27.Oktober 1852
28, Dean Street, Soho, London
Lieber Engels!
Ich hatte Dir geschrieben1, daß ich ein „L[ithographiertes] Z[irkular]“ über den „Kölner Prozeß“ abfassen würde. Aus dem „L[ithographierten] Z[irkular]“ ist jetzt ein Pamphlet von ungefähr 3 Druckbogen geworden. Die Sache jetzt noch zu lithographieren, geht aus doppelten Gründen nicht: Erstens kömmt eine so umfassende Lithographie sehr teuer zu stehn, während sie nichts einbringt, denn anstandshalber kann man solche lithographierten Rundschreiben nicht verkaufen. Zweitens liest kein Mensch, und ist es auch nicht zu verlangen, eine Lithographie, die den Inhalt von 3 Druckbogen bringt.
Es bleibt also nichts übrig, als die Sache drucken zu lassen. In Deutschland, impossible2. London ist der einzig mögliche Ort. Es wird auch möglich sein, Kredit zu erhalten, wenn ich nur im Bestande bin, einen Teil vorauszuzahlen. Ich ersuche Dich, hierüber mit Weerth und Strohn zu konsultieren. Es ist aber kein Tag zu verlieren. Wenn die Sache nicht jetzt kommt, hat sie kein Interesse mehr. Meine Broschüre ist keine Prinzipienrettung, sondern eine auf Darstellung der Tatsachen und des Verlaufs gegründete Brandmarkung der preußischen Regierung. Ich selbst bin natürlich incapabel3, auch nur einen Centime für die Sache beizutreiben. Ich habe gestern den von Liverpool her datierenden Rock versetzt, um Schreibpapier zu kaufen.
Das Empire marschiert famos. Bonaparte versteht es wie kein andrer drauf hinzuarbeiten, daß diesmal die Handelskrise Frankreich noch grausamer trifft als England.
Dein
K.M.