bonn, wo ein Bruder von ihm am Sterben. Er erhielt Erlaubnis von Flottwell und wohnte in Bonn einem Ball seines „Korps“ statt. Der Kleine2 hat an Dingelstedt (Fuldaer) geschrieben, durch den er ein von ihm selbst verfaßtes Drama zur Aufführung bringen lassen will. Ferner schreibt der Kleine „Glasgower Briefe“ in das „Museum“3 von Prutz. Alle diese Nachrichten habe ich vom Philister Freiligrath.

Von letztrem, der gestern bei mir war (ich selbst bin durch Halsübel ans Haus gebannt), erfuhr ich denn auch, daß Gottfried4 oder Hermann sich so lächerlich bei allen Damen benimmt (der Hanswurst denkt, er habe jetzt nur noch das Schnupftuch hinzuwerfen), daß ein allgemeiner Dégoût5 gegen ihn herrsche. F[reiligrath] ist nun auch dahintergekommen, daß Gottfried sich außerordentlich „free and easy“6 nach dem Tod der Mockel7 fühlt, und – das Sonderbarste – jetzt kommt heraus, daß Philister Freiligrath und Gattin, schon vor dem Begräbnistag, die „Gleichgültigkeit“ des Bruder Hermann entdeckt hatten.

Der „Hermann“ – die preußische Regierung, wie die Berliner „National-