[Manchester, um den 27.August 1851]
Lieber Marx,
Die homerischen Kämpfe der großen Männer im Streben nach Einheit haben mich wunderlich erheitert. Welche Iliade!
An Fischer ist geschrieben. Es ist aber doch positiv, daß ich in dem Brief an Kinkel mit genannt bin, damit ich mich bei F[ischer] nicht blamiere? Die Idee mit Freiligrath ist famos, das hat gewiß Deine Frau erfunden. Den F[ischer] aufzufordern, direkt für unsre Parteizwecke Geld aufzutreiben, geht durchaus nicht; kommt aber noch etwas – was ich nach diesen Erfahrungen der Amerikaner bezweifle –, so denk’ ich, wird mein Brief hinreichen, es in Fr[eiligrath]s Hände zu spielen, et cela suffit1.
Schreib mir nun gleich über den Ausfall der Freitagsszene, damit ich dann gegen K[inkel] das Nötige tun kann. Ich kann zunächst nichts als Auskunft und Einsendung der Akten verlangen und dann nach deren Empfang oder Nichtempfang das Weitere tun. Aber weißt Du K[inkel]s Adresse?
Freiligraths Adresse hättest Du gut getan, mir auch zu schicken, damit man sie dem Fischer gleich mitteilen konnte. Jetzt ist’s zu spät für diesen Steamer, und bis Antwort von ihm da ist, vergehen 4 Wochen, in denen man ihn nicht zu sehr mit Briefen bombardieren darf.
Dem Kinkel und Willich hab’ ich durch meinen Brief da drüben ein Beinchen gestellt, woran sie denken werden.
Über Proudhon morgen oder übermorgen. Weerths Anwesenheit und dann diese Schmiere, verbunden mit Comptoirdreck, haben mich verhindert, das Ding ernsthaft anzufassen. Jedenfalls ist die Scharlatanerie großartig drin. Der 2.Teil, von der Liquidation an, ist bewundernswert durch die Verschmelzung der Girardinschen Reklame und der Stirnerschen Renommage. Dazu ist manches grammatisch und logisch reiner Galimathias, von dem er selbst weiß, daß es absolut keinen Sinn hat. Dieser zweite Teil ist wirklich gar nicht ernsthaft zu behandeln, man kann’s beim besten Willen nicht.
Für die „Tribune“ hab’ ich natürlich auch nichts machen können – nächste Woche Fortsetzung. Eiligst
Dein
F.E.