Roscher. Bei solchen Eseln also auch ganz natürlich, daß sie zusammenwerfen die Berechnungsitems und Kompensationsgründe der Kapitalisten in verschiednen Produktionssphären – bei der Verteilung des aggregate profit der ganzen Kapitalistenklasse – mit Gründen für die Exploitation der Arbeiter durch die Kapitalisten, mit Entstehungsgründen, sozusagen, des Profits als solchen. | XVIII–1142|
||XV-919| Im zinstragenden Kapital – in der Spaltung des Profits in Zins und [industriellen] Profit – hat also das Kapital seine dinglichste Form, seine reine Fetischform erhalten und ist die Natur des Mehrwerts durchaus sich selbst abhanden gekommen dargestellt. Das Kapital – als Ding – erscheint hier als selbständige Quelle von Wert; wertschöpferisch, in derselben Weise wie die Erde in der Rente und die Arbeit im Arbeitslohn (teils eigentlichem Arbeitslohn, teils industriellem Profit). Es ist zwar immer noch der Preis der Ware, der zahlen muß Arbeitslohn, Zins, Rente, aber er zahlt sie, weil die Erde, die in sie eingeht, die Rente, das Kapital, das in sie eingeht, den Zins, und die Arbeit, die in sie eingeht, den Arbeitslohn schafft; [weil sie] diese Wertteile schaffen, die ihren respektiven Eigentümern oder Repräsentanten, [920] dem Grundeigentümer, dem Kapitalisten und dem Arbeiter (Lohnarbeiter und Industriellen) zufließen. Es ist also auf diesem Standpunkt ebensowenig für die Theorie ein Widerspruch oder, wenn es einer ist, so ist es zugleich ein Widerspruch, ein cercle vicieux1 der wirklichen Bewegung, daß einerseits der Preis der Waren den Arbeitslohn, die Rente und den Zins bestimmt, andrerseits der Preis von Zins, Rente und Arbeitslohn den Preis der Waren bestimmt.
Der Zinsfuß schwankt zwar, aber nur wie der Marktpreis jeder andren Ware, nach dem Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr. Dies hebt ebensowenig den Zins als dem Kapital immanent auf, wie die Schwankungen der Warenpreise die Preise als ihnen zukommende Bestimmungen aufheben.
So erscheinen Erde, Kapital und Arbeit einerseits, soweit sie die Quellen von Rente, Zins und Arbeitslohn und dies die konstituierenden Elemente der Warenpreise, als die den Wert schaffenden Elemente; andererseits, soweit sie dem Halter jedes dieser Wertproduktionsinstrumente zufließen, den von ihnen geschaffnen Wertteil des Produkts zuführen, als Revenuequellen, und die Formen von Rente, Zins und Arbeitslohn als Formen der Distribution. (Es liegt darin, wie wir später sehn werden, gegenüber der kritischen Ökonomie, die Konsequenz der Dummheit, wenn die vulgarians Distributionsformen in der Tat nur als Produktionsformen sub alia specie2 auffassen, während die kritischen Ökonomen sie trennen und ihre Identität verkennen.)
Im zinstragenden Kapital erscheint das Kapital als selbständige Quelle von Wert oder Mehrwert, das es als Geld oder Ware besitzt. Und zwar ist es diese Quelle für sich, in seiner dinglichen Gestalt. Es muß zwar in den Produktionsprozeß eingehn, um diese seine Eigenschaft zu realisieren; aber so muß auch die Erde und die Arbeit.
Man versteht daher, warum die Vulgärökonomie [die Form]: Erde-Rente, Kapital-Zins, Arbeit-Arbeitslohn, der Form vorzieht3, die sich bei Smith etc. für die Elemente des Preises (rather seine decomposita4) findet und wo Kapital-Profit figuriert, wie überhaupt das Kapitalverhältnis als solches bei allen klassischen Ökonomen so ausgesprochen wird. Im Profit ist noch die störende Beziehung auf den Prozeß enthalten und die wahre Natur des Mehrwerts und der kapitalistischen Produktion, im Unterschied von ihrer Erscheinung, noch mehr oder minder erkennbar. Dies hört auf, wenn der Zins als das eigentliche Produkt des Kapitals dargestellt und damit der andre Teil des Mehrwerts, der industrielle Profit, ganz verschwindet und unter die Kategorie des Arbeitslohns fällt.
Die klassische Ökonomie sucht die verschiednen fixen und einander fremden Formen des Reichtums durch Analyse auf ihre innre Einheit zurückzuführen und ihnen die Gestalt, worin sie gleichgültig nebeneinander stehn, abzuschälen; [sie] will den innren Zusammenhang im Unterschied von der Mannigfaltigkeit der Erscheinungsformen begreifen. Sie reduziert daher Rente auf Surplusprofit, womit sie aufhört als besondre, selbständige Form und von ihrem scheinbaren Quell, dem Boden, getrennt wird. Sie streift dem Zins ditto seine selbständige Form ab und zeigt ihn als Teil des Profits nach. So hat sie alle Formen der Revenue und alle selbständigen Gestalten, Titel, unter denen am Wert der Ware vom Nichtarbeiter partizipiert wird, auf die eine Form des Profits reduziert. Dieser aber löst sich in Mehrwert auf, da der Wert der ganzen Ware in Arbeit sich auflöst; das bezahlte Quantum der in ihr enthaltenen Arbeit in Arbeitslohn, also der Überschuß darüber in unbezahlte Arbeit, gratis unter verschiedenen Titeln angeeignete, aber vom Kapital hervorgerufene Surplusarbeit. Die klassische Ökonomie widerspricht sich gelegentlich in dieser Analyse; sie versucht oft unmittelbar, ohne die Mittelglieder, die Reduktion zu unternehmen und die Identität der Quelle der verschiednen Formen nachzuweisen. Dies geht aber aus ihrer analytischen Methode, |92| womit die Kritik und das Begreifen anfangen muß, notwendig hervor. Sie hat nicht das Interesse, die verschiednen Formen genetisch zu entwickeln, sondern sie durch Analyse auf ihre Einheit zurückzuführen, weil sie von ihnen als gegeben Voraussetzungen ausgeht. Die Analyse aber die notwendige Voraussetzung der genetischen Darstellung, des Begreifens des wirklichen Gestaltungsprozesses in seinen verschiednen Phasen. Die klassische Ökonomie fehlt endlich, ist mangelhaft, indem sie die Grundform des Kapitals, die auf Aneignung fremder Arbeit gerichtete Produktion nicht als geschichtliche Form, sondern Naturform der gesellschaftlichen Produktion auffaßt, eine Auffassung, zu deren Beseitigung sie jedoch durch ihre Analyse selbst den Weg bahnt.
Ganz anders verhält es sich mit der Vulgärökonomie, die sich zugleich erst breitmacht, sobald die Ökonomie selbst durch ihre Analyse ihre eignen Voraussetzungen aufgelöst, wankend gemacht hat, also auch schon der Gegensatz gegen die Ökonomie in mehr oder minder ökonomischer, utopistischer, kritischer und revolutionärer Form existiert. Da ja die Entwicklung der politischen Ökonomie und des aus ihr selbst erzeugten Gegensatzes Schritt hält mit der realen Entwicklung der in der kapitalistischen Produktion enthaltenen gesellschaftlichen Gegensätze und Klassenkämpfe. Erst sobald die politische Ökonomie eine gewisse Breite der Entwicklung erlangt hat – also nach A. Smith – und sich feste Formen gegeben, scheidet sich das Element in ihr, das bloße Reproduktion der Erscheinung als Vorstellung von derselben, ihr Vulgärelement von ihr ab als besondre Darstellung der Ökonomie. So ist [bei] Say die Abscheidung der Vulgärvorstellungen, die in A. Smith durchlaufen, als eigne Kristallisation daneben festgesetzt. Mit Ric[ardo] und der durch ihn weiter begründeten Ausbildung der Ökonomie erhält auch der Vulgärökonom neue Nahrung (da er nichts selbst produziert), und je mehr die Ökonomie ihren Abschluß erreicht, also in die Tiefe geht und sich als ein System des Gegensatzes entwickelt, um so selbständiger tritt ihr ihr eignes Vulgärelement, bereichert mit Stoff, den es in seiner Weise zurechtmacht, gegenüber, bis es endlich als gelehrt-synkretistische und charakterlos-eklektische Kompilation seinen besten Ausdruck findet.
In demselben Maß, wie die Ökonomie in die Tiefe geht, stellt sie nicht nur selbst Gegensätze dar, sondern tritt ihr ihr Gegensatz als solcher gegenüber, gleichzeitig mit der Entwicklung der realen Gegensätze im ökonomischen Leben der Gesellschaft. In demselben Maß wird die Vulgärökonomie mit Bewußtsein apologetischer und sucht die Gedanken, darin die Gegensätze, in forcierter Weise wegzuschwatzen. Say erscheint daher noch als ein Kritiker und parteilos – weil er in Smith die Gegensätze noch relativ unentwickelt findet – gegenüber z.B. Bastiat, dem Harmoniker und Apologeten von Profession, der allerdings sowohl in der Ric[ardo]schen Ökonomie den Gegensatz innerhalb der Ökonomie selbst ausgearbeitet, wie im Sozialismus und den Zeitkämpfen sich ausarbeitend vorfand. Es kommt hinzu, daß die Vulgärökonomie auf ihren früheren Stufen den Stoff noch nicht ganz bearbeitet findet, also noch selbst mehr oder minder an der Lösung der ökonomischen Probleme vom Standpunkt der Ökonomie mitarbeitet, wie Say z.B., während ein Bastiat nur zu plagiieren und die unangenehme Seite der klassischen Ökonomie wegzuräsonieren hat.
Aber Bastiat stellt noch nicht die letzte Stufe dar. Er zeichnet sich noch aus durch Mangel an Gelehrsamkeit und eine ganz oberflächliche Bekanntschaft mit der Wissenschaft, die er schönfärbt im Interesse der herrschenden Klasse. Bei ihm ist die Apologetik noch leidenschaftlich und seine eigentliche Arbeit, da er den Inhalt der Ökonomie bei andren nimmt, wie er ihm grade in den Kram paßt. Die letzte Form ist die Professorform, die „historisch" zu Werke geht und mit weiser Mäßigung überall das „Beste" zusammensucht, wobei es auf Widersprüche nicht ankommt, sondern auf Vollständigkeit. Es ist die Entgeistung || aller Systeme, denen überall die Pointe abgebrochen wird, und die sich friedlich im Kollektaneenheft zusammenfinden. Die Hitze der Apologetik wird hier gemäßigt durch die Gelehrsamkeit, die wohlwollend auf die Übertreibungen der ökonomischen Denker herabsieht und sie nur als Kuriosa in ihrem mittelmäßigen Brei herumschwimmen läßt. Da derartige Arbeiten zugleich erst auftreten, sobald der Kreis der politischen Ökonomie als Wissenschaft sein Ende erreicht hat, ist es zugleich die Grabstätte dieser Wissenschaft. (Daß sie ebenso erhaben über den Phantasien der Sozialisten stehn, braucht nicht bemerkt zu werden.) Selbst der wirkliche Gedanke eines Smith, Ric[ardo] etc. – nicht nur ihr eignes Vulgärelement – erscheint hier gedankenlos und wird in vulgarisms verwandelt. Ein Meister dieser Art ist Herr Professor Roscher, der sich bescheidnerweise als Thukydides der politischen Ökonomie angekündigt hat. Seine Identität mit Thuk[ydides] mag vielleicht auf der Vorstellung beruhn, die er von Th[ukyides] hat, daß dieser nämlich beständig Ursache und Wirkung verwechselt habe.
In der Form des zinstragenden Kapitals tritt zwar sinnfällig hervor, daß das Kapital ohne Arbeit die Früchte fremder Arbeit aneignet. Es erscheint ja hier in einer Form, worin es vom Produktionsprozeß als Prozeß getrennt ist. Allein in dieser Form tut es dies auch nur ohne Arbeit, weil es in der Tat durch sich selbst, ohne Arbeit, als ein Element in den Arbeitsprozeß tritt, das selbst für sich Wert schafft, Quelle des Werts ist. Wenn es einen Teil vom Wert des Produkts ohne Arbeit aneignet, so hat es solchen aber auch ohne Arbeit geschaffen, aus sich selbst heraus, ex proprio sinu.
Während den klassischen und daher kritischen Ökonomen die Form der Entfremdung Arbeit macht und sie dieselbe durch Analyse abzustreifen versuchen, fühlt sich dagegen die Vulgärökonomie grade in der Fremdheit, worin sich die verschiednen Anteile am Wert gegenübertreten, erst vollständig zu Hause, ganz so wie ein Scholastiker in Gott–Vater, Gott–Sohn und Gott–Heiligen Geist, so der Vulgärökonom in der Erde–Rente, dem Kapital–Zins, der Arbeit–Arbeitslohn. Es ist dies ja die Form, worin diese Verhältnisse in der Erscheinung unmittelbar zusammenzuhängen scheinen, also auch in den Vorstellungen und dem Bewußtsein der in der kapitalistischen Produktion befangnen Agenten derselben leben. Die Vulgärökonomie kömmt sich um so einfacher, naturgemäßer und gemeinnützlicher, um so entfernter von aller theoretischen Spitzfindigkeit vor, je mehr sie in der Tat nichts tut, als die ordinären Vorstellungen in eine doktrinäre Sprache übersetzen. In je mehr entfremdeter Form sie daher die Formationen der kapitalistischen Produktion auffaßt, um so näher ist sie dem Element der gewöhnlichen Vorstellung, also um so mehr schwimmt sie in ihrem Naturelement.
Außerdem tut das sehr gute Dienste für die Apologetik. Denn z. B. [in] Erde–Rente, Kapital–Zins, Arbeit–Arbeitslohn stehn sich die verschiednen Formen des Mehrwerts und Gestalten der kapitalistischen Produktion nicht entfremdet, sondern fremd und gleichgültig, als bloß verschieden, ohne Gegensatz gegenüber. Die verschiednen Revenues fließen aus ganz verschiednen Quellen, die eine aus der Erde, die andre aus dem Kapital, die andre aus der Arbeit. Sie stehn also in keinem feindlichen, weil überhaupt in keinem innren Zusammenhang. Wirken sie nun doch in der Produktion zusammen, so ist das ein harmonisches Wirken, der Ausdruck von Harmonie, wie ja z. B. der Bauer, der Ochse, der Pflug und die Erde in der Agrikultur, dem wirklichen Arbeitsprozesse, trotz ihrer Verschiedenheit, harmonisch zusammenarbeiten. Soweit ein Gegensatz zwischen ihnen statt findet, entspringt er bloß aus der Konkurrenz, welcher der Agenten mehr vom Produkt sich aneignen soll, vom Wert, den sie zusammen schufen, und kommt es dabei gelegentlich zur Keilerei, so zeigt sich dann doch schließlich als Endresultat dieser Konkurrenz zwischen Erde, Kapital und Arbeit, daß, indem sie sich ||923|| untereinander stritten über die Teilung, sie durch ihren Wetteifer den Wert des Produkts so vermehrt haben, daß jeder einen größeren Fetzen bekommt, so daß ihre Konkurrenz selbst nur als der stachelnde Ausdruck ihrer Harmonie erscheint.
Herr Arnd sagt z. B. als Kritiker von Rau:
„Ebenso läßt sich der Verfasser von einigen seiner Vorgänger verleiten, den drei Elementen des Nationalreichtums (dem Arbeitslohne, der Kapitalrente und der Bodenrente) ein viertes Element in dem Unternehmergewinne anzureihen; – damit wird die ganze, von Ad. Smith mit so viel Umsicht gebildete, Grundlage jeder weiteren Entwicklung unserer Wissenschaft (!) zerstört, weshalb denn auch in dem vorliegenden Werke an eine solche Entwicklung gar nicht zu denken ist." (Karl Arnd, „Die naturgemäße Volkswirthschaft, gegenüber dem Monopoliengeiste und dem Communismus, mit einem Rückblicke auf die einschlagende Literatur", Hanau 1845, S. 477.)
Unter „Kapitalrente" versteht Herr Arnd nämlich den Zins. (l. c. p. 123.) Sollte man nun nicht glauben, daß A. Smith den Nationalreichtum in Kapitalzins, Bodenrente und Arbeitslohn auflöst, während er grade umgekehrt den Profit ausdrücklich als die Verwertung des Kapitals bezeichnet und wiederholt ausdrücklich bemerkt, daß der Zins immer nur eine vom Profit abgeleitete Form, soweit er überhaupt Mehrwert darstellt? So liest der Vulgärökonom das direkte Gegenteil in seine Quellen hinein. Wo Smith „Profit" schreibt, liest Arnd „interest"5. Was mag er sich wohl unter dem „interest" des A. Smith gedacht haben?
Derselbe „umsichtige" Entwickler „unserer Wissenschaft" macht folgende interessante Entdeckung:
„In dem natürlichen Gange der Gütererzeugung gibt es nur eine Erscheinung, welche – in ganz angebauten Ländern – den Zinsfuß einigermaßen zu regulieren bestimmt scheint; – es ist dies das Verhältnis, in welchem die Holzmassen der europäischen Wälder durch ihren jährlichen Nachwuchs zunehmen – dieser Nachwuchs folgt, ganz unabhängig von ihrem Tauschwerte" (wie komisch von den Bäumen, ihren Nachwuchs „unabhängig vom Tauschwert" einzurichten!), „in dem Verhältnisse von 3 bis 4 zu Hundert. – Hiernach wäre also" [da der Nachwuchs der Bäume nämlich von ihrem „Tauschwert unabhängig" ist, so sehr ihr Tauschwert von ihrem Nachwuchs abhängen mag!] „ein Herabsinken unter den Stand, welchen er" (der Zinsfuß) „gegenwärtig in den geldreichsten Ländern hat, nicht zu erwarten." (l. c. p. 124, 125.)
Dies verdient, der „waldursprüngliche Zinsfuß“ genannt zu werden, und sein Entdecker hat sich in dem zitierten Werke um „unsre Wissenschaft“ auch als der Philosoph der „Hundesteuer“ bemerkbar gemacht. [p. 420, 421.]
{Der Profit (auch der industrial profit) im Verhältnis zur Größe des vorgeschößnen Kapitals; dagegen die wages, die der industrielle Kapitalist bezieht, im umgekehrten Verhältnis zur Größe des Kapitals: bedeutend bei kleinem Kapital (weil hier der Kapitalist Mittelding zwischen Exploiteur fremder Arbeit und Leben von eigner Arbeit), verschwindend klein bei großem Kapital, oder ganz davon getrennt, wie wenn ein manager. Ein Teil der labour of direction6 geht bloß aus dem feindlichen Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit hervor, aus dem antagonistischen Charakter der kapitalistischen Produktion, gehört zu ihren faux frais de production7, ganz wie 9/10 der „Arbeit“, die der Zirkulationsprozeß verursacht. Ein Musikdirektor braucht durchaus nicht Eigentümer der Instrumente des Orchesters zu sein. Noch gehört es zu seiner Funktion als Direktor, daß er auf die Subsistenzkosten der Orchestermitglieder spekuliert, überhaupt anything8 zu tun hat mit ihrem „Lohn“. Es ist sehr sonderbar, daß Ökonomen, wie John Stuart Mill, die an der Form „interest“, „industrial profit“ festhalten, um den „industrial profit“ in wages for superintendence of labour9 zu verwandeln, mit Smith, Ric[ardo] und allen nennenswerten Ökonomen zugeben, daß der average10 Zinsfuß, die average rate of profit, [die nach] Mill im umgekehrten Verhältnis zur rate of wages11 steht, also nichts als unbezahlte Arbeit ist, Surplusarbeit.
Daß die wages of superintendence überhaupt gar nicht eingehn [in die] average rate of profit, beweisen am besten 2 facts:
||924| 1. Daß in den kooperativen Fabriken, wo der general manager bezahlt wird, wie in jeder andren Fabrik, und die ganze labour of direction versieht – die overlookers12 sind selbst bloße Arbeiter –, die Profitrate nicht unter, sondern über der average rate of profit steht;
2. daß, wo Profite in besondren, nicht monopolisierten Geschäftszweigen, wie beim kleinen shopkeeper13, farmer etc. beständig hoch über der average rate of profit stehn, die Ökonomen mit Recht dies daraus erklären, daß dieser Mann sich seine eignen wages zahlt. Wo er allein arbeitet, besteht sein Profit 1. aus den Zinsen seines kleinen Kapitals; 2. aus seinen wages; 3. aus dem Teil der Surpluszeit, den sein Kapital ihn befähigt, für sich selbst, statt für andre zu arbeiten; dem Teil, der nicht schon im Zins ausgedrückt ist. Hält er aber Arbeiter, so kommt deren Surpluszeit hinein.
Der würdige Senior (Nassau) verwandelt natürlich auch den industrial profit in wages of superintendence. Aber er vergißt diese Flausen, sobald es sich nicht um die doktrinären Phrasen, sondern um praktische Kämpfe zwischen Arbeitern und Fabrikanten handelt. Da tritt er z. B. gegen Beschränkung der Arbeitszeit auf, weil bei 111/₂ Stunden z. B. die Arbeiter nur eine Stunde für den Kapitalisten arbeiteten, das Produkt dieser Stunde seinen Profit bildete (abgesehn vom Zins, für den sie nach seiner Rechnung auch 1 Stunde arbeiten). Hier also plötzlich der industrielle Profit nicht gleich dem Wert, den die Arbeit des Kapitalisten im Produktionsprozeß der Ware zufügt, sondern gleich dem Wert, den die unbezahlte Arbeitszeit der Arbeiter ihr zufügt. Wenn der industrielle Profit das Produkt der eignen Arbeit des Kapitalisten wäre, hätte S[enior] klagen müssen, nicht daß die Arbeiter nur 1 Stunde umsonst arbeiten, statt zwei, und noch weniger sagen müssen, daß, wenn sie statt 111/₂ Stunden nur 101/₂ arbeiteten, gar kein Profit vorhanden. Er hätte sagen müssen, daß, wenn die Arbeiter statt 111/₂ Stunden nur 101/₂ arbeiten, der Kapitalist statt wages of superintendence für 111/₂ Stunden nur wages of superintendence für 101/₂ Stunden erhält, also die wages of superintendence für 1 Stunde verliert. Worauf die Arbeiter ihm geantwortet hätten, daß, wenn ihnen common wages14 für 101/₂ Stunden genügen, dem Kapitalisten higher wages15 für 101/₂ Stunden genügen müssen.
Es ist unbegreiflich, wie Ökonomen wie J[ohn] St[uart] Mill, die Ricardians sind und den Satz, daß der Profit bloß = surplus value, surplus labour, sogar in der Form aussprechen, daß Profitrate und Arbeitslohn im umgekehrten Verhältnis stehn und die Rate des Arbeitslohns die Rate des Profits bestimmt (was in dieser Form falsch), plötzlich den industrial profit statt in die surplus labour des Arbeiters in die eigne labour des Kapitalisten verwandeln, es sei denn, daß sie die Funktion der Exploitation of foreign labour – labour16 nennen, wobei dann in der Tat herauskommt, daß die wages dieser labour exakt gleich sind dem Quantum of foreign labour appropriated17 oder direkt abhängen von dem degree of exploitation18, nicht dem degree of exertion that this exploitation to the capitalist costs19. (Soweit diese Funktion der Exploitation of labour wirkliche Arbeit in kapitalistischer Produktion erheischt, ist sie ausgedrückt in den wages of the general managers.)
Ich sage, es ist unbegreiflich, daß, nachdem sie den Profit in sein wirkliches Element aufgelöst (als Ricardians), sie sich durch den Gegensatz interest und industrial profit täuschen lassen, der bloß eine verkleidete Form des Profits ist und der in dieser Selbständigkeit aufgefaßt auf der Unkenntnis vom Wesen des Profits beruht. Der eine Teil des Profits tritt ja nur auf als industrial profit, als aus der Tätigkeit im Prozeß entsprungen (eigentlich dem tätigen Prozeß, was aber zugleich die Tätigkeit des funktionierenden Kapitalisten einschließt) und darum als der Arbeit des Kapitalisten gebührend, weil der andre Teil, der Zins, als dem Kapital als Ding, selbsttätiges, selbstschöpferisches Ding, abgesehn vom Prozeß, erscheint. Weil also Kapital und der aus ihm entspringende Mehrwert, unter dem Namen Zins, für ein Mysterium erklärt wird. Diese Auffassung, die rein aus den Vorstellungen fließt, die die äußerlichste Gestalt des Kapitals an der Oberfläche zeigt, ist das direkte Gegenteil der Ric[ardoschen] Auffassung und widerspricht altogether20 seiner Auffassung vom Wert.
Soweit das Kapital Wert ist, ist sein Wert bestimmt durch die in ihm enthaltne Arbeit, bevor es in den Prozeß tritt. Soweit es als Ding in den Prozeß tritt, tritt es als Gebrauchswert in ihn, und als solcher, whatever its use21, kann es nie Tauschwert schaffen. Man sieht, wie schön die Ricardians ihren eignen Meister verstehn. Dem moneyed capitalist22 gegenüber hat der industrial natürlich ganz recht, daß er, der funktionierendes Kapital ist, also wirklich Surplusarbeit ausschraubbart, einen Teil dieses Surplus in die eigne Tasche steckt. Dem moneyed capitalist gegenüber ist er Arbeiter, aber Arbeiter als Kapitalist, d.h. Exploiteur fremder Arbeit. Dem |925| Arbeiter gegenüber dagegen ein komischer plea23, daß die Exploitation ihrer Arbeit dem Kapitalisten Arbeit kostet und daß sie ihm daher noch für diese Exploitation zahlen müssen; [das ist] der plea des slave-drivers24 gegenüber dem slave25.}
Jede Voraussetzung des gesellschaftlichen Produktionsprozesses ist zugleich sein Resultat, und jedes seiner Resultate erscheint zugleich als Voraussetzung. Alle die Produktionsverhältnisse, in denen sich der Prozeß bewegt, sind daher ebensowohl seine Produkte als seine Bedingungen. In der letzten Form – je mehr wir seine Gestalt in seiner wirklichen Erscheinung betrachten – befestigt er sich mehr und mehr, so daß diese Bedingungen als unabhängig von dem Prozeß ihn bestimmend erscheinen und die eignen Verhältnisse der im Prozeß Konkurrierenden ihnen als sachliche Bedingungen, als sachliche Mächte, als Bestimmtheiten von Dingen erscheinen, um so mehr als im kapitalistischen Prozeß jedes, selbst das einfachste Element, wie z. B. die Ware, schon eine Verkehrung ist und schon Verhältnisse zwischen Personen als Eigenschaft von Dingen und als Verhältnisse der Personen zu den sozialen Eigenschaften dieser Dinge erscheinen läßt.
{„Zins – Remuneration für die produktive Anwendung von Ersparnissen; der Profit im eigentlichen Sinne des Wortes ist die Remuneration für die Tätigkeit der Oberaufsicht während dieser produktiven Anwendung." („Westminster Review", Januar 1826, p. 107 sq.)
Hier also Zins die Remuneration dafür, daß Geld etc. als Kapital angewandt wird; entspringt also aus dem Kapital als solchem, das remuneriert wird für seine quality qua26 Kapital. Dagegen der industrial profit für die Funktion des Kapitals oder Kapitalisten „during this productive employment"27, i. e. im Produktionsprozeß selbst." [925]||
||925|| Der Zins ist nur ein Teil des Profits, der dem Eigentümer des Kapitals von dem industriellen, funktionierenden Kapitalisten bezahlt wird. Da er nur Surplusarbeit appropriieren kann durch Kapital (Geld, Ware) etc., zahlt er einen Teil dem ab, der ihm dies Mittel schafft. Und der letzte, der das Geld als Kapital genießen will, ohne es als Kapital funktionieren zu lassen, kann dies nur, indem er sich mit einem Teil des Profits begnügt. Sie sind in fact copartners28: der eine der juristische, der andre der ökonomische Eigentümer des Kapitals, solange er es anwendet. Da der Profit aber erst aus dem Produktionsprozeß hervorgeht, erst sein Resultat ist und erst produziert werden muß, ist der Zins in der Tat bloß Anspruch auf einen Teil erst zu verrichtender Surplusarbeit, Titel auf künftige Arbeit, Anspruch auf einen Wertteil noch nicht existierender Waren; also erst das Resultat eines während der Zeit, an deren Ende er erst fällig ist, vorgehenden Produktionsprozesses.
||926|| Das Kapital ist gekauft (d. h. zu Zins geliehn), bevor es bezahlt ist. Das Geld funktioniert hier als Zahlungsmittel, wie beim Arbeitsvermögen etc. Der Preis des Kapitals – der Zins – geht daher ebensosehr in den Vorschuß des Industriellen ein (und in Vorschuß an sich selbst, wenn er mit eignem Kapital arbeitet), wie der Preis des cottens29, der z. B. auch heute gekauft und etwa erst nach 6 Wochen zu zahlen ist. Die Schwankungen im Zinsfuß – dem Marktpreise des Geldes – ändern hieran so wenig, wie die Schwankungen in den Marktpreisen andrer Waren. Umgekehrt. Der Marktpreis des Geldes – dies der Name des zinstragenden Kapitals, als Geldkapital – wird auf dem Geldmarkt bestimmt, wie der jeder andren Ware, durch die Konkurrenz der Käufer und Verkäufer, durch Nachfrage und Zufuhr. Dieser Kampf zwischen den moneyed und industrial capitalists30 ist nur ein Kampf um die Teilung des Profits, [um] den Anteil, der jeder der beiden Sektionen bei der Teilung zufallen soll. Das Verhältnis selbst (die Nachfrage und Zufuhr), wie jedes seiner beiden Extreme, ist selbst ein Resultat des Produktionsprozesses oder, um uns ordinär auszudrücken, durch den jedesmaligen Stand des Geschäfts – die jedesmalige Lage, worin sich der Reproduktionsprozeß und seine Elemente befinden – [bestimmt]. Aber der Form nach und der Erscheinung nach bestimmt dieser Kampf den Preis des Kapitals (den Zins), eh es in die Reproduktion eintritt. Und zwar findet diese Bestimmung außerhalb des eigentlichen Produktionsprozesses statt, bestimmt durch von ihm unabhängige Umstände, und vielmehr erscheint diese Preisbestimmung als eine der Bedingungen, innerhalb deren er vorzugehen hat. Der Kampf scheint also nicht nur den Eigentumstitel auf einen bestimmten Teil des künftigen Profits zu fixieren, sondern diesen Teil selbst, nicht als Resultat aus dem Produktionsprozeß hervor-, vielmehr als Voraussetzung, als Preis des Kapitals in ihn eingehn zu lassen, ganz wie der Preis der Ware oder der Arbeitslohn als Voraussetzung in ihn eingeht, obgleich er in der Tat beständig – im Reproduktionsprozeß – aus ihm hervorgeht. Jedes Element des Warenpreises, soweit es als Vorschuß erscheint – als schon vorhandner Preis der Ware in den Produktionspreis eingeht –, hört auf, dem industriellen Kapitalisten gegenüber, als Mehrwert, surplus value sich darzustellen. Der Teil des Profits, der daher als Preis des Kapitals in den Prozeß eingeht, wird unter die Vorschußkosten gerechnet, erscheint so nicht mehr als surplus, und wird aus einem Produkt des Prozesses eine seiner gegebnen Voraussetzungen, Produktionsbedingung, die als solche, in selbständiger Form, in den Prozeß eingeht und sein Resultat bestimmt. (Fällt z.B. der Zinsfuß und werden die Marktverhältnisse Reduktion der Waren unter ihre Kostenpreise gebieten, so kann der Industrielle den Warenpreis erniedrigen, ohne die Rate des industriellen Profits zu erniedrigen; ja, er kann ihn erniedrigen und einen höhern industrial profit ziehn, was allerdings dem, der nur mit eignem Kapital arbeitet, sich als Fall der Profitrate darstellen würde, des gross profit31. Alles was sich als gegebne Produktionsbedingung darstellt, wie Preis der Waren, des Arbeitslohns, des Kapitals – die Marktpreise dieser Elemente –, wirkt bestimmend auf den jedesmaligen Marktpreis der Ware zurück, und der wirkliche Kostenpreis der besondren Ware setzt sich nur innerhalb der Schwankungen der Marktpreise durch, ist nur die Sichselbstausgleichung dieser Marktpreise, ganz wie in der Ausgleichung der Kostenpreise aller verschiednen Waren sich allein die Werte der Waren durchsetzen. Daher ist der cercle vicieux32 des vulgarian, sei er Theoretiker der Kapitalistenbewußtseins, sei er praktischer Kapitalist: Die Preise der Waren bestimmen Arbeitslohn, Zins, Profit und Rente, und umgekehrt, die Preise von Arbeit, Zins, Profit und Rente bestimmen die Preise der Waren, [sind] bloß der Ausdruck der Zirkelbewegung, worin die allgemeinen Gesetze widerspruchsvoll in der wirklichen Bewegung und in der Erscheinung sich realisieren.)
Ein Teil des Mehrwerts, der Zins, erscheint so als Marktpreis des Kapitals, das in den Prozeß eingeht, und daher nicht als Mehrwert, sondern Produktionsbedingung. So stellt sich dies – daß zwei Klassen Kapitalisten den Mehrwert teilen, die, die außer dem Prozeß, und die in ihm – so dar, daß ein Teil des Mehrwerts dem Kapital außer dem Prozeß und der andre in ihm zukommt. Die vorherige Festsetzung der Teilung stellt sich dar als Unabhängigkeit des einen Teils vom andren; als Unabhängigkeit des einen Teils vom Prozeß selbst; schließlich als immanente Eigenschaft eines Dings, Geld, Ware, aber dieser Dinge als Kapital, was wieder nicht erscheint als Ausdruck eines Verhältnisses, sondern so, daß dies Geld, Ware technologisch für den Arbeitsprozeß bestimmt sind; durch diese Bestimmung werden sie Kapital; so bestimmt, sind sie die einfachen Elemente des Arbeitsprozesses selbst, ||927| die also als solche Kapital sind.
Daß der Wert der Ware sich auflöst, teils in den Wert der in ihr enthaltenen Waren, teils in den Wert der Arbeit, d.h. bezahlte Arbeit, teils in unbezahlte, aber darum nichtsdestoweniger verkaufbare Arbeit, und daß der Teil ihres Werts, der aus unbezahlter Arbeit besteht, ihr Mehrwert, sich seinerseits wieder auflöst in Zins, industrial profit und Rente, d.h., daß der unmittelbare accapareur33 und „Produzent" dieses Gesamtmehrwerts Teile davon abgeben muß, den einen an den landlord, den andren an den Eigentümer des Kapitals, und so den dritten, den er für sich behält, unter nur von Zins und Rente verschiedenem und von dem Mehrwert und Profit selbst verschiedenem Namen, als industrial profit für sich behält, ist durchaus nichts Mysteriöses. Die Analyse des Mehrwerts, also eines Teils des Werts der Waren, in diese besondren Rubriken, Kategorien, ist sehr verständlich und widerstreitet in keiner Weise dem Gesetz des Werts selbst. Durch die selbständige Form aber, die diese verschiednen Teile des Mehrwerts erlangen, durch die verschiednen Personen, denen sie zufließen, durch die verschiednen Elemente, worauf der Titel an sie begründet ist, endlich durch die Selbständigkeit, worin verschiedne dieser Teile dem Prozeß als Bedingungen gegenübertreten, wird das Ganze mystifiziert. Aus Teilen, worin der Wert analysiert werden kann, werden sie zu selbständigen Elementen, die ihn konstituieren, zu konstituierenden Elementen. Sie sind das für den Marktpreis. Sie werden wirklich zu konstituierenden Elementen desselben. Wie diese ihre scheinbare Unabhängigkeit als Bedingung des Prozesses ihrerseits durch das innre Gesetz reguliert und nur scheinbar unabhängig sind, tritt in keinem Augenblick des Produktionsprozesses in die Erscheinung, noch wirkt es als bestimmendes, bewußtes Motiv. Grade das Umgekehrte. Die höchste Festigkeit, die dieser Schein des Resultats als selbständige Bedingungen annehmen kann, ist gegeben, sobald Teile des Mehrwerts – als Preise von Produktionsbedingungen – in den Preis eintreten.
Und dies ist der Fall mit dem Zins und der Rente. Sie gehören unter die Vorschüsse von industrial capitalist und farmer. Sie erscheinen hier nicht mehr als Ausdruck unbezahlter Surplusarbeit, sondern bezahlter Surplusarbeit, also Surplusarbeit, für die ein Äquivalent im Produktionsprozeß bezahlt ist, zwar nicht an den Arbeiter, dessen Surplusarbeit sie ist, aber an andre Personen – die Eigentümer von Kapital und Erde. Sie sind Surplusarbeit quoad(1) den Arbeiter, aber sie sind Äquivalente, quoad den capitalist und Grundeigentümer, dem sie gezahlt werden muß. Sie erscheinen daher nicht als surplus und noch weniger als Surplusarbeit, sondern als Preise der Ware „Kapital" und „Erde", denn sie werden dem capitalist und dem Grundeigentümer nur als Warenbesitzer, nur als Besitzer und Verkäufer dieser Waren gezahlt. Der Teil des Warenwerts, der sich in Zins auflöst, erscheint daher als Reproduktion des für das Kapital gezahlten Preises, und der Teil, der sich in Rente auflöst, als Reproduktion des für die Erde gezahlten Preises. Diese Preise bilden also konstituierende Teile des Gesamtpreises. Dieses scheint dem industriellen Kapitalisten nicht nur so; für ihn konstituieren sie wirklich Teil seiner Vorschüsse, und wenn sie einerseits durch den Marktpreis seiner Ware bestimmt sind – eine Bestimmung der Ware, die als Marktpreis, worin ein sozialer Prozeß oder das Resultat desselben als der Ware zukommende Bestimmtheit und das up and down(2) dieses Prozesses, seine Bewegung, als dem Warenpreis zukommende Schwankung erscheint –, so ist der Marktpreis anderseits durch sie bestimmt, ganz wie der Marktpreis des cotton34 den Marktpreis des Garns bestimmt, anderseits der Marktpreis des Garns die Nachfrage nach cotton, also den Marktpreis des cotton.
Indem Teile des Mehrwerts, Zins und Rente, als Preise von Waren – der Ware Erde und der Ware Kapital – in den Produktionsprozeß eingehn, existieren sie in einer ihren wirklichen Ursprung nicht nur verhüllenden, sondern verleugnenden Form.
Daß die Mehrarbeit, unbezahlte Arbeit, ebenso wesentlich in den kapitalistischen Produktionsprozeß eingeht wie bezahlte Arbeit, erscheint hier so, daß von der Arbeit verschiedene Produktionselemente – Erde und Kapital – bezahlt werden müssen oder daß von dem Preise der vorgeschoßnen Waren und dem Arbeitslohn verschiedene Kosten in den Preis eingehn. Teile des Mehrwerts – Zins und Rente – erscheinen hier als Kosten, Vorschüsse des exploitierenden Kapitalisten.
Der average profit35 geht als bestimmend in die Produktionspreise der Waren ein, und hier also schon der Mehrwert nicht als Resultat, sondern als Bedingung; nicht als ein Teil, worin der Wert der Ware sich auflöst, sondern als konstituierender Teil ihres Preises. Aber der average profit, wie der Produktionspreis selbst, ist mehr ideal bestimmend und erscheint zugleich als Surplus über die Vorschüsse ||928|| und von dem eigentlichen Kostpreis verschiedner Preis. Ob oder ob nicht, ob mehr oder weniger als bei dem Marktpreis herauskömmt – also bei dem unmittelbaren Resultat des Prozesses –, bestimmt die Reproduktion oder rather36 die Stufenleiter der Reproduktion; ob von den vorhandnen Kapitalien dieser oder jener Sphäre mehr entzogen oder gegeben werden, ditto in welchem Verhältnisse diesen besondren Sphären die neu akkumulierten Kapitalien zuströmen, in welchem Grade endlich diese besondren Sphären als Käufer auf dem Geldmarkt auftreten. Dagegen im Zins und Rente treten die Teile des Mehrwerts im einzelnen, in ganz fixierter Form, als Voraussetzung für den einzelnen Produktionspreis auf und sind in der Form von Vorschüssen antizipiert.
{Man kann Kosten nennen, was Vorschuß, also gezahlt vom Kapitalisten. Danach erscheint der Profit als Surplus über diese Kosten. Dies bezieht sich auf die einzelnen Produktionspreise. Und die durch den Vorschuß bestimmten Preise kann man so Kostenpreise nennen.
Produktionskosten kann man nennen die durch den average profit – also den Preis des vorgeschoßnen Kapitals + den average profit – bestimmten Preise, da dieser Profit die Bedingung ist der Reproduktion, eine Bedingung, die supply37 und die Verteilung der Kapitalien in die verschiednen Sphären reguliert. Diese Preise Produktionspreise.
Endlich das wirkliche Quantum Arbeit (vergegenständlichter und imme-
diater38), die die Produktion der Ware kostet, ist ihr Wert. Er bildet die reale Produktionskost für die Ware selbst. Der Preis, der ihm entspricht, ist nur der Wert in Geld ausgedrückt. Unter dem Namen „Produktionskosten" wird abwechselnd alles 3 verstanden.}
Würde kein Mehrwert reproduziert, so hörte natürlich mit dem Mehrwert der Teil desselben auf, der Zins heißt, wie der Teil, der Rente heißt, und ebenso hörte damit die Antizipation dieses Mehrwerts auf oder daß er als Preise von Waren in die Produktionskosten eingeht. Der vorhandne Wert, der in die Produktion eingeht, käme dann überhaupt nicht als Kapital aus derselben heraus und könnte darum auch nicht als Kapital in den Reproduktionsprozeß eingehn oder nicht als Kapital verliehn werden. Es ist also die beständige Reproduktion derselben Verhältnisse – der die kapitalistische Produktion bedingenden Verhältnisse –, die sie nicht nur als gesellschaftliche Formen und Resultate dieses Prozesses erscheinen läßt, sondern zugleich als seine beständigen Voraussetzungen. Solche sind sie aber nur als von ihm selbst beständig gesetzte, geschaffne, produzierte Voraussetzungen. Diese Reproduktion ist aber keine bewußte und erscheint vielmehr nur in der beständigen Existenz dieser Verhältnisse als Voraussetzungen und den Produktionsprozeß beherrschende Bedingungen. Aus den Auflösungen des Warenwerts z.B. werden seine konstituierenden Teile, die sich als selbständige gegenübertreten und daher auch als selbständige [Teile] gegen ihre Einheit, die vielmehr als ihre Kombination erscheint. Der Bürger sieht, daß das Produkt beständig Produktionsbedingung wird. Aber er sieht nicht, daß die Produktionsverhältnisse selbst, die gesellschaftlichen Formen, in denen er produziert und die ihm als gegebne, natürliche Verhältnisse erscheinen, das beständige Produkt – und nur darum die beständige Voraussetzung – dieser spezifisch gesellschaftlichen Produktionsweise sind. Nicht nur verselbständigen sich und nehmen fremdartige, scheinbar unabhängige Existenzweise voneinander an die verschiednen Verhältnisse, Momente, sondern sie stellen sich dar als unmittelbare Eigenschaften von Dingen; sie nehmen dingliche Gestalt an.
So leben die Agenten der kapitalistischen Produktion in einer verzauberten Welt, und ihre eignen Beziehungen erscheinen ihnen als Eigenschaften der Dinge, der stofflichen Elemente der Produktion. Es ist aber in den letzten, vermitteltesten Formen – in Formen, worin zugleich die Vermittlung nicht nur unsichtbar geworden, sondern ihr direktes Gegenteil ausgesprochen ist –, daß die Gestalten des Kapitals als wirkliche Agentien und unmittelbare Träger der Produktion erscheinen. Das zinstragende Kapital personifiziert im moneyed capitalist, das industrielle im industrial capitalist, das rentetragende Kapital im Landlord als Eigentümer der Erde, endlich die Arbeit im Lohnarbeiter. Als diese fixen Gestalten, personifiziert in selbständigen Persönlichkeiten, die zugleich als bloße Repräsentanten personifizierter Dinge erscheinen, treten sie in die Konkurrenz und den wirklichen Produktionsprozeß ein. Die Konkurrenz setzt diese Veräußerlichung voraus. Sie sind die ihr naturgemäß, naturgeschichtlich vorhandenen Formen, und in ihrer Erscheinung auf der Oberfläche ist sie [929] selbst nur die Bewegung dieser verkehrten Welt. Soweit sich in dieser Bewegung der innre Zusammenhang durchsetzt, erscheint er als ein mysteriöses Gesetz. Bester Beweis die politische Ökonomie selbst, eine Wissenschaft, die sich damit beschäftigt, den verborgnen Zusammenhang wieder zu entdecken. Alles tritt in die Konkurrenz in dieser äußerlichsten, letzten Form. Z.B. erscheint hier der Marktpreis als das Herrschende, ganz wie Zinsfuß, Rente, Arbeitslohn, industrial profit als konstituierende Elemente des Werts und Preis der Erde, Preis des Kapitals als gegebne items, womit gewirtschaftet wird.
Wir haben gesehn, wie A.Smith erst den Wert auflöst in Arbeitslohn, Profit (Zins), Rente, dann umgekehrt diese als selbständige konstituierende Elemente der Warenpreise darstellt.39 In der ersten Fassung spricht er den geheimen Zusammenhang aus, in der zweiten die Erscheinung.
Geht man noch mehr auf die Oberfläche der Erscheinung, so können außer der average Profitrate, Zins und selbst Rente als konstituierende Teile der Warenpreise (nämlich der Marktpreise) dargestellt werden. Der Zins ganz direkt, indem er in den Kostenpreis eingeht. Die Rente – als Preis des Bodens – mag nicht den Preis des Produkts unmittelbar bestimmen, aber sie bestimmt die Produktionsweise, ob viel Kapital auf wenig Boden konzentriert oder wenig Kapital auf viel Boden dispensiert wird, ob diese oder jene Art des Produkts, Vieh oder Korn, produziert wird, dessen Marktpreis am besten den Preis der Rente deckt, denn die Rente muß bezahlt werden, bevor der term over40, für den sie kontrahiert. Damit sie also keinen Abzug vom industrial profit bilde, wird Weide in Acker, Acker in Weide verwandelt etc. Sie bestimmt damit nicht den Marktpreis des einzelnen Produkts direkt, aber indirekt, indem sie die Proportionen der species of products41 so distribuiert, wie Nachfrage und Zufuhr best42 den Preis für jedes hervorbringen, daß er Rente zahlen kann. Und wenn die Rente so nicht direkt den Marktpreis, des Korns z.B., bestimmt, bestimmt sie direkt den Marktpreis von Vieh etc., kurz, die Sphären, wo die Rente nicht durch den Marktpreis des eignen Produkts, sondern der Marktpreis des Produkts durch die Rate der vom Kornland getragenen Rente bestimmt ist. Fleisch z.B. in industriell entwickelten Ländern wird stets viel zu teuer bezahlt, d.h. weit nicht nur über seine Produktionspreise, sondern über seinen Wert. Denn sein Preis muß zahlen nicht nur seine Produktionskosten, sondern die Rente, die der Boden tragen würde, wenn er in Korn bebaut würde. Sonst könnte Fleisch bei der großen Viehzucht – wo die organische Komposition des Kapitals [der Komposition des Kapitals in der Industrie] viel näher, wenn nicht noch mehr Übergewicht von konstantem Kapital gegen variables enthält – nur eine ganz schwache oder gar keine absolute Rente zahlen. Die Rente, die es zahlt, und die direkt in seinen Preis eingeht, ist aber bestimmt durch die absolute + Differentialrente, die der Boden als Ackerboden zahlen würde. Auch diese Differentialrente existiert hier zum größten Teil nicht. Bester Beweis, daß das Fleisch von demselben Boden Rente zahlt, wo das Korn nicht.
Wenn also Profit bestimmend in den Produktionspreis eingeht, kann gesagt werden, daß Arbeitslohn, Zins und to a certain degree43 Rente bestimmend in den Marktpreis, und certainly44 bestimmend in den Produktionspreis eingehn. Natürlich, wie im ganzen die Bewegung des Zinses durch den Profit bestimmt ist, anderseits wieder die Kornrente, teils durch die Rate des Profits, teils durch den Wert ihres Produkts und die Ausgleichung der verschiednen Werte auf verschiednem Boden zum Marktwert, die Profitrate aber bestimmt ist teils durch den Arbeitslohn, teils durch die Produktivität der Arbeit in Sphären der Produktion, die das konstante Kapital produzieren – also schließlich durch Höhe des Arbeitslohns und Produktivität der Arbeit –, der Arbeitslohn sich aber auflöst in Äquivalent eines Teils der Ware (d.h. = einem bestimmten Teil der in der Ware enthaltenen bezahlten Arbeit, der Profit = dem in ihr enthaltenen Teil unbezahlter Arbeit), endlich die Produktivität der Arbeit nur in zwei Weisen auf den Preis der Waren wirken kann, auf ihren Wert, indem sie ihn vermindert, auf ihren Surpluswert, indem sie ihn erhöht, löst sich der ganze Spaß schließlich in den durch die Arbeitszeit bestimmten Wert auf. Der Kostenpreis ist nichts als der Wert der vorgeschoßnen Kapitalien + dem von ihnen erzeugten Mehrwert, verteilt unter die besondren Sphären je nach dem Quotum, das sie vom Gesamtkapital bilden. So löst sich der Kostenpreis in Wert auf, wenn nicht die einzelne Sphäre, sondern das Gesamtkapital betrachtet wird. Anderseits die Marktpreise in jeder Sphäre werden durch die Konkurrenz der Kapitalien der verschiednen Sphären beständig auf den Kostenpreis reduziert. Die Konkurrenz der Kapitalisten in jeder besondren Sphäre sucht den Marktpreis der Ware auf ihren Marktwert zu reduzieren. Die Konkurrenz der Kapitalisten der verschiednen Sphären reduziert die Marktwerte auf gemeinsame Kostenpreise.
Ricardo gegen Smiths Konstituierung des Werts durch die Teile desselben, die von ihm selbst bestimmt sind. Aber nicht konsequent. Er könnte sonst nicht mit Smith darüber rechten, ob Profit, Arbeitslohn und Rente oder, wie er sagt, bloß Profit und Arbeitslohn in den Preis eingehn, d.h. konstituierend eingehn. Analytisch gehn sie ein, sobald sie bezahlt werden. Er müßte vielmehr so sagen: Der Preis jeder Ware ist auflösbar in Profit und Arbeitslohn, der Preis einiger Waren (und sehr vieler indirekt) ist auflösbar in Profit, Rente und Arbeitslohn. Aber der Preis keiner Ware ist durch sie konstituiert, ||930|| da sie nicht als selbständige und de propriis fontibus45 agierende Potenzen von bestimmter Größe den Wert der Waren komponieren, sondern, wenn der Wert gegeben ist, er in sehr verschiednen Verhältnissen dekomponiert werden kann in jene Teile. Es sind nicht gegebne Potenzen – Profit, Arbeitslohn und Rente –, deren Addition oder Kombination die Größe des Werts bestimmt, sondern es ist dieselbe Wertgröße, eine gegebne Größe des Werts, die sich in Arbeitslohn, Profit, Rente auflöst und nach verschiednen Umständen sich sehr verschieden in diese 3 Kategorien verteilt.
Gesetzt, der Produktionsprozeß wiederhole sich beständig unter denselben Bedingungen, d.h., die Reproduktion finde unter denselben Bedingungen statt wie die Produktion, was gleichbleibende Produktivität der Arbeit voraussetzt, oder wenigstens voraussetzt, daß die Variationen in der Produktivität nicht die Verhältnisse der Produktionsagenten alterieren; wenn also die Werte der Waren selbst infolge von Änderungen der Produktivkraft stiegen oder fielen, die Verteilung des Werts der Waren unter die Produktionsagenten dieselbe bliebe; in diesem Fall wäre es zwar theoretisch nicht genau zu sagen, daß die verschiednen Teile des Werts den Wert oder Preis des Ganzen bestimmen, aber es wäre praktisch und richtig zu sagen, daß sie ihn konstituieren, soweit man unter konstituieren versteht Bildung des Ganzen durch Addition der Teile. Der Wert würde sich gleichmäßig verteilen, fortdauernd, in Wert [des vorgeschossenen Kapitals] und Mehrwert; und der [neugeschaffne] Wert würde sich auflösen gleichmäßig in Arbeitslohn und Profit, der Profit sich gleichmäßig zersetzen in Zins, industrial profit und rent. Es könnte also gesagt werden: P, der Preis der Ware, löst sich auf in Arbeitslohn, Profit (Zins) und Rente, und anderseits Arbeitslohn, Profit (Zins), Rente konstituieren den Wert oder vielmehr Preis.
Diese Gleichmäßigkeit oder Gleichheit der Reproduktion – die Wiederholung der Produktion unter denselben Bedingungen – findet nicht statt. Die Produktivität ändert sich und ändert die Bedingungen. Die Bedingungen ihrerseits ändern die Produktivität. Aber die Abweichungen zeigen sich teils in oberflächlichen Oszillationen, die sich ausgleichen in kurzer Frist, teils in einer allmählichen Häufung von Abweichungen (divergences), die entweder zu einer Krise führen, [zu einer] gewaltsamen, scheinbaren Reduktion auf die alten Verhältnisse, oder doch erst sehr allmählich als Änderung der Bedingungen anerkannt werden und sich durchsetzen.
In der Form des Zinses und der Rente, worin der Mehrwert antizipiert wird, ist vorausgesetzt, daß der allgemeine Charakter der Reproduktion derselbe bleibt. Und dies der Fall, solang die kapitalistische Produktionsweise fortdauert. Zweitens ist selbst vorausgesetzt, was plus ou moins46 auch der Fall, daß für bestimmte Zeit die bestimmten Verhältnisse dieser Produktionsweise dieselben bleiben. So fixiert sich das Resultat der Produktion als feste, daher vorausgesetzte Bedingung derselben, und zwar als feste Eigenschaft der sachlichen Produktionsbedingungen. Es sind die Krisen, die diesem Schein der Selbständigkeit der verschiedenen Elemente, worin sich der Produktionsprozeß beständig auflöst und die er beständig rückzerzeugt, ein Ende machen.
{Was der Wert für den wirklichen Ökonomen, ist der Marktpreis für den praktischen Kapitalisten, das jedesmalige Prius der ganzen Bewegung.}
Das zinstragende Kapital erhält die der kapitalistischen Produktion eigentümliche und ihr entsprechende Form im Kredit. Er ist eine von der kapitalistischen Produktionsweise selbst geschaffne Form. (Die Subsumtion des Handelskapitals erfordert in fact keine solche neue Schöpfung, da Ware und Geld, Waren- und Geldzirkulation die elementarischen Voraussetzungen der kapitalistischen Produktion bleiben und nur zu absoluten Voraussetzungen gemacht werden, Handelskapital zu sein, [das] einerseits also die allgemeine Form des Kapitals ist, andererseits, soweit es Kapital in bestimmter Funktion darstellt, Kapital, das ausschließlich im Zirkulationsprozeß fungiert, seine Bestimmung durch das produktive Kapital an seiner Form nichts ändert.)
Die Ausgleichung der Werte zu Kostenpreisen geschieht nur dadurch, daß das einzelne Kapital als Aliquote des Gesamtkapitals der Klasse fungiert, andererseits das Gesamtkapital der Klasse sich in die verschiednen besondren Sphären verteilt je nach den Produktionsbedürfnissen. Dies geschieht durch den Kredit. Durch ihn wird nicht nur diese Ausgleichung ermöglicht und erleichtert, sondern ein Teil des Kapitals – unter der Form des moneyed capital47 – erscheint in der Tat als gemeinschaftliche Material, womit die ganze Klasse arbeitet. Dies der eine Sinn des Kredits. Der andre, der beständige Versuch des Kapitals, die Metamorphosen, die es im Zirkulationsprozeß durchmachen muß, abzukürzen; die Zirkulationszeit, seine Verwändlung in Geld etc. zu antizipieren, und seine eigne ||931|| Beschränktheit so zu konterkarieren. Endlich, die Funktion des Akkumulierens, soweit sie nicht Verwandlung [von Revenue] in Kapital, sondern Zufuhr von Mehrwert in der Form des Kapitals, wird so teils einer besondren Klasse auferlegt, teils werden alle Akkumulationen der Gesellschaft in diesem Sinn zu Akkumulation von Kapital und den industriellen Kapitalisten zur Verfügung gestellt. Diese auf unzähligen Punkten der Gesellschaft vereinzelt vor sich gehende Operation wird konzentriert und in gewisse Reservoirs gesammelt. Geld, soweit es Erstarrung der Ware in der Metamorphose, brachliegt, wird so in Kapital verwandelt.
Erde-Rente, Kapital-Zins sind irrationale Ausdrücke, soweit die Rente als Preis der Erde und der Zins als Preis des Kapitals sich fixiert. In der Form zinstragendes Kapital, rentetragendes Kapital, profittragendes Kapital noch der gemeinschaftliche Ursprung erkennbar, sofern Kapital überhaupt Aneignung von Surplusarbeit einschließt, also diese verschiednen Formen nur ausdrücken, daß diese vom Kapital erzeugte Surplusarbeit sich beim Kapital überhaupt unter zwei Sorten Kapitalisten verteilt und bei dem agricultural capital zwischen Kapitalist und landlord verteilt.
Rente als Preis des Bodens (jährlicher) und Zins als Preis des Kapitals sind ebenso irrational wie √-3. Die letzte Form widerspricht der Zahl in ihren einfachen elementarischen Formen, ganz wie jene dem Kapital in seiner einfachen Form Ware und Geld. Sie sind in umgekehrter Weise irrational. Erde-Rente, die Rente als Preis der Erde, drückt die Erde als Ware aus, Gebrauchswert, der einen Wert hat, whose monetary expression like its price48. Aber ein Gebrauchswert, der nicht das Produkt der Arbeit, kann keinen Wert haben, d.h., er kann nicht als Vergegenständlichung eines gewissen Quantums sozialer Arbeit, als sozialer Ausdruck eines gewissen Quantums Arbeit ausgesprochen werden. Er ist es nicht. Damit der Gebrauchswert als Tauschwert sich darstelle – Ware sei –, muß er das Produkt konkreter Arbeit sein. Nur unter dieser Voraussetzung kann diese konkrete Arbeit ihrerseits wieder dargestellt werden als gesellschaftliche Arbeit, Wert. Erde und Preis sind inkommensurable Größen, die dennoch ein Verhältnis zueinander haben sollen. Hier hat ein Ding einen Preis, der keinen Wert hat.
Anderseits Zins als Preis des Kapitals drückt die umgekehrte Irrationalität aus. Hier hat eine Ware einen doppelten Wert, einmal einen Wert, und dann einen von diesem Wert verschiednen Preis, ohne einen Gebrauchswert zu haben. Denn Kapital ist zunächst nichts als eine Geldsumme oder ein Quantum Ware = einer bestimmten Geldsumme. Wird die Ware als Kapital verliehn, so [ist] sie nur verkleidete Form einer Geldsumme. Denn was als Kapital geliehn wird, ist nicht soviel lbs. Baumwolle, sondern soviel Geld, dessen Wert in Baumwolle existiert. Der Preis des Kapitals bezieht sich auch daher auf es nur als Dasein einer Geldsumme, d.h. einer in Geld dargestellten und in der Form als Tauschwert existierenden Wertsumme. Wie soll eine Wertsumme einen Preis haben, außer dem Preis, der in ihrer eignen Geldform ausgedrückt ist? Preis ist ja der Wert der Ware im Unterschied von ihrem Gebrauchswert. Preis als Unterschied von ihrem Wert, Preis als Wert einer Geldsumme (da der Preis bloß der Ausdruck des Werts in Geld) ist also eine contradictio in terminis49.
Diese Irrationalität des Ausdrucks – (die Irrationalität der Sache selbst kömmt daher, daß das Kapital (im Zins) als Voraussetzung von seinem eignen Prozeß, worin es Kapital, daher sich verwertender Wert wird, getrennt erscheint und daß anderseits das rententragende Kapital nur als agricultural capital, nur als Kapital in einer besondren Sphäre Rente trägt, in dieser Form erscheint, die also von ihm auf das Element übertragen wird, das es vom industrial capital überhaupt unterscheidet) – wird so wohl vom vulgarian gefühlt, daß er beide Ausdrücke verfälscht, um sie rational zu machen. Er läßt den Zins für das Kapital zahlen, soweit es Gebrauchswert ist und spricht daher von der Nützlichkeit, die Produkte oder Produktionsmittel für die Reproduktion als solche haben, die das Kapital stofflich hat als Element des Arbeitsprozesses.
Aber seine Nützlichkeit, sein Gebrauchswert ist ja schon vorhanden in seiner Form als Ware, und ohne dieselbe wäre es nicht Ware und hätte keinen Wert. Als Geld ist es der Ausdruck des Werts der Waren und in sie ||932| verwandelbar im Verhältnis ihres eignen Werts. Verwandle ich aber Geld in eine Maschine, in Baumwolle etc., so verwandle ich es in Gebrauchswerte von demselben Wert. Die Verwandlung bezieht sich nur auf die Wertform. Als Geld hat es den Gebrauchswert, in die Form jeder Ware verwandelbar zu sein, aber in Ware von demselben Wert. Durch diese Formveränderung ändert sich der Wert des Gelds so wenig wie der der Ware, wenn sie in Geld verwandelt wird. Der Gebrauchswert der Waren, worin ich das Geld verwandeln kann, gibt ihm außer seinem Wert keinen davon verschiednen Preis. Setze ich aber die Verwandlung voraus und sage, der Preis werde für den Gebrauchswert der Waren gezahlt, so wird der Gebrauchswert der Waren überhaupt nicht gezahlt oder wird nur gezahlt, soweit ihr Tauschwert gezahlt wird. Wie der Gebrauchswert einer Ware vernützt wird, ob sie in die individuelle oder industrielle Konsumtion eingeht, ändert absolut nichts an ihrem Tauschwert. Es ändert nur daran, wer sie kauft, der industrielle Kapitalist oder der unmittelbare Konsument. Die produktive Nützlichkeit der Ware kann daher dafür Rechenschaft ablegen, daß sie überhaupt einen Tauschwert hat, denn damit die in den Waren enthaltne Arbeit gezahlt wird, müssen sie Gebrauchswert haben. Sonst sind sie nicht Waren, was sie nur als Einheiten von Gebrauchswert und Tauschwert sind. Aber dieser Gebrauchswert kann durchaus nicht Rechenschaft dafür ablegen, daß sie als Tauschwert oder als Preis noch einen von diesem Preis verschiednen Preis hat.
Man sieht, wie der vulgarian hier über die Schwierigkeit weg will, indem er das Kapital, d.h. das Geld oder die Ware, soweit sie eine von sich als Geld oder Ware spezifisch unterschiedne Bestimmtheit haben, zu verwandeln sucht in bloße Ware, d.h. grade von dem spezifischen Unterschied, der erklärt werden soll, absieht. Er will nicht sagen, daß dies Mittel der Exploitation von Surplusarbeit, daher von mehr Wert als Wert in ihm enthalten ist. Er sagt statt dessen: Es hat mehr Wert als seinen Wert, weil es eine ordinäre Ware wie jede andre ist, d.h. einen Gebrauchswert hat. Hier wird Kapital mit Ware identifiziert, während grade erklärt werden soll, wie die Ware als Kapital auftreten kann.
Bei der Erde verfährt der vulgarian umgekehrt, soweit er nicht den Physiokraten nachschwatzt. Dort verwandelt er das Kapital in Ware, um den Unterschied zwischen Kapital und Ware, um die Verwandlung von Ware in Kapital zu erklären. Hier verwandelt er Erde in Kapital, weil ihm das Kapitalverhältnis an sich mehr in seine Vorstellungen paßt, als der Preis von Erde. Die Rente kann gedacht werden als Zins von Kapital. Z. B. ist die Rente 20 und der Zinsfuß 5, so kann gesagt werden, diese 20 seien Zins von 400 Kapital. Und in der Tat verkauft sich dann die Erde zu 400, was bloß Verkauf der Rente für 20 Jahre ist. Diese Zahlung der antizipierten 20jährigen Rente ist dann ihr Preis. Damit ist die Erde in Kapital verwandelt. Die 20 jährlich sind nur noch 5 p. c. Zins des Kapitals, was für sie bezahlt. Und damit ist Erde–Rente verwandelt in Kapital–Zins, was seinerseits in Zahlung für Gebrauchswert der Waren, also in das Verhältnis Gebrauchswert–Tauschwert umphantasiert wird.
Die mehr analytischen unter den vulgarians sehn ein, daß der Preis des Bodens nichts als ein Ausdruck für die Kapitalisierung der Rente ist; in der Tat der Kaufpreis der Rente für eine Reihe von Jahren, die nach dem jedesmaligen Zinsfuß sich richtet. Sie begreifen, daß diese Kapitalisierung der Rente die Rente voraussetzt, die Rente also nicht umgekehrt aus ihrer eignen Kapitalisierung erklärt werden kann. Sie leugnen deshalb die Rente selbst, indem sie dieselbe für den Zins des der Erde einverleibten Kapitals erklären, was sie nicht verhindert, zuzugeben, daß Erde, der kein Kapital einverleibt ist, Rente trägt, und ebensowenig verhindert, zuzugeben, daß gleiche Portionen Kapital auf Ländereien von verschiedner Fruchtbarkeit verschiedne Renten abwerfen oder ungleiche Portionen Kapital auf Ländereien von ungleicher Fruchtbarkeit gleiche Renten abwerfen. Ebenso, daß das der Erde einverleibte Kapital – wenn es in der Tat has to account for the rent paid upon it50 – vielleicht 5× größere Zinsen abwirft, i. e. eine 5× größere Rente, als dasselbe Kapital in der Industrie unter der Form von capital fixe Zins abwirft.
Man sieht, die Schwierigkeit wird hier immer dadurch gehoben, daß von ihr abstrahiert wird und statt des spezifischen Unterschieds, der erklärt werden soll, vielmehr ein Verhältnis untergeschoben wird, das das Gegenteil von diesem Unterschied ausdrückt, also jedenfalls ihn nicht ausdrückt.
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