Manchester, 30. Jan. 1858
Lieber Marx,
Ich erhalte heut morgen Deine beiden Briefe zusammen und schicke Dir inliegend einen Fünfer. Leider bin ich selbst sehr fest mit Geldern, und Schramm pumpte mich Anfang Januar um fünf Pfund an – das ließ sich unter den Umständen durchaus nicht refüsieren, machte mich aber noch knapper. „Windham“1 wird für Dienstag gemacht.
Apropos, schick mir eine neue Kopie der von Dana verlangten B-Artikel (der ursprünglichen sowohl wie der jetzt nachträglich bestellten), ich hab’ meine verlegt.
Was macht „Camp“, „Catapults“ und „Caps“2 (Percussion)?
Also beim Attentat ist Bonaparte zwar verfehlt, aber K. Heinzen getroffen worden. Du erinnerst Dich seiner moritäterischen Zerstörungsdrohungen von Anno 1848, wo er mit den ihm natürlich unbekannten Vernichtungswaffen der modernen Wissenschaft renommierte. Kossuth ist ein großer Mann, aber K[ossuth] hat das Knallsilber vergessen etc. Eh bien3, nach dieser Geschichte werden wir vom Knallsilber nichts mehr hören. Ich sagte gleich, aus den furchtbar viel Verwundeten und wenig Toten gehe hervor, daß die Granaten überladen waren und also in viele kleine Fetzen zersprangen, die jedes wenig Kraft hatten. Die Esel haben sehr dummpfiffig operiert. Mit gewöhnlichem Pulver gefüllt, mußten die Granaten viel mehr wirken. Statt dessen propfen sie Knallquecksilber hinein, was das Zeug hält, und produzieren einen Hagel von kleinen, wenig schädlichen Splittern. Der Dr. Larrey hat meine Ansicht bestätigt. So much for4 Heinzen.
Am 21. courant5 ist wieder ein Mordversuch auf Bon[aparte] im B[ois] de Boulogne gemacht, mit einer Pistole, der Kerl abgefaßt, eh’ er losdrückte. Die Sache ist vertuscht. Sobald ich den betreffenden „Guardian“ entbehren kann, erhältst Du ihn.
Ich werde Charras’ „Cent jours“ kommen lassen. Könnten wir nicht in Amerika literarische Kritik treiben? Ein Artikel darüber wäre gewiß interessant und nicht schwer zu machen.
Viele Grüße an Frau und Kinder.
Dein
F. E.