Manchester, 7. Oktober 1858
Lieber Mohr,
Du wirst wohl morgen über die Canning-despatch schreiben, the thing is out of my latitude altogether1, ich habe in der letzten Zeit die Zeitungen sehr unregelmäßig gelesen und viel zu tun, da Ermen seit 14 Tagen drüben ist und ich die ganze Sauce allein auf dem Halse habe. Das Geschäft hier geht ganz kolossal gut, seit 6 Wochen verdienen die Spinner 1 d. à 1¼ d. pro Pfund in grober und Mittel-Nr. mehr, als sie seit 3 Jahren verdient haben, und das Unerhörte ist passiert, daß der Markt in Garnen hier 1 d. in die Höhe ging, ehe die Liverpooler ¼ d. mehr für Baumwolle bekommen konnten. Seit 10–12 Tagen ist etwas Stockung im Aufschlag, aber die Spinner sind alle für längere Zeit engagiert, und die Nachfrage ist noch immer stark genug, um die Preise vollständig zu halten. Wenn das noch einige Zeit so vorangeht, so werden die Movements2 für Lohnheraufsetzung anfangen. In Frankreich verdienen die Baumwollspinner auch seit einiger Zeit mehr als in den letzten Jahren (dies ist sicher, ich hab’ es von einem Baumwoll-Agenten, der selbst drüben war); wie es im übrigen Commerce dort aussieht, weiß ich nicht genau, aber der Stand der Börse spricht für wesentliche Besserung. Alles das sieht verdammt optimistisch aus, und der Henker weiß, wie lange das noch dauert, wenn nicht auf Indien und China hin tüchtig überproduziert wird. In Indien muß der Commerce jetzt famos florieren, die vorletzte Bombay-Mail3 brachte Verkäufe – für 14 Tage – von 320 000 Stück Baumwollgewebe, und die letzte wieder 100 000. Die Kerle haben schon alles auf Lieferung verkauft, von dem sie eben erst wußten, daß es in Manchester eingekauft und noch nicht einmal verschifft war. Indien und China scheinen mir, nach den Redensarten der hiesigen Philister und dem Stande des Marktes, den nächsten Vorwand zur Überproduktion abgeben zu sollen, und wenn der Winter gut wird, so ist sicher zu erwarten, daß im Frühjahr auch das liederliche Kreditgeben und die Wechselreiterei wieder flott in Gang kommen.