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Engels an Marx
: in Brüssel

[Paris, September 1846]

… 7. sollten sie die §§ wegen Dividendenteilung in §§ wegen Schadenteilung verwandeln, denn wenn alles das nicht wäre, so machen sie schon wegen des famosen Prinzips bankerott, den Schaden ganz zu tragen, aber den Profit zu teilen. Sie müßten also doppelt so gute Geschäfte machen wie jeder andre Buchhändler, um sich zu halten; es ist aber ein Faktum, daß alle bisherigen ausschließlich oder nur vorzugsweise mit verbotnen Schriften handelnden Buchhändler – Fröbel, Wigand, Leske – sich auf die Dauer ruiniert haben: 1. durch Konfiskation, 2. durch Ausschließung von Märkten, die ±1 doch immer stattfindet, 3. durch Bescheißung von seiten der Kommissionäre und Sortimentshändler, 4. durch Polizeidrohungen, Prozesse pp., 5. durch die Konkurrenz der Buchhändler, die nur von Zeit zu Zeit etwas Anrüchiges drucken lassen, bei denen die Polizei also seltner einspricht, und die dabei doch mehr Chance haben, Manuskripte zu bekommen, welche ziehen, während jenen stereotypen der Schund und die nicht ziehenden Bücher blieben. Der buchhändlerische Kampf mit der Polizei kann nur mit Profit geführt werden, wenn viele Verleger sich darin beteiligen, es ist essentiellement2 ein Guerillakrieg, und man verdient nur, wenn man selten so etwas riskiert. Der Markt ist nicht groß genug, um eine spécialité3 aus dem Artikel zu machen.

Es ist übrigens Wurst, ob die Gesellschaft sich ruiniert, sie ruiniert sich doch, mag sie’s anfangen wie sie will; aber bei der Garantie ruiniert sie sich zu rasch, das gibt ein hitziges Fieber mit drei Krisen, von denen die dritte gewiß tödlich ist. Für die zu erwartende Zufuhr von Manuskripten, die nicht übergroß sein wird, wäre eine gelinde Schwindsucht passender. Es ist nur schlimm, daß ihr Kapital zu sehr angegriffen wird, wenn sie selbst druckt. Sie müßte so viel haben, daß sie ca. 1½ Jahr drucken könnte; denn gesetzt, das Kapital sei = 3000 Taler, das sie im ersten Jahr verwendet; die Ostermessen-Abrechnung bringt ihr bei erträglichen Geschäften ca. ²/₃, also 2000 Taler mindestens. Sie muß also noch wenigstens 1000 Taler fürs zweite Jahr über jene 3000 Taler haben. So bleibt stets ca. ¹/₃–¹/₄ des Kapitals engagiert, in Krebsen, schlechten Zahlern usw. Vielleicht ließe sich dies unter Vorwand von allmählich abzahlbarem Vorschuß extra von den Aktionären aufbringen. Es ist übrigens nötig, sich vorher mit einem Buchhändler zu benehmen, um genau zu wissen, wieviel vom angelegten Kapital am Ende des 1.Jahrs steckenbleibt, oder in wieviel Zeit man sein Gesamtkapital einmal umschlagen kann. Ich weiß das so genau nicht, ich habe aber Gründe, zu glauben, daß ich in den obigen Rechnungen eher zuwenig als zuviel stets engagiertes Kapital angenommen.

Der Herr Gerant mit seinen 20% vom Gewinn wird reich werden. Wenn in den Reservefonds auch 10% vom etwaigen Schaden kommen, so gibt das ein hübsches Minus.

Was die Garantie für die Schriftsteller für Folgen hat, davon will ich gar nicht sprechen. Ich bin der Meinung, daß man sie abschlagen muß, wenn sie für größre Werke offeriert wird. Einmal die Gesellschaft auf dieser Basis etabliert, können wir keinem andren Buchhändler mehr was antragen, ohne daß er glaubt, die Gesellschaft habe es refüsiert. Davon abgesehen, daß dieselben Gründe, aus denen wir sie den Westfalen abschlugen, auch hier existieren. Weder unsre Ehre, noch unser Interesse raten uns, darauf einzugehen.

Im einzelnen: 7 im Tendenzkomitee sind zuviel. Drei, höchstens 5, sind genug. Man bekommt sonst Esel hinein oder gar Intriganten. Das Tendenzkomitee muß doch ± in Brüssel wohnen. Wo ist da bei 7 Mitgliedern eine Wahl möglich? Ist auch gar kein Grund, daß so viele sein sollen. Wir werden doch die Arbeit tun müssen, und ich bin dabei für mein Teil, was sollen uns also all die Beisitzer? Übrigens, wenn es den Gutachten des Tendenzkomitees geht wie denen der Provinziallandtage, wie dann? Es wird eine Heidenarbeit werden, all diese schriftlichen Gutachten, indessen, daß wir uns dem entziehen, daran ist kein Gedanke. Wie gesagt, ich bin dabei für mein Teil. – Query4: Wenn die Bourgeois einen wahrhaft sozialistischen Aufsichtsrat ernennen, der unsre Gutachten outre passiert5, wie dann?