[Paris] 16.März 1848
Lieber Engels!
Ich habe in diesen Tagen keinen Augenblick Zeit, um ausführlicher zu schreiben. Ich beschränke mich auf das Nötige.
Flocon ist sehr gut gegen Dich gesinnt.
Die hiesigen Straubinger widmen Dir alle mehr oder minder Wut. (Prügelei mit Sch[erzer] usw.)
Was meine Sachen angeht, nimm sie mit bis Valenciennes und laß sie dort plombieren. Ich werde alles frei bekommen. Was das Silber angeht, so hat es schon hier in Paris den Stempel erhalten. In Valenciennes mußt Du aber jedenfalls zu dem Mann gehn, der auf einliegender Adresse steht. Meine Frau hat ihm auf Voglers Rat die Schlüssel der Koffer (die in Brüssel sind) zugeschickt, aber ohne Begleitbrief. Diese Schlüssel mußt Du bei ihm abholen, da man uns sonst alles auf der hiesigen Douane aufbricht.
Was die Gelder angeht, so erkläre dem Cassel, er solle Dir den Wechsel herausgeben, wenn er ihn nicht zahlen will. Baillut wird ihn dann vielleicht zahlen.
Laß den Gigot abrechnen und wenigstens den Rest geben.
Was den Br[eyer] angeht, so mußt Du noch einmal zu ihm und ihm die Gemeinheit vorstellen, die darin liegt, wenn er mein Pech benutzt, um nicht zu zahlen. Wenigstens einen Teil muß er Dir schaffen. Die Revolution hat ihm keinen Sou gekostet.
Hier wird die Bourgeoisie wieder gräßlich frech und reaktionär, mais elle verra1.
Bornstedt und Herwegh benehmen sich als Lumpen. Sie haben hier einen schwarz-rot-goldnen Verein contre nous2 gestiftet. Erstrer wird heut aus dem Bund ausgestoßen.
Die Feuille de Route3 find’ ich in diesem Moment nicht, und dieser Brief muß fort.
Setz G[igot] ab, wenn er nicht Tätigkeit entwickelt. Der Kerl sollte in diesem Moment energischer sein. Grüß Maynz herzlich von mir, ebenso Jottrand. Letzteren „Débat social“ habe ich empfangen.
Auch einen Gruß an Vogler.
Maynz und Jottrand werde ich ausführlich schreiben. Leb wohl.
Dein
M.