[London] 30. März 1855
28, Dean Street, Soho
Lieber Engels,
Ich schob von Tag zu Tag auf, Dir ein Gesundheitsbulletin zu schicken, weil die Krankheit so auf und ab ging, daß mein Urteil selbst fast stündlich änderte. Schließlich aber hat die Krankheit den in meiner Familie erblichen Charakter einer Unterleibsaus zehrung angenommen, und Hoffnung scheint selbst ärztlicher Seite aufgegeben. Meine Frau war seit einer Woche so krank wie nie vorher von geistiger Erregung. Mir selbst blutet das Herz und brennt der Kopf, obgleich ich natürlich Haltung behaupten muß. Das Kind verleugnet während der Krankheit keinen Augenblick seinen originellen, gutmütigen und zugleich selbständigen Charakter.
Dir kann ich nicht genug danken für die Freundschaft, womit Du statt meiner arbeitest, und für die Teilnahme, die Du für das Kind fühlst.
Sollte irgendeine beßre Wendung eintreten, so schreibe ich Dir sofort.
Totus tuus1
K.M.
Notabene. Nächsten Dienstag geht kein Schiff nach Amerika, und es geht nicht, den Kerls jedesmal zwei Briefe auf einmal zu schicken. Diesen Dienstag schlage also über.