[London] 27. März 1855
28, Dean Street, Soho
Lieber Engels,
Seit einigen Tagen erholt sich Musch zusehend, und der Doktor spricht die besten Hoffnungen aus. Sollte alles gut vorangehen, so muß Musch sogleich aufs Land. Er ist natürlich furchtbar schwach und abgemagert. Das Fieber ist got rid of1, und die Unterleibsverhärtung legt sich ganz bedeutend. Die Hauptfrage ist jetzt nur noch, ob seine Konstitution stark genug, die Kur ganz durchzumachen. Das glaube ich indes. Sobald der Arzt erklärt, daß keine Gefahr mehr, komme ich zu Dir.
Dronke hier angekommen, bewirbt sich um Freiligraths Posten, da F[reiligrath] definitiv mit seinem Prinzipal2 gebrochen.
Du mußt entschuldigen, wenn ich nur diese paar Zeilen schreibe. Ich bin müde wie ein Hund von dem langen Nachtwachen, da ich Muschs Krankenwärter.
Beste Grüße von dem ganzen Hause an Dich, auch von Musch.
Sage Lupus, daß der Schweizer Furrer, mit dem er früher in Verbindung, bankerutt gemacht und sogar seinen Hauslehrer um 14 £ geprellt hat.
Vale faveque.3
Totus tuus4
K.M.