Lieber Emil
Tu mir den Gefallen und schick mir umgehend £ 6.– oder ca. 150 fr. Ich schicke sie Dir in 8–14 Tagen zurück. Der Alte schickt mir das Geld nämlich nicht, was ich am 1. April zu erwarten habe, er scheint es mir mitbringen zu wollen, wenn er zu Deiner Kindtauf kommt. Nun hab’ ich aber für fr. 150 Sachen im Pfandhaus, die ich heraushaben muß, ehe die Leute hieher kommen, und daher muß ich augenblicklich soviel haben. Der ganze Dreck kommt daher, daß ich diesen ganzen Winter mit meiner Schriftstellerei fast keinen Heller verdient habe und daher mit meiner Frau1 fast ausschließlich von dem Gelde leben mußte, das ich von Haus bekam, und das war so viel nicht. Da ich jetzt ziemlich Manuskript halb oder ganz fertig habe, passiert mir das so leicht nicht wieder. Schick mir also das Geld, sowie ich vom Hause meine Sendung bekomme, retourner’ ich’s.
Dein Bruder Fritz war dieser Tage hier, er ist gestern morgen wieder nach Hause. Jetzt empfehle ich Dir schließlich nochmals Verschwiegenheit sur le contenu de cette lettre2 und grüße
Dein
F.
7, rue de l’Alliance St. Josse-ten-Noode
Brux[elles] le 3 Avril 1846