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Engels an Marx
in London

Lieber Marx,

Ich schreibe Dir heute bloß, um Dir anzuzeigen, daß es mir leider heute noch unmöglich ist, Dir die in meinem Letzten auf heute versprochenen £ 2 zu schicken. Ermen ist auf ein paar Tage verreist, und da kein Prokurist beim Bankier beglaubigt ist, so können wir keine Anweisungen ausstellen und müssen uns mit den paar kleinen Einzahlungen begnügen, die gelegentlich einkommen. Es sind im ganzen nur ca. £ 4 in der Kasse, und Du begreifst daher, daß ich etwas warten muß. Sobald E[rmen] zurückkommt, werde ich Dir das Geld sogleich schicken. Die erste Anweisung ist hoffentlich richtig eingegangen.

Das Benehmen von Schr[amm]1 ist wirklich kommun.

Die Geschichte mit Harney ist allerdings höchst fatal. Wenn sie ihn einmal fassen wollen, hilft auch das Namenändern des Blatts nicht. Ganz aufgeben kann er’s auch nicht, und wenn dies Blatt unter die Kategorie der stempelpflichtigen fällt, so weiß ich nicht, wie es überhaupt möglich ist, ein ungestempeltes politisches Wochenblatt herauszugeben. Allerdings täte er besser, seinen Labour Record2 von der 8. Seite wegzulassen, das ist news3 und unzweifelhaft stempelpflichtig. Aber nach dem, was Du schreibst, scheint auch der Inhalt seiner räsonnierenden Artikel, in Jones’ Meinung, dem Stempel zu verfallen. Und da hört alles auf.

Der indignierte Schramm scheint also, was auch aus dem Tretbrief des Herrn Seiler hervorging, wieder mit seinem Bruder4 auf dem besten Fuß zu stehn und sogar égards5 gegen ihn zu beobachten!

Hoffentlich geht es Deiner Frau besser. Grüß sie und Deine ganze Familie herzlich von Deinem

F.E.

[Manchester] 25.November 1850

Im Lauf der Woche werd’ ich Deiner Frau eine Sendung von Cotton thread6 zugehn lassen, von der ich hoffe, daß sie ihr gefallen wird.