[3. Absonderung einzelner Teile des Mehrwerts
in Form verschiedener Revenuen.
Verhältnis von Zins und industriellem Profit.
Irrationalität der fetischisierten Formen der Revenue]

Die weitre „Verknöcherung“ oder Verselbständigung der Teilung des Profits tritt so hervor, daß der Profit [eines] jeden Kapitals – also daß auch der auf die Ausgleichung der Kapitalien unter sich gegründete Durchschnittsprofit – zerfällt oder zerlegt wird in zwei voneinander unabhängige oder gegeneinander selbständige Bestandteile: Zins und industrieller Profit, der jetzt manchmal auch Profit schlechthin heißt oder neuen Taufnamen erhält, wages of labour of superintendence1 etc. Ist die Profitrate (Durchschnittsprofit) = 15 p. c. und die Zinsrate (die immer, wie gesehn, in der allgemeinen Form fixiert ist) = 5 p. c. (deren allgemeine Rate immer auf dem Geldmarkt quotiert ist als „Wert“ oder „Preis“ des Geldes), so betrachtet der Kapitalist – auch wenn er Eigentümer des Kapitals ist und keinen Teil desselben geliehn hat, der Profit also nicht zwischen zwei Kapitalisten zu teilen ist – es so, daß von diesen 15 p. c. 5 p. c. den Zins seines Kapitals vorstellen, dagegen nur 10 p. c. den Profit, den er durch die produktive Anwendung des Kapitals gemacht. Diese 5 p. c. Zins schuldet er als „industrieller Kapitalist“ sich selbst als dem „Eigentümer“ des Kapitals; kommt seinem Kapital an sich [zu], daher auch ihm als Eigentümer des Kapitals an sich (was zugleich das Sein des Kapitals für sich oder das Sein des Kapitals als Kapitalist, als Eigentum, das andre von sich ausschließt, ist), dem Kapital, abstrahiert von dem Produktionsprozeß, im Unterschied zum funktionierenden Kapital, prozessierenden Kapital und dem „industriellen Kapitalisten“ als Vertreter dieses funktionierenden, „arbeitenden“ Kapitals. Der „Zins“ ist die Frucht des Kapitals, soweit es nicht „arbeitet“, funktioniert, und der Profit ist die Frucht des „arbeitenden“, funktionierenden Kapitals. Es ist dies analog, wie der farming capitalist2 – der zugleich Grundeigentümer, Eigentümer des Bodens, den er kapitalistisch exploitiert – den Teil seines Profits, der die Rente bildet, diesen Surplusprofit, nicht sich als Kapitalist, sondern sich als Grundeigentümer, nicht dem Kapital, sondern dem Grundeigentum zuschreibt, so daß er, der Kapitalist, sich als Grundeigentümer die „Rente“ schuldet. So tritt das Kapital in einer Bestimmtheit demselben Kapital in seiner andren Bestimmtheit ganz so fix gegenüber, wie Grundeigentum und Kapital, die in der Tat auf zwei wesentlich verschiednen Produktionsmitteln gegründete Titel an die Aneignung fremder Arbeit bilden.

Wenn einerseits 5 partners3 eine cotton mill4 führen5, die 100000 l. Kapital vorstellt und 10 p.c. Profit gibt, also 10000 l., so erhält jeder von diesem Profit 1/5 = 2000 l. Wenn auf der andren Seite ein einziger Kapitalist dasselbe Kapital in einer mill stecken hat und denselben Profit von 10000 l. macht, so rechnet er nicht so, daß er 2000 l. Partnerprofit einnehme und 8000 £. Kompanieprofit für die nicht existierenden 4 partners. Bloße Teilung des Profits an sich unter verschiedne [904] Kapitalisten, die verschiedne juristische Titel an dasselbe Kapital haben, und in der einen oder andren Form Miteigentümer desselben Kapitals sind, gründet daher keineswegs verschiedne Kategorien für diese Teile. Warum also die zufällige Teilung zwischen Ausleiher von Kapital und Leiher von Kapital?

Prima facie6 handelt es sich nur um Teilung des Profits, wo zwei Eigentümer des Kapitals, Eigentümer unter verschiednen Titeln bestehn – ein prima facie juristisches, nicht ökonomisches Moment. Ob ein Kapitalist mit eignem Kapital oder fremdem, oder in welcher Proportion er mit eignem und fremdem produziert, ist an und für sich durchaus gleichgültig. Wie kommt es also, daß diese Teilung des Profits in [industriellen] Profit und Zins nicht als eine zufällige Teilung erscheint, von dem Zufall abhängig, ob der Kapitalist mit einem andren wirklich zu teilen hat oder nicht, ob er zufällig mit eignem oder fremdem Kapital handelt, sondern daß vielmehr, auch wenn er bloß mit eignem Kapital produziert, er unter allen Umständen sich zerspaltet in bloßen Eigentümer des Kapitals und in Anwender des Kapitals, in Kapital außer dem Produktionsprozeß und Kapital im Produktionsprozeß, in Kapital, das an sich Zins abwirft, und Kapital, das als prozessierend den Profit abwirft?

Es liegt hier ein reales Moment zugrund. Das Geld (als Wertausdruck der Ware überhaupt) eignet sich im Prozeß bloß Mehrwert – wie er immer getauft und in welche Teile er immer zerlegt werde – an, weil es schon vor dem Produktionsprozeß als Kapital vorausgesetzt ist. Im Prozeß erhält, produziert und reproduziert es sich als Kapital und auf stets erweiterter Stufenleiter. Aber schon vor dem Prozeß – wenn einmal die kapitalistische Produktionsweise gegeben, auf ihrer Basis und innerhalb der ihr entsprechenden gesellschaftlichen Verhältnisse gearbeitet wird, also nicht erst vom Bildungsprozeß des Kapitals die Rede ist – existiert es als Kapital an sich, dem Charakter nach, der sich zwar erst im Prozeß verwirklicht und überhaupt seine Wirklichkeit nur in dem Prozeß selbst hat. Ginge es nicht als Kapital in ihn ein, so käme es auch nicht als Kapital aus ihm heraus, d. h. als Profit abwerfendes Geld, als sich verwertender Wert, als Mehrwert zeugender Wert.

Es ist wie mit dem Geld. Das Geldstück z. B. ist nichts als ein Stück Metall. Geld ist es nur durch seine Funktion im Zirkulationsprozeß. Aber den Zirkulationsprozeß der Waren einmal vorausgesetzt, fungiert das Geldstück nicht nur als Geld, sondern es ist als solches in jedem einzelnen Fall dem Zirkulationsprozeß vorausgesetzt, eh es in ihn eingeht. Kapital ist nicht nur Resultat, sondern Voraussetzung der kapitalistischen Produktion. Geld und Waren sind daher an sich latentes Kapital, der Möglichkeit nach Kapital; alle Waren, soweit sie in Geld verwandelbar sind, das Geld, soweit es verwandelbar ist in solche Waren, die die Elemente des kapitalistischen Produktionsprozesses bilden. Geld also – als der reine Wertausdruck der Waren und Arbeitsbedingungen – ist an sich als Kapital der kapitalistischen Produktion vorausgesetzt. Was ist das Kapital, nicht als Resultat, sondern als Voraussetzung des Prozesses betrachtet? Was macht es zum Kapital, eh es in den Prozeß eingeht, so daß dieser nur seinen immanenten Charakter entwickelt? Die gesellschaftliche Bestimmtheit, worin es da ist. Daß der lebendigen Arbeit die vergangene Arbeit, der Tätigkeit das Produkt, dem Menschen die Sache, der Arbeit ihre eignen gegenständlichen Bedingungen als fremde, selbständige, an sich festhaltende Subjekte, Personifikationen gegenüberstehn, kurz als fremdes Eigentum, und in dieser Gestalt als „employers“7 und „commanders“8 der Arbeit selbst, die sie sich aneignen, statt von ihr angeeignet zu werden. Daß der Wert – existiere er als Geld oder Ware –, weiter entwickelt die Arbeitsbedingungen, als fremdes Eigentum dem Arbeiter gegenüberstehn, als Selbsteigentümer, heißt weiter nichts, als daß sie ihm als das Eigentum des Nichtarbeiters gegenüberstehn oder wenigstens, daß er ihnen, soweit er Kapitalist ist, gegenübersteht nicht als Arbeiter, sondern als Eigentümer des Werts etc., als das Subjekt, worin diese Dinge ihren eignen Willen haben, sich selbst gehören und als selbständige Mächte personifiziert sind. Das Kapital als Voraussetzung der Produktion, das Kapital, wie es nicht aus dem Produktionsprozeß herauskömmt, sondern ist, bevor es in ihn eingeht, ist der Gegensatz, worin die Arbeit als fremde Arbeit zu ihm, und worin es selbst als fremdes Eigentum zur Arbeit steht. Es ist die gegensätzliche gesellschaftliche Bestimmtheit, die in ihm aus gedrückt ist, und die, getrennt vom Prozeß selbst, in dem Kapitaleigentum als solchem |905| sich ausdrückt.

Dies eine Moment nun, getrennt vom kapitalistischen Produktionsprozeß selbst, dessen stetes Resultat es ist und als dessen stetes Resultat es seine stete Voraussetzung ist, drückt sich darin aus, daß Geld [und] Ware an sich latent Kapital sind, daß sie als Kapital verkauft werden können, und daß sie in dieser Form das bloße Eigentum des Kapitals, den Kapitalisten als bloßen Eigentümern, abgesehn von seiner kapitalistischen Funktion, vorstellen – die für sich betrachtet Kommando über fremde Arbeit sind, daher sich verwertender Wert, und Anspruch auf Aneignung fremder Arbeit geben.

Es tritt hier auch klar hervor, daß dies Verhältnis der Titel und das Mittel zur Aneignung fremder Arbeit ist, nicht irgendeine Arbeit oder Gegenwert, die auf Seite des Kapitalisten gegeben werden.

Der Zins erscheint daher als der dem Kapital als Kapital, dem bloßen Eigentum des Kapitals geschuldete Mehrwert, den es aus dem Produktionsprozeß herausbringt, weil es als Kapital in ihn eingeht, der also dem Kapital als solchem zukommt, unabhängig vom Produktionsprozeß, obgleich im Produktionsprozeß sich erst bewährend, ein Mehrwert, den es daher als Kapital schon latent in sich enthält; der industrielle Profit dagegen [erscheint] als Teil des Mehrwerts, der dem Kapitalisten nicht als Eigentümer des Kapitals, sondern als funktionierender Eigentümer, funktionierendem Kapital zukommt. Wie alles in dieser Produktionsweise sich verkehrt darstellt, so auch schließlich die letzte Verkehrung in dem Verhältnis von Zins und Profit, so daß der unter besondrer Rubrik [Zins] abgeschiedne Teil des Profits vielmehr als das eigenst dem Kapital angehörige Produkt und der industrielle Profit als bloß darauf gepfropfter Zusatz sich darstellt.

Da der moneyed capitalist in der Tat nur als Eigentümer des Kapitals seinen Teil am Mehrwert bezieht, während er außerhalb des Produktionsprozesses selbst stehnbleibt; da der Preis des Kapitals – d. h. des bloßen Eigentumstitels am Kapital – auf dem Geldmarkt in der Zinsrate quotiert ist, wie der Marktpreis jeder andren Ware; da der Anteil, den das Kapital an sich, das bloße Eigentum des Kapitals am Mehrwert gibt, so eine gegebne Größe ist, während die Profitrate schwankt, jeden Augenblick verschieden in den verschiednen Sphären, in jeder Sphäre aber verschieden unter den einzelnen Kapitalisten, indem sie teils unter verschiednen günstigen Bedingungen produzieren, teils mit verschiednem Grad von Umsicht und Energie kapitalistisch die Arbeit exploitieren, teils mit verschiednem Grad von Glück und Pfiffigkeit Käufer oder Verkäufer von Waren übers Ohr hauen (profit upon expropriation, alienation9), so erscheint ihnen natürlich, sie mögen Eigentümer oder Nichteigentümer des prozessierenden Kapitals sein, der Zins als dem Kapital als solchem, dem Eigentum am Kapital geschuldet; dem Eigentümer des Kapitals, ob sie oder Dritte dies sind; dagegen der industrielle Profit als Produkt ihrer Arbeit. Sie stehn ja als funktionierende Kapitalisten – wirkliche Agenten der kapitalistischen Produktion – sich selbst oder Dritten als bloßem, trägem Dasein des Kapitals gegenüber, daher als Arbeiter sich oder andren als Eigentümer. Und da sie nun einmal Arbeiter sind, sind sie in der Tat Lohnarbeiter und wegen ihrer besondren Vorzüglichkeit nur besser bezahlte Lohnarbeiter, was sie zum Teil auch dem Umstand verdanken, daß sie sich selbst ihren Lohn zahlen.

Während also der Zins und das Kapital als zinstragendes den bloßen Gegensatz des gegenständlichen Reichtums gegen die Arbeit und darum sein Dasein als Kapital ausdrückt, dreht sich dies in der Vorstellung grade um, indem ja das Phänomen prima facie den moneyed capitalist in gar keinem Verhältnis zum Lohnarbeiter, sondern nur im Verhältnis zu andren Kapitalisten zeigt, während dieser andre Kapitalist, statt im Gegensatz zur Lohnarbeit zu stehn, vielmehr selbst als Arbeiter im Gegensatz zu sich oder andren [Kapitalisten] als dem bloßen Dasein, als bloßem Eigentümer des Kapitals steht. Es kömmt hinzu, daß der einzelne Kapitalist entweder sein Geld als Kapital ausleihn oder es selbst als Kapital verwerten kann. Soweit er Zins davon bezieht, erhält er nur den Preis dafür, den er auch erhielte, wenn er nicht als Kapitalist „funktionierte", nicht „arbeitete". Es ist daher klar, daß, was er eigentlich aus dem Produktionsprozeß zieht, soweit es nur Zins ist, er nur dem Kapital verdankt, nicht dem Produktionsprozeß selbst und ||906| nicht sich als Repräsentant des funktionierenden Kapitals.

Daher auch die schöne Phrase bei einigen Vulgärökonomen: Zöge der industrielle Kapitalist keinen Profit außer dem Zins, so würde er sein Kapital verzinsen und als Rentier leben. So daß alle Kapitalisten aufhören würden zu produzieren und alles Kapital als Kapital zu funktionieren und doch von seinen Zinsen gelebt werden könnte. Schon Turgot in ähnlicher Weise: Zöge der Kapitalist keinen Zins, so würde er Land (kapitalisierte Rente) kaufen und von der Grundrente leben. Hier aber doch, da die Grundrente den wirklichen Mehrwert bei den Physiokraten vertritt, der Zins vom Mehrwert abgeleitet. Während Umkehrung jener Vulgäransicht.

Andrer Umstand zu bemerken: Für den industriellen Kapitalisten, der Geld geliehn hat, geht der Zins in die Kosten ein, die Kosten hier in dem Sinn, daß sie den vorgeschußnen Wert bedeuten. Das Kapital z.B. von 1000 l. geht nicht als Ware zum Wert von 1000 l. in seine Produktion ein, sondern als Kapital; also wenn Kapital von 1000 l. jährlich zu 10 p.c. Zins, so als Wert von 1100 in das jährliche Produkt. Hier tritt es also klar hervor, daß die Wertsumme (und die Waren, worin sie dargestellt) nicht erst im Produktionsprozeß Kapital wird, sondern als Kapital Voraussetzung des Produktionsprozesses bildet, und daher den ihr als bloßem Kapital zukommenden Mehrwert bereits im Leib hat. Für den Industriellen, der mit gepumptem Kapital arbeitet, geht der Zins oder das Kapital als Kapital – und solches ist es nur, soweit es einen Mehrwert setzt (so daß es als Ware z.B. 1000, als Kapital 1100 wert ist, d.h. 1000 + 1000/10, C + C/x) – in seine Kosten ein. Soweit nur der Zins im Produkt herauskäme, wäre dies zwar ein Überschuß über den Wert des vorgeschußnen Kapitals als bloße Ware berechnet, aber nicht über den Wert der Ware als Kapital berechnet; er hat wegzuzahlen diesen Mehrwert, er gehört zu seinen Vorschüssen, zu den Ausgaben, die er gemacht, um die Ware zu produzieren.

Was den Industriellen angeht, der mit eignem Kapital arbeitet, so hat er sich selbst den Zins für das Kapital zu zahlen und betrachtet diesen als vorgeschossen. In der Tat, was er vorgeschossen hat, ist ja nicht nur ein Kapital z.B. vom Wert von 1000 l., sondern der Wert von 1000 l. als Kapital, und dieser Wert ist 1050 l., wenn der Zins = 5 p.c. Auch ist das keine müßige Reflexion für ihn. Denn die 1000 l. würden ihm als Kapital 1050 einbringen, wenn er sie ausliehe, statt sie produktiv zu verwenden. Sofern er also die 1000 l. vorschießt sich selbst als Kapital, schießt er sich 1050 l. vor. Il faut bien se rattraper sur quelqu'un et fusse-t-il sur lui-même!10

Der Wert von Waren von 1000 l. Wert ist als Kapital 1050 l. D.h., das Kapital ist keine einfache Zahl; es ist nicht einfache Ware, sondern potenzierte Ware; keine einfache Größe, sondern Größenverhältnis. Es ist Verhältnis als Hauptsumme, als gegebner Wert zu sich selbst als Mehrwert. Der Wert von C ist C(1 + 1/x) l (für 1 Jahr) oder C + C/x. Sowenig wie in der Gleichung ax = n, das x aus den einfachen Rechnungsarten zu begreifen oder zu entwickeln ist, sowenig die potenzierte Ware, das potenzierte Geld, das Kapital.

Ganz wie im Zins ein Teil des Profits, des vom Kapital erzeugten Mehrwerts, als von dem Kapitalisten vorgeschoßen erscheint, so in der agricultural Produktion ein andrer Teil, die Grundrente. Stellt sich hier weniger auffallend irrational dar, weil die Rente hier als jährlicher Preis des Bodens erscheint, der so als Ware in die Produktion eingeht. Im „Preis des Bodens“ liegt zwar größere Irrationalität als im Preis des Kapitals, aber nicht in der Form selbst. Weil der Boden hier als Gebrauchswert einer Ware erscheint und die Grundrente als ihr Preis. (Das Irrationelle liegt darin, daß das, was nicht Produkt der Arbeit ist – Boden – Preis, also in Geld ausgedrückten Wert, also Wert haben, also als vergegenständlichte gesellschaftliche Arbeit angeschaut werden soll.) Der äußeren Form nach, also wie bei jeder Ware, doppelter Ausdruck, als Gebrauchswert und Tauschwert, und der Tauschwert ideell als Preis ausgedrückt, als etwas, was die Ware als Gebrauchswert absolut nicht ist. Dagegen in dem Ausdruck 1000 l. = 1050 l., oder 50 l. ist der jährliche Preis von 1000 l., ist dasselbe auf dasselbe bezogen, Tauschwert auf Tauschwert, und der Tauschwert soll als von sich Verschiednes sein eigner Preis sein, d.h. der Tauschwert selbst in Geld ausgedrückt.

||907| Hier gehn also 2 Formen des Mehrwerts – Zins und Rente, Resultate der kapitalistischen Produktion – als Voraussetzungen in sie ein, als Vorschüsse, die der Kapitalist selbst macht, die also für ihn durchaus keinen Mehrwert, keinen Überschuß über den Wert der gemachten Avancen repräsentieren. Bei diesen Formen des Mehrwerts erscheint es dem einzelnen Kapitalisten selbst, daß die Produktion von Mehrwert zu den Produktionskosten der kapitalistischen Produktion gehört, daß die Aneignung fremder Arbeit und des Surplus über den Wert der im Prozeß konsumierten Waren (ob diese nun eingehn in das konstante oder variable Kapital) eine diese Produktionsweise beherrschende Bedingung ist. Allerdings tritt das auch soweit hervor, als der Durchschnittsprofit ein Element des Kostenpreises der Ware, hence a condition of supply, of the very creation of the commodity11 bildet. Aber dennoch betrachtet mit Recht der industrielle Kapitalist dies Surplus, diesen Teil des Mehrwerts – obgleich er ein Element der Produktion selbst bildet – für sich als Überschuß über seine Kosten, nicht, wie bei Zins und Rente, als zu seinen Vorschüssen gehörig. In kritischen Momenten tritt in der Tat auch der Profit so weit ihm selbst als Produktionsbedingung gegenüber, als die contraction or stoppage of production12 erfolgt infolge eines Fallens des Preises, das den Profit verschlingt oder auffallend kontrahiert. Daher der Blödsinn derer, die die verschiednen Formen des Mehrwerts als bloße Distributionsformen betrachten. Sie sind ebensosehr Produktionsformen. |907||

||937| Es könnte scheinen, daß in der Trinität Erde-Rente, Kapital-Profit (Zins), Arbeit-Arbeitslohn das letzte Glied am rationalsten noch ist. Es ist wenigstens die source13 ausgesprochen, woraus der Arbeitslohn fließt. Aber die letzte Form vielmehr die irrationalste und die Grundlage der beiden andren, wie Lohnarbeit überhaupt Erde als Grundeigentum und Produkt als Kapital voraussetzt. Nur wenn der Arbeit ihre Bedingungen in dieser Form entgegentreten, ist sie Lohnarbeit. Als Lohnarbeit aber ist sie ausgesprochen in der Formel Arbeit-Arbeitslohn. Indem der Lohn hier als das spezifische Produkt der Arbeit erscheint, das einzige Produkt derselben (und es ist in der Tat das einzige Produkt der Arbeit für den Lohnarbeiter), erscheinen die andren Teile des Werts – Rente, Profit (Zins) – ebenso notwendig aus andren spezifischen Quellen fließend; und ganz wie der Teil des Produktswerts, der sich in Arbeitslohn auflöst, als das spezifische Produkt der Arbeit [aufzufassen ist], müssen die Teile des Werts, die sich in Rente und Profit auflösen, als spezifische Resultate der Agentien aufgefaßt werden, für die sie sind, denen sie anheimfallen, also as offspring of the earth and of the capital, respectively14. |937||

[4. Zunehmende Absonderung der verwandelten Formen
des Mehrwerts von seinem Wesen – der Mehrarbeit.
Der industrielle Profit als „Arbeitslohn für den Kapitalisten“]

||910| Betrachten wir den Weg, den das Kapital durchmacht, bevor es in der Form von zinstragendem Kapital erscheint.

Im unmittelbaren Produktionsprozeß ist die Sache noch einfach. Die surplus value hat noch keine besondre Form angenommen; außer dieser der surplus value selbst, die sie nur unterscheidet von der value des Produkts, die ein Äquivalent der in ihm reproduzierten value bildet. Wie die value überhaupt sich in labour, so löst sich die surplus value in surplus labour, unbezahlte Arbeit auf. Daher ist die surplus value auch nur gemessen durch den Teil des Kapitals, der wirklich seinen Wert ändert – das variable Kapital, den in Arbeitslohn ausgelegten Teil des Kapitals. Das konstante Kapital