191
Marx an Engels
in Manchester

[London] 15. Dez. 1854
28, Dean Street, Soho

Lieber Engels,

Soeben erhalte ich Deine Zeilen und freue mich sehr, Dich in 8 Tagen hier zu sehn.

Den Artikel erhalten.1

Barthélemys Ende ist glorious. In dem gestrigen Verhör (vielmehr coroner’s Inquest2) heißt es, daß bedeutende Papiere, obgleich nicht bezüglich auf das Assassinat3, bei ihm gefunden worden sind. Es wäre verdrießlich wenn Papiere aus der alten Zeit darunter und man so im Zusammenhang mit einem Kerl erschiene, der uns – davon renommierten die Knoten – eine Kugel „aufgespart“ hatte für den Fall einer Rückkehr nach Paris.

Den Bauer habe ich nicht gelesen. Bring ihn also mit.

Nächste Woche beginne ich Korrespondenz für „N[eue] O[der]-Z[eitung]“. 30 Taler per Monat einstweilen. Ich unterstelle aber, daß die Burschen mit 3 Korrespondenzen per Woche zufrieden. Ich kann, da ich kein Geld, um Bücher zu kaufen, unmöglich für 30 Taler monatlich meinen Studien auf dem Museum Valet sagen. So unangenehm mir die Sache, habe ich sie zur Beruhigung meiner Frau angenommen. Ihre prospects4 sind allerdings gloomy5.

Was ich in dem Ripley anerkannt, war besonders, daß er keinen enthusiastischen Übertreibungen sich hingibt. Die strategischen Fehler bei dem mexikanischen Krieg scheinen bei dem gänzlichen Mangel an Plan sich von selbst zu verstehn. Was die feinern taktischen Schnitzer betrifft, so verstehe ich of course6 nichts davon. Den Napier scheint er mir sich zum Vorbild genommen zu haben, indem er die Mexikaner ganz schildert, wie der die Spanier, und zweitens der fairness7 gegen die Gegner sich befleißigt.

Morgen habe ich den Blind und Gattin auf dem Halse. Dieser „finschtre“ Russenhasser und „Repelbikaner“ bleibt dabei, daß Baden das wahre Land der Zukunft ist.
Salut. Grüß auch den Lupus von mir.

Dein
K.M.