[St. Héliér] 3, Edward Place, Jersey
19. Oktbr. 1857
Lieber Marx,
Hierbei die balance1 der alten Unterlassungssünden, sowie die Originalnotizen über Armada, ich konnte einige Namen nicht genau lesen, die Du suchen mußt auszufüllen. Ich gehe jetzt an die history of cannon2.
Schramm scheint mir etwas schlimmer zu werden, doch wechselt sein Zustand von Tage zu Tage. Er hat jetzt den ihm von seinem Bruder3 zugeschickten Philister Berger4 da, der in demselben Hause eine Wohnung genommen hat und dem er englischen Unterricht gibt, ein alter preußischer Schweinigel, der Zoten ohne Witz von all dem Berliner Hofpack erzählt, que le diable l’emporte. Friend5 Harney hab’ ich seit 8 Tagen nicht gesehen, er ist schrecklich dumm und fühlt sich höchst comfortable6 in seiner Spießbürgerrolle hier, obwohl er offenbar selbst bei seinem Paper7 unter der Zensur des Besitzers steht. Er erwartet natürlich, daß früher oder später die englischen Arbeiter einmal irgend etwas machen, aber das werde durchaus nichts Chartistisches sein, und überhaupt ist das bloß theoretische Phrase bei ihm, und es wäre ihm sicher sehr unangenehm, aus seiner kleinen spießbürgerlichen Agitation hier aufgestört zu werden. He is very busy, but busy doing nothing.8 Sein Freund, der Grocer9, der den französischen Spion10 geprügelt hatte, ist zu £ 5 verurteilt worden.
Ich werde neben der history of cannon noch einige der kleineren Sachen abmachen und Dir von Zeit zu Zeit zuschicken, damit Dana sieht, daß die Sache im Gange bleibt. Schick mir aber auch die paar Notizen, wegen deren ich Dir schrieb, und die Liste der militärischen Artikel für D. Du hast doch den Brief erhalten mit der Kopie der Liste für C und den später gesandten Artikel „Military Bridges“11?
Ich habe stark vor, in 14 Tagen wieder nach Manchester zu gehn. Die Geschäftsverhältnisse dort haben eine sehr eklige Wendung genommen, und es ist von Wichtigkeit, daß ich dort bin. Dabei geht die Gesundheit gut, gestern war ich 7 Stunden zu Pferd, auch hab’ ich der Tugend den Abschied gegeben.
Dein
F. E.