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Marx an Engels
in Manchester

[London] 21.Mai 1853
28, Dean Street, Soho

Lieber Engels!

Heute noch wird der Wechsel von 25 £ an Freiligrath abgehn, der ihn gleich dem Lièvre anzeigen soll.1

Einliegend die Adresse von Wolff2, der noch immer brummt. Ich habe mich übrigens jetzt, wo manches erst herausgesprochen wird, überzeugt, daß Dronke eine sehr miserable Klatsch-, Cancan-3 und Lügenrolle auf meine Kosten gespielt hat. Allerdings die einzige Tätigkeit, wozu der wichtigtuende Miniatur- und wouldbe-Blanqui4 fähig war. Bei seinem vielen Cancanieren wurde er so verlogen von Kopf bis Fuß, daß er selbst nicht mehr wußte, was er sagte oder gesagt hatte.

Um Gottes willen schick mir keine Exemplare mehr von W[eydemeyer]s oder meiner Erklärung5. Hier allein liegen 14 Stück von beiden, die ich vorgestern erhielt. Es wäre wichtiger, wenn W[eydemeyer] wenigstens 2 oder 3 Exemplare der „Hirschschen“ Enthüllungen geschickt hätte. Z. B. in der Schweiz könnte Schabelitz 1 brauchen, im Fall sein Prozeß weitergeht. Der unvermeidliche W[eydemeyer]sche Druckfehler, wo Bangya „Ähnliches“ statt „Rühmliches“ leistet, ist gut.

Sonst nichts Neues hier. Hast Du dem Blind, den ich noch nicht gesehn, seinen Herzen geschickt?

Das „People’s Paper“ steigt und ist einstweilen pekuniär sichergestellt. Jones ruft Massenmeetings zusammen für den 19. Juni sqq.6 auf Blackstone Edge, Skurcoat Moor, Mount Sorrell, Nottingham Forest.

Apropos. Dem Pieper konnte ich nur 10 sh. geben, da ich durch Strohns falschen railway-guide7 den parliamentary train versäumte und daher mit class II reisen mußte.

Laß bald von Dir hören.

Dein
K.M.