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Jenny Marx an Engels
in Manchester

[London, 23. Mai 1854]
3 Uhr nachmittags

Lieber Herr Engels!

Eben ist Ihr Artikel1 eingelaufen. Er liegt schon in der Adresse, und ich werde ihn mit diesen Zeilen zur Post expedieren. Karl war ungeheuer froh, als er den verhängnisvollen Doppelknock2 des Briefträgers hörte. Voilà Frederik3, 2 £, gerettet! rief er aus. Leider ist er noch sehr, sehr leidend und trägt mir auf, Ihnen zu sagen, daß er Lazarus und das scheppe Pitterchen zugleich sei. An Schreiben ist noch gar nicht zu denken. Er quält sich an den langen Gladstoneschen Reden ab und ist sehr ärgerlich, grade jetzt nicht schreiben zu können, wo er an Mr. Gladstone und seinen schemes4 Stoff genug hätte. Wenn es Ihnen irgend möglich ist, so fabrizieren Sie wieder etwas für Freitag. Karl sagt, was es auch immer wäre. Es ist mir wirklich fatal, daß ich Sie so tribulieren5 muß, aber wenn es geht, so senden Sie etwas.

Hierbei lege ich die letzte Sendung von Cluß bei, mit der Bitte, daß Sie den Clußschen Brief zurückschicken und Heise nichts davon mitteilen. Der Kerl schwatzt aus, und wenn der kleine Meyen und sonst hervorragende Männer voreilig was hören sollten, so würden die Mitteilungen an Cluß gleich stoppen. Die Sache ist sehr spaßhaft, und man muß die Herren nur ruhig gewähren lassen.

Heise schrieb in seinem letzten, aus lauter kleinen Schnitzelchen zusammengeklebten Brief an Imandt, er habe jetzt den Militärdodge6 wieder aufgegeben, da die Russen doch anders Krieg führten, als in der „Tribune“ gestanden; er wolle sich jetzt auf den doux commerce7 werfen.

Den herzlichsten Dank von Karl und mir für die Artikel und freundliche Grüße von den 3 Kerlchens8.

Ihre
Jenny Marx

Unser Edgar9 soll wieder in New York herumbummeln und herkommen und dann nach Deutschland gehn! Schöne Bummelbande!