Lieber Weydemeyer
Sei so gut, die umstehende Erklärung in die „Neue D[eutsche] Z[ei]t[un]g“ einzurücken.1 Die Versuche der „großen Männer“, hier sich auf den Schultern der Flüchtlinge wieder eine Stellung zu verschaffen und ihre deshalb überall in der Presse versuchten Manöver, hindern die Einsendung von Geldern hieher. Wir haben jetzt ca. 120–130 Pfd. für die Flüchtlinge erhalten und ausgeteilt, und die andern summa summarum 2 Pfd. 15 sh. aufgebracht, und jetzt wollen sie sich als die Vertreter der „hilflosen“ Flüchtlinge hinstellen. Wenn wir jetzt kein Geld bekommen, so liegen heut über acht Tage unsre 50–60 Flüchtlinge ohne einen Penny auf der Straße.
Heut abend wollen die großen Herren eine Flüchtlingsversammlung abhalten und sehn, was sie ausrichten. Wir lassen sie gewähren. Es wird natürlich wieder große Worte und enorme Pläne geben, aber kein Geld für die Flüchtlinge. Wahrscheinlich fallen sie übrigens durch, obschon keiner von uns hingeht.
Marx wartet mit Schmerzen auf Deine Antwort auf seinen letzten Brief, der vor ca. 14 Tagen an Dich abging.2
Grüß Deine Frau sowie Lünings Gattin bestens von
Deinem
F. Engels
6, Macclesfield St., Soho,
London, 22. April 50