2. Dezember [1850]
64, Dean Street, Soho, London
Lieber Becker!
Ich weiß, daß Du durch einen Brief, den ich an Bürgers schrieb, Dich sehr beleidigt gefühlt hast. Indes, sowenig ich in diesem Schreiben, das unter sehr aufregenden Umständen geschrieben war, meine andern Kölner Freunde beleidigen wollte, sowenig Dich. Ich glaube, daß diese Erklärung Dir genügen wird, und daß ich, ohne auf die Vergangenheit zurückzukommen, direkt auf die Vorschläge, die ich Dir zu machen habe, übergehn kann.
1. Du weißt, wie erbärmlich Herr Schuberth unsre „Revue“ betrieben hat. Ich denke, daß er in diesen Tagen die 2 letzten Hefte veröffentlicht haben wird. Ich wünsche das Unternehmen als Quartalsschrift (von Februar an) fortzuführen, 20 Bogen vierteljährlich. Der größere Umfang würde befähigen, mannigfaltigeres Material zu geben. Kannst Du den Verlag übernehmen und unter welchen Bedingungen?
2. Ein Freund von mir1 hat meine Schrift gegen Proudhon2 aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt und eine eigne Einleitung dazu gemacht. Ich stelle Dir dieselbe Frage wie oben.
3. Ich habe einen Plan entworfen, wodurch eine aus einer Reihe kleiner Pamphlets bestehende sozialistische Literatur ins Publikum in fortlaufenden Publikationen geschleudert werden könnte. Vor März könnte nicht damit begonnen werden. Wenn Du eine solche Sache übernehmen willst, so würden indes die Sachen vorbereitet werden. Ich glaube, daß das deutsche Publikum nach seinen letzten tröstlichen Erfahrungen in der haute politique3 sich by and by4 gezwungen sehn wird, dem eigentlichen Inhalt der modernen Kämpfe seine hohe Aufmerksamkeit zuzuwenden.
Ich bitte um baldige Antwort.
Dein
K. Marx