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Engels an Wilhelm Wolff
in London

Manchester, 6. Aug. 51

Lieber Lupus

Ich werde mich noch heute hier nach dem Mr. Kendall erkundigen und Dir morgen mitteilen, was ich über ihn erfahre. Zu ihm selbst schon jetzt hinzugehn, ehe Du von ihm Antwort und Aussicht hast, daß er auf Dich reflektiert, würde nur dazu führen, daß er mich sehr kühl mit halber Auskunft abziehen ließe. Diese Gentlemen sind höchst formell. Hain hat sich neulich auch um eine Stelle beworben bei diesem Kendall und sich sofort auf mich bezogen, doch hat K[endall] es nicht der Mühe wert gehalten, sich bei mir nach ihm zu erkundigen – wäre ich nach diesem Vorfall zudringlich bei K[endall], so könnte Dir dies nur schaden. Sobald Du Antwort von K[endall] hast, laß mich’s wissen und was er Dir schreibt, ich gehe dann gleich zu ihm und besorge Dir jede Auskunft, und werde mein Bestes tun, den Mann günstig für Dich zu stimmen. Allerdings, hättest Du Hassenpflugsche Steckbriefe hinter Dir, so würdest Du sofort engagiert werden. Indes wird’s auch so schon gehn. Könnte ich Dir hier irgendwie eine Position verschaffen, so würde dies famos sein, leider aber hab’ ich zu wenig Bekannte in dieser line1, und Privatlehrer sind hier nur für neuere Sprachen haltbar, und deren gibt’s genug. Ich werde übrigens sehn, daß ich den Watts in Bewegung setze – der Kerl ist im educational movement2 und hat jetzt eine Masse Konnexionen.

Dein
F.E.

In Zukunft mach das Gummi Deiner envelopes3 besser naß – Dein Brief kam ±4 offen an.