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Marx an Engels
in Manchester

28, Dean Street, Soho
[London] 7. August 1855

Lieber Engels,

Die family (ich also meistens auch) noch immer in Camberwell. Pieper war eine Woche auf Besuch bei uns. So ich verhindert, außer den notwendigen Arbeiten für New York and Germany, zum Schreiben zu kommen. Der Artikel über die „Armies“1 ist famos.

Aus einliegendem Schreiben von Steffen ersiehst Du den schlimmen Zustand von Freund Daniels und Bürgers. Für den erstern tut es mir ganz besonders leid. Ich weiß nicht, ob ich Dir in dem Resumé des Berichts des Besuchers aus Yankeeland2 auch erwähnt habe, daß Conrad Schramm schwindsüchtig und eine Eselsmilchkur bei dem ehemaligen Feldmarschall Blenker durchmacht.

Ich habe der „Tribune“ eine Reihe von Artikeln über Lord John Russell, i. e. 3 Stück zugeschickt in den letzten Wochen, worin der kleine Mann Revue passiert von Anbeginn an. Es wird indes bald nötig sein, wieder some words3 über den Krieg, vielleicht auch über den Stand der affaire in Asien zu sagen.

Dronke ist bitter enttäuscht worden. Es stellte sich nämlich schließlich heraus, daß die Paßerteilung für die Reise nach Paris ein Mißverständnis von seiten der französischen Gesandtschaft, vielmehr ausdrücklich Befehl gegeben war, ihn nicht nach France zu lassen. In ein paar Tagen wird sich entscheiden, ob er eine Stelle in Jersey erhält.

Bonaparte hat die ihm von mir gestellte Aufgabe „ganz Frankreich zu stehlen, um es wieder an Frankreich zu verschenken“, innerhalb der Grenzen der reinen Vernunft gelöst. Seine Anleihemanöver sind bedeutende Experimente nach dieser Seite hin.

Was hältst Du von der östreichischen Truppenkonzentration in Italien? Ist Dir das 2te „Mémoire d’un Officier Général“ zu Gesicht gekommen.

Dein
K.M.