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Engels an Emil Blank
in Barmen

Lieber Emil

Das Paket habe ich erhalten und danke Dir für die schnelle Besorgung der Zigarren, die allgemeinen Beifall finden. Die Unterhosen sind ebenfalls gut.

Der Vater schrieb mir vor ein paar Tagen. Er neigt mehr zu Gottfr[ied] Ermen hin, mit dem er im Fall einer Trennung geneigt ist zusammenzugehen; mit P[eter] will er unter keiner Bedingung länger als nötig zusammenbleiben. Wegen des Geschäfts von E[rmen] Bro[ther]s1 werde ich alle zugänglichen Notizen sammeln. Daß sie ausgedehnte Geschäfte gemacht haben, ist gewiß, und G[ottfried] E[rmen] behauptet, im Durchschnitt mit einem Nutzen von £ 600 pro Jahr, in den letzten Jahren mehr. Es ist bei diesem Geschäft schwer, in Durchschnittsjahren Geld zu verlieren, sie haben und brauchen wenig Kapital, und der Artikel – schlechte Qualität Näh- und Strickgarn – geht immer besser im Verhältnis zu den guten Qualitäten, die sehr abnehmen.

Die Bilanz vom Jahr 1849/50 ist noch gar nicht gemacht; die Debits und Kredits sind noch in der schönsten Konfusion. Der Vater scheint wieder gemahnt zu haben, wie ich höre, wird man sich morgen daransetzen, dies in Ordnung zu bringen.

Herr Peter ist also heute morgen oder gestern abend hier angekommen. Er ließ den alten Hill rufen – er wohnt in einem Hotel zwei Häuser von unserm Comptoir –, war sehr artig, frug nach gleichgültigen Gegenständen, ließ sich aber nicht, bis jetzt wenigstens, auf dem Comptoir sehn. Wenn er es darauf anlegt, mich zu schikanieren, so kommt er an den Unrechten. Der Vater will sich nicht in die Zänkereien der Brüder mischen, ich tu' es auch nicht. Aber Gottfr[ied] ist jetzt so zwischen Tür und Angel, daß er sich mit mir halten muß, er wird mir alles erzählen, ohne daß ich ihn darum zu fragen brauche.

Wenn P[eter] E[rmen], wie es schließlich doch wohl geschehen wird, die Leitung des Comptoirs übernimmt, so wird dadurch meine Prüfung