||XV-891| Die Form der Revenue und die Quellen der Revenue drücken die Verhältnisse der kapitalistischen Produktion in der fetischartigsten Form aus. Es ist ihr Dasein, wie es an der Oberfläche scheint, von dem verborgnen Zusammenhang und den vermittelnden Zwischengliedern getrennt. So wird die Erde die Quelle der Grundrente, das Kapital die Quelle des Profits und die Arbeit die Quelle des Arbeitslohns. Die verdrehte Form, worin die wirkliche Verkehrung sich ausdrückt, findet sich natürlich reproduziert in den Vorstellungen der Agenten dieser Produktionsweise. Es ist dies eine Fiktionsweise ohne Phantasie, eine Religion des Vulgären. Die Vulgärökonomen – sehr zu unterscheiden von den ökonomischen Forschern, die wir kritisiert – übersetzen in der Tat die Vorstellungen, Motive etc. der in der kapitalistischen Produktion befangnen Träger derselben, in denen sie sich nur in ihrem oberflächlichen Schein reflektiert. Sie übersetzen sie in eine doktrinäre Sprache, aber vom Standpunkt des herrschenden Teils aus, der Kapitalisten, daher nicht naiv und objektiv, sondern apologetisch. Das bornierte und pedantische Aussprechen der Vulgärvorstellungen, die sich notwendig in den Trägern dieser Produktionsweise erzeugen, ist sehr verschieden von dem Drang der politischen Ökonomen, wie Physiokraten, A. Smith, Ric[ardo], den innern Zusammenhang zu begreifen. Indes von allen diesen Formen ist der vollständigste Fetisch das zinstragende Kapital. Wir haben hier den ursprünglichen Ausgangspunkt des Kapitals – Geld – und die Formel G – W – G', reduziert auf ihre beiden Extreme G – G'. Geld, das mehr Geld schafft. Es ist die ursprüngliche und allgemeine Formel des Kapitals auf ein sinnloses Resumé zusammengezogen.
Die Erde oder Natur als Quelle der Grundrente, i. e. des Grundeigentums, ist fetischartig genug. Aber durch eine angenehme Verwechslung von Gebrauchswert und Tauschwert bleibt der gewöhnlichen Vorstellung noch die Zuflucht von der Produktivkraft der Natur selbst, die durch irgendeinen Hokuspokus sich im Landlord personifiziert.
Die Arbeit als Quelle des Arbeitslohns, d. h. eines durch spezifisch gesellschaftliche Form der Arbeit bestimmten Anteils des Arbeiters an seinem Produkt, die Arbeit als Quelle davon, daß der Arbeiter von dem Produkt (dem Kapital, stofflich betrachtet) durch seine Arbeit sich die Erlaubnis zu produzieren erkauft und in der Arbeit die Quelle besitzt, wodurch ihm ein Teil seines Produkts als Bezahlung von diesem Produkt als Arbeitgeber zurückströmt, ist auch schön genug. Aber die gewöhnliche Vorstellung ist doch hier soweit mit der Sache selbst im Einklang, daß, wenn sie auch Arbeit mit Lohnarbeit verwechselt, daher das Produkt der Lohnarbeit – den Arbeitslohn – mit dem Produkt der Arbeit, dennoch das Eine dem gesunden Menschenverstand klar bleibt, daß die Arbeit selbst ihren Lohn schafft.
Vom2 Kapital, soweit es im Produktionsprozeß betrachtet wird, bleibt immer mehr oder minder die Vorstellung, daß es ein Instrument ist, fremde Arbeit zu fischen. Dies mag als „Recht" oder „Unrecht", begründet oder unbegründet, verhandelt werden, das Verhältnis des Kapitalisten zum Arbeiter ist hier immer unterstellt und untergedacht.
Soweit das Kapital im Zirkulationsprozeß erscheint, was der gewöhnlichen Anschauung besonders entgegentritt im Kaufmannskapital, als einer Sorte Kapital, die bloß mit dieser Operation betraut ist, so wird der Profit hier teils von einer dumpfen Vorstellung allgemeiner Prellerei begleitet oder spezieller so, daß der Kaufmann den industriellen Kapitalisten prellt, oder auch den Konsumenten, wie der industrielle Kapitalist den Arbeiter oder die Produzenten sich wechselweis. Jedenfalls wird der Profit hier aus dem exchange3 erklärt, also aus einem gesellschaftlichen Verhältnis, nicht aus einem Ding.
Dagegen in dem zinstragenden Kapital ist der Fetisch vollendet. Es ist dies das fertige Kapital – wonach es Einheit des Produktionsprozesses und Zirkulationsprozesses -, daher in bestimmter Zeitperiode bestimmten Profit bringt. In der Form des zinstragenden Kapitals bleibt bloß diese Bestimmung, ohne die Vermittlung von Produktionsprozeß und Zirkulationsprozeß. In Kapital und Profit ist noch die Erinnerung an die Vergangenheit desselben, obgleich durch die Verschiedenheit des Profits vom Mehrwert, den uniformen Profit aller Kapitalien – allgemeine Profitrate – das Kapital schon ||892| sehr verdunkelt, Dunkelding und mystère wird.
Im zinstragenden Kapital ist dieser automatische Fetisch vollendet, der sich selbst verwertende Wert, das geldmachende Geld, und trägt es in dieser Form keine Narben seiner Entstehung mehr. Das gesellschaftliche Verhältnis ist vollendet als Verhältnis des Dings (Geld, Ware) zu sich selber.
Die weitre Untersuchung über den Zins und sein Verhältnis zum Profit gehört nicht hierher; sowenig wie die Untersuchung, in welchem Verhältnis der Profit sich teilt in industriellen Profit und Zins. Soviel klar, daß in Kapital und Zins das Kapital als mysteriöse und selbstschöpferische Quelle des Zinses, seiner Vermehrung, vollendet ist. In dieser Form existiert das Kapital daher auch für die Vorstellung besonders. Es ist das Kapital par excellence.
Da auf Grundlage der kapitalistischen Produktion eine bestimmte Wertsumme, in Geld oder Waren dargestellt – eigentlich in Geld, der verwandelten Form der Ware –, die Macht gibt, ein bestimmtes Quantum Arbeit gratis aus den Arbeitern auszuziehn, bestimmte surplus value, surplus labour, surplus produce4 sich anzueignen, so klar, daß das Geld selbst als Kapital verkauft werden kann, aber als eine Ware sui generis5, oder daß Kapital in der Form von Ware oder Geld gekauft werden kann.
Es kann als Quelle des Profits verkauft werden. Durch Geld etc. befähige ich den andren, sich surplus value anzueignen. Es ist also in der Ordnung, daß ich einen Teil dieser surplus value erhalte. Wie das Land Wert hat, weil es mich befähigt, einen Teil der surplus value abzufangen, ich also in dem Land bloß diese durch es abgefangne surplus value zahle, so im Kapital die durch es geschaffne surplus value. Da im kapitalistischen Produktionsprozeß der Wert des Kapitals sich verewigt, reproduziert, beseits seinem Mehrwert, so ist es in der Ordnung, daß, wenn Geld oder Ware als Kapital verkauft werden, sie nach bestimmter Periode zu dem Verkäufer retournieren und er es nie veräußert wie die Ware; [er] das Eigentum daran behält. Geld oder Ware wird so nicht als Geld oder Ware verkauft, sondern in zweiter Potenz, als Kapital, als sich vermehrendes Geld oder Waren wert. Es vermehrt sich nicht nur, sondern erhält sich im Gesamtprozeß der Produktion. Es bleibt daher als Kapital für den Verkäufer, kehrt zu ihm zurück. Der Verkauf besteht darin, daß ein Dritter, der es als produktives Kapital verwendet, von seinem Profit, den er nur durch das Kapital macht, bestimmten Teil dem Besitzer des Kapitals zu zahlen [hat]. Es wird vermietet wie das Land als ein wertschaffendes Ding, das sich in dieser Wertschöpfung erhält, beständig returniert und daher auch dem ursprünglichen Verkäufer returniert werden kann. Nur durch den Return6 zu ihm ist es Kapital. Sonst verkaufte er es als Ware oder kaufte mit ihm als Geld.
Jedenfalls aber ist die Form, für sich betrachtet, die (es7 wird in der Tat periodisch veräußert, als Mittel, Arbeit zu exploitieren, Mehrwert zu machen), daß das Ding nun als Kapital und das Kapital als bloßes Ding erscheint, das gesamte Resultat des kapitalistischen Produktions- und Zirkulationsprozesses als eine dem Ding inhärente Eigenschaft, und es hängt vom Besitzer von Geld, i. e. der Ware in ihrer stets austauschbaren Form ab, ob er es als Geld verausgaben oder als Kapital vermieten will.
Es ist hier das Verhältnis des Kapitals als principal8 zu sich selbst als fructus9, und an seinem eignen Wert ist der Profit gemessen, den es abwirft, ohne durch diesen Prozeß verlorenzugehen (wie dies der Natur des Kapitals entspricht).
Es ist daher klar, warum die oberflächliche Kritik, ganz wie sie die Ware will und das Geld bekämpft, so sich jetzt mit ihrer reformierenden Weisheit gegen das zinstragende Kapital wendet, ohne die wirkliche kapitalistische Produktion anzutasten, nur eins ihrer Resultate angreift. Diese Polemik gegen das zinstragende Kapital vom Standpunkt der kapitalistischen Produktion aus, die heutzutage als „Sozialismus“ sich aufbläht, findet sich übrigens als Entwicklungsmoment des Kapitals selbst z.B. im 17. Jahrhundert, wo der industrielle Kapitalist sich erst gegen den altmodischen Wucherer, der ihm damals noch übermächtig, durchzusetzen hatte.
||893| Die vollständige Versachlichung, Verkehrung und Verrücktheit des Kapitals als zinstragendes Kapital – worin jedoch nur die innre Natur der kapitalistischen Produktion, [ihre] Verrücktheit, in handgreiflichster Form erscheint – ist das Kapital als „compound interest" bearing", wo es als ein Moloch erscheint, der die ganze Welt als das ihm gebührende Opfer verlangt, durch ein mysteriöses Fatum jedoch seine gerechten, aus seiner Natur selbst hervorgehenden Forderungen nie befriedigt, stets durchkreuzt sieht.
Die charakteristische Bewegung des Kapitals, sowohl im Produktionsprozeß als Zirkulationsprozeß, ist die Rückkehr des Geldes oder der Ware zu ihrem Ausgangspunkt, zum Kapitalisten. Es drückt dies sowohl die reale Metamorphose aus, daß die Ware in ihre Produktionsbedingungen und die Produktionsbedingungen wieder in die Form der Ware verwandelt werden: Reproduktion. Anderseits die formelle Metamorphose, daß die Ware in Geld, das Geld wieder in Ware verwandelt wird. Endlich die Vervielfältigung des Werts, G – W – G'. Der ursprüngliche Wert, aber im Prozeß sich vergrößernd, bleibt immer in der Hand desselben Kapitalisten. Nur die Formen wechseln, worin er ihn in der Hand hat, als Geld, Ware, oder in der Form des Produktionsprozesses selbst.
Diese Rückkehr des Kapitals zu seinem Ausgangspunkt erhält im zinstragenden Kapital eine ganz äußerliche, von der wirklichen Bewegung, deren Form sie ist, getrennte Gestalt. A gibt sein Geld aus, nicht als Geld, sondern als Kapital. Es geht hier kein change11 mit dem Geld vor. Es wechselt nur die Hände. Seine wirkliche Verwandlung in Kapital vollzieht sich erst in der Hand von B. Aber für A ist es Kapital geworden durch den Übergang des Geldes aus der Hand von A in die von B. Der wirkliche Return des Kapitals aus den Produktions- und Zirkulationsprozessen findet für B statt. Aber für A findet der return in derselben Weise statt wie die Veräußerung. Es geht von der Hand von B wieder in die von A zurück. Er verleiht das Geld, statt es auszugeben.
Jeder Stellenwechsel des Geldes im wirklichen Produktionsprozeß des Kapitals drückt ein Moment der Reproduktion [aus], sei es Verwandlung von Geld in Arbeit, sei es Verwandlung der fertigen Ware in Geld (Schluß des Produktionsakts), sei es Rückverwandlung des Geldes in Ware (Erneuerung des Produktionsprozesses, Wiederbeginn der Reproduktion). Der Stellenwechsel des Geldes, wenn es als Kapital verliehn wird, also nicht in Kapital verwandelt wird, sondern als Kapital in die Zirkulation eintritt, drückt nichts aus als transfer12 desselben Geldes aus einer Hand in die andre. Der Eigentumstitel bleibt in der Hand des Verleihers, aber der Besitz geht in die Hand des industriellen Kapitalisten über. Für den Verleiher aber beginnt die Verwandlung des Geldes in Kapital von dem Augenblick, wo er es, statt als Geld auszugeben, es als Kapital ausgibt, d.h. in die Hand des industriellen Kapitalisten gibt. (Es bleibt für ihn Kapital, wenn er es auch nicht dem Industriellen, sondern dem Verschwender leiht, oder wenn er einem Arbeiter leiht, der seine Miete nicht zahlen kann. Die ganze Pfandhausgeschichte.) Allerdings verwandelt der andre es in Kapital, aber das ist eine Operation jenseits der, die zwischen Verleiher und Leiher vorgeht. In ihr ist diese Vermittlung ausgelöscht, nicht sichtbar, nicht unmittelbar einbegriffen. Statt der wirklichen Verwandlung von Geld in Kapital zeigt sich hier nur die inhaltslose Form derselben. Wie beim Arbeitsvermögen wird der Gebrauchswert des Geldes hier der, Tauschwert zu schaffen, größern Tauschwert, als in ihm selbst enthalten ist. Es wird als sich verwertender Wert verliehn, [als] Ware, nur [als] Ware, die sich eben durch diese Eigenschaft von der Ware als solcher unterscheidet und daher auch eine eigentümliche Form der Veräußerung besitzt.
Der Ausgangspunkt des Kapitals ist der Warenbesitzer, Geldbesitzer, kurz, der Kapitalist. Da bei ihm Ausgangspunkt und Rückgangspunkt zusammenfallen, kehrt er zum Kapitalisten zurück. Hier aber existiert der Kapitalist doppelt, der Eigentümer des Kapitals und der industrielle Kapitalist, der wirklich Geld in Kapital verwandelt. Faktisch strömt ||894| das Kapital von ihm aus und kehrt zu ihm zurück. Aber nur als dem Besitzhalter. Der Kapitalist existiert doppelt. Juristisch und ökonomisch. Als Eigentum kehrt es daher auch zu dem juristischen Kapitalisten, [dem] left handed Sam13, zurück. Aber die Rückkehr des Kapitals, die die Erhaltung seines Werts einschließt, es als sich erhaltenden und verewigenden Wert setzt, ist wohl vermittelt für Kapitalist Nr.II, aber nicht für Kapitalist Nr. I. Die Rückkehr drückt sich hier daher auch nicht aus als Konsequenz und Resultat einer Reihe ökonomischer Prozesse, sondern infolge einer besonderen juristischen Transaktion zwischen Käufer und Verkäufer; daß es verliehn, statt verkauft, also nur temporär veräußert wird. Was in der Tat verkauft wird, ist sein Gebrauchswert, der hier der ist, Tauschwert zu setzen, Profit zu produzieren, mehr Wert zu produzieren, als es selbst enthält. Als Geld ändert es sich nicht durch den Gebrauch. Aber als Geld wird es ausgegeben, und als Geld strömt es zurück.
Die Form, worin es zurückströmt, hängt von der Reproduktionsweise des Kapitals ab. Wird es als Geld verliehn, so retourniert es in der Form des zirkulierenden Kapitals, sein ganzer Wert + Surpluswert, hier den Teil des Surpluswerts oder Profits, der sich in Zins auflöst: die ausgeliehne Geldsumme + der aus ihr entsprungenen Zuwachssumme.
Wird es in der Form von Maschinerie, Baulichkeiten etc. ausgeliehn, kurz, in einer stofflichen Form, worin es im Produktionsprozeß als fixes Kapital funktionieren muß, so retourniert es in der Form des fixen Kapitals, als Annuité14, d. h. z. B., jährlich = dem Ersatz für das déchet15, = dem Wertteil desselben, der in Zirkulation getreten ist, + dem Teil der surplus value, der als Profit (hier Teil des Profits, Zins) auf das fixe Kapital berechnet ist (nicht soweit es fixes Kapital, sondern soweit es Kapital von bestimmter Größe überhaupt ist).
In dem Profit als solchem ist schon die surplus value und daher seine wirkliche Quelle verdunkelt und mystifiziert:
1. indem, formell betrachtet, der Profit ist die surplus value, berechnet auf das ganze vorgeschußne Kapital, [so daß] jeder Teil des Kapitals, fix oder zirkulierend, in Rohmaterial, Maschinerie oder Arbeit ausgelegt, gleich großen Profit bringt;
2. indem durch die Bestimmung der allgemeinen Profitrate, wie bei einem einzelnen gegebnen Kapital von 500 z. B. jedes Fünftel z. B. 10 p. c. bringt, wenn die surplus value = 50, so jetzt jedes Kapital von 500 oder 100, in welcher Sphäre tätig, wie immer in ihm die Proportion von variablem und konstantem Kapital, wie verschiednen seine Umschlagszeit etc., in derselben Periode denselben Durchschnittsprofit, z. B. von 10 p. c. bringt, wie jedes andre Kapital von ganz andren organischen Bedingungen. Indem also der Profit der einzelnen Kapitalien, isoliert betrachtet, und der von ihnen selbst in ihrer eignen Produktionssphäre geschaffne Mehrwert real verschiedne Größen werden.
In zwei allerdings nur weiterentwickelt, was schon in eins lag.
Nun ist es aber diese schon veräußerlichte, von ihrer ersten einfachen Gestalt, worin sie noch die Nabelschnur der Geburt zeigt, verschiedne und keineswegs auf den ersten Blick wiedererkennbare Form des Mehrwerts, sein Dasein als Profit, worauf der Zins ruht. Er setzt den Profit – von dem er selbst bloß ein unter besondre Kategorie, Rubrik rangierter Teil ist – unmittelbar voraus, nicht den Mehrwert. In dem Zins ist also der Mehrwert wieder viel unkenntlicher als im Profit, da er sich direkt auf den Mehrwert nur in der Form des Profits bezieht.
Die Zeit des Return hängt vom wirklichen Produktionsprozeß ab; beim zinstragenden Kapital scheint seine Rückkehr als Kapital von der bloßen Konvention zwischen Verleiher und Borger abzuhängen. So daß der Return des Kapitals mit Bezug auf diese Transaktion nicht mehr als durch den Produktionsprozeß bestimmtes Resultat erscheint, sondern so, als ob die Form des Geldes keinen Augenblick dem Kapital verloreginge. Allerdings sind diese transactions durch die real returns16 bestimmt. Aber das erscheint nicht in der Transaktion selbst.
||895| Der Zins als unterschieden von Profit stellt den Wert des bloßen Eigentums an Kapital dar, i.e. macht das Eigentum von Geld (Wertsumme, Ware, in welcher Form immer) an sich zu Eigentum von Kapital und daher Ware oder Geld für sich zu sich verwertendem Wert. Die Arbeitsbedingungen sind allerdings bloß Kapital, sofern sie dem Arbeiter gegenüber als sein Nichteigentum und daher als fremdes Eigentum funktionieren. Als solches funktionieren sie aber nur im Gegensatz zur Arbeit. Das gegensätzliche Dasein dieser Bedingungen gegen die Arbeit macht ihren Eigentümer zum Kapitalisten und diese von ihm besessenen Bedingungen zu Kapital. In der Hand des moneyed capitalist17 A besitzt das Kapital aber nicht diesen gegensätzlichen Charakter, der es zum Kapital macht, also auch das Eigentum an Geld als Kapitaleigentum erscheinen läßt. Die reale Formbestimmtheit, wodurch Geld oder Ware Kapital wird, ist ausgelöscht. Der moneyed [capitalist] A steht in keiner Weise dem Arbeiter gegenüber, sondern nur einem andren Kapitalisten B. Was er ihm verkauft, ist in der Tat der „Gebrauch“ des Gelds; die Wirkungen, die es hervorbringen wird, when converted into productive capital18. Aber der Gebrauch ist in der Tat nicht, was er direkt verkauft. Verkaufe ich Ware, so verkaufe ich einen bestimmten Gebrauchswert, den Geld als die verwandelte Form der Ware hat. Ich verkaufe nicht den Gebrauchswert der Ware neben ihrem Tauschwert, noch kaufe ich den besondren Gebrauchswert des Gelds neben dem Geld selbst. Als Geld hat aber das Geld – vor seiner Verwandlung und Funktion als Kapital, die es in der Hand des money-lender19 nicht verrichtet – keinen andren Gebrauchswert als den, den es als Ware besitzt (Gold, Silber, seine stoffliche Substanz) oder als Geld, verwandelte Form der Ware. In der Tat, was der money-lender dem industriellen Kapitalisten verkauft – was in dieser Transaktion vorgeht, ist nur dies: Er überläßt ihm das Eigentum an dem Geld für bestimmte Zeit. Er veräußert seinen Eigentumstitel für a certain term20, und damit hat der industrielle Kapitalist das Eigentum für a certain term gekauft. Sein Geld erscheint daher als Kapital, bevor es veräußert wird; das bloße Eigentum von Geld oder Ware – getrennt vom kapitalistischen Produktionsprozeß – als Kapital.
Daß es sich als Kapital erst nach der Veräußerung bewährt, ändert an der Sache nichts, sowenig es am Gebrauchswert der Baumwolle ändert, daß ihr Gebrauchswert sich erst nach ihrer Veräußerung an den Spinner bewährt, oder der Gebrauchswert des Fleisches erst, sobald es aus dem Laden des Metzgers auf den Tisch des Konsumenten übergegangen ist. Geld, sobald es nicht zur Konsumtion verausgabt wird, Ware, sobald sie nicht wieder der Konsumtion des Eigentümers dient, machen daher ihren Eigentümer zum Kapitalisten und sind für sich – getrennt vom kapitalistischen Produktionsprozeß und vor ihrer Verwandlung in „produktives“ Kapital – Kapital. D. h. also sich selbst verwertender, erhaltender und vermehrender Wert. Es ist ganz so ihre immanente Eigenschaft, Wert zu schaffen, Zins abzuwerfen, wie die Eigenschaften eines Birnbaums, Birnen zu produzieren. Und als solch zinstragendes Ding verkauft der moneylender sein Geld an den industriellen Kapitalisten. Da es sich erhält, sich erhaltender Wert ist, so kann der industrielle Kapitalist es returnieren nach beliebig kontrahierter Frist. Da es bestimmten Mehrwert, Zins, jährlich schafft, vielmehr in jedem Zeitraum Wert ihm anwächst, so kann er auch diesen Mehrwert jährlich oder in jeder andren konventionell bestimmten Frist an den Verleiher zahlen. Das Geld als Kapital wirft ja ebenso täglich Mehrwert ab, wie die Lohnarbeit. Während der Zins bloß ein unter besondrem Namen fixierter Teil des Profits ist, erscheint der Zins hier als das dem Kapital als solchem, vom Produktionsprozeß getrennt, und daher nur dem bloßen Eigentum desselben, dem Eigentum von Geld und Ware [Geschuldete], getrennt von den Verhältnissen, die diesem Eigentum den Charakter des kapitalistischen Eigentums, weil den Gegensatz gegen die Arbeit, geben; [der Zins erscheint als] nur dem bloßen Eigentum des Kapitals, und daher dem Kapital eigentlich, eigentümliche Mehrwertschöpfung, während der industrielle Profit umgekehrt als bloßer Zusatz erscheint, den der Leiher durch seine produktive Anwendung des Kapitals (oder wie das auch ausgedrückt wird, durch seine Arbeit als Kapitalist; Funktion als Kapitalist = Arbeit hier gesetzt; ja mit der Lohnarbeit identifiziert; indem der wirklich im Produktionsprozeß fungierende industrielle Kapitalist in der Tat als tätiger Agent der Produktion, als Arbeiter gegenüber dem faulen, untätigen Verleiher des Gelds erscheint, der die Funktion des Eigentums getrennt und außerhalb des Produktionsprozesses bekleidet), i.e. Exploitation der Arbeiter sich vermittelst des geliehnen Kapitals erwirbt.
Der Zins, nicht der Profit, erscheint so als die aus dem Kapital als solchem, und daher als aus dem bloßen Eigentum des Kapitals strömende Wertschöpfung des Kapitals; daher die von dem Kapital eigentümlich geschaffene Revenue. In dieser Form wird es daher auch von den Vulgärökonomen aufgefaßt. In dieser Form ist alle Vermittlung ausgelöscht, und die Fetischgestalt des Kapitals wie die Vorstellung von dem Kapitalfetisch fertig. Die Gestalt erzeugt sich notwendig dadurch, daß das juristische Eigentum des Kapitals von seinem ökonomischen sich trennt, und die Aneignung eines Teils des Profits, unter dem Namen Zins, einem von dem Produktionsprozeß ganz getrennten Kapital an sich oder Kapitaleigentümer zuströmt.
Für den Vulgärökonomen, der das Kapital als selbständige Quelle des Werts, der Wertschöpfung darstellen will, ist natürlich diese Form ein gefundnes Fressen, eine Form, worin die Quelle des Profits nicht mehr erkenntlich und das Resultat des kapitalistischen Prozesses – getrennt von dem Prozeß – ein selbständiges Dasein erhält. In G – W – G' ist noch Vermittlung enthalten. In G – G' haben wir die begriffslose Form des Kapitals, die Verkehrung und Versachlichung des Produktionsverhältnisses in der höchsten Potenz.
Der allgemeinen Profitrate entspricht natürlich eine allgemeine Zinsrate oder allgemeiner Zinsfuß. Es ist hier nicht unsre Absicht, dies weiter zu entwickeln, indem die Analyse des zinstragenden Kapitals nicht diesem allgemeinen Abschnitt, sondern dem Abschnitt über den Kredit gehört. Wichtig dagegen, um diese Erscheinungsform des Kapitals ganz herauszuarbeiten, die Bemerkung, daß die allgemeine Profitrate ungleich weniger als ein handgreifliches, festes Faktum erscheint, wie die Zinsrate oder der Zinsfuß. Der Zinsfuß schwankt zwar beständig. Heute (auf dem Geldmarkt für den industriellen Kapitalisten, und davon handeln wir allein) 2, morgen 3, übermorgen 5 p.c. Aber er ist 2, 3, 5 Prozent für alle Leiher. Es ist ein allgemeines Verhältnis jeder Geldsumme, von 100 £ 2, 3, 5 p.c. abzuwerfen, während dieselbe Wertsumme in der wirklichen Funktion als Kapital in den besondren Produktionssphären sehr verschiedene wirkliche Profite abwirft, aus deren Abweichung vom idealen Durchschnittsniveau sich beständig nur durch einen Prozeß, eine Reaktion das Niveau herstellt, und dies immer nur in längern Zirkulationsepochen des Kapitals. Während einiger Jahre steht die Profitrate höher in bestimmten Sphären, während der folgenden niedriger. Die Jahre zusammengefaßt oder eine Serie solcher evolution21, wird im Durchschnitt der average profit22 herauskommen. So erscheint er aber nie als unmittelbar Gegebenes, sondern nur als das Durchschnittsresultat widersprechender Oszillationen. Anders mit dem Zinsfuß. Er ist in seiner Allgemeinheit ein täglich fixiertes Faktum, ein Faktum, das dem industriellen Kapitalisten sogar als Voraussetzung und ein Item der Kalkulation bei seinen Operationen dient. Die allgemeine Profitrate existiert in der Tat nur als ideale Durchschnittszahl, soweit sie zur Schätzung der wirklichen Profite dient; sie existiert nur als Durchschnittszahl, als Abstraktion, soweit sie als für sich Fertiges, Bestimmtes, Gegebnes fixiert wird; in der Wirklichkeit aber ist sie nur in der bestimmenden Tendenz in der Bewegung der Ausgleichung der wirklichen verschiednen Profitraten, sei es des einzelnen Kapital in derselben Sphäre, sei es der verschiednen Kapitalien in den verschiednen Produktionssphären.
||897| Was der Verleiher vom Kapitalisten verlangt, ist berechnet auf die allgemeine Profitrate (average), nicht seine individuelle Abweichung davon. Das average wird hier zur Voraussetzung. Der Zinsfuß selbst variirt, aber für alle Leiher.
Ein bestimmter, gleicher Zinsfuß existiert dagegen nicht nur im Durchschnitt, sondern faktisch (wenn auch mit Variationen zwischen Minimum und Maximum, je nachdem der Borger first rate23 oder nicht), und [es] erscheinen vielmehr die Abweichungen als Ausnahmen, motiviert durch besondre Umstände. Meteorologische Bulletins zeichnen nicht genauer den Stand des Barometers an, als Börsenbulletins den Stand des Zinsfußes, nicht für dieses oder jenes Kapital, sondern für das auf dem Geldmarkt befindliche, d.h. verleihbare Kapital.
Es ist hier nicht der Ort, auseinanderzusetzen, woher diese größere Fixität und Gleichheit des Zinsfußes für das verleihbare Kapital, im Gegensatz zu und Unterschied von der minder greifbaren Form der allgemeinen Profitrate. Eine solche Auseinandersetzung gehört in den Abschnitt vom Kredit. Soviel aber auf der Hand liegend: Die Oszillationen der Profitrate – ganz abgesehen von den besondren Vorteilen, die einzelne Kapitalisten innerhalb derselben Produktionssphäre genießen – innerhalb jeder Sphäre hängen von dem jedesmaligen Stand der Marktpreise und ihren Oszillationen um die Kostenpreise ab. Der Unterschied der Profitraten in den verschiednen Sphären kann nur durch Vergleichung der Marktpreise der verschiednen Sphären, also der verschiednen Waren, mit den Kostenpreisen der verschiednen Waren erkannt werden. Das Sinken der Profitrate in einer besondren Sphäre unter den idealen Durchschnitt, wenn es sich verlängert, reicht hin, um Kapital dieser Sphäre zu entziehn oder die Zufuhr von neuem Kapital on the average scale24 von ihr auszuschließen. Denn es ist noch mehr die Zufuhr des neuen additional25 Kapitals als die Distribution des investierten, die die Verteilung des Kapitals an die besondren Sphären ausgeglicht. Dagegen der surplus profit in besondren Sphären wird erst erkennbar durch Vergleichung der Marktpreise mit den Kostenpreisen. Sobald der Unterschied in der einen oder andren Weise sich zeigt, [setzt ein] Aus- und Einwanderung der Kapitalien von und zu den besondren Sphären. Abgesehn davon, daß dies ein Akt der Ausgleichung, der Zeit braucht, erscheint der Durchschnittsprofit in jeder besondren Sphäre selbst nur in dem Durchschnitt der Profitraten, die z. B. während eines Zyklus von 7 Jahren etc., je nach der Natur des Kapitals, realisiert werden. Die bloßen Schwankungen unter und über, wenn sie das Durchschnittsmaß nicht übersteigen, nicht außerordentliche Form annehmen, sind also nicht hinreichend, transfer of capital26 zu bewirken, wozu noch die Schwierigkeiten hinzukommen, die das capital fixe den transfers entgegensetzt. Augenblickliche Konjunkturen können nur wirken in beschränktem Maß und mehr auf die Anziehung oder Abstoßung von additional capital als auf die Redistribution des in den verschiednen Sphären investierten Kapitals.
Man sieht, dies Ganze ist eine sehr verwickelte Bewegung, wobei sowohl die Marktpreise in jeder besondren Sphäre, die komparativen Kostenpreise der verschiednen Waren, Stand von Nachfrage und Zufuhr innerhalb jeder Sphäre, wie Konkurrenz der Kapitalisten der verschiednen Sphären in Betracht kommt, und wobei außerdem die raschere oder langsamere Ausgleichung abhängt von der besondren organischen Zusammensetzung der Kapitalien (z. B. mehr fixes oder zirkulierendes) und von der besondren Natur ihrer Waren, je nachdem ihre Natur als Gebrauchswerte raschere Entziehung vom Markt, Verminderung oder Vermehrung der Zufuhr leichter erlaubt, entsprechend dem Stand der Marktpreise.
Dagegen bei dem Geldkapital – auf dem Geldmarkt – stehn sich nur zwei Sorten von Käufern und Verkäufern, von Nachfrage und Zufuhr gegenüber. Auf der einen Seite die leihende Kapitalistenklasse, auf der andren die verleihende. Die Ware hat dieselbe Form – Geld. Alle besondren Gestalten, die das Kapital annimmt, je nach der besondren Produktionssphäre oder Zirkulationssphäre, worin es angelegt ist, sind hier ausgelöscht. Es existiert hier in der unterschiedslosen, sich selbst gleichen Gestalt des selbständigen Tauschwerts, des Geldes. Die Konkurrenz der besondren Sphären hört hier auf; sie sind alle zusammengeworfen als Geldleiher, und das Kapital steht allen auch gegenüber in der Form, worin es noch gleichgültig gegen die Formen seiner Anwendung ist. Als was das produktive Kapital ||898| nur in der Bewegung und der Konkurrenz zwischen den besondren Sphären erscheint, als gemeinsames Kapital der Klasse, tritt es hier wirklich, der Wucht nach, in der Nachfrage nach Kapital auf. Andererseits besitzt das Geldkapital (das Kapital auf dem Geldmarkt) wirklich die Gestalt, worin es als gemeinsames Element, gleichgültig gegen seine besondre Anwendung, sich unter die verschiednen Sphären, unter die Kapitalistenklasse verteilt, je nach den Produktionsbedürfnissen jeder besondern Sphäre. Es kömmt hinzu, daß mit Entwicklung der großen Industrie das Geldkapital mehr und mehr, soweit es auf dem Markt auftritt, nicht vom einzelnen Kapitalisten vertreten wird, dem Eigentümer dieses oder jenes Parcels27 des auf dem Markt befindlichen Kapitals, sondern sich konzentriert, organisiert, und ganz anders als die reelle Produktion [als] die Kontrolle der das Kapital vertretenden Bankiers auftritt. So daß sowohl, was die Form der Nachfrage angeht, ihm die Wucht einer Klasse gegenübertritt; aber was die Zufuhr angeht, es als verleihbares Kapital en masse, das verleihbare Kapital der Gesellschaft, in wenigen Reservoirs konzentriert, sich darstellt.
Dies sind einige der Gründe, weswegen die allgemeine Profitrate als ein verschwimmendes Nebelbild erscheint neben dem fixen Zinsfuß, der zwar schwankt seiner Größe nach, was aber ebensowenig verhindert, daß er gleichmäßig für alle Borger schwankt, und ihnen daher stets als Fixes, Gegebnes gegenübertritt, wie der Wertwechsel des Geldes es nicht hindert, allen Waren gegenüber gleichen Wert zu haben. Wie die Marktpreise der Waren täglich schwanken, was sie nicht hindert, täglich quotiert zu werden, so der Zinsfuß, der ebenso regelmäßig als Preis des Geldes quotiert wird. Es ist, weil das Kapital hier selbst als besondre Ware angeboten ist – Geld –; die Fixation seines Preises daher Fixation des Marktpreises wie bei allen andren Waren ist; die Zinsrate sich daher stets als allgemeine Zinsrate, als soviel für soviel Geld, darstellt, während die Profitrate innerhalb derselben Sphäre verschieden sein kann bei gleichen Marktpreisen der Waren (je nach den Bedingungen, worin die einzelnen Kapitalien dieselbe Ware produzieren; denn die besondre Rate des Profits hängt nicht vom Marktpreis der Ware, sondern von der Differenz zwischen dem Marktpreis und Kostenpreis ab) und innerhalb der verschiednen Sphären sich nur durch beständige Oszillationen im Prozesse ausgleicht. Mit einem Wort: Erst im moneyed capital, dem verleihbaren Geldkapital ist das Kapital zur Ware geworden, deren sich selbst verwertende Qualität einen fixen Preis hat, der im jedesmaligen Zins quotiert ist.
Als zinstragendes Kapital, und zwar in seiner unmittelbaren Form als zinstragendes Geldkapital (die andren Formen des zinstragenden Kapitals, die uns hier nicht kümmern, sind wieder von dieser Form abgeleitet und unterstellen sie), hat das Kapital daher seine reine Fetischform erhalten. Erstens durch sein fortwährendes Dasein als Geld, eine Form, worin alle Bestimmtheit desselben ausgelöscht und seine realen Elemente unsichtbar sind; es als bloßes Dasein des selbständigen Tauschwerts, als verselbständigter Wert existiert. In dem realen Prozeß des Kapitals ist die Geldform eine verschwindende. Auf dem Geldmarkt existiert es stets in dieser Form. Zweitens, der von ihm erzeugte Mehrwert, wieder in der Form des Geldes, erscheint ihm als solchem zukommend, daher dem bloßen Eigentümer des Geldkapitals, des Kapitals, getrennt von seinem Prozeß. G – W – G' wird hier G – G' und zwar erscheint, wie seine Form hier die unterschiedslose Geldform ist – Geld ist ja grade die Form, worin der Unterschied der Waren als Gebrauchswerte, daher auch der Unterschied der produktiven Kapitalien, die aus den Existenzbedingungen dieser Waren bestehen, die besondre Form der produktiven Kapitalien selbst ausgelöscht ist – so der Mehrwert, den es erzeugt, das Mehrgeld, was es wird oder ist, in bestimmter, an der Masse der Geldsumme selbst gemeßner Rate. [Bei] 5 p. c. Zins 100 als Kapital ist 105. So die rein handgreifliche Form des sich verwertenden Werts oder des geldschaffenden Geldes. Zugleich die rein gedankenlose Form. Die unbegreifliche, mystifizierte. Wir gingen in der Entwicklung des Kapitals aus von G – W – G, wovon G – G' nur das Resultat war. Wir finden jetzt G – G' als Subjekt. Wie das Wachsen dem Baum, so das Geldzeugen (τόκος) dem Kapital in dieser seiner reinen Form als Geld eigen. Die unbegreifliche Form, die wir an der Oberfläche vorfinden und von der wir in der Analyse daher ausgingen, finden wir wieder als das Resultat des Prozesses, worin nach und nach die Gestalt des Kapitals immer entfremdeter und beziehungsloser auf sein innres Wesen wird.
||899| Geld als die verwandelte Form der Ware war das, wovon wir ausgingen. Geld als die verwandelte Form des Kapitals ist das, wozu wir kommen, ganz wie wir die Ware als Voraussetzung und Resultat des Produktionsprozesses des Kapitals erkannt haben.
In dieser seiner wunderlichsten und zugleich der populärsten Vorstellung nächsten Gestalt ist das Kapital sowohl die „Grundform“ der Vulgärökonomen als der nächste Angriffspunkt einer oberflächlichen Kritik; das erstere, teils weil der innre Zusammenhang hier am wenigsten erscheint und das Kapital in einer Form auftritt, worin es als selbständige Quelle von Wert scheint; teils weil in dieser Form sein gegensätzlicher Charakter total vertuscht und ausgelöscht ist, kein Gegensatz zur Arbeit. Anderseits Angriff, weil es die Form ist, worin es am irrationalsten auftritt, den leichtesten Angriffspunkt für die Vulgärsozialisten bietet.
Die Polemik der bürgerlichen Ökonomen im 17. Jahrhundert (Child, Culpeper etc.) gegen den Zins als selbständige Form des Mehrwerts ist nur der Kampf der aufkommenden industriellen Bourgeoisie gegen die altmodischen Wucherer, Monopoliseure des Geldvermögens damals. Das zinstragende Kapital ist hier noch an ante diluvian form of capital29, die erst dem industriellen Kapital untergeordnet werden und die abhängige Stellung davon bekommen muß, die es auf Basis der kapitalistischen Produktion theoretisch und praktisch einnehmen muß. Die Bourgeoisie stand nicht an, die Staatshilfe hier wie anderwärts zu Hilfe zu nehmen, wo es galt, die vorgefundnen, überlieferten Produktionsverhältnisse ihren eignen adäquat zu machen.
Es ist klar, daß eine andre Verteilung des Profits zwischen verschiednen Sorten Kapitalisten, also Heraufsetzen des industriellen Profits durch Herabsetzen des Zinsfußes und umgekehrt, das Wesen der kapitalistischen Produktion in keiner Weise berührt. Der gegen das zinstragende Kapital als die „Grundform“ des Kapitals gerichtete Sozialismus ist also nicht nur selbst bis über die Ohren in dem bürgerlichen Horizont befangen. Soweit seine Polemik nicht ein mißverstandner, in dunklem Drang gegen das Kapital selbst gerichteter Angriff und Kritik ist – welcher es aber identifiziert mit einer abgeleiteten Form desselben –, ist er durchaus nichts als sozialistisch verkleidetes Drängen nach Entwicklung des bürgerlichen Kredits, drückt also nur die Unentwickeltheit der Verhältnisse in dem Lande aus, worin solche Polemik sich sozialistisch gebart, ist selbst nur ein theoretisches Symptom der kapitalistischen Entwicklung, obgleich dieses bürgerliche Streben sehr haarsträubende Formen, wie z.B. die des „crédit gratuit“ annehmen kann. So St.-Simonismus mit seiner Verherrlichung des Bankiertums. (Crédit mobilier später.)