Wie wir A.Smith bisher in allem zwieschlächtig gefunden haben, so in der Bestimmung dessen, was er produktive Arbeit im Unterschied zu unproduktiver Arbeit nennt. Wir finden durcheinanderlaufend bei ihm zwei Bestimmungen von dem, was er produktive Arbeit nennt, und wollen zuerst die erste, richtige Bestimmung betrachten.
Produktive Arbeit im Sinn der kapitalistischen Produktion ist die Lohnarbeit, die im Austausch gegen den variablen Teil des Kapitals (den in Salair ausgelegten Teil des Kapitals) nicht nur diesen Teil des Kapitals reproduziert (oder den Wert ihres eignen Arbeitsvermögens), sondern außerdem Mehrwert für den Kapitalisten produziert. Nur dadurch wird Ware oder Geld in Kapital verwandelt, als Kapital produziert. Nur die Lohnarbeit ist produktiv, die Kapital produziert. (Dies ist dasselbe, daß sie die in ihr ausgelegte Wertsumme vergrößert reproduziert oder mehr Arbeit zurückgibt, als sie erhält in der Form des Salairs. Also nur das Arbeitsvermögen, dessen Verwertung größer ist als sein Wert.)
Die mere existence1 einer Kapitalistenklasse, also des Kapitals, beruht auf der Produktivität der Arbeit, aber nicht auf ihrer absoluten, sondern auf ihrer relativen Produktivität. Z.B.: Wäre ein Arbeitstag nur hinreichend, um den Arbeiter am Leben zu erhalten, d.h. sein Arbeitsvermögen zu reproduzieren, ||301|| so wäre, absolut gesprochen, die Arbeit produktiv, weil sie reproduktiv wäre, d.h. die von ihr konsumierten Werte (gleich dem Wert ihres eignen Arbeitsvermögens) stets ersetzte. Allein, sie wäre nicht produktiv im kapitalistischen Sinn, weil sie keinen Mehrwert produzierte. (Sie produzierte in der Tat keinen neuen Wert, sondern ersetzte nur den alten; sie hätte ihn, den Wert, in der einen Form konsumiert, um ihn in der andren zu reproduzieren. Und in diesem Sinn ist gesagt worden, daß ein Arbeiter produktiv ist, dessen Produktion gleich seiner eignen Konsumtion, und daß ein Arbeiter unproduktiv ist, der mehr konsumiert, als er reproduziert.)
Diese Produktivität beruht auf der relativen Produktivität, daß der Arbeiter nicht nur einen alten Wert ersetzt, sondern einen neuen schafft; daß er mehr Arbeitszeit vergegenständlicht in seinem Produkt, als in dem Produkt vergegenständlicht ist, das ihn als Arbeiter am Leben erhält. Auf dieser Art produktiver Lohnarbeit beruht das Kapital, seine Existenz.
{Aber gesetzt, es existiere kein Kapital, sondern der Arbeiter eignete sich selbst seine Surplusarbeit an, den Überschuß der Werte, die er geschaffen, über den Überschuß der Werte, die er konsumiert. So wäre nur von dieser Arbeit zu sagen, daß sie wahrhaft produktiv ist, d. h. neue Werte schafft.}
Diese Auffassung der produktiven Arbeit folgt von selbst aus A. Smiths Auffassung vom Ursprung des Mehrwerts, also vom Wesen des Kapitals. Soweit er diese Auffassung geltend macht, folgt er der einen bei den Physiokraten und selbst Merkantilisten eingeschlag'nen Richtung, sie nur von falscher Vorstellungsweise befreiend, also ihren innren Kern herausarbeitend. Die Physiokraten, in ihrer falschen Auffassung, daß nur die Agrikulturarbeit produktiv sei, machten die richtige Ansicht geltend, daß nur die Arbeit, vom kapitalistischen Standpunkt aus, produktiv ist, die einen Mehrwert schafft, und zwar nicht für sich selbst, sondern für den Eigentümer der Produktionsbedingungen, die ein produit net2 nicht für sich selbst, sondern für den Grundeigentümer schafft. Denn die surplus value3 oder Surplusarbeitszeit ist vergegenständlicht in einem surplus produce4 oder produit net. (Sie fassen dies wieder falsch; weil mehr Weizen z. B. übrigbleibt, als Arbeiter und Pächter aufessen; aber es bleibt auch mehr Tuch übrig als das, was Tuchmacher (Arbeiter und master) zu ihrer eignen Bekleidung bedürfen.) Die surplus value wird selbst falsch aufgefaßt, weil sie falsche Vorstellung von der value haben und sie auf den Gebrauchswert der Arbeit, nicht auf Arbeitszeit, gesellschaftliche, qualitätslose Arbeit reduzieren. Nichtsdestoweniger bleibt die richtige Bestimmung, daß die Lohnarbeit nur produktiv ist, die mehr Wert schafft, als sie kostet. A. Smith befreit dies von der falschen Vorstellung, die bei den Physiokraten damit verbunden ist.
Gehn wir von den Physiokraten auf die Merkantilisten zurück. Auch hier ist eine Seite, die, wenn auch ihnen bewußtlos, dieselbe Ansicht von der produktiven Arbeit enthält. Ihnen lag die Vorstellung zugrunde, daß die Arbeit nur produktiv in den Produktionszweigen, deren Produkte, nach dem Ausland geschickt, mehr Geld zurückbringen, als sie gekostet haben (oder als für sie ausgeführt werden mußte), die also ein Land befähigten, in besondrem Grad an den Produkten der neueröffneten Gold- und Silberminen zu partizipieren. Sie sahen, daß in diesen Ländern rasches Wachstum des Reichtums und der Mittelklasse stattfand. Worauf beruhte in der Tat dieser Einfluß des Goldes? Der Arbeitslohn stieg nicht im Verhältnis wie die Warenpreise; der Arbeitslohn sank also, und damit vermehrte sich die relative Surplusarbeit, stieg die Rate des Profits, nicht weil der Arbeiter produktiver geworden, sondern weil der absolute Arbeitslohn (d. h. die Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter erhält) herabgedrückt wurde, mit einem Wort, die Lage der Arbeiter sich verschlechterte. Die Arbeit wurde also in diesen Ländern in der Tat produktiver für ihre Anwender. Dies fact hing mit dem influx5 der edlen Metalle zusammen; und es war dies ein wenn auch nur dunkel geahntes Motiv, weshalb die Merkantilisten die in solchen Produktionszweigen angewandte Arbeit für allein produktiv erklärten.
||302|| „Das auffallende Wachstum [der Bevölkerung], das in den 50 oder 60 letzten Jahren fast in ganz Europa stattfand, hat vielleicht seinen Hauptgrund in der angewachsenen Produktivität der amerikanischen Minen. Ein vermehrter Überfluß der Edelmetalle“ [of course6 infolge des Sinkens ihres realen Werts] „hebt den Preis der Waren in größrem Verhältnis als den Preis der Arbeit; das drückt die Lage des Arbeiters herab und vermehrt zugleich die Profite seines Anwenders, der so mehr zirkulierendes Kapital zum Mieten von Arbeitern anwendet, und dies befördert das Wachstum der Bevölkerung ... Malthus bemerkt, daß ‚die Entdeckung der Minen von Amerika, während sie den Preis des Korns 3–4mal, den der Arbeit nur 2mal hob ...‘ Der Preis der Waren für den Konsum im Inland (z. B. Korn) steigt nicht unmittelbar infolge eines Einströmens von Geld, aber da die Profitrate in der Agrikultur gegen die der Industrie fällt, wird Kapital von der erstern der letztern zugewandt: So wirft jedes Kapital einen höheren Profit ab als früher, und ein Ansteigen der Profite ist immer gleich einem Fallen der Löhne." (John Barton, „Observations on the circumstances which influence the condition of the labouring classes of society", London 1817, p. 29 sqq.)
Also erstens hätte sich nach Barton in der 2ten Hälfte des 18ten Jahrhunderts dasselbe Phänomen wiederholt, das seit dem letzten 1/3 des 16. Jahrhunderts und im 17. dem Merkantilsystem den Anstoß gab. Zweitens, da nur die exportierten Waren in Gold und Silber nach seinem gesunkenen Wert sich messen, während die für home consumption7 noch fortfahren, in Gold und Silber nach seinem alten Wert gemessen zu werden (bis die Konkurrenz unter den Kapitalisten dies Messen in 2 verschiednen Maßen aufhebt), so erscheint die Arbeit in den ersten Produktionszweigen als unmittelbar produktiv, d. h. Mehrwert schaffend, dadurch, daß sie den Arbeitslohn unter sein altes Niveau herabdrückt.
Die zweite, verkehrte Ansicht, die Smith von produktiver Arbeit entwickelt, ist so verflochten mit der richtigen, daß sie sich in demselben Passus Schlag auf Schlag einander folgen. Wir müssen daher zur Illustration der ersten Ansicht die Zitate stückweis auseinanderreißen.
(b. II, ch. III – vol. II, ed. McCulloch –, p. 93 sq.) „Es gibt eine Art von Arbeit, die den Wert des Gegenstands, auf den sie verwendet wird, erhöht; es gibt eine andere, die keine solche Wirkung hat. Die erstere kann, da sie einen Wert produziert, als produktive, die letztere als unproduktive Arbeit bezeichnet werden. So fügt die Arbeit eines Manufakturarbeiters in der Regel dem Wert des von ihm verarbeiteten Materials noch den Wert seines eigenen Unterhalts und den Profit seines Herrn hinzu. Dagegen fügt die Arbeit eines Dienstboten keinen Wert hinzu. Obwohl der Manufakturarbeiter seinen Lohn von seinem Herrn vorgeschossen erhält, kostet er ihm in Wirklichkeit nichts, da der Wert dieses Lohns gewöhnlich zusammen mit einem Profit durch den erhöhten Wert des Gegenstands, auf den er seine Arbeit verwendet hat, zurückerstattet wird. Aber der Unterhalt eines Dienstboten wird nie zurückerstattet. Ein Mann wird reich durch die Beschäftigung einer Vielzahl von Manufakturisten; er wird arm durch den Unterhalt einer Vielzahl von Dienstboten."
In dieser Stelle – und in ihrem Fortgang, der später zu zitieren, laufen die widersprechenden Bestimmungen noch mehr zusammen – ist hauptsächlich, éminent8 unter productive labour9 die verstanden, die einen Mehrwert – „its master's profit"10 – produziert, außer der Reproduktion of the value „of his" (the labourer's) „own maintenance"11. Auch könnte der manufacturer nicht grow rich „by employing a multitude of manufacturers" (working men)12, wenn diese außer der value, die ihre eigne maintenance kostet, nicht auch eine surplus value hinzufügten.
Zweitens aber versteht A.Smith hier unter productive labour eine solche, die überhaupt „produces a value"13. Diese ||303| letzte Erklärung einstweilen außer acht lassend, wollen wir zunächst andre Stellen zitieren, worin die erste Ansicht teils wiederholt, teils schärfer formuliert, namentlich aber auch weiterentwickelt wird.
„Wenn die Menge an Lebensmitteln und Kleidung, die … von den unproduktiven konsumiert wurden, unter die produktiven Arbeiter verteilt worden wäre, hätten sie den vollen Wert ihres Konsums zusammen mit einem Profit reproduziert." (l. c. p. 109; l. II, ch. III.)
Hier ganz ausdrücklich productive labourer14 der, der dem Kapitalisten nicht nur die full value15 der im Salair enthaltnen Lebensmittel reproduziert, sondern sie ihm reproduziert „with a profit"16.
Nur die Arbeit, die Kapital produziert, ist produktive Arbeit. Kapital aber wird Ware oder Geld dadurch, daß sie direkt gegen Arbeitsvermögen ausgetauscht wird und nur ausgetauscht wird, um durch mehr Arbeit, als in ihr selbst enthalten ist, ersetzt zu werden. Denn der Gebrauchswert des Arbeitsvermögens besteht für den Kapitalisten als solchen nicht in seinem17 wirklichen Gebrauchswert, in der Nützlichkeit dieser besondren konkreten Arbeit, daß sie Spinnarbeit, Weberarbeit usw., sowenig wie ihm an dem Gebrauchswert des Produkts dieser Arbeit als solchem liegt, indem das Produkt für ihn Ware (und zwar vor ihrer ersten Metamorphose), nicht Konsumtionsartikel ist. Was ihn an der Ware interessiert, ist, daß sie mehr Tauschwert besitzt, als er für sie zahlte, und so ist der Gebrauchswert der Arbeit für ihn, daß er ein größres Quantum Arbeitszeit zurückerhält, als er in der Form des Salairs gezahlt hat. Unter diese produktiven Arbeiter gehören natürlich alle, die zur Produktion der Ware d'une manière ou d'une autre18 mitarbeiten, vom eigentlichen Handarbeiter bis zum manager, engineer (als unterschieden vom Kapitalisten). Und so zählt auch der letzte englische offizielle Report über die factories „ausdrücklich" alle in der Fabrik und den zugehörigen Comptoirs angewandten Personen, mit Ausnahme der Fabrikanten selbst, unter der Kategorie der beschäftigten Lohnarbeiter auf. (Sieh vor Schluß dieser Scheiße die Worte des report.)
Die produktive Arbeit wird hier bestimmt vom Standpunkt der kapitalistischen Produktion aus, und A.Smith hat die Sache selbst begrifflich erschöpft, den Nagel auf den Kopf getroffen – es ist dies eines seiner größten wissenschaftlichen Verdienste (es bleibt, wie Malthus richtig bemerkt hat, die Grundlage der ganzen bürgerlichen Ökonomie, diese kritische Unterscheidung zwischen produktiver und unproduktiver Arbeit), daß er die produktive Arbeit als Arbeit bestimmt, die sich unmittelbar mit dem Kapital austauscht, d.h. durch Austausch; womit die Produktionsbedingungen der Arbeit und Wert überhaupt, Geld oder Ware, sich erst in Kapital verwandeln (und die Arbeit in Lohnarbeit im wissenschaftlichen Sinn).
Damit ist auch absolut festgesetzt, was unproduktive Arbeit ist. Es ist Arbeit, die sich nicht gegen Kapital, sondern unmittelbar gegen Revenue austauscht, also gegen Salair oder Profit (natürlich auch gegen die verschiednen Rubriken, die als copartners19 am Profit des Kapitalisten partizipieren, wie Zins und Renten). Wo alle Arbeit teilweise sich noch selbst bezahlt (wie die Agrikulturarbeit des Fronbauern z.B.), teilweise sich direkt gegen die Revenue austauscht (wie die Manufakturarbeit der Städte in Asien), existiert kein Kapital und keine Lohnarbeit im Sinne der bürgerlichen Ökonomie. Diese Bestimmungen sind also nicht genommen aus der stofflichen Bestimmung der Arbeit (weder der Natur ihres Produkts noch der Bestimmtheit der Arbeit als konkreter Arbeit), sondern aus der bestimmten gesellschaftlichen Form, den gesellschaftlichen Produktionsverhältnissen, worin sie sich verwirklicht. Ein Schauspieler z.B., selbst ein Clown, ist hiernach ein produktiver Arbeiter, wenn er im Dienst eines Kapitalisten arbeitet (des entrepreneur20), dem er mehr Arbeit zurückgibt, als er in der Form des Salairs von ihm erhält, während ein Flickschneider, der zu dem Kapitalisten ins Haus kommt und ihm seine Hosen flickt, ihm einen bloßen Gebrauchswert schafft, ein unproduktiver Arbeiter ist. Die Arbeit des erstren tauscht sich gegen Kapital aus, die des zweiten gegen Revenue. Die erstre schafft einen Mehrwert; in der zweiten verzehrt sich eine Revenue.
Produktive und unproduktive Arbeit hier immer vom Standpunkt des Geldbesitzers, des Kapitalisten aus, nicht des Arbeiters, und daher der Blödsinn bei Ganill etc., die so wenig die Sache verstehn, daß sie fragen, ob Arbeit oder Dienst oder Funktion der Hure, Lakai etc. Geld einbringt. ||304|| Ein Schriftsteller ist ein produktiver Arbeiter, nicht insofern er Ideen produziert, sondern insofern er den Buchhändler bereichert, der den Verlag seiner Schriften betreibt, oder sofern er der Lohnarbeiter eines Kapitalisten ist.
Der Gebrauchswert der Ware, worin sich die Arbeit eines produktiven Arbeiters verkörpert, mag von der futilsten21 Art sein. Diese stoffliche Bestimmung hängt mit dieser ihrer Eigenschaft gar nicht zusammen, die vielmehr nur ein bestimmtes gesellschaftliches Produktionsverhältnis ausdrückt. Es ist eine Bestimmung der Arbeit, die nicht aus ihrem Inhalt oder ihrem Resultat, sondern aus ihrer bestimmten gesellschaftlichen Form stammt.
Andrerseits, vorausgesetzt, daß das Kapital sich der ganzen Produktion bemächtigt hat – daß also Ware (zu unterscheiden von bloßem Gebrauchswert) nicht mehr produziert wird von irgendeinem Arbeiter, der die Produktionsbedingungen zur Produktion dieser Ware selbst besitzt –, daß also nur noch der Kapitalist Produzent von Waren ist (die einzige Ware, das Arbeitsvermögen, ausgenommen), so muß sich die Revenue austauschen aut gegen Waren, die das Kapital allein produziert und verkauft, aut22 gegen Arbeiten, die ebenso wie jene Waren gekauft werden, um konsumiert zu werden, also bloß ihrer stofflichen Bestimmtheit, ihres Gebrauchswerts halber, der Dienste halber, die sie in ihrer stofflichen Bestimmtheit ihrem Käufer und Konsumenten leisten. Für den Produzenten dieser Dienste sind diese Dienstleistungen Waren. Sie haben einen bestimmten Gebrauchswert (eingebildeten oder wirklichen) und einen bestimmten Tauschwert. Für den Käufer aber sind diese Dienste bloße Gebrauchswerte, Gegenstände, worin ||305|| er seine Revenue konsumiert. Diese unproduktiven Arbeiter erhalten ihren Anteil an der Revenue (den Salairen und Profiten) nicht umsonst, ihre copartnership23 an den von der produktiven Arbeit produzierten Waren; sie müssen ihren share24 an denselben kaufen; aber sie haben mit der Produktion derselben nichts zu tun.
Es ist aber unter allen Umständen klar: Je mehr von der Revenue (Salair und Profit) in den von dem Kapital produzierten Waren verausgabt wird, desto weniger davon kann in den Dienstleistungen der unproduktiven Arbeiter verausgabt werden, und umgekehrt.
Die stoffliche Bestimmtheit der Arbeit und daher ihres Produkts hat an und für sich nichts mit dieser Unterscheidung zwischen produktiver und unproduktiver Arbeit zu tun. Z. B. die Köche und waiters25 in einem öffentlichen Hotel sind produktive Arbeiter, sofern ihre Arbeit sich in Kapital für den Hotelbesitzer verwandelt. Dieselben Personen sind unproduktive Arbeiter als menial servants26, insofern ich in ihrem Dienst nicht Kapital mache, sondern Revenue verausgabe. In der Tat sind aber auch dieselben Personen für mich, den Konsumenten, unproduktive Arbeiter in dem Hotel.
„Der Teil des jährlichen Produkts von Boden und Arbeit irgendeines Landes, der ein Kapital ersetzt, wird unmittelbar nur für den Unterhalt produktiver Arbeiter angewendet. Er zahlt nur die Löhne der produktiven Arbeit. Der Teil, der unmittelbar für die Bildung einer Revenue bestimmt ist, sei es als Profit oder als Rente, kann in gleicher Weise sowohl zum Unterhalt produktiver als auch unproduktiver Arbeiter dienen.“ (l. c. p. 98.) „Welchen Teil seines Fonds jemand auch als Kapital anlegen mag, er erwartet immer, daß er ihm mit einem Profit wieder ersetzt werde. Er verwendet ihn deshalb ausschließlich für den Unterhalt produktiver Arbeiter; und nachdem er ihm in der Funktion als Kapital gedient hat, bildet er für diese letzteren eine Revenue. Sobald er einen Teil davon zum Unterhalt unproduktiver Arbeiter irgendeiner Art verwendet, ist vom gleichen Augenblick an seinem Kapital dieser Teil entzogen und in seinen Fonds übergegangen, der der unmittelbaren Konsumtion vorbehalten ist.“ (l. c.)
In demselben Umfang, wie sich das Kapital der ganzen Produktion bemächtigt, also die häusliche und kleine, kurz, auf den Selbstverzehr [gerichtete], nicht Waren produzierende Form der Industrie verschwindet, ist es klar, daß die unproduktiven Arbeiter, die, deren Dienste direkt gegen Revenue ausgetauscht werden, zum größten Teil nur noch persönliche Dienste verrichten werden, und nur der geringste Teil derselben (wie Koch, Nähterin, Flickschneider usw.) sachliche Gebrauchswerte produzieren werden. Daß sie keine Waren produzieren, liegt in der Natur der Sache. Denn die Ware als solche ist nie unmittelbar Gegenstand des Konsums, sondern Träger des Tauschwerts. Ein nur ganz unbedeutender Teil dieser unproduktiven Arbeiter kann daher bei entwickelter kapitalistischer Produktionsweise unmittelbar an der materiellen Produktion beteiligt sein. Nur durch Austausch seiner Dienste gegen die Revenue nimmt er Anteil an derselben. Es hindert dies nicht, wie A. Smith bemerkt, daß der Wert der Dienste dieser unproduktiven Arbeiter in derselben (oder analogen) Weise bestimmt wird und bestimmbar ist wie der der produktiven Arbeiter. Nämlich durch die Produktionskosten, die die Erhaltung oder Produktion derselben kostet. Es kommen hier noch andre Umstände hinzu, deren Betrachtung nicht hierher gehört.
||306| Das Arbeitsvermögen27 des produktiven Arbeiters ist eine Ware für ihn selbst. So ist das des unproduktiven Arbeiters. Aber der produktive Arbeiter produziert Ware für den Käufer seines Arbeitsvermögens. Der unproduktive Arbeiter produziert ihm einen bloßen Gebrauchswert, keine Ware, einen eingebildeten oder wirklichen Gebrauchswert. Daß der unproduktive Arbeiter keine Ware für seinen Käufer produziert, wohl aber Ware von ihm erhält, ist charakteristisch für ihn.
„Die Arbeit einiger der angesehensten Stände der Gesellschaft ist, ebenso wie die der Dienstboten, nicht wertbildend … So sind zum Beispiel der Souverän mit allen seinen Justizbeamten und Offizieren, die unter ihm dienen, die ganze Armee und Flotte unproduktive Arbeiter. Sie sind die Diener der Gesellschaft und werden von einem Teil des jährlichen Produkts des Fleißes anderer Leute erhalten … In die gleiche Klasse gehören … Geistliche, Juristen, Ärzte, Literaten und Gelehrte aller Art; Schauspieler, Possenreißer, Musiker, Opernsänger, Ballettänzer usw.“ (l. c. p. 94, 95.)
An und für sich hat, wie gesagt, diese Unterscheidung zwischen produktiver und unproduktiver Arbeit nichts zu schaffen weder mit der besondren Spezialität der Arbeit noch mit dem besondren Gebrauchswert, worin sich diese Spezialität verkörpert. In dem einen Fall tauscht sich die Arbeit mit Kapital aus, in dem andren mit Revenue. In dem einen Fall verwandelt sich die Arbeit in Kapital und schafft dem Kapitalisten einen Profit; in dem andren Fall ist sie eine Ausgabe, einer der Artikel, worin die Revenue verzehrt wird. Z.B. der Arbeiter eines Klaviermachers ist ein produktiver Arbeiter. Seine Arbeit ersetzt nicht nur das Salair, das er verzehrt, sondern in dem Produkt, dem Klavier, der Ware, die der Klaviermacher verkauft, ist ein Surpluswert über den Wert des Salairs hinaus enthalten. Setze dagegen, ich kaufe alles Material, das zu einem Klavier nötig ist (oder meinetwegen mag es auch der Arbeiter selbst besitzen), und lasse mir, statt das Klavier im Laden zu kaufen, es in meinem Hause machen. Der Klaviermacher ist jetzt unproduktiver Arbeiter, weil seine Arbeit sich direkt gegen meine Revenue austauscht.
[b) Erklärung der produktiven Arbeit als Arbeit, die sich in Ware realisiert]
Es ist indes klar, daß in demselben Maß, wie das Kapital sich die gesamte Produktion unterwirft – also alle Ware für den Handel und nicht für den unmittelbaren Konsum produziert wird, und in diesem Maße entwickelt sich die Produktivität der Arbeit –, auch mehr und mehr ein stofflicher Unterschied zwischen den produktiven und unproduktiven Arbeitern eintreten wird, indem die ersten, geringe Ausnahmen abgerechnet, ausschließlich Waren produzieren werden, während die letzten, mit geringen Ausnahmen, nur persönliche Dienstleistungen verrichten. Die erste Klasse wird daher den unmittelbaren, materiellen, aus Waren bestehenden Reichtum produzieren, alle Waren, soweit sie nicht aus dem Arbeitsvermögen selbst bestehn. Dies ist einer der Gesichtspunkte, die den A. Smith bestimmen, außer der ersten und prinzipiell bestimmenden differentia specifica28 andre hinzuzufügen.
So, durch verschiedene Ideenassoziationen durch, heißt es:
„Die Arbeit eines Dienstboten“ (im Unterschied zu der des manufacturer) „…fügt keinen Wert hinzu… Der Unterhalt eines Dienstboten wird nie zurückerstattet. Ein Mann wird reich durch die Beschäftigung einer Vielzahl von Manufakturarbeitern; er wird arm durch den Unterhalt einer Vielzahl von Dienstboten. Die Arbeit der letzteren hat jedoch ihren Wert und verdient ihren Lohn ebenso wie die der ersteren. Aber die Arbeit des Manufakturarbeiters fixiert und realisiert sich in einem besonderen Gegenstand oder einer verkäuflichen Ware, die wenigstens noch eine Zeitlang fortbesteht, nachdem die Arbeit beendet ist. Es wird gewissermaßen eine bestimmte Menge Arbeit gesammelt und gespeichert, um später, wenn notwendig, verwendet zu werden. Dieser Gegenstand, oder was dasselbe ist, der Preis dieses Gegenstandes, kann später, wenn notwendig, die gleiche Menge Arbeit in Bewegung setzen, die ursprünglich zu seiner Produktion erforderlich war. Die Arbeit des Dienstboten ||307|| dagegen fixiert oder realisiert sich nicht in einem besonderen Gegenstand oder einer verkäuflichen Ware. Seine Dienste vergehen gewöhnlich im Augenblick ihrer Leistung und hinterlassen selten eine Spur oder einen Wert, für den später eine gleiche Menge von Dienstleistungen beschafft werden könnte… Die Arbeit einiger der angesehensten Stände der Gesellschaft ist, ebenso wie die der Dienstboten, nicht wertbildend und fixiert oder realisiert sich nicht in einem dauerhaften Gegenstand oder einer verkäuflichen Ware.“ (l. c. p. 93, 94 passim.)
Zur Bestimmung des unproduktiven Arbeiters haben wir hier folgende Bestimmungen, die zugleich die Glieder des innern Gedankengangs A. Smiths aussprechen:
„Sie“ (die labour des unproductive labourer29) „unproduktiv, nicht wertbildend“, „fügt keinen Wert hinzu“, „der Unterhalt“ (of the unproductive labourer) „wird nie zurückerstattet“, „sie fixiert oder realisiert sich nicht in einem besonderen Gegenstand oder einer verkäuflichen Ware“. Vielmehr: „Seine Dienste vergehen gewöhnlich im Augenblick ihrer Leistung und hinterlassen selten eine Spur oder einen Wert, für den später eine gleiche Menge von Dienstleistungen beschafft werden könnte.“ Schließlich: „Sie fixiert oder realisiert sich nicht in in einem dauerhaften Gegenstand oder einer verkäuflichen Ware.“
In dieser Auffassung ist das „productive of value“30 oder „unproductive of value“31 in einem andren Sinn genommen als ursprünglich. Es bezieht sich nicht mehr auf Produktion eines Mehrwerts, welche an und für sich Reproduktion eines Äquivalents für den konsumierten Wert einschließt. Sondern die Arbeit eines Arbeiters heißt hiernach produktiv, soweit er an die Stelle des konsumierten Werts ein Äquivalent setzt, indem er durch seine Arbeit irgendeinem Material ein gleiches Quantum Wert hinzufügt, als in seinem Salair enthalten war. Hier fallen wir aus der Formbestimmung, aus der Bestimmung der produktiven und unproduktiven Arbeiter durch ihr Verhältnis zur kapitalistischen Produktion heraus. Aus dem 9. Kapitel des 4ten Buchs (worin A. Smith die Lehre der Physiokraten kritisiert) ersieht man, daß A. Smith zu dieser Aberration32 kam, teils im Gegensatz zu, teils aus Abhängigkeit von den Physiokraten. Wenn ein Arbeiter bloß jährlich ersetzt das Äquivalent seines Salairs, so ist er kein produktiver Arbeiter für den Kapitalisten. Er ersetzt ihm zwar das Salair, den Kaufpreis seiner Arbeit. Es ist aber ganz dieselbe Transaktion, als wenn dieser Kapitalist die Ware, die dieser Arbeiter produziert, gekauft hätte. Er zahlt die in ihrem capital constant und im Salair enthaltne Arbeit. Er besitzt dasselbe Quantum Arbeit in der Form der Ware, das er früher in der Form des Geldes besaß. Sein Geld wird dadurch nicht in Kapital verwandelt. In diesem Falle ist es dasselbe, als wenn der Arbeiter selbst der Besitzer seiner Produktionsbedingungen. Von dem Wert seines jährlichen Produkts muß er jährlich den Wert der Produktionsbedingungen abziehn, um sie zu ersetzen. Was er jährlich verzehrte oder verzehren könnte, wäre [gleich] dem Wertteil seines Produkts, gleich der jährlich seinem capital constant zugefügten neuen Arbeit. In diesem Falle fände also keine kapitalistische Produktion statt.
Der erste Grund, warum A. Smith diese Art Arbeit „produktiv“ nennt, ist, weil die Physiokraten sie „stérile“ und „non productive“ nennen.
Smith sagt uns nämlich in dem angeführten Kapitel:
„Erstens erkennen sie an, daß diese Klasse“ (nämlich die industriellen Klassen, die keine Agrikultur treiben) „jährlich den Wert ihrer eigenen jährlichen Konsumtion reproduziert und mindestens die Existenz des Fonds oder Kapitals forterhält, der ihre Beschäftigung und ihren Lebensunterhalt garantiert… Pächter und Landarbeiter reproduzieren allerdings außer dem Kapital, das ihre Arbeit und ihren Lebensunterhalt ermöglicht, noch jährlich ein Nettoprodukt, eine überschüssige Rente für den Grundeigentümer… die Arbeit der Pächter und Landarbeiter ist sicher produktiver als die der Kaufleute, Handwerker und Manufakturarbeiter. Aber das höhere Produkt der einen Klasse macht die andere nicht steril und unproduktiv." (l. c., t. III, p. 530 [Garnier.])
Hier fällt also A. Smith in die physiokratische ||308| Ansicht zurück. Die eigentlich „produktive Arbeit", die einen Mehrwert und darum „un produit net"33 produziert, ist die Agrikulturarbeit. Er gibt seine eigne Ansicht vom Mehrwert auf und akzeptiert die der Physiokraten. Zugleich macht er gegen sie geltend, daß die Manufaktur-(und bei ihm auch kommerzielle)-arbeit doch auch produktiv sei, wenn auch nicht in diesem eminenten Sinn des Worts. Er fällt also aus der Formbestimmung heraus, aus der Bestimmung dessen, was ein „produktiver Arbeiter" vom Standpunkt der kapitalistischen Produktion ist; macht geltend gegen die Physiokraten, daß die non agricultural, industrial class34 ihr eignes Salair reproduziert, also doch einen Wert produziert gleich dem, den sie verzehrt, und dadurch „mindestens die Existenz des Fonds oder Kapitals forterhält, der ihre Beschäftigung garantiert".
So entsteht, in der Abhängigkeit von und im Gegensatz zu den Physiokraten, seine zweite Bestimmung von dem, was „produktive Arbeit" ist.
„Zweitens", sagt A. Smith, „wäre es in diesem Zusammenhang ganz falsch, die Handwerker, Manufakturarbeiter und Kaufleute unter demselben Gesichtspunkt zu betrachten wie die einfachen Dienstboten. Die Arbeit eines Dienstboten erhält keineswegs den Fonds fort, der seine Beschäftigung und seinen Lebensunterhalt garantiert. Der Dienstbote wird in letzter Instanz auf Kosten seines Herrn beschäftigt und erhalten, und seine Arbeit ist nicht derart, daß sie diese Kosten ersetzen könnte. Seine Arbeit besteht in Diensten, die gewöhnlich im Augenblick ihrer Leistung vergehen und verschwinden und sich nicht in einer Ware fixieren und realisieren, so daß man sie verkaufen und dadurch den Wert ihres Unterhalts und ihres Lohns ersetzen könnte. Dagegen fixiert und realisiert sich die Arbeit der Handwerker, Kaufleute und Manufakturarbeiter naturgemäß in einer verkäuflichen und austauschbaren Sache. Aus diesem Grunde habe ich in dem Kapitel, das von produktiver und unproduktiver Arbeit handelt, Handwerker, Manufakturarbeiter und Kaufleute unter die produktiven und die Dienstboten unter die sterilen und unproduktiven Arbeiter gerechnet." (l. c. p. 531.)
Sobald das Kapital sich der ganzen Produktion bemächtigt hat, wird sich die Revenue, soweit sie sich überhaupt gegen Arbeit austauscht, nicht direkt gegen Arbeit austauschen, die Waren produziert, sondern gegen bloße Dienstleistungen. Sie tauscht sich zum Teil gegen Waren aus, die als Gebrauchswerte dienen sollen, zum Teil gegen services, Dienstleistungen, die als solche als Gebrauchswerte konsumiert werden.
Ware – im Unterschied zum Arbeitsvermögen selbst – ist ein dem Menschen stofflich gegenüberstehendes Ding von gewisser Nützlichkeit für ihn, worin ein bestimmtes Quantum Arbeit fixiert, materialisiert ist.
Wir kommen also zu der schon sub I der Sache nach enthaltenen Bestimmung: Produktiver Arbeiter ist der, dessen Arbeit Waren produziert, und zwar verzehrt dieser Arbeiter nicht mehr Waren, als er produziert, als seine Arbeit kostet. Seine Arbeit fixiert sich und realisiert sich
„in einer verkäuflichen und austauschbaren Sache", „in einer Ware, so daß man sie verkaufen und dadurch den Wert ihres Unterhalts und ihres Lohns ersetzen könnte"
(nämlich der Arbeiter, die diese Waren produzierten). Dadurch, daß er Waren produziert, reproduziert der produktive Arbeiter beständig das variable Kapital, das er in der Form des Salairs beständig verzehrt. Er produziert beständig den Fonds, der ihn zahlt, „der seine Beschäftigung und seinen Lebensunterhalt garantiert".
Erstens schließt A. Smith natürlich ein in den travail, qui se fixe et [se] réalise in a venal and exchangeable commodity35, alle intellektuellen Arbeiten, die direkt in der materiellen Produktion konsumiert werden. Nicht nur der direkte Handarbeiter oder Maschinenarbeiter, sondern overlooker36, ingenieur, manager, commis etc., kurz, die Arbeit des ganzen Personals, das in einer bestimmten Sphäre der materiellen Produktion erheischt ist, um eine bestimmte Ware zu produzieren, dessen concours37 von Arbeiten (Kooperation) notwendig zur Herstellung der Waren ist. In der Tat fügen sie dem capital constant ihre Gesamtarbeit hinzu und erhöhen den Wert des Produkts um diesen Betrag. (Wie weit dies von Bankiers etc. gilt? )
||309| Zweitens sagt A. Smith, daß dies im ganzen, „generally", nicht mit der Arbeit der unproduktiven Arbeiter der Fall ist. Wenn auch das Kapital sich der materiellen Produktion bemächtigt hat, also im großen und ganzen die häusliche Industrie verschwunden ist oder die des kleinen Handwerkers, der unmittelbar im Hause des Konsumenten ihm die Gebrauchswerte schafft, so weiß A. Smith sehr wohl, daß eine Nähterin, die ich ins Haus kommen lasse, um Hemden zu nähen, oder die Arbeiter, die Möbel reparieren, oder der Dienstbote, der das Haus wäscht, reinigt etc., oder die Köchin, die dem Fleisch etc. die genießbare Form gibt, ganz ebenso ihre Arbeit in einem Ding fixieren und in der Tat den Wert dieser Dinge erhöhen als die Nähterin, die in der Fabrik näht, der Maschinist, der die Maschine repariert, die Arbeiter, die die Maschine reinigen, die Köchin, die in einem Hotel kocht als Lohnarbeiterin eines Kapitalisten. Der Möglichkeit nach sind diese Gebrauchswerte auch Waren; die Hemden können ins Pfandhaus geschickt werden, das Haus wieder verkauft, die Möbel versteigert werden usw. Also der Möglichkeit nach haben diese Personen auch Waren produziert und den Gegenständen ihrer Arbeit Wert zugefügt. Dies ist aber eine sehr geringe Kategorie unter den unproduktiven Arbeitern und gilt weder von der Masse der menial servants38 [noch von] Pfaffen, Regierungsleuten, Soldaten, Musikanten usw.
Aber wie groß oder klein die Anzahl dieser „unproduktiven Arbeiter“ sei, so viel stellt sich jedenfalls heraus und ist admitted39 durch dies beschränkende
„seine Dienste vergehen gewöhnlich im Augenblick ihrer Leistung etc.“,
daß es weder notwendig die Spezialität der Arbeit noch die Erscheinungsform ihres Produkts ist, die sie „produktiv“ oder „unproduktiv“ machen. Dieselbe Arbeit kann produktiv sein, wenn ich sie als Kapitalist, als Produzent kaufe, um sie zu verwerten, und unproduktiv, wenn ich sie als Konsument, Ausgeber von Revenue kaufe, um ihren Gebrauchswert zu verzehren, sei es, daß dieser Gebrauchswert mit der Tätigkeit des Arbeitsvermögens selbst verschwindet oder sich in einem Ding materialisiert, fixiert.
Die Köchin im Hotel produziert für den, der ihre Arbeit als Kapitalist gekauft hat, den Hotelbesitzer, eine Ware; der Konsument der mutton-chops40 hat ihre Arbeit zu zahlen, und sie ersetzt dem Hotelbesitzer (von Profit abgesehn) den Fonds, woraus er fortfährt, die Köchin zu zahlen. Dagegen kaufe ich die Arbeit einer Köchin, damit sie mir das Fleisch etc. kocht, nicht um sie zu verwerten als Arbeit überhaupt, sondern [sie] zu genießen, zu gebrauchen als diese bestimmte konkrete Arbeit, so ist ihre Arbeit unproduktiv; obgleich diese Arbeit sich fixiert in einem materiellen Produkt und ebensogut verkäufliche Ware sein könnte (in ihrem Resultat), wie sie es in der Tat für den Hotelbesitzer ist. Der große Unterschied bleibt aber (der begriffliche): Die Köchin ersetzt mir (dem Privaten) nicht den Fonds, aus dem ich sie zahle, weil ich ihre Arbeit nicht als wertbildendes Element kaufe, sondern bloß ihres Gebrauchswerts halber. Ihre Arbeit ersetzt mir ebensowenig den Fonds, womit ich sie zahle, d.h. ihr Salair, wie mich etwa das Diner, das ich im Hotel esse, als solches noch befähigt, dasselbe Diner zum zweitenmal zu kaufen und daher zu essen. Dieser Unterschied findet aber auch zwischen den Waren statt. Die Ware, die der Kapitalist kauft, um sein capital constant zu ersetzen (z.B. Baumwollzeug, wenn er Kattundrucker ist), ersetzt ihren Wert im gedruckten Kattun. Kauft er sie dagegen, um den Kattun selbst zu verzehren, so ersetzt ihm die Ware nicht seine Auslage.
Die größte Masse der Gesellschaft, d.h. die Arbeiterklasse, muß sich übrigens diese Art Arbeit selbst verrichten; kann sie sich aber nur verrichten, wenn sie „produktiv“ gearbeitet hat. Sie kann sich das Fleisch nur kochen, wenn sie ein Salair produziert hat, womit Fleisch zahlen, und ihre Möbel und Wohnung nur rein halten, ihre Stiefel nur putzen, wenn sie den Wert von Möbel, Hausmiete, Stiefel produziert hat. Bei dieser Klasse der produktiven Arbeiter selbst erscheint also als „unproduktive Arbeit“ die, die sie für sich selbst verrichten. Diese unproduktive Arbeit befähigt sie niemals, |310| dieselbe unproduktive Arbeit von neuem zu wiederholen, wenn sie nicht vorher produktiv gearbeitet haben.
Drittens. Andrerseits: Ein entrepreneur von Schauspielhäusern, Konzerten, Bordellen usw. kauft die temporäre Verfügung über das Arbeitsvermögen der Schauspieler, Musikanten, Huren etc. – in fact auf einem Umweg, der nur ökonomisch-formelles Interesse hat; für das Resultat die Bewegung dieselbe –; er kauft diese sog. „unproduktive Arbeit“, deren „Dienste im Augenblick ihrer Leistung vergehen“ und sich nicht fixieren oder realisieren in „einem dauernden“ (particular41 heißt es auch) „Gegenstand oder einer verkäuflichen Ware“ (außer ihnen selbst). Der Verkauf derselben an das Publikum erstattet ihm Salair und Profit. Und diese services, die er so gekauft hat, befähigen ihn, sie wieder zu kaufen, d.h., durch sie selbst wird der fonds erneuert, aus dem sie bezahlt werden. Dasselbe gilt z.B. von der Arbeit der clerks42, die ein advocat auf seinem bureau anwendet, außerdem daß diese services sich noch in sehr bulky „particular subjects“43, in der Form von ungeheuren Aktenstößen, meist verkörpern.
Es ist wahr, daß dem entrepreneur selbst diese services aus der Revenue des Publikums bezahlt werden. Aber es ist nicht minder wahr, daß dies von allen Produkten gilt, soweit sie in die individuelle Konsumtion eingehn. Das Land kann zwar diese Dienste als solche nicht exportieren; aber es kann die Dienstverrichter exportieren. So exportiert Frankreich Tanzmeister, Köche usw. und Deutschland Schulmeister. Allerdings mit dem Export des Tanzmeisters und Schulmeisters wird auch seine Revenue exportiert, während der Export von Tanzschuhen und Büchern einen Return44 ins Land bringt.
Wenn also einerseits ein Teil der sog. unproduktiven Arbeit sich in materiellen Gebrauchswerten verkörpert, die ebensogut Waren sein könnten (vendible commodities45), so kann andrerseits ein Teil der bloßen Dienste, die keine objektive Gestalt annehmen – nicht als Sache getrenntes Dasein von den Dienstleistenden erhalten, auch nicht als Wertbestandteil in eine Ware eingehn –, gekauft werden mit Kapital (von dem unmittelbaren Käufer der Arbeit), ihr eignes Salair ersetzen und einen Profit abwerfen. Kurz, die Produktion dieser Dienste kann teilweise ebensowohl unter das Kapital subsumiert werden wie ein Teil der Arbeit, die sich in nützlichen Dingen verkörpert, direkt von der Revenue gekauft und nicht unter die kapitalistische Produktion subsumiert wird.
Viertens. Die ganze Welt der „Waren“ kann in 2 große Partien geteilt werden. Erstens das Arbeitsvermögen – zweitens die von dem Arbeitsvermögen selbst unterschiednen Waren. Der Ankauf solcher Dienste nun, die das Arbeitsvermögen bilden, erhalten, modifizieren etc. kurz, ihm eine Spezialität geben oder es auch nur erhalten, also z. B. der Dienst des Schulmeisters, soweit er „industriell nötig“ oder nützlich, der Dienst des Arztes, soweit er die Gesundheit erhält, also die Quelle aller Werte, das Arbeitsvermögen selbst, konserviert usw., sind also Dienste, die an ihre Stelle setzen „une marchandise qui puisse se vendre etc.“46, nämlich das Arbeitsvermögen selbst, in dessen Produktions- oder Reproduktionskosten diese Dienste eingehn. Indes wußte A. Smith, wie wenig „education“47 in die Produktionskosten der Masse der working men eingeht. Und unter allen Umständen gehören die Dienste des Arztes zu den faux frais de production48. Man kann sie zu den Reparaturkosten der Arbeitsvermögen rechnen. Gesetzt, daß Salair und Profit zusammenfielen, aus irgendwelchem Grund, ihrem Gesamtwert nach, z. B., weil die Nation fauler geworden, und zugleich ihrem Gebrauchswert nach, weil die Arbeit unproduktiver geworden infolge von Mißernten etc., kurz, der Teil des Produkts, dessen Wert gleich der Revenue, nehme ab, weil weniger neue Arbeit in dem letzten Jahr zugesetzt worden und weil die zugesetzte Arbeit unproduktiver. Wollten Kapitalist und Arbeiter nun nach wie vor dieselbe Wertsumme in materiellen Dingen verzehren, so könnten sie weniger Dienste des Arztes, Schul meisters etc. kaufen. Wären sie gezwungen, dieselbe Ausgabe für beide fortzusetzen, so müßten sie ihren Konsum in andren Dingen einschränken. Also klar, daß die Arbeit von Arzt und Schulmeister nicht unmittelbar den fonds schaffen, aus dem sie bezahlt werden, obgleich ihre Arbeiten in die Produktionskosten des Fonds eingehn, der überhaupt alle Werte schafft, nämlich in die Produktionskosten des Arbeitsvermögens.
||311| A.Smith fährt fort:
„Drittens scheint es unter jeder Voraussetzung falsch zu sein, zu sagen, die Arbeit der Handwerker, Manufakturarbeiter und Kaufleute vergrößre nicht die reale Revenue der Gesellschaft. Selbst wenn wir zum Beispiel annehmen, wie es in diesem System geschieht, daß der Wert des täglichen, monatlichen und jährlichen Konsums dieser Klasse genau gleich sei dem Wert ihrer täglichen, monatlichen und jährlichen Produktion, so würde daraus doch keineswegs folgen, daß ihre Arbeit nichts zur realen Revenue der Gesellschaft hinzufügt, zu dem realen Wert des jährlichen Produkts des Bodens und der Arbeit des Landes. Ein Handwerker zum Beispiel, der in den ersten sechs Monaten nach der Ernte eine Arbeit im Werte von 10 Livres ausführt, wird auch dann, wenn er in der gleichen Zeit für 10 Livres Korn und andere lebensnotwendige Produkte verzehrt, dem Jahresprodukt des Bodens und der Arbeit der Gesellschaft einen Wert von 10 Livres hinzufügen. Während er eine Halbjahrsrevenue von 10 Livres in Korn und anderen lebensnotwendigen Produkten konsumierte, produzierte seine Arbeit zur selben Zeit einen gleichen Wert, mit dem er für sich oder einen anderen eine ebensolche Halbjahrsrevenue kaufen kann. Folglich ist der Wert dessen, was in diesen sechs Monaten sowohl konsumiert als auch produziert wurde, nicht gleich 10, sondern 20 Livres. Allerdings ist es möglich, daß von diesem Wert in jedem beliebigen Augenblick niemals mehr als 10 Livres auf einmal vorhanden waren. Wären aber das Korn und die anderen lebensnotwendigen Produkte im Werte von 10 Livres, die der Handwerker konsumierte, von einem Soldaten oder Dienstboten verzehrt worden, dann wäre der Wertteil des Jahresprodukts, der am Ende der sechs Monate vorhanden war, um 10 Livres geringer, als er infolge der Arbeit des Handwerkers war. Selbst wenn man annimmt, daß der von dem Handwerker produzierte Wert in jedem beliebigen Moment nicht größer ist als der von ihm konsumierte Wert, so ist doch der Gesamtwert der jedesmal wirklich auf dem Markt vorhandenen Waren infolge seiner Arbeit größer, als er ohne ihn wäre." (l. c., t. III, p. 531-533 [Garnier.])
Ist nicht der Wert der jedesmal auf dem Markt befindlichen Waren infolge der „unproduktiven Arbeit“ größer, als er es ohne dieselbe sein würde? Befinden sich nicht in jedem Augenblick auf dem Markt neben Weizen und Fleisch etc. auch Huren, Advokaten, Predigten, Konzerte, Theater, Soldaten, Politiker etc.? Diese Burschen oder Burschinnen erhalten das blé et autres denrées de nécessité49 oder d'agrément50 nicht umsonst. Sie geben dafür oder dringen dafür auf ihre Dienste, die als solche Dienste einen Gebrauchswert und infolge ihrer Produktionskosten auch einen Tauschwert haben. In consommablen articles gerechnet besteht jeden Augenblick, neben den in den denrées51 existierenden consommablen Artikeln, ein Quantum als services consommabler Artikel. Die Gesamtsumme der consommablen Artikel ist so in jedem Augenblick größer, als sie ohne die consommablen services wäre. Zweitens aber ist auch der Wert größer; denn er ist gleich dem Wert der Waren, die diese services erhalten, und ist gleich dem Wert der services selbst, indem hier, wie bei jedem Austausch von Ware gegen Ware, Äquivalent für Äquivalent gegeben wird, also derselbe Wert doppelt vorhanden ist, einmal auf der Seite des Käufers und einmal auf der Seite des Verkäufers.
{A. Smith fährt fort, mit Bezug auf die Physiokraten zu sagen:
„Wenn die Vertreter dieses Systems sagen, die Konsumtion der Handwerker, Manufakturarbeiter und Kaufleute sei gleich dem Wert dessen, was sie produzieren, so meinen sie damit wahrscheinlich nichts weiter, als daß die Revenue dieser Arbeiter oder der für ihren Unterhalt bestimmte Fonds gleich diesem Wert ist“ {viz: la valeur de ce qu’ils produisent52}. (l. c. p. 533.)
Darin hatten die Physiokraten recht mit Bezug auf ouvriers und maîtres53 zusammengenommen, von deren letztren Profit die Rente nur eine besondre Rubrik bildet.}
||312|| {A. Smith bemerkt bei derselben Gelegenheit, d. h. seiner Kritik der Physiokraten, l. IV, ch. IX (edit. Garnier, t. III):
„Das jährliche Produkt des Bodens und der Arbeit einer Gesellschaft kann nur auf zwei Arten vermehrt werden: entweder erstens durch eine Vervollkommnung des produktiven Vermögens der nützlichen Arbeit, die jeweils in dieser Gesellschaft betrieben wird, oder zweitens durch eine Vermehrung der Quantität dieser Arbeit. Damit irgendeine Vervollkommnung oder ein Anwachsen der Kraft des produktiven Vermögens der nützlichen Arbeit eintrete, muß sich entweder die Geschicklichkeit des Arbeiters vervollkommnen oder muß man die Maschinen vervollkommnen, mit denen er arbeitet … Die Vermehrung der Quantität nützlicher Arbeit, die jeweils in einer Gesellschaft angewendet wird, hängt ausschließlich von der Vermehrung des Kapitals ab, das sich in Tätigkeit hält; und die Vermehrung dieses Kapitals muß ihrerseits wieder genau gleich dem Betrag der Ersparnisse aus ihren Revenuen sein, die entweder diejenigen machen, die dieses Kapital leiten und verwalten, oder andere, die es ihnen leihen.“ (p. 534, 535.)
Hier ein doppelter cercle vicieux54. Erstens: Das jährliche Produkt wird vermehrt durch größere Produktivität der Arbeit. Alle Mittel, um diese Produktivität zu vergrößern {soweit nicht durch Naturzufälle wie besonders günstige Saison etc.}, erfordern Vergrößerung des Kapitals. Aber um das Kapital zu vergrößern, muß das jährliche Produkt der Arbeit vergrößert werden. Erster cercle. Zweitens: Das jährliche Produkt kann vermehrt werden durch Vermehrung in der Quantität der angewandten Arbeit. Die Quantität der angewandten Arbeit kann aber nur vermehrt werden, wenn vorher das Kapital vermehrt ist qui le tient (le travail) en activité55. Zweiter cercle. Smith hilft sich aus beiden Kreisläufen durch das épargner56. Unter diesem Ausdruck versteht er nämlich die Verwandlung von revenue in capital.
An und für sich schon falsch, den ganzen profit als „Revenue“ des Kapitalisten aufzufassen. Das Gesetz der kapitalistischen Produktion erheischt vielmehr, daß ein Teil der Surplusarbeit, der unbezahlten Arbeit, die der Arbeiter verrichtet, in Kapital verwandelt wird. Handelt der einzelne Kapitalist als Kapitalist, d. h. als Funktionär des Kapitals, so mag dies ihm selbst als épargner erscheinen; es stellt sich aber ihm selbst unter der Notwendigkeit eines Reservefonds dar. Die Vermehrung des Arbeitsquantums hängt aber nicht nur von der Zahl der Arbeiter ab, sondern von der Länge des Arbeitstags. Das Quantum der Arbeit kann also vermehrt werden, ohne daß der Teil des Kapitals, der sich in Arbeitslohn auflöst, vermehrt wird. Ebenso braucht unter dieser Voraussetzung die Maschinerie etc. nicht vermehrt zu werden (obgleich sie sich schneller abnützen würde. Dies ändert aber nichts an der Sache). Das einzige, was vermehrt werden müßte, ist der Teil des Rohstoffs, der sich in Samen auflöst etc. Und das bleibt richtig, daß, ein Land gegeben (vom auswärtigen Handel abstrahiert), die Mehrarbeit zunächst auf die Agrikultur geworfen werden muß, bevor sie in den Industrien, die von ihr die matière brute57 erhalten, möglich ist. Ein Teil dieser matière brute, wie Kohle, Eisen, Holz, Fische etc. (letzte z.B. als Dünger), kurz, alle nicht animalischen Düngemittel können durch bloß vermehrte Arbeit (bei gleichbleibender Arbeiterzahl) beschafft werden. Daran kann es also nicht fehlen. Andererseits früher nachgewiesen, daß die Vermehrung der Produktivität ursprünglich stets bloß Konzentration von Kapital, nicht Akkumulation desselben vorausgesetzt. Später aber ergänzen sich beide Prozesse.}
{Der Grund, warum die Physiokraten für laissez faire, laisser passer, kurz, freie Konkurrenz predigten, richtig enthalten in den folgenden Sätzen von Smith:
„Der Handel zwischen diesen beiden verschiedenen Klassen des Volkes“ (campagne und ville58) „besteht in letzter Instanz im Austausch einer gewissen Menge von Rohprodukten gegen eine gewisse Menge von Manufakturprodukten. Je teurer folglich die letzteren sind, um so wohlfeiler werden die ersteren sein; und alles, was in einem Lande den Preis der Manufakturprodukte erhöht, führt zu einer Senkung des Preises der Rohprodukte der Erde und folglich zu einer Lähmung der Agrikultur.“
Nun aber alle entraves, gênes aux manufactures et au commerce étranger59 machen die Manufakturwaren etc. teurer. Ergo60 etc. (Smith, l. c. p. 554.)
||313|| Smiths zweite oder vielmehr mit seiner andren durchlaufende Ansicht von „produktiver“ und „unproduktiver Arbeit“ läuft also darauf hinaus, daß die erste Arbeit ist, die Ware produziert, die zweite solche, die „keine Ware" produziert. Er leugnet nicht, daß die eine Art Arbeit so gut wie die andre Ware ist. Sieh oben61:
„Die Arbeit der letzteren hat… ihren Wert und verdient ihren Lohn ebenso wie die der ersteren“
(nämlich ökonomisch; von moralischen etc. Standpunkten handelt es sich weder bei der einen noch bei der andren Art der Arbeit). Der Begriff der Ware schließt aber ein, daß sich die Arbeit verkörpert, materialisiert, realisiert in ihrem Produkt. Die Arbeit selbst in ihrem unmittelbaren Dasein, in ihrer lebendigen Existenz, kann nicht unmittelbar als Ware gefaßt werden, sondern nur das Arbeitsvermögen, dessen temporäre Äußerung die Arbeit selbst ist. Wie die eigentliche Lohnarbeit nur in dieser Weise entwickelt werden kann, so die „unproduktive Arbeit", die A. Smith überall bestimmt durch die Produktionskosten, die erheischt sind, um den „unproduktiven Arbeiter" zu produzieren. Ware muß also als unterschiedne Existenz von der Arbeit selbst aufgefaßt werden. Dann aber zerfällt die Welt der Waren in zwei große Kategorien:
auf der einen Seite die Arbeitsvermögen;
auf der andren Seite die Waren selbst.
Das Materialisieren etc. der Arbeit ist jedoch nicht so schottisch zu nehmen, wie A. Smith es faßt. Sprechen wir von der Ware als Materiatur der Arbeit – in dem Sinne ihres Tauschwerts –, so ist dies selbst nur eine eingebildete, d. h. bloß soziale Existenzweise der Ware, die mit ihrer körperlichen Realität nichts zu schaffen hat; sie wird vorgestellt als bestimmtes Quantum gesellschaftlicher Arbeit oder Geld. Es ist möglich, daß die konkrete Arbeit, deren Resultat sie ist, keine Spur an ihr zurückläßt. Bei der Manufakturware bleibt diese Spur in der Form, die dem Rohmaterial äußerlich bleibt. In dem Ackerbau etc., wenn die Form, die die Ware, z.B. Weizen, Ochs usw., erhalten haben, auch Produkt menschlicher Arbeit, und zwar von Generation zu Generation vererbter und sich ergänzender Arbeit ist, so ist das dem Produkt nicht anzusehn. Bei andrer industrieller Arbeit liegt es gar nicht im Zweck der Arbeit, die Form des Dings zu ändern, sondern nur seine Ortsbestimmung. Z.B., wenn eine Ware von China nach England gebracht wird etc., so ist die Spur der Arbeit an dem Ding selbst nicht zu erkennen (außer bei denen, die sich erinnern, daß das Ding kein englisches Produkt ist). Also in der Art wäre das Materialisieren der Arbeit in der Ware nicht zu verstehen. (Hier kommt die Täuschung daher, daß sich ein gesellschaftliches Verhältnis in der Form eines Dings darstellt.)
Wohl aber bleibt richtig, daß die Ware als vergangne, vergegenständlichte Arbeit erscheint, also, wenn sie nicht in der Form eines Dings erscheint, nur in der Form des Arbeitsvermögens selbst erscheinen kann; aber nie unmittelbar (sondern auf einem Umweg, der praktisch gleichgültig scheint, jedoch es nicht ist in der Bestimmung der verschiednen Arbeitslöhne) als lebendige Arbeit selbst. Produktive Arbeit wäre also solche, die Waren produziert oder das Arbeitsvermögen selbst direkt produziert, bildet, entwickelt, erhält, reproduziert. Letztre schließt A.Smith von seiner Rubrik der produktiven Arbeit aus; willkürlich, aber mit einem gewissen richtigen Instinkt, daß, wenn er sie einschloß, er Tor und Tür öffnete für false pretensions62 produktiver Arbeit.
Soweit also von dem Arbeitsvermögen selbst abstrahiert wird, löst sich produktive Arbeit in solche auf, die Waren produziert, materielle Produkte, deren Herstellung ein bestimmtes Quantum Arbeit oder Arbeitszeit gekostet hat. Unter diesen materiellen Produkten sind alle Produkte der Kunst und Wissenschaft, Bücher, Gemälde, Statuen usw. eingeschlossen, soweit sie sich dinglich darstellen. Ferner aber muß das Produkt der Arbeit Ware sein, in dem Sinne, daß es „a vendible commodity"63, d.h. Ware in ihrer ersten Form, die erst ihre Metamorphose zu durchlaufen hat. (Ein Fabrikant mag sich selbst eine Maschine bauen, wenn er sie sonst nirgend gebaut bekommen kann, nicht um sie zu verkaufen, sondern als Gebrauchswert zu vernutzen. Indes vernutzt er sie dann als Teil seines konstanten Kapitals, verkauft sie also stückweis in der Form des Produkts, zu dessen Herstellung sie konkurriert hat.)
||314| Also gewisse Arbeiten von menial servants64 mögen sich ebensogut in Waren (potentia65) darstellen, und sogar in denselben Gebrauchswerten, stofflich betrachtet. Sie sind aber nicht produktive Arbeit, weil sie in der Tat nicht „Waren“, sondern unmittelbar „Gebrauchswerte“ produzieren. Was aber Arbeiten betrifft, die für ihren Käufer oder employer66 selbst produktiv sind, wie z.B. die Arbeit des Schauspielers für den Theaterentrepreneur, so würde sie sich dadurch als unproduktive Arbeit ausweisen, daß ihr Käufer sie nicht in der Form der Ware, sondern nur in der Form der Tätigkeit selbst dem Publikum verkaufen kann.
Abgesehen von diesem, ist produktive Arbeit solche, die Waren produziert, und unproduktive Arbeit solche, die persönliche Dienste produziert. Die erstre Arbeit stellt sich in einem verkaufbaren Ding dar; die letztre muß während ihrer Operation verzehrt werden. Die erstre schließt (mit Ausnahme der das Arbeitsvermögen selbst bildenden Arbeit) allen in dinglicher Form existierenden materiellen und intellektuellen Reichtum, Fleisch sowohl wie Bücher [ein]; die zweite begreift alle Arbeiten ein, die irgend-ein eingebildetes oder wirkliches Bedürfnis des Individuums befriedigen oder auch dem Individuum wider seinen Willen sich aufdrängen.
Ware ist die elementarischste Form des bürgerlichen Reichtums. Die Erklärung von „produktiver Arbeit“ dahin, daß sie Arbeit ist, die „Ware“ produziert, entspricht also auch einem viel mehr elementarischen Standpunkt als die, die erklärt, daß produktive Arbeit solche ist, die Kapital produziert.
Die Gegner A.Smiths haben seine erste sachgemäße Erklärung außer acht gelassen, dagegen sich an die zweite gehalten und die hier unvermeidlichen Widersprüche und Inkonsequenzen hervorgehoben. Hier wieder dadurch sich die Polemik erleichtert, daß auf den stofflichen Inhalt der Arbeit eingegangen und namentlich auf die Bestimmung, daß die Arbeit sich in einem mehr oder minder dauerhaften Produkt fixieren muß. Was aber die Polemik besonders hervorgerufen, werden wir gleich sehn.
Vorher noch dies. A.Smith sagt vom physiokratischen System, daß es sein großes Verdienst sei, zu haben represented67,
„der Reichtum der Nationen bestehe nicht in dem nicht konsumierbaren Gold und Silber, sondern in den konsumierbaren Gütern, die alljährlich durch die Arbeit der Gesellschaft reproduziert werden“. (v. III, l. IV, ch. IX, p. 538 [Garnier].)
Hier haben wir die Ableitung seiner zweiten Definition of productive68 labour. Die Bestimmung des Mehrwerts hing natürlich ab von der Form, worin der Wert selbst gefaßt wurde. Im Monetär- und Merkantilsystem stellt er sich daher als Geld dar; bei den Physiokraten als Produkt der Erde, als Agrikulturprodukt; endlich bei A. Smith als Ware schlechthin. Soweit die Physiokraten auf die Substanz des Werts kommen, löst er sich ihnen ganz so in bloßen Gebrauchswert auf (Materie, Stoff) wie den Merkantilisten in die bloße Wertform69, Form, worin das Produkt als allgemeine gesellschaftliche Arbeit erscheint, Geld; bei A. Smith sind die beiden Bedingungen der Ware, Gebrauchswert und Tauschwert, zusammengefaßt; und so ist jede Arbeit produktiv, die sich in irgendeinem Gebrauchswert darstellt, [in] nützlichem Produkt. Daß sie es ist, die sich darin darstellt, schließt schon ein, daß dies Produkt zugleich gleich bestimmtem Quantum allgemein gesellschaftlicher Arbeit. A. Smith, den Physiokraten gegenüber, stellt den Wert des Produkts als das Essentielle für den bürgerlichen Reichtum wieder her, streift aber andererseits die bloß phantastische Form ab – die von Gold und Silber –, worin den Merkantilisten der Wert erscheint. Jede Ware ist an sich Geld. Daß A. Smith damit zugleich auch plus ou moins70 in die merkantilistische Vorstellung von der „Dauerhaftigkeit“, in fact inconsumabilite71, zurückfällt, ist unverkennbar. Man erinnere sich der Stelle bei Petty (sieh mein Heft 1, p. 10972, wo zitiert Petty, „Polit. Arith.“), wo der Reichtum geschätzt wird nach den Graden, worin er unvergänglich ist, mehr oder minder dauerhaft ist, und schließlich Gold und Silber „als unvergänglicher Reichtum“ an die Spitze gestellt werden.
„Indem er“ (sagt Blanqui, A., „Histoire de l’écon. polit.“, Bruxelles 1839, p. 152) „die Eigenschaft des Reichtums ausschließlich auf jene Werte beschränkte, die in materiellen Stoffen verkörpert sind, löschte er aus dem Buche der Produktion die ganze unbegrenzte Masse der immateriellen Werte aus, der Töchter des moralischen Kapitals der zivilisierten Nationen“ etc.
[4. Vulgarisierung der bürgerlichen politischen Ökonomie
in der Bestimmung der produktiven Arbeit]
Was die Polemik gegen A. Smiths Unterscheidung von produktiver und unproduktiver Arbeit besonders hervorrief – eine Polemik, die jedoch hauptsächlich auf die dii minorum gentium73 sich beschränkt (von denen Storch noch der bedeutendste), indem sie sich bei keinem bedeutenden Ökonomen ||315| findet, bei niemand, von dem man sagen könnte, daß er irgendeine Entdeckung in der politischen Ökonomie gemacht; sie ist dagegen das Steckenpferd der second-rate fellows74 und ganz speziell der schulmeisterlichen Kompilatoren und Kompendienschreiber, auch schönschreibender Dilettanten und Vulgarisateurs auf diesem Gebiet –, sind folgende Umstände.
Der großen Masse sog. „höherer“ Arbeiter – wie der Staatsbeamten, Militärs, Virtuosen, Ärzte, Pfaffen, Richter, Advokaten usw. –, die zum Teil nicht nur nicht produktiv sind, sondern wesentlich destruktiv, aber sehr großen Teil des „materiellen“ Reichtums teils durch Verkauf ihrer „immateriellen“ Waren, teils durch gewaltsame Aufdrängung derselben sich anzueignen wissen, war es keineswegs angenehm, ökonomisch in dieselbe Klasse mit den buffoons and menial servants75 verwiesen zu werden und bloß als Mitkonsumenten, Parasiten der eigentlichen Produzenten (oder vielmehr Produktionsagenten) zu erscheinen. Es war dies eine sonderbare Entheiligung grade der Funktionen, die bisher mit einem Heiligenschein umgeben waren, abergläubische Verehrung genossen. Die politische Ökonomie in ihrer klassischen Periode, ganz wie die Bourgeoisie selbst in ihrer Parvenuperiode, verhält sich streng und kritisch zu der Staatsmaschinerie etc. Später sieht sie ein und – zeigt sich auch praktisch – lernt sie durch die Erfahrung, daß aus ihrer eignen Organisation die Notwendigkeit der ererbten Gesellschaftskombination aller dieser zum Teil ganz unproduktiven Klassen hervorwächst.
Soweit jene „unproduktiven Arbeiter“ nicht Genüsse schaffen und ihr Kauf daher ganz abhängt von der Art, wie der Produktionsagent sein Salair oder seinen Profit verausgaben will – sofern sie vielmehr teils durch physische Gebrechen (wie Ärzte) oder geistige Schwächen (wie Pfaffen) oder durch den Konflikt der Privatinteressen und der Nationalinteressen (wie Staatsleute, alle lawyers76, Polizisten, Soldaten) nötig werden oder sich selbst nötig machen, erscheinen sie dem A.Smith wie dem industriellen Kapitalisten selbst und der Arbeiterklasse als faux frais de production, die also möglichst auf das notwendigste Minimum zu reduzieren und möglichst wohlfeil herzustellen sind. Die bürgerliche Gesellschaft produziert alles das in ihrer eignen Form wieder, was sie in feudaler oder absolutistischer Form bekämpft hatte. Zunächst also für die Sykophanten dieser Gesellschaft, speziell der höhern Stände, ein Hauptgeschäft, selbst den bloß parasitischen Teil dieser „unproduktiven Arbeiter“ theoretisch zu restaurieren oder auch die übertriebnen Ansprüche des unentbehrlichen Teils derselben nachzuweisen. Es war in der Tat die Abhängigkeit der ideologischen etc. Klassen von den Kapitalisten proklamiert.
Zweitens aber wurde ein Teil der Produktionsagenten (der materiellen Produktion selbst) bald von diesen, bald von jenen Ökonomen als „unproduktiv“ nachgewiesen. Z.B. der Grundeigentümer von dem Teil der Ökonomen, die das industrielle Kapital vertreten (Ricardo). Andre (z.B. Carey) erklärten den eigentlichen commerçant77 für einen „unproduktiven“ Arbeiter. Nun kamen gar Dritte, die den „Kapitalisten“ selbst für unproduktiv erklärten oder wenigstens seine Ansprüche an den materiellen Reichtum auf „Salair“, d.h. auf den Lohn eines „produktiven Arbeiters“, reduzieren wollten. Viele der geistigen Arbeiter schienen dieser Skepsis sich anzuschließen. Es war also Zeit, Kompromiß zu machen und die „Produktivität“ aller nicht direkt unter die Agenten der materiellen Produktion eingeschlossenen Klassen anzuerkennen. Eine Hand wäscht die andre, und wie in der „fable of the bees“ war nachzuweisen, daß auch vom „produktiven“, ökonomischen Standpunkt aus die bürgerliche Welt mit allen den „unproduktiven Arbeitern“ die beste aller Welten ist; um so mehr, da die „unproduktiven Arbeiter“ ihrerseits kritische Betrachtungen über die Produktivität der Klassen anstellten, die überhaupt „fruges consumere nati“ – oder auch über die Produktionsagenten, wie Grundeigentümer, die gar nichts tun, usw. Sowohl die Nichtstuer als ihre Parasiten mußten ihren Platz in der besten Weltordnung finden.
Drittens: Wie sich die Herrschaft des Kapitals entwickelte und in der Tat auch die nicht direkt auf Schöpfung des materiellen Reichtums bezüglichen Produktionssphären immer mehr von ihm abhängig wurden – namentlich die positiven Wissenschaften (Naturwissenschaften) als Mittel der materiellen Produktion dienstbar gemacht wurden –, |316| glaubten sykophantische underlings78 der politischen Ökonomie jede Wirkungssphäre dadurch verherrlichen zu müssen und rechtfertigen, daß sie selbe „im Zusammenhang“ mit der Produktion des materiellen Reichtums darstellten – als Mittel für denselben – und jeden damit beehrten, daß sie ihn zum „produktiven Arbeiter“ im „ersten“ Sinn machten, nämlich zu einem laboureur, der im Dienst des Kapitals arbeite, ihm in der einen oder andren Weise in seiner Bereicherung nützlich sei, etc.
Da sind noch solche Leute wie Malthus vorzuziehen, die direkt die Notwendigkeit und Nützlichkeit „unproduktiver Arbeiter“ und bloßer Parasiten verteidigen.
Es ist nicht der Mühe wert, auf die Fadaisen79 von G. Garnier (Smiths Übersetzer), Earl of Lauderdale, Brougham, Say, Storch, später Senior, Rossi usw. – bezüglich dieses Punkts – einzugehn. Es sollen nur ein paar charakteristische Stellen zitiert werden.
Vorher noch eine Stelle von Ricardo, worin dieser nachweist, daß den „produktiven Arbeitern" es viel nützlicher ist, wenn die Eigentümer des Mehrwerts (Profit, Grundrente) selbigen aufessen in „unproduktiven Arbeitern" (as menial servants f. i.80), denn in den von den „produktiven Arbeitern" produzierten Luxusprodukten.
{Sismondi: „Nouv. princ.", t. I, p. 148, akzeptiert die richtige Erklärung des Smithschen Unterschiedes (wie dies auch bei Ricardo als selbstverständlich): Der reelle Unterschied der produktiven und unproduktiven Klassen ist:
„Die eine tauscht ihre Arbeit immer gegen das Kapital einer Nation aus; die andere tauscht es immer aus gegen einen Teil der nationalen Revenue."
Sismondi – ebenfalls nach A. Smith – über den Mehrwert:
„Obgleich der Arbeiter durch seine tägliche Arbeit viel mehr als seine täglichen Kosten hervorgebracht hat, ist es selten, daß nach Teilung mit Grundbesitzer und Kapitalist ihm etwas Erkleckliches über das unbedingt Notwendige übrigbleibt."
(Sismondi, t. I, „N.P. etc.", p. 87.)
Ricardo sagt:
„Wenn ein Grundeigentümer oder ein Kapitalist seine Revenue nach Art eines mittelalterlichen Barons ausgibt, nämlich für den Unterhalt einer großen Zahl von Gefolgsleuten oder Hauspersonal, wird er Verwendung für viel mehr Arbeit schaffen, als wenn er sie für wertvolle Kleidung oder eine bessere Einrichtung, für Kutschen, Pferde oder den Kauf irgendwelcher anderen Luxuswaren verausgabt. In beiden Fällen ist die Nettorevenue ebenso wie die Bruttorevenue die gleiche, jedoch wird die erstere in verschiedene Waren umgesetzt. Wenn meine Revenue 10 000 l. beträgt, so wird die fast gleiche Menge produktiver Arbeit verwendet, ob ich sie nun in wertvolle Kleidung und teure Möbel usw. oder in eine Menge Nahrungsmittel und Kleidung von gleichem Wert umsetze. Wenn ich aber meine Revenue in Waren der ersten Art umsetzte, so wird danach keine Arbeit mehr beschäftigt, – ich würde mich meiner Kleider und meiner Möbel erfreuen und damit ist die Angelegenheit beendet. Wenn ich aber meine Revenue in Nahrungsmittel und Kleider umsetze und es ist mein Wunsch, Dienstpersonal zu beschäftigen, so werden alle jene, die ich so mit meiner Revenue von 10 000 l. oder mit den von mir gekauften Nahrungsmitteln und Kleidungsstücken beschäftigen kann, der früheren Nachfrage nach Arbeit hinzugefügt, und diese Vermehrung tritt lediglich ein, weil ich diese Art der Verausgabung meiner Revenue gewählt habe. Da die Arbeiter also an der Nachfrage nach Arbeit interessiert sind, müssen sie offensichtlich wünschen, daß soviel wie möglich von der Revenue von den Ausgaben für Luxuswaren abgezogen wird, um für den Unterhalt von Dienstpersonal verwendet zu werden.“ (Ricardo, „Princ.“ 3 ed., 1821, p. 475, 476.)
D’Avenant zitiert aus einem alten Statistiker, Gregory King, eine Liste, entitled81 „Scheme of the Income and Expense of the several Families of England, calculated for the year 1688“. Hier teilt studiosus King die Gesamtheit des Volks in zwei Hauptklassen: „increasing the wealth of the Kingdom, 2 675 520 heads“ und „decreasing the wealth of the Kingdom, 2 825 000 heads“82; also die erstre „produktive“, die zweite „unproduktive“; die „produktive“ Klasse besteht aus Lords, Baronets, Knights, Esquires, Gentlemen, Persons in Offices and Places83, Kaufleuten im Seehandel, Persons in the Law, clergymen, freeholders, farmers, persons in liberal arts and sciences, shopkeepers and tradesmen, artisans and handicrafts, Naval Officers, Military Officers84. Dagegen die „unproduktive“ Klasse: Matrosen (common seamen), labouring people and out servants (dies sind Ackerbauarbeiter und Manufakturtaglöhner), cottagers85 (noch 1/5 der ganzen englischen Bevölkerung zu D’Avenants Zeiten), ||317|| common soldiers, paupers, gipsies, thieves, beggars and vagrants generally86. D’Avenant erklärt diese Rangliste des studiosus King so:
„Er meint hiermit, daß die erste Volksklasse vom Boden, den Künsten und dem Gewerbefleiß sich selbst erhält und jedes Jahr etwas zum nationalen Kapital hinzuumsetzte, so wird danach keine Arbeit mehr beschäftigt, – ich würde mich meiner Kleider und meiner Möbel erfreuen und damit ist die Angelegenheit beendet. Wenn ich aber meine Revenue in Nahrungsmittel und Kleider umsetze und es ist mein Wunsch, Dienstpersonal zu beschäftigen, so werden alle jene, die ich so mit meiner Revenue von 10 000 l. oder mit den von mir gekauften Nahrungsmitteln und Kleidungsstücken beschäftigen kann, der früheren Nachfrage nach Arbeit hinzugefügt, und diese Vermehrung tritt lediglich ein, weil ich diese Art der Verausgabung meiner Revenue gewählt habe. Da die Arbeiter also an der Nachfrage nach Arbeit interessiert sind, müssen sie offensichtlich wünschen, daß soviel wie möglich von der Revenue von den Ausgaben für Luxuswaren abgezogen wird, um für den Unterhalt von Dienstpersonal verwendet zu werden.“ (Ricardo, „Princ.“ 3 ed., 1821, p. 475, 476.)
D’Avenant zitiert aus einem alten Statistiker, Gregory King, eine Liste, entitled81 „Scheme of the Income and Expense of the several Families of England, calculated for the year 1688“. Hier teilt studiosus King die Gesamtheit des Volks in zwei Hauptklassen: „increasing the wealth of the Kingdom, 2 675 520 heads“ und „decreasing the wealth of the Kingdom, 2 825 000 heads“82; also die erstre „produktive“, die zweite „unproduktive“; die „produktive“ Klasse besteht aus Lords, Baronets, Knights, Esquires, Gentlemen, Persons in Offices and Places83, Kaufleuten im Seehandel, Persons in the Law, clergymen, freeholders, farmers, persons in liberal arts and sciences, shopkeepers and tradesmen, artisans and handicrafts, Naval Officers, Military Officers84. Dagegen die „unproduktive“ Klasse: Matrosen (common seamen), labouring people and out servants (dies sind Ackerbauarbeiter und Manufakturtaglöhner), cottagers85 (noch 1/5 der ganzen englischen Bevölkerung zu D’Avenants Zeiten), ||317|| common soldiers, paupers, gipsies, thieves, beggars and vagrants generally86. D’Avenant erklärt diese Rangliste des studiosus King so:
„Er meint hiermit, daß die erste Volksklasse vom Boden, den Künsten und dem Gewerbefleiß sich selbst erhält und jedes Jahr etwas zum nationalen Kapital hinzufügt; und abgesehn hiervon kontribuiert von ihrem Überfluß jedes Jahr soundso viel zur Erhaltung anderer. Die von der zweiten Klasse halten sich teilweise selbst durch Arbeit, aber der Rest, wie die Weiber und Kinder dieser, sind auf Kosten der andern genährt; jährliche Last für das Publikum, indem sie jährlich soviel verzehren, als sonst hinzugefügt würde zum Generalstock der Nation.“ (D’Avenant, „An Essay upon the probable methods of making a people gainers in the balance of trade“, London 1699, p.23 und p. 50.)
Übrigens für Vorstellungen der Merkantilisten vom Mehrwert die folgende Stelle von D’Avenant nicht uncharakteristisch:
„Die Exportation unsres eignen Produkts muß England reich machen; Gewinner zu sein in der Handelsbilanz, müssen wir unser eignes Produkt ausführen; damit kaufen wir die für unseren eigenen Konsum notwendigen Dinge ausländischer Herkunft, wobei uns ein Überschuß bleibt entweder in Edelmetall oder in Waren, die wir in andere Länder verkaufen können; dieser Überschuß ist der Profit, den eine Nation aus dem Handel zieht und der größer oder kleiner ist in Abhängigkeit von der natürlichen Frugalität des exportierenden Volkes“ (eine Frugalität, die die Holländer, aber nicht die Engländer besitzen – l. c. p. 46, 47) „oder von dem niedrigen Preis der Arbeit und der Manufakturwaren, der ihnen erlaubt, die Waren billig und zu einem Preis zu verkaufen, der auf fremden Märkten nicht unterboten werden kann.“ (D’Avenant, l.c.p.45,46.)
[„Bei dem, was im Inland konsumiert wird, verliert der eine nur das, was der andere gewinnt, und die Nation im allgemeinen ist um nichts reicher; aber alles, was im Ausland konsumiert wird, ist ein klarer und sicherer Profit.“ („An Essay on the East India Trade etc.“, Lond. 1697, [p. 31].)]
{Diese, einer Schrift D’Avenants beigedruckte Schrift, die er zu verteidigen87, ist nicht dieselbe wie die von McCulloch angeführten „Considerations on the East India Trade“, 1701.}
Übrigens muß man sich diese Merkantilisten nicht so dumm vorstellen, wie sie dargestellt werden von den spätern Vulgär-Freetraders. In vol. II seiner „Discourses on the publick revenues, and on the trade of England etc.“, London 1698, sagt Davenant u. a.:
„Gold und Silber sind in der Tat das Maß des Handels, aber die Quelle und der Ursprung davon ist bei allen Nationen das natürliche oder künstliche Produkt des Landes, d. h., was ihr Land oder was ihre Arbeit und Industrie produzieren. Und dies ist so wahr, daß eine Nation durch irgendeinen Umstand jeder Art von Geld verlustig gehn kann, wenn das Volk zahlreich ist, industriell, gewandt im Handel, geschickt in der Seefahrt; mit guten Häfen versehn, mit einem Boden, fruchtbar an verschiedenen Artikeln, wird solch ein Volk Handel haben und bald eine Menge von Silber und Gold. So daß der reelle und effektive Reichtum eines Landes das einheimische Produkt ist.“ (l. c. p. 15.) „Gold und Silber sind so weit entfernt, die einzigen Dinge zu sein, die den Namen von Schatz oder Reichtum einer Nation verdienen, daß in Wahrheit Gold im Grunde nicht mehr ist als die Rechenpfennige, womit Menschen in ihrem Geschäftsverkehr gewohnt worden sind zu rechnen.“ (l. c. p. 16.) „Wir verstehen das unter Reichtum, was den Fürsten und die große Masse seines Volkes in Überfluß, Wohlstand und Sicherheit erhält; ebenso ist Schatz, was zum Gebrauch des Menschen verwandelt“ (converted) „worden ist für Gold und Silber in Gebäude und Verbesserungen des Landes; ebenso auch andere Dinge, die gegen diese Metalle eintauschbar sind, wie die Früchte der Erde, Manufakturwaren oder ausländische Waren und Schiffsvorrat… Ja, selbst verderbliche Güter können als Reichtum einer Nation angesehen werden, wenn sie konvertibel, obgleich nicht eingetauscht sind in Gold und Silber; und wir halten sie nicht nur für Reichtum zwischen Individuum und Individuum, sondern zwischen einem Land und einem andren.“ (l. c. p. 60, etc.) „Das gemeine Volk ist der Magen des Staatskörpers. Dieser Magen“ nahm in Spanien das Geld nicht gehörig auf, |318| verdaute es nicht… „Handel und Manufakturen sind die einzigen Media, wodurch solch eine Digestion und Distribution von Gold und Silber gemacht werden kann, die dem Staatskörper Nahrung zuführt." (l. c. p. 62, 63.)
Übrigens bei Petty auch schon die produktiven Arbeiter (nur schließen sie noch Soldaten ein):
„Landbauer, Seeleute, Soldaten, Handwerker und Kaufleute sind die wahren Grundpfeiler jedes Gemeinwesens; alle andern großen Berufe entstehen aus den Schwächen und Fehlern dieser; nun ist der Seemann drei von diesen vier“ (navigator, merchant, soldier88) ([Petty,] „Polit. Arithmetick etc.“, London 1699, p. 177). „Die Arbeit des Seemanns und Fracht der Schiffe ist stets von der Natur einer exportierten Ware, ihr Überschuß über die Einfuhr bringt Geld ins Land etc." (l. c. p. 179.)
Bei der Gelegenheit entwickelt Petty auch wieder die Vorteile der Teilung der Arbeit:
„Die, welche den Seehandel kommandieren, können zu wohlfeilerer Fracht mit mehr Profit arbeiten als andre zu größerer (teurerer Fracht); denn wie das Kleid wohlfeiler gemacht wird, wenn der eine etc., der andre etc. tut, so können die, welche den Schiffshandel kommandieren, verschiedene Arten von Schiffen zu verschiedenen Zwecken bauen, Seeschiffe, Fluß-, Handels-, Kriegs- etc. -schiffe, und dies ein Hauptgrund der wohlfeileren Fracht [der Holländer] als ihrer Nachbarn, weil sie eine besondere Art von Schiffen für jeden einzelnen Handelszweig zur Verfügung stellen können." (l. c. p. 179, 180.)
Hier kommt übrigens bei Petty ganz das A.Smithsche, wenn er weiter sagt:
Nimmt die Steuer von den Industriellen etc., um zu geben denen, die sich überhaupt in einer Art beschäftigen, „die kein materielles Ding oder Dinge von wirklichem Nutzen und Wert für das Gemeinwesen produzieren – in diesem Fall wird der Reichtum publici89 vermindert: Anders als solche Beschäftigungen sind Erholungen und Erfrischungen des Geistes anzusehen, die, mäßig angewendet, Menschen zu Dingen fähig und geneigt machen, die an sich wichtiger sind." (l. c. p.199.) „Nachdem man berechnet, wieviel Volk zur industriellen Arbeit nötig, kann der Rest weidlich und ohne Schaden für die Gemeinheit verwandt werden in den Künsten und Übungen, die dem Vergnügen und der Verschönerung dienen und von denen die größte der Fortschritt der Naturkenntnis ist." (l. c. p.199.) „Es ist mehr zu gewinnen durch Manufaktur als Landwirtschaft und mehr durch Handel als Manufaktur." (l. c. p.172.) „Ein Seemann ist 3 Bauern wert." (p. 178.) |VII-318|
|VIII-346| Petty, Mehrwert. In einer Stelle von Petty kann eine Ahnung von der Natur des Mehrwerts gesehen werden, obgleich er ihn nur in der Form der Grundrente behandelt. Namentlich wenn sie zusammengestellt wird mit folgender Stelle, worin er den relativen Wert von Silber und Korn bestimmt durch die relativen Quantitäten derselben, die in derselben Arbeitszeit produziert werden können.
„Wenn jemand eine Unze Silber aus dem Innern der Erde Perus in derselben Zeit nach London bringen kann, die er zur Produktion eines Bushel Korn brauchen würde, dann ist das eine der natürliche Preis des anderen; wenn er nun durch Abbau neuer und ergiebigerer Bergwerke statt der einen zwei Unzen Silber mit dem gleichen Aufwand gewinnen kann, wird das Korn bei einem Preis von 10 Shilling pro Bushel ebenso billig sein wie vorher bei einem Preis von 5 Shilling, caeteris paribus90.“ „Man lasse hundert Mann zehn Jahre lang arbeiten, um Korn zu ernten, und dieselbe Zahl Leute die gleiche Zeit, um Silber zu gewinnen, und ich sage, daß der Reinertrag an Silber der Preis des gesamten Reinertrags an Korn sein wird und gleiche Teile des einen den Preis gleicher Teile des andern bilden werden." „Korn wird zweimal teurer sein, wenn in der gleichen Zeit zweihundert Landleute das gleiche tun, was hundert leisten könnten." („On Taxes and Contributions", 1662) (ed. 1679, p. 31, 24, 67.)
Die Stellen, auf die ich oben anspiele, sind folgende:
„Wenn die Gewerbe und schönen Künste wachsen, muß die Landwirtschaft zurückgehen, oder das Arbeitseinkommen der Landleute muß steigen und infolgedessen müssen die Renten des Landes fallen." (p. 193.) „Wenn in England Gewerbe und Manufaktur zugenommen haben …, wenn sich ihnen ein größerer Teil der Bevölkerung widmet als früher, und wenn der Preis des Korns heute nicht höher ist als damals, da es mehr Landleute und weniger im Handel und Gewerbe Beschäftigte gab, dann müssen schon aus diesem Grunde … die Renten des Landes fallen: Z.B. unterstelle den Weizenpreis zu 5 sh. oder 60 d. per Bushel; und wenn die Rente des Landes, worauf es wächst, die dritte Garbe" (i.e. part, share91) „ist; dann ist von den 60 d. a id="S152"20 d. für das Land und 40 d. für den Landmann; aber wenn der Lohn des Landmanns sich um 1/8 erheben sollte oder von 8 zu 9 d. per Tag, dann erhebt sich der Anteil des Landmannes am Bushel Weizen von 40 d. auf 45 d., und infolgedessen muß die Rente des Landes von 20 d. auf 15 d. fallen, denn wir nehmen an, daß der Weizenpreis derselbe bleibt, um so mehr, da wir ihn nicht erhöhen können, denn wenn wir es versuchten, würde ||347|| zu uns (wie nach Holland) Korn vom Auslande gebracht werden, wo die Lage der Landwirtschaft sich nicht änderte.“ („Politi. Arithmetick“, etc., edit. Lond. 1699, p. 193, 194.) [VIII–347]
||VIII–364|| [Petty. Mit der oben angeführten Stelle Pettys ist folgende zusammenzustellen, wo Rente überhaupt ein surplus value, produit net92 ist:
„Nehmen wir an, ein Mann bebaute mit eigener Hand eine bestimmte Fläche Land mit Korn, das heißt, er pflügt es um, sät, eggt, erntet, fährt das Korn ein, drischt es, mit einem Wort, er tut alles, was der Ackerbau erfordert. Ich behaupte – wenn dieser Mann sein Saatgut abgezogen hat sowie alles das, was er selbst verzehrt oder im Austausch für Kleidung oder für sonstige natürliche Bedürfnisse an andere gegeben hat – daß das, was an Korn übrigbleibt, die wirkliche Bodenrente für dieses Jahr ist; und der Durchschnitt von sieben Jahren oder vielmehr die Zahl von Jahren, in denen Mißernte und gute Ernte ihren Kreislauf durchmachen, gibt die gewöhnliche Rente des mit Korn bestellten Bodens. Aber eine weitere, wenn auch verwandte Frage ist die: Wieviel Geld ist dieses Korn oder diese Rente wert? Ich erwidere, es ist soviel wert, wie bei einer anderen Person übrigbleibt, die ihre beste Zeit dazu verwendet, um ins Land der Erzbergwerke zu gehen, Metall zu fördern, es zu reinigen, Münzen zu prägen und es dorthin zu bringen, wo die andere Person gesät und das Korn geerntet hat. Die Summe, die dieser Person nach Abzug aller ihrer Ausgaben übrigbleibt, wird dem Wert nach völlig gleich sein der Menge Korn, die dem Landmann verbleibt.“ („Traité des taxes“, p. 23, 24.)] [VIII–364]
[c) John Stuart Mill –
Anhänger von Smith' zweiter Erklärung der produktiven Arbeit]
||VII–318|| Herr J.St.Mill, in „Essays on some unsettled questions of polit. econ.“, London 1844, plagt sich auch mit der produktiven und unproduktiven Arbeit ab; wo in der Tat zu der Smithschen (zweiten) Erklärung nichts hinzukommt, als daß auch die Arbeiten produktiv, die das Arbeitsvermögen selbst produzieren.
„Quellen des Genusses können akkumuliert und aufgehäuft werden; Genuß selbst nicht. Der Reichtum eines Landes besteht aus der Totalsumme der in ihm enthaltenen dauernden Quellen des Genusses, seien sie materiell oder immateriell; und Arbeit oder Ausgabe, welche strebt zu vermehren oder diese dauernden Quellen zu erhalten, ist produktiv zu nennen." (l. c. p. 82.) „Was der Mechaniker oder Spinner verzehren, während sie ihren Dreck lernen, ist produktiv konsumiert, d. h. seine Konsumtion strebt nicht zu vermindern, sondern zu vermehren die dauernden Quellen des Genusses im Lande, indem sie die Neuschöpfung dieser Quellen bewirken, was den Betrag der Konsumtion mehr als wettmacht". (l. c. p. 83.)
Wir wollen nun kurz durchgehn den Kohl gegen A. Smith über produktive und unproduktive Arbeit.
||319|| In dem V. Band Noten zu seiner Übersetzung von Smiths „Wealth of Nations" (Paris 1802).
Garnier teilt über den „travail productif"93 im eminenten Sinn die Ansicht der Physiokraten, die er nur etwas abschwächt. Er bekämpft Smiths Ansicht, wonach
„produktive Arbeit … jene ist, die sich in einem Gegenstand realisiert, jene, die Spuren ihrer Tätigkeit hinterläßt und deren Produkt Gegenstand eines Kaufs oder Austauschs sein kann." (l. c., t. V, p. 169.) ||VII-319||
||VII-347|| (Garnier, G.) Er bringt verschiedne Gründe gegen A. Smith an (zum Teil von den Spätern wiederholt).
„Diese Unterscheidung ist falsch, da sie sich auf einen Unterschied bezieht, der nicht besteht. Jede Arbeit ist produktiv in dem Sinne, in dem der Autor das Wort produktiv gebraucht. Die Arbeit der einen wie die der andren dieser beiden Klassen ist gleich produktiv an irgendeinem Genuß, einer Bequemlichkeit, einem Nutzen für denjenigen, der sie bezahlt; sonst würde diese Arbeit keinen Lohn finden." [l. c. p.171.]
{Sie ist also produktiv, weil sie irgendeinen Gebrauchswert produziert und sich verkauft, einen Tauschwert hat, also selbst Ware ist.} In der Ausführung aber dieses Punkts, als Illustration desselben, führt Garnier vielmehr Beispiele an, wo die „unproduktiven Arbeiter" dasselbe tun, denselben Gebrauchswert oder Art des Gebrauchswerts produzieren wie die „produktiven". Z. B.:
„Der Diener, der in meinem Dienste steht, mein Feuer anzündet, mich frisiert, meine Kleider und Möbel reinigt und in Ordnung hält, meine Nahrung zubereitet usw., leistet Dienste ganz derselben Art wie die Wäscherin oder Weißnäherin, die die Wäsche ihrer Kunden reinigt oder instand hält; … wie der Gastwirt, Garkoch oder Kneipenwirt, dessen Beruf es ist, den Leuten Essen zuzubereiten, die bei ihm speisen wollen; wie der Barbier, Friseur" (der größte Teil dieser Kerls gehört aber bei A. Smith ebenso wenig zu den ouvriers productifs94 wie der domestique95), „die unmittelbare Dienste leisten; endlich wie der Maurer, der Dachdecker, der Tischler, der Glaser, der Ofensetzer usw. und jene Menge Bauarbeiter, die man ruft, damit sie Ausbesserungen und Reparaturen vornehmen, und deren jährliches Einkommen ebensosehr von einfachen Reparatur- und Erhaltungsarbeiten stammt wie von Neubauten." [l. c. p. 171, 172.]
(A. Smith sagt nirgendwo, daß der travail qui se fixe dans un objet plus ou moins permanent96, nicht ebensogut Reparatur als Neukreatur sein kann.)
„Diese Art Arbeit besteht weniger im Produzieren als im Erhalten; sie hat weniger den Zweck, den Dingen, an denen sie sich betätigt, Wert zuzusetzen, als ihrem Verfall vorzubeugen. Alle diese Arbeiter, den Diener einbegriffen, ersparen demjenigen, der sie bezahlt, die Arbeit, seine eigenen Sachen instand zu halten." [l. c. p. 172.]
(Können also als Maschine zur Erhaltung des Werts betrachtet werden, oder vielmehr der Gebrauchswerte. Dieser Standpunkt des „épargner" von travail97 weiter geltend gemacht von Destutt de Tracy. Sieh das später. Die unproduktive Arbeit des einen wird dadurch nicht produktiv, daß sie dem andren unproduktive Arbeit erspart. Einer von beiden verrichtet sie. Ein Teil des A. Smithschen travail improductif98, aber auch nur der Teil derselben, der absolut notwendig ist, um Dinge zu konsumieren, sozusagen zu den Konsumtionskosten gehört – und dann auch nur, wenn er einem produktiven Arbeiter diese Zeit spart – notwendig durch die Teilung der Arbeit. Indes leugnet A. Smith diese „Teilung der Arbeit" nicht. Wenn jeder nach ihm gezwungen wäre, produktive und unproduktive Arbeit zu verrichten, und durch die Teilung dieser Arbeitsarten zwischen 2 beides besser geschähe, änderte dies nichts an dem Umstand, daß die eine dieser Arbeiten produktiv und die andre unproduktiv ist.)
„In den weitaus meisten Fällen arbeiten sie deswegen und nur deswegen" (damit einer die Arbeit spart, sich selbst zu bedienen, müssen 10 ihn bedienen – eine sonderbare Art, Arbeit zu „sparen"; außerdem die „unproduktive Arbeit" dieser Art am meisten von denen angewandt, die nichts tun); „also sind sie entweder alle produktiv, oder keiner von ihnen ist produktiv" (l. c. p. 172).
||348| Zweitens. Bei einem Franzosen dürfen die ponts et chaussées99 nicht fehlen. Warum, sagt er, produktiv nennen
„die Arbeit eines Inspektors oder Direktors eines privaten Unternehmens im Handel oder der Industrie und unproduktiv die eines Verwaltungsbeamten, der die Erhaltung der öffentlichen Straßen und schiffbaren Kanäle, der Häfen, des Geldwesens und anderer großer Einrichtungen überwacht, die die Tätigkeit des Handels beleben, der über die Sicherheit des Transports und der Verkehrswege und über die Einhaltung der Verträge wacht usw., und der mit Recht als ein Inspektor der großen sozialen Manufaktur angesehen werden kann? Das ist eine Arbeit ganz gleicher Art, nur auf viel größerer Stufenleiter." (p. 172, 173.)
Soweit solcher Bursche in der Produktion (resp. Konservation und Reproduktion) materieller Dinge konkurriert, die verkauft werden könnten, befänden sie sich nicht in den Händen des Staats, würde Smith sie „produktiv" nennen können. „Inspecteurs de la grande manufacture sociale"100 sind französische Geschöpfe.
Drittens. Hier fällt Garnier ins „Moralische". Warum soll der „parfumeur, der mon odorat"101 schmeichelt, produktiv sein und der musicien102 nicht, der „charme mon oreille"103? (p. 173.) Weil der eine ein materielles Produkt liefert, würde Smith antworten, der andre nicht. Die Moral und das „Verdienst" der beiden Burschen hat nichts mit der Unterscheidung zu tun.
Viertens. Ist es nicht Widerspruch, daß der „luthier, le facteur d'orgues, le marchand de musique, le machiniste104 etc." produktiv und die professions105, wofür diese Arbeiten nur „préparatoires"106, unproduktiv?
„Die einen wie die anderen haben als letzten Zweck ihrer Arbeit einen Konsum derselben Art. Wenn der Zweck, den sich die einen setzen, nicht verdient, zur Zahl der Produkte der Arbeit der Gesellschaft gerechnet zu werden, warum soll man dasjenige günstiger behandeln, was nur ein Mittel ist, diesen Zweck zu erreichen?" (l. c. p. 173.)
Nach diesem Raisonnement107 ist einer, der Getreide ißt, gradeso produktiv wie der, der es produziert. Denn zu welchem Zweck wird Getreide produziert? Um es zu essen. Wenn also die Arbeit des Essens nicht produktiv ist, warum die des Getreidebaues, qui n'est qu'un moyen pour arriver à cette fin108? Außerdem produziert der, der ißt, Hirn, Muskel etc., und sind das nicht ebenso edle Produkte als Gerste oder Weizen? – könnte ein entrüsteter Menschenfreund den A.Smith fragen.
Erstens leugnet A.Smith nicht, daß der unproduktive Arbeiter ein produit quelconque109 produziert. Sonst wäre er überhaupt kein Arbeiter. Zweitens mag es sonderbar scheinen, daß der Arzt, der die Pillen verschreibt, kein produktiver Arbeiter ist, wohl aber der Apotheker, der sie dreht. Ebenso der Instrumentenmacher, der die Fiddle macht, nicht aber der Musikant, der sie spielt. Das würde nur beweisen, daß „produktive Arbeiter“ Produkte liefern, die keinen Zweck haben, außer als Produktionsmittel für unproduktive Arbeiter zu dienen. Was aber nicht auffallender, als daß alle produktiven Arbeiter schließlich erstens die Mittel liefern, um unproduktive zu zahlen, 2. Produkte liefern, die ohne alle Arbeit konsumiert werden.
Nach allen diesen Bemerkungen (wovon Nr.II Franzuski, der seine ponts et chaussées nicht vergessen kann; Nr.III auf Moral hinausläuft; Nr.IV entweder den Blödsinn enthält, daß der Konsum ebenso produktiv wie die Produktion – was falsch in der bürgerlichen Gesellschaft, wo der eine produziert und der andre konsumiert – oder daß ein Teil der produktiven Arbeit bloß das Material für unproduktive Arbeiten liefert, was A.Smith nirgend leugnet, und wovon nur I das Richtige enthält, daß A.Smith mit seiner 2ten Definition dieselben Arbeiten ||349| produktiv und unproduktiv nennt – oder vielmehr einen verhältnismäßig geringen Teil seiner „unproduktiven“ Arbeit seiner eignen Definition nach produktiv nennen müßte, was also nicht gegen die Distinktion, sondern die Subsumtion unter die Distinktion oder die Anwendung derselben spricht –) kommt studiosus Garnier endlich zur Sache.
„Der einzige allgemeine Unterschied, den man offenbar zwischen beiden von Smith ausgedachten Klassen finden könnte, besteht darin, daß bei jener Klasse, die er produktiv nennt, es immer einen Vermittler zwischen dem Verfertiger des Gegenstandes und demjenigen, der ihn konsumiert, gibt oder geben kann; während bei jener, die er unproduktiv nennt, es keinen Vermittler geben kann und das Verhältnis zwischen dem Arbeiter und dem Konsumenten notwendigerweise direkt und unmittelbar ist. Es ist klar, daß derjenige, der die Erfahrung des Arztes, die Geschicklichkeit des Chirurgen, das Wissen des Advokaten, das Talent des Musikers oder Schauspielers oder endlich die Dienste des Dieners in Anspruch nimmt, notwendigerweise in einem direkten und unmittelbaren Verhältnis zu jedem dieser verschiedenen Arbeiter im Zeitpunkt ihrer Arbeit steht; während bei den Berufen der anderen Klasse das zu konsumierende Objekt aus einem materiellen und greifbaren Ding besteht, das verschiedene Tauschhandlungen durchlaufen kann, bevor es von seinem Verfertiger zu seinem Konsumenten gelangt.“ (p.174.)
In diesen letzten Worten zeigt Garnier malgré lui110, welche geheime Ideenverbindung mit der ersten Smithschen Distinktion (Arbeit, die sich gegen Kapital austauscht, und solche, die sich gegen Revenue austauscht) und der letztern ist (Arbeit, die sich in einem materiellen, vendible commodity111 fixiert, und [solche], die sich nicht darin fixiert). Die letztern können ihrer Natur nach der kapitalistischen Produktionsweise meist nicht unterworfen werden; die andern können. Abgesehen davon, daß auf Basis der kapitalistischen Produktion, wo der größte Teil der materiellen Waren – choses matérielles et palpables112 – unter Herrschaft des Kapitals von Lohnarbeitern produziert werden, die [unproduktiven] Arbeiten (oder Dienste, sei es der Hure, sei es des Papstes) nur bezahlt werden können either out of the salairs of the productive labourers, either out of the profits of their employers (and the partners in those profits), quite apart from the circumstance that those productive labourers produce the material basis of the subsistence, and, consequently, the existence of the improductive labourers113. Es ist aber charakteristisch für den flachen französischen Hund, daß er, der Nationalökonom sein will, also Explorator der kapitalistischen Produktion, das, was diese Produktion zur kapitalistischen macht, den Austausch von Kapital gegen Lohnarbeit statt des direkten Austauschs von Revenue gegen Lohnarbeit oder der direkten Revenue, die der Arbeiter sich selbst zahlt, für unwesentlich hält. Damit ist die kapitalistische Produktion selbst eine unwesentliche Form, statt eine notwendige, wenn auch nur historisch, also vorübergehend notwendige Form zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit und Verwandlung der Arbeit in gesellschaftliche Arbeit zu sein.
„Auch müßte man von seiner produktiven Klasse alle die Arbeiter abziehen, deren Arbeit bloß darin besteht, die fertigen Gegenstände zu reinigen, zu erhalten oder zu reparieren, ohne daß sie daher ein neues Produkt in die Zirkulation bringt.“ (p.175.)
(Smith sagt nirgendwo, daß die Arbeit oder ihr Produkt in das capital circulant eingehn muß. Sie kann direkt in das capital fixe eingehn, wie die des Maschinisten, der in einer Fabrik die Maschine repariert. Dann geht aber ihr Wert in die Zirkulation des Produkts, der Ware ein, und die reparateurs etc., die dies domestiquement114 tun, tauschen ||350|| ihre Arbeit nicht gegen Kapital, sondern gegen Revenue aus.)
„Infolge dieses Unterschieds wird die unproduktive Klasse, wie Smith bemerkt hat, nur aus Revenuen erhalten. Da diese Klasse keinen Vermittler zwischen sich und dem Konsumenten ihrer Produkte hat, das heißt dem, der ihre Arbeit genießt, wird sie unmittelbar vom Konsumenten bezahlt; dieser aber zahlt nur aus Revenuen. Dagegen werden die Arbeiter der produktiven Klasse, da sie gewöhnlich von einem Mittelsmann bezahlt werden, der aus ihrer Arbeit einen Profit schlagen will, meistens aus einem Kapital bezahlt. Aber dieses Kapital wird schließlich stets durch die Revenue eines Konsumenten ersetzt, sonst könnte es nicht zirkulieren und würde seinem Besitzer keinen Profit abwerfen.“ [p. 175.]
Dieses letztere „mais“115 ganz kindisch. Erstens wird ein Teil des Kapitals durch Kapital und nicht durch Revenue ersetzt; obgleich dieser Teil des Kapitals, je nachdem, zirkuliert oder nicht zirkuliert (wie letztres beim Samen).
Wenn eine Kohlengrube einem Eisenwerk Kohlen liefert und von diesem Eisenwerk Eisen erhält, welches als Produktionsmittel in den Betrieb der Kohlengrube eingeht, so ist zum Wertbetrag dieses Eisens die Kohle gegen Kapital ausgetauscht und wechselseitig zu seinem eignen Wertbetrag das Eisen als Kapital gegen Kohle ausgetauscht. Beide sind Produkte (dem Gebrauchswert nach betrachtet) neuer Arbeit, obgleich diese Arbeit mit vorhandenen Arbeitsmitteln produzierte. Aber der Wert des Produkts der jährlichen Arbeit ist nicht das Produkt der jährlichen [neuzugesetzten] Arbeit. Er ersetzt vielmehr den Wert der vergangnen Arbeit, die in den Produktionsmitteln vergegenständlicht war. Der Teil des Gesamtprodukts also, der gleich diesem Wert, ist nicht ein Teil des Produkts der jährlichen Arbeit, sondern Reproduktion der vergangnen Arbeit.
Nehmen wir z.B. das Produkt der täglichen Arbeit einer Kohlengrube, eines Eisenwerks, eines Holzfällers und einer Maschinenfabrik. Das capital constant in allen diesen Industrien = 1/3 der gesamten Wertbestandteile des Produkts116; d.h. das Verhältnis der präexistierenden Arbeit zur lebendigen = 1 : 2. So liefern alle diese Industrien jede täglich ein Produkt von x, x', x'', x'''. Diese Produkte sind gewisse Quanta von Kohle, Eisen, Holz und Maschine. Als solche Produkte sind sie Produkte der täglichen Arbeit (aber ebenso der täglich verbrauchten Rohstoffe, Heizungsmittel, Maschinerie etc., die alle zur täglichen Produktion konkurriert haben). Ihre Werte seien gleich z, z', z'', z'''. Diese Werte sind nicht das Produkt der täglichen Arbeit, denn z/3, z'/3, z''/3, z'''/3 sind bloß gleich dem Wert, den die konstanten Elemente von z, z', z'', z''' hatten, ehe sie in die tägliche Arbeit eingingen. Also stellt auch x/3, x'/3, x''/3, x'''/3 oder ein dritter Teil der produzierten Gebrauchswerte bloß den Wert der präexistierenden Arbeit dar und ersetzt sie beständig.
{Der Austausch, der hier zwischen präexistierender und dem Produkt lebendiger Arbeit stattfindet, ist ganz andrer Natur als der Austausch zwischen dem Arbeitsvermögen und den als Kapital existierenden Arbeitsbedingungen.}
x = z; doch das z ist der Wert von ganz x, aber 1/3 z = dem Wert des in ganz x enthaltenen Rohstoffs etc. Also x/3 ein Teil des täglichen Produkts der Arbeit {aber durchaus nicht Produkt der täglichen Arbeit, sondern vielmehr der mit ihr verbundenen vortägigen, präexistierenden Arbeit}, worin die mit der täglichen Arbeit verbundene präexistierende Arbeit wiedererscheint und ersetzt wird. Nun stellt zwar jeder aliquote Teil von x, das bloß die Quantität der wirklichen Produkte (Eisen, Kohle etc.), seinem Wert nach 1/3 präexistierende Arbeit und 2/3 denselben Tag produzierte oder zugesetzte Arbeit dar. Präexistierende Arbeit und Tagesarbeit gehn in demselben Verhältnis wie in die Summe der Produkte, so in jedes einzelne Produkt ein, woraus jene Summe besteht. Teile ich aber das gesamte Produkt in 2 Teile, setze 1/3 desselben auf die eine Seite und 2/3 auf die andre, so ist es dasselbe, als ob das eine 1/3 nur präexistierende Arbeit, die andren 2/3 nur Tagesarbeit117 darstellten. In der Tat stellt das erste 1/3 alle vergangne Arbeit dar, die in das Gesamtprodukt einging, den ganzen Wert der aufgeze hrten Produktionsmittel. Nach Abzug dieses 1/3 können die andren 2/3 also nur das Produkt der Tagesarbeit darstellen. Sie stellen in der Tat das ganze Quantum der Tagesarbeit dar, das den Produktionsmitteln zugefügt wurde.
Die letztern 2/3 sind also gleich der Revenue des Produzenten (Profit und Salair). Er kann sie konsumieren, d.h. in Artikeln auslegen, die in seine individuelle Konsumtion eingehn. Gesetzt, diese 2/3 der täglich produzierten Kohle würden von den Konsumenten oder Käufern nicht mit118 Geld, sondern mit den Waren gekauft119, die sie vorher in Geld verwandelt haben, um Kohle damit zu kaufen. Ein Teil Kohle von diesen 2/3 wird zur Privatheizung etc. in die individuelle Konsumtion des Kohlenproduzenten selbst eingehn. Dieser Teil tritt also nicht in Zirkulation, oder wenn er vorher in Zirkulation getreten, wird er derselben wieder ||351| von seinen eignen Produzenten entzogen. Minus dieses Teils, den die Produzenten der Kohle selbst von den 2/3 Kohle konsumieren, müssen sie alles andre (wollen sie es konsumieren) gegen Artikel austauschen, die in die individuelle Konsumtion eingehn.
Bei diesem Austausch ist es ihnen ganz gleichgültig, ob die Verkäufer der konsumablen Artikel Kapital oder Revenue gegen Kohle austauschen, d. h., ob z. B. der Tuchfabrikant sein Tuch gegen Kohle austauscht, um sein Privathaus zu heizen (in diesem Fall ist die Kohle selbst wieder Konsumtionsartikel für ihn, und er zahlt sie mit Revenue, mit einem Quantum Tuch, das Profit darstellt), oder ob James, der Lakai des Tuchfabrikanten, das Tuch, das er als Salaír erhalten, gegen die Kohle austauscht (in diesem Fall letztre wieder Konsumtionsartikel und gegen die Revenue des Tuchfabrikanten ausgetauscht, der seine Revenue aber wieder gegen die unproduktive Arbeit des Lakaien ausgetauscht hatte), oder ob der Tuchfabrikant Tuch gegen Kohle austauscht, um die in seiner Fabrik nötige, aber aufgezebrte Kohle zu ersetzen. (In letzterm Fall stellt das Tuch, das der Tuchfabrikant austauscht, für ihn capital constant vor, den Wert eines seiner Produktionsmittel, und die Kohle stellt ihm nicht nur den Wert, sondern dies Produktionsmittel in natura vor. Für den Kohlenmann aber ist das Tuch Konsumtionsartikel, und beide, Tuch wie Kohle, stellen ihm Revenue vor; die Kohle Revenue in ihrer nicht realisierten, das Tuch Revenue in ihrer realisierten Form.)
Was aber das letzte 1/3 der Kohlen betrifft, so kann der Kohlenmann sie nicht gegen Artikel auslegen, die in seine individuelle Konsumtion eingehn, nicht als Revenue. Sie gehören dem Produktionsprozeß (oder Reproduktionsprozeß) an und müssen in Eisen, Holz, Maschine verwandelt werden, in Artikel, die Bestandteile seines konstanten Kapitals bilden und ohne die die Kohlenproduktion nicht erneuert oder fortgesetzt werden könnte. Er könnte nun zwar auch dies 1/3 gegen Konsumtionsartikel austauschen (oder, was dasselbe ist, gegen das Geld der Produzenten dieser Artikel), aber doch nur unter der Bedingung, daß er diese Konsumtionsartikel wieder austauscht gegen Eisen, Holz, Maschine, daß sie also weder in seine eigne Konsumtion noch in Verausgabung seiner Revenue eingehn, sondern in die Konsumtion und Revenueverausgabung der Produzenten von Holz, Eisen, Maschine, die aber alle selbst wieder sich in dem Fall befinden, 1/3 ihres Produkts nicht in Artikel für die individuelle Konsumtion auslegen zu können.
Gesetzt aber nun, Kohle gehe in das capital constant des Eisenproduzenten, Holzproduzenten, Maschinenbauers ein. Andrerseits geht Eisen, Holz, Maschine in das capital constant des Kohlenmanns ein. Soweit also diese ihre Produkte wechselseitig von ihnen zu gleichem Wertbetrag [in ihre konstanten Kapitale] eingehn, ersetzen sie sich in natura, und der eine hätte dem andren nur Bilanz zu zahlen für das surplus, was er mehr von ihm kauft als an ihn verkauft120. In der Tat tritt das Geld hier in der Praxis (vermittelt Wechsel etc.) auch nur als Zahlungsmittel auf, nicht als Münze, Zirkulationsmittel, und zahlt nur die Bilanz. Einen Teil von dem 1/3 Kohle wird der Kohlenproduzent zu seiner eignen Reproduktion bedürfen, ganz wie er einen Teil der 2/3 zu seiner eignen Konsumtion von dem Produkt abzog.
Die ganze Quantität Kohle, Eisen, Holz und Maschine, die sich so wechselseitig ersetzen durch Austausch von konstantem Kapital gegen konstantes Kapital, von konstantem Kapital in einer Naturalform gegen konstantes Kapital in der andern Naturalform, hat absolut nichts zu tun weder mit dem Austausch von Revenue gegen konstantes Kapital noch mit dem Austausch von Revenue gegen Revenue. Er spielt exakt dieselbe Rolle wie der Samen in der Agrikultur oder der Kapitalstock des Viehs in der Viehzucht. Es ist ein Teil des jährlichen Produkts der Arbeit, aber nicht des Produkts der jährlichen [neuzugesetzten] Arbeit121 (vielmehr des Produkts der jährlichen plus präexistierenden Arbeit), der (bei gleichbleibenden Produktionsbedingungen) sich selbst jährlich als Produktionsmittel, als capital constant ersetzt, ohne in eine andre Zirkulation als die zwischen dealers122 und dealers einzugehn und ohne den Wert des Teils des Produkts zu affizieren, der in die Zirkulation zwischen dealers und consumers123 eingeht.124
Gesetzt, das ganze 1/3 Kohle tausche sich so in natura gegen seine eignen Produktionselemente, Eisen, Holz, Maschinen, aus. {Es wäre möglich, daß es sich z.B. bloß gegen Maschine direkt austauschte; aber der Maschinist würde es wieder als capital constant nicht nur gegen sein eignes, sondern das des Eisenproduzenten und Holzfällers austauschen.} So würde zwar jeder Zentner von den 2/3 seines Produkts in Kohle, ||352| das er gegen Konsumtionsartikel austauschte, als Revenue austauschte – wie das ganze Produkt –, seinem Wert nach aus 2 Teilen bestehn. 1/3 Zentner wäre gleich dem Wert der in dem Zentner aufgezehrten Produktionsmittel, und 2/3 Zentner wäre gleich der von dem Produzenten der Kohle diesem 1/3 neuzugefügten Arbeit. Allein, wenn das Gesamtprodukt z.B. = 30000 Zentner, so tauscht er als Revenue nur aus 20000 Zentner. Die andren 10000 Zentner wären der Voraussetzung nach durch Eisen, Holz, Maschine etc. etc. ersetzt, kurz, der ganze Wert der in den 30000 Zentnern aufgezehrten Produktionsmittel wäre durch Produktionsmittel derselben Art und von gleichem Wertumfang in natura ersetzt.
Die Käufer der 20000 Zentner zahlen also in der Tat keinen farthing für den Wert der in den 20000 Zentnern enthaltnen präexistierenden Arbeit; denn vom Gesamtprodukt stellen die 20000 nur die 2/3 des Werts dar, worin sich die neuzugesetzte Arbeit realisiert. Es ist also dasselbe, als stellten die 20000 Zentner nur neuzugesetzte (während des Jahrs z.B.) und keine präexistierende Arbeit dar. Der Käufer zahlt also in jedem Zentner den ganzen Wert, präexistierende Arbeit plus neuzugesetzte Arbeit, und dennoch zahlt er nur neuzugesetzte Arbeit; eben weil er nur eine Quantität von 20000 Zentnern kauft, nur die Quantität des Gesamtprodukts kauft, die gleich dem Wert der gesamten neuzugesetzten Arbeit. Ebensowenig zahlt er den Samen des Ackerbauers außer dem Weizen, den er ißt. Die Produzenten haben sich wechselseitig diesen Teil ersetzt; er ist ihnen also nicht zum zweitenmal zu ersetzen. Sie haben ihn ersetzt mit dem Teil ihres eignen Produkts, das zwar jährliches Produkt ihrer Arbeit, aber keineswegs das Produkt ihrer jährlichen Arbeit, vielmehr der Teil ihres jährlichen Produkts ist, der die präexistierende Arbeit vertritt. Ohne die neue Arbeit wäre das Produkt nicht da; aber ebenso wäre es nicht da ohne die in den Produktionsmitteln vergegenständlichte Arbeit. Wäre es bloß Produkt der neuen Arbeit, so wäre sein Wert kleiner als er jetzt ist, und darin würde kein Teil des Produkts der Produktion wiederzugeben sein. Wäre aber die andre Weise der Arbeit nicht produktiver und liefert [nicht] mehr Produkt, obgleich ein Teil des Produkts der Produktion wiedergegeben werden muß, so würde sie nicht angewandt werden.
Obgleich nun von dem 1/3 Kohle kein Wertbestandteil in die 20000 als Revenue verkauften Zentner Kohle einginge, würde dennoch jeder Wertwechsel in dem capital constant, welches das 1/3 oder 10000 Zentner repräsentierte, einen Wertwechsel in den andren 2/3 hervorbringen, die als Revenue verkauft werden. Die Produktion in Eisen, Holz, Maschine usw., kurz, in den Produktionselementen, worin sich das 1/3 des Produkts auflöste, werde teurer. Die Produktivität der Kohlenarbeit bleibe dieselbe. Mit demselben Quantum Eisen, Holz, Kohle, Maschine und Arbeit werden nach wie vor 30 000 Zentner produziert werden. Aber da Eisen, Holz und Maschine sich verteuert haben, mehr Arbeitszeit wie früher kosten, müßte mehr Kohle für sie gegeben werden wie früher.
||353|| Es wäre nach wie vor das Produkt = 30 000 Ctr. Die Kohlengrubenarbeit ist so produktiv geblieben, wie sie früher war. Mit demselben Quantum lebendiger Arbeit und derselben Masse Holz, Eisen, Maschinerie etc. produziert sie = 30 000 Ctr., wie früher. Die lebendige Arbeit, wie früher, stellt sich in demselben Wert dar, sage = 20 000 l. (in Geld geschätzt). Dagegen kosten Holz, Eisen etc., kurz, das capital constant, jetzt 16 000 l. statt 10 000 l., d. h., die in ihnen enthaltne Arbeitszeit hat sich um 6/10 oder 60 p. c. vermehrt. Der Wert des Gesamtprodukts jetzt = 36 000 l., früher = 30 000 l.; ist also gewachsen um 1/5, = 20 p. c. Also kostet auch jeder aliquote Teil des Produkts 1/5 oder 20 p. c. mehr als früher. Kostete der Ctr. früher 1 l., so jetzt 1 l. + 1/5 l. = 1 l. 4 sh. Früher vom Gesamtprodukt 1/3 oder 3/9 = capital constant, 2/3 = zugesetzte Arbeit. Jetzt verhält sich das capital constant zum Wert des Gesamtprodukts = 16 000 : 36 000 = 16/36 = 4/9. Es beträgt also 1/9 mehr als früher. Der Teil des Produkts, der = dem Wert der zugesetzten Arbeit, früher = 2/3 oder 6/9 des Produkts, jetzt = 5/9.
Wir haben also:
| capital constant | zugesetzte Arbeit | |
|---|---|---|
| Wert = 36 000 l. | 16 000 l. (4/9 des Produkts) | 20 000 l. (derselbe Wert wie früher = 5/9 des Produkts) |
| Produkt = 30 000 Ctr. | 13 333 1/3 cwts. | 16 666 2/3 cwts. |
Die Arbeit der Kohlenarbeiter wäre nicht unproduktiver geworden; aber das Produkt ihrer Arbeit plus der präexistierenden Arbeit wäre unproduktiver geworden; d. h., 1/9 des Gesamtprodukts mehr wäre erheischt, um den Wertbestandteil des ||354|| capital constant zu ersetzen. 1/9 weniger von dem Produkt wäre = dem Wert der zugesetzten Arbeit. Nun werden die Produzenten von Eisen, Holz etc. nach wie vor nur 10 000 cwts. Kohlen zahlen. Diese kosteten ihnen früher 10 000 l. Sie werden ihnen jetzt 12 000 l. kosten. Ein Teil der Kosten des capital constant würde sich also ausgleichen, indem für den Teil Kohlen, den sie im Ersatz von Eisen etc. bekämen, sie den aufgeschlagenen Preis zu zahlen hätten. Aber der Kohlenproduzent muß für 16000 l. Rohmaterial etc. von ihnen kaufen. Bleibt also eine Bilanz gegen ihn von 4000 l., d.h. 3333¹/₃ cwts. coal125. Er müßte also nach wie vor 16666²/₃ cwts. + 3333¹/₃ cwts. = 20000 cwts. Kohle = ²/₃ des Produkts an die Konsumenten liefern, die jetzt statt 20000 l. 24000 l. dafür zu zahlen hätten. Damit würden sie ihm nicht nur Arbeit, sondern einen Teil des capital constant zu ersetzen haben.
Mit Bezug auf die Konsumenten wäre die Sache sehr einfach. Wenn sie nach wie vor dasselbe Quantum Kohlen verzehren wollten, müßten sie ¹/₅ mehr dafür zahlen und hätten damit ¹/₅ ihrer Revenue weniger in andren Produkten auszulegen, wenn für jeden Zweig die Produktionskosten dieselben geblieben. Die Schwierigkeit liegt nur darin, wie zahlt der Kohlenproduzent die 4000 l. Eisen, Holz etc., wofür ihre Produzenten keine Kohle brauchen? Er hat seine 3333¹/₃ cwts., = diesen 4000 l., verkauft an die Konsumenten von Kohle und dafür Waren aller Art erhalten. Sie können aber weder in seine Konsumtion noch in die Konsumtion seiner Arbeiter eingehn, sondern müssen gehn in die Konsumtion der Produzenten von Eisen, Holz etc., denn in diesen Artikeln muß er den Wert seiner 3333¹/₃ cwts. ersetzen. Man wird sagen: Die Sache ist sehr einfach. Alle Konsumenten von Kohlen haben ¹/₅ weniger von allen andren Waren zu verzehren oder ¹/₅ jeder von seiner Ware mehr für Kohle zu geben. Dies exakte ¹/₅ verzehren die Produzenten von Holz, Eisen etc. mehr. Indes ist nicht prima facie126 einzusehn, wie die verminderte Produktivität im Eisenwerk, Maschinenbau, Holzfällung etc. ihre Produzenten befähigen soll, eine größere Revenue als früher zu verzehren, since the price of their articles is supposed to be equal to their values, and, consequently, to have risen only in proportion to the diminished productivity of their labour127.
Es ist nun vorausgesetzt, daß Eisen, Holz, Maschinerie um ³/₅ gestiegen sind im Wert, um 60 p. c. Dies kann nun bloß aus 2 Ursachen herrühren. Entweder ist die Eisen-, Holzproduktion etc. unproduktiver geworden, weil die in ihr angewandte lebendige Arbeit unproduktiver geworden, also mehr Arbeitsquantum angewandt werden müßte, um dasselbe Produkt zu erzeugen. In diesem Fall müßten die Produzenten ³/₅ mehr Arbeit anwenden als früher. Die Arbeitsrate128 ist dieselbe geblieben, weil die verminderte Produktivkraft der Arbeit nur vorübergehend einzelne Produkte trifft. Also ist auch die Rate des Mehrwerts dieselbe geblieben. Der Produzent braucht 24 Arbeitstage, wo er früher 15 brauchte, aber er zahlt den Arbeitern nach wie vor nur 10 Arbeitsstunden auf jeden der 24 [Arbeitstage] und läßt sie nach wie vor auf jeden derselben 2 [Stunden] umsonst arbeiten. Arbeiteten die 15 [Arbeiter] also 150 Arbeitsstunden für sich und 30 für ihn, so die 24 für sich 240 und für ihn 48. (Um die Profitrate kümmern wir uns hier nicht.) Arbeitslohn ist nur gesunken, soweit er in Eisen, Holz etc., verausgabt wurde, in Maschinerie129, was nicht der Fall. Die 24 Arbeiter verzehren jetzt 3/5 mehr als früher die 15. Also können die Kohlenproduzenten soviel mehr von dem Wert der 33331/3 cwts. an sie absetzen, i. e. an ihren master, der den Arbeitslohn vorlegt.
Oder die verminderte Produktivität in der Eisen-, Holzproduktion etc. rührt daher, daß Teile ihres konstanten Kapitals, ihrer Produktionsmittel sich verteuert haben. Dann tritt wieder dieselbe Alternative ein, und schließlich muß sich die verminderte Produktivität auflösen in vermehrtes Quantum der angewandten lebendigen Arbeit; also auch vermehrten Arbeitslohn, den die Konsumenten dem Kohlenmann zum Teil in den 4000 l. gezahlt haben.
In den Produktionszweigen, worin die Mehrarbeit130 angewandt ist, ist die Masse des Mehrwerts, weil die Zahl der angewandten Arbeiter, gestiegen. Andrerseits ist die Profitrate soweit gefallen, als alle Bestandteile ihres capital constant [gestiegen sind], worin ihr eignes Produkt eingeht; sei es nun, daß sie selbst einen Teil ihres eignen Produkts wieder als Produktionsmittel brauchen, sei es, daß, wie bei der Kohle, ihr Produkt als Produktionsmittel in ihre eignen Produktionsmittel eingeht. Ist aber ihr in Arbeitslohn ausgelegtes zirkulierendes Kapital mehr gestiegen als der Teil des konstanten Kapitals, den sie zu ersetzen haben, so ist auch ihre Profitrate gestiegen, und sie ||355|| verzehren mit einen Teil der 4000 l.
Eine Werterhöhung des konstanten Kapitals (aus verminderter Produktivität der Arbeitszweige, die es liefern, entspringend) erhöht den Wert des Produkts, worin es als capital constant eingeht, und vermindert den Teil des Produkts (in natura), der die neuzugesetzte Arbeit ersetzt, macht sie also unproduktiver, soweit sie in ihrem eignen Produkt geschätzt würde. Für den Teil des konstanten Kapitals, der sich in natura austauscht, bleibt die Sache dieselbe. Es wird nach wie vor dasselbe Quantum Eisen, Holz, Kohle in natura ausgetauscht, um das aufgenutzte Eisen, Holz, Kohle zu ersetzen, und die Preiserhöhung deckt sich wechselseitig hier. Aber der Überschuß von Kohle, der jetzt einen Teil des capital constant für den Kohlenmann bildet und der nicht in diesen Naturalaustausch eingeht, wird nach wie vor gegen Revenue (im obig erwähnten Fall ein Teil nicht nur gegen Salair, sondern auch gegen Profit) ausgetauscht, nur daß diese Revenue, statt den frühren Konsumenten, den Produzenten zukommt, in deren Sphäre größres Quantum Arbeit angewandt worden, die Arbeiterzahl gewachsen ist.
Produziert ein Industriezweig Produkte, die nur in die individuelle Konsumtion eingehn, weder als Produktionsmittel in eine andre Industrie (nämlich hier unter Produktionsmittel immer capital constant zu verstehn) noch in ihre eigne Reproduktion (wie z. B. in der Agrikultur, Viehzucht, Kohlenindustrie, worin die Kohle selbst als matière instrumentale131 eingeht), so muß ihr jährliches Produkt {etwaiger Überschuß über das jährliche Produkt gleichgültig für diese Frage} immer aus Revenue, Salair oder Profit, bezahlt werden.
Nehmen wir das frühere Beispiel mit der Leinwand.132 Drei Ellen Leinwand bestehn aus 2/3 aus konstantem Kapital und 1/3 aus zugesetzter Arbeit. 1 Elle Leinwand repräsentiert also zugesetzte Arbeit. Ist der Mehrwert = 25 p. c., so stellen von der 1 Elle 1/5 den Profit vor, die andren 4/5 Ellen den reproduzierten Arbeitslohn. Das 1/5 konsumiert der Fabrikant selbst, oder, was dasselbe, andre konsumieren es und zahlen ihm den Wert, den er in ihren eignen oder andren Waren verzehrt. {Der Vereinfachung wegen hier133 fälschlich der ganze Profit als Revenue aufgefaßt.} Die 4/5 Ellen aber legt er wieder in Arbeitslohn aus; seine Arbeiter verzehren sie für ihre Revenue entweder direkt oder im Austausch für andre konsumable Produkte, deren Besitzer die Leinwand verzehren.
Dieses ist der ganze Teil der 3 Ellen Leinwand – die 1 Elle – die die Leinwandproduzenten selbst als Revenue verzehren können. Die 2 andren Ellen stellen das konstante Kapital des Fabrikanten vor; sie müssen in die Produktionsbedingungen der Leinwand, Garn, Maschinerie etc. rückverwandelt werden. Von seinem Standpunkt aus ist der Austausch der 2 Ellen Leinwand Austausch von konstantem Kapital; aber er kann sie nur gegen die Revenue andrer austauschen. Also er zahlt etwa das Garn mit 4/5 der 2 Ellen oder 8/5 Ellen und die Maschinerie mit 2/5. Spinner und Maschinist können ein jeder wieder 1/3 davon konsumieren, also der eine von den 8/5 Ellen 8/15 Ellen, der andre von den 2/5 [Ellen] 2/15. Zusammen 10/15 oder 2/3 Ellen. Aber 20/15 oder 4/3 Ellen müssen ihnen die Rohstoffe Flachs, Eisen, Kohle etc. ersetzen, und jeder dieser Artikel löst sich selbst wieder in einen Teil auf, der Revenue (neuzugesetzte Arbeit), und einen andern, der konstantes Kapital (Rohstoff und capital fixe etc.) vertritt.
Die letzten 4/3 Ellen können aber nur als Révenue verzehrt werden. Was also schließlich als capital constant im Garn und der Maschine erscheint, und womit der Spinner und Maschinist Flachs, Eisen, Kohle ersetzen (abgesehn von dem Teil von Eisen, Kohle etc., den der Maschinist durch Maschine ersetzt), darf nur einen Teil Flachs, Eisen, Kohle vorstellen, der die Révenue des Flachs-, Eisen-, Kohlenproduzenten bildet, wofür also kein capital constant zu ersetzen, oder muß zu dem Teil ihres Produkts gehören, worin, wie wir oben gezeigt, kein Teil des capital constant eingeht. Ihre Revenüe in Eisen, Kohle, Flachs etc. aber verzehren diese in Leinwand oder in andren konsumablen Produkten, weil ihre eignen Produkte als solche gar nicht oder nur zum geringen Teil in ihre individuelle Konsumtion eingehn. So kann ein Teil von Eisen, Flachs etc. sich gegen Produkt austauschen, das nur in die individuelle Konsumtion eingeht, Leinwand, und dafür dem Spinner ganz, dem Maschinisten zum Teil sein konstantes Kapital ersetzen, während Spinner und Maschinist wieder mit dem Teil ihres Garns, der Maschine, der Révenue darstellt, Leinwand verzehren und damit das capital constant des Webers ersetzen.
In der Tat löst sich also die ganze Leinwand in die Profite und Salaire von Weber, Spinner, Maschinist, Flachsbauer, Kohlen- und Eisenproduzent [auf], während sie zugleich dem Leinwandfabrikanten und Spinner ihr ganzes konstantes Kapital ersetzen. Aufgehn würde die Rechnung nicht, wenn die letzten Rohstoffproduzenten ihr eignes konstantes Kapital im Austausch mit der Leinwand zu ersetzen hätten, da dies ein Artikel für die individuelle Konsumtion ist, der in keine Produktionssphäre als Produktionsmittel, ||356| Teil des konstanten Kapitals, eingeht. Die Rechnung geht auf, weil die vom Flachsbauer, Kohlenmann, Eisenmann, Maschinisten etc. mit ihrem Produkt gekaufte Leinwand ihnen nur den Teil ihres Produkts ersetzt, der sich für sie in Révenue auflöst, für ihre Käufer in konstantes Kapital. Möglich das nur, weil sie den Teil ihrer Produkte, der sich nicht in Révenue auflöst, also nicht gegen konsumable Produkte auflösbar, in natura ersetzen oder durch Austausch von konstantem Kapital gegen konstantes Kapital.
Es kann oben auffallen, daß angenommen ist, die Produktivität der Arbeit in einem gegebnen Industriezweig sei dieselbe geblieben, und dennoch habe sie abgenommen, wenn die Produktivität der in diesem Industriezweig angewandten lebendigen Arbeit in ihrem eignen Produkt geschätzt würde. Aber die Sache sehr einfach.
Unterstelle, das Produkt der Arbeit eines Spinners sei = 5 lbs. Garn. Nimm an, dazu brauche er bloß 5 lbs. Baumwolle (also kein Abfall); das 1 lb. Garn koste einen Schilling (wir wollen von der Maschinerie abstrahieren, i. e. voraussetzen, daß ihr Wert weder gefallen noch gestiegen sei; also ist sie für den betrachteten Fall = 0). Das Pfund Baumwolle [kostet] 8 d. Von den 5 sh., die die 5 lbs. Garn kosten, kommen 40 d. (5 × 8 d.) = 3 sh. 4 d. 4 d. auf die Baumwolle und 5 × 4 d. = 20 d. = 1 sh. 8 d. auf die neuzugesetzte Arbeit. Von dem ganzen Produkt kommen also für 3 sh. 4 d., [das sind] 3 + 1/3 lb. Garn auf das capital constant und 1 2/3 lbs. Garn auf die Arbeit.
Also 2/3 von den 5 lbs. Garn ersetzen konstantes Kapital und 1/3 von den 5 lbs. Garn oder 1 2/3 lbs. Garn ist der Teil des Produkts, der die Arbeit bezahlt. Gesetzt, der Preis des lb. Baumwolle stiege jetzt um 50 p.c., von 8 d. auf 12 d. oder auf einen sh. Wir haben dann für 5 lbs. Garn erstens 5 sh. für 5 [lbs.] Baumwolle und 1 sh. 8 d. für zugesetzte Arbeit, deren Quantum und daher Wert, in Geld ausgedrückt, derselbe bleibt. Also kosten die 5 lbs. Garn nun 5 sh. + 1 sh. 8 d. = 6 sh. 8 d. Von diesen 6 sh. 8 d. kommt aber jetzt auf das Rohmaterial 5 sh. und auf die Arbeit 1 sh. 8 d.
6 sh. 8 d. = 80 d., wovon 60 d. auf Rohmaterial und 20 d. auf Arbeit kommen. Die Arbeit bildet jetzt nur noch 20 [d.] von dem Wert der 5 lbs., den 80 d., oder 1/4 = 25 p.c.; früher 33 1/3 p.c. Andrerseits bildet das Rohmaterial 60 d. = 3/4 = 75 p.c.; früher nur 66 2/3 p.c. Da die 5 lbs. Garn jetzt 80 d. kosten, so kostet 1 lb. = 80/5 d. = 16 d. Für seine 20 d. – den Wert der [neuzugesetzten] Arbeit – wird also [der Spinner] von den 5 lbs. Garn erhalten 1 1/4 lbs., und 3 3/4 lbs. für das Rohmaterial. Früher kamen 1 2/3 lbs. auf die Arbeit (Profit und Salair) und 3 1/3 lbs. auf das konstante Kapital. Im eignen Produkt geschätzt, ist die Arbeit also unproduktiver geworden, obgleich ihre Produktivität dieselbe geblieben und nur das Rohmaterial sich verteuert hat. Aber sie ist gleich produktiv geblieben, weil dieselbe Arbeit 5 lbs. Baumwolle in 5 lbs. Garn verwandelt hat in derselben Zeit, und das eigentliche Produkt dieser Arbeit (dem Gebrauchswert nach) ist nur die Garnform, die die Baumwolle erhalten. 5 lbs. Baumwolle haben nach wie vor von derselben Arbeit Garnform erhalten. Das wirkliche Produkt besteht aber nicht nur aus dieser Garnform, sondern auch aus der Rohbaumwolle, dem Stoff, der in diese Form gebracht worden, und der Wert dieses Stoffs bildet jetzt einen größeren Teil des Gesamtprodukts als vorher, im Verhältnis zur formgebenden Arbeit. Daher wird dasselbe Quantum Spinnarbeit bezahlt in weniger Garn, oder der Teil des Produkts, wodurch sie ersetzt wird, ist kleiner geworden.
Soweit dies.
Also erstens falsch, wenn Garnier sagt, daß das ganze Kapital en définitiv134 stets ersetzt wird durch die revenu du consommateur135, da ein Teil des Kapitals durch Kapital und nicht Revenue ersetzt werden kann. Zweitens an und für sich albern, da die Revenue selbst, soweit sie nicht Salair ist (oder vom Salair bezahltes Salair, von ihm abgeleitete Revenue), Profit des Kapitals ist (oder von dem Profit des Kapitals abgeleitete Revenue). Endlich albern, daß der Teil des Kapitals, der nicht zirkuliert (in dem Sinn, daß er sich nicht durch Revenue du consommateur ersetzt), „ne rendrait aucun profit à son possesseur“136. In der Tat – bei gleichbleibenden Produktionsbedingungen – wirft dieser Teil keinen profit ab (vielmehr keinen Mehrwert). Aber ohne denselben könnte das Kapital überhaupt seinen Profit nicht produzieren.
||357|| „Alles, was man aus diesem Unterschied schließen kann, ist dies: Um produktive Leute zu beschäftigen, ist nicht bloß die Revenue desjenigen nötig, der ihre Arbeit genießt, sondern auch ein Kapital, das Mittelsmännern Profite abwirft; jedoch, um unproduktive Leute zu beschäftigen, genügt meist eine Revenue, die sie bezahlt.“ (l.c. p. 175.)
Dieser eine Satz ist ein solches Konvolut von Nonsens, daß es daraus klar wird, daß Garnier, der Übersetzer A.Smiths, in fact den ganzen A.Smith nicht verstanden hat und namentlich die Essenz des „Wealth of Nations“ – daß die kapitalistische Produktionsweise die produktivste ist (was sie unbedingt ist im Vergleich mit den früheren Formen) – auch nicht ahnt.
Zunächst ist es eine höchst alberne Wendung gegen Smith, der unproduktive Arbeit für solche erklärt, die direkt von Revenue gezahlt wird, zu bemerken,
„um unproduktive Leute zu beschäftigen, genügt meist eine Revenue, die sie bezahlt“.
Aber nun der Gegensatz:
„Um produktive Leute zu beschäftigen, ist nicht bloß die Revenue desjenigen nötig, der ihre Arbeit genießt, sondern auch ein Kapital, das Mittelsmännern Profite abwirft.“
(Wie produktiv dann erst die Agrikulturarbeit des Herrn Garnier, wo außer der Revenue, qui jouit du produit de la terre137, außerdem ein Kapital nötig ist, qui donne nicht nur des profits aux intermédiaires138, sondern auch une rente foncière au propriétaire139.)
Um zu „employer ces gens productifs“140, ist nicht erstens Kapital nötig, das sie anwendet, und zweitens Revenue, die ihre Arbeit genießt, sondern nichts als Kapital, das die Revenue schafft, welche die Frucht ihrer Arbeit genießt. Lege ich als Schneider-Kapitalist 100 l. in Arbeitslohn aus, so schaffen mir diese 100 l. z. B. 120 l. Sie schaffen mir eine Revenue von 20 l., mit der ich nun, wenn ich will, auch die Schneiderarbeit in der Form des „Rocks“ genießen kann. Wenn ich dagegen für 20 l. Kleidungsstücke kaufe, um sie zu tragen, so haben mir offenbar diese Kleidungsstücke nicht die 20 l. geschaffen, mit denen ich sie kaufe. Und dasselbe wäre der Fall, wenn ich mir einen Schneiderburschen ins Haus kommen ließe und mir von ihm Röcke für 20 l. zusammennähen ließe. Im ersten Fall nahm ich 20 l. mehr ein, als ich früher hatte, und im zweiten habe ich, nach der Transaktion, 20 l. weniger, als ich vorher hatte. Übrigens würde ich bald merken, daß der Schneiderbursche, den ich direkt aus Revenue zahle, zudem den Rock nicht so wohlfeil macht, als wenn ich ihn von dem intermédiaire141 kaufe.
Garnier bildet sich ein, daß der Profit vom Konsumenten bezahlt wird. Der Konsument zahlt den „Wert“ der Ware; und obgleich in dieser ein Profit steckt für den Kapitalisten, ist die Ware für ihn, den Konsumenten, wohlfeiler, als wenn er seine Revenue direkt in Arbeit ausgelegt hätte, um für sein Privatbedürfnis auf der kleinsten Stufenleiter produzieren zu lassen. Es zeigt sich hier offenbar, daß Garnier nicht die geringste Ahnung davon hat, was Kapital ist. Er fährt fort:
„Erhalten also nicht viele unproduktive Arbeiter, wie Schauspieler, Musiker usw., ihre Arbeitslöhne meistens auf dem Wege über einen Direktor, der Profite aus dem Kapital zieht, das in derartigen Unternehmen angelegt ist?“ (l. c. p. 175, 176.)
Diese Bemerkung richtig. Zeigt aber nur, daß ein Teil der Arbeiter, die A. Smith in seiner zweiten Definition unproduktiv nennt, nach seiner ersten produktiv sind.
„Es folgt daraus, daß man annehmen muß, in einer Gesellschaft, in der die produktive Klasse sehr zahlreich ist, besteht eine große Akkumulation von Kapitalien in den Händen der Mittelsmänner oder Unternehmer der Arbeit.“ (l. c. p. 176.)
In der Tat: Massenhafte Lohnarbeit ist nur ein andrer Ausdruck für massenhaftes Kapital.
„Es ist also nicht, wie Smith annimmt, das Verhältnis zwischen der Masse der Kapitalien und der der Revenuen, welches das Verhältnis zwischen der produktiven und der unproduktiven Klasse bestimmt. Dieses letztere Verhältnis scheint vielmehr von den Sitten und Gewohnheiten des Volkes, von der mehr oder minder fortgeschrittenen Entwicklungsstufe seiner Industrie abzuhängen." (p. 177.)
Wenn produktive Arbeiter solche, die vom Kapital, und unproduktive solche, die von der Revenue bezahlt werden, so verhält sich offenbar die produktive Klasse zur unproduktiven wie das Kapital zur Revenue. Indes wird das proportionelle Wachsen beider Klassen nicht nur von dem existierenden Verhältnis zwischen der Masse der Kapitalien und der Masse der Revenuen abhängen. Es wird davon abhängen, in welchem Verhältnis die wachsende Revenue (Profit) sich in Kapital verwandelt oder als Revenue verausgabt wird. Obgleich die Bourgeoisie ursprünglich sehr sparsam, macht sie bei wachsender Produktivität des Kapitals, i. e. der Arbeiter, ||358|| die Retainerschaft der Feudalen nach. Nach dem letzten Report (1861 oder 1862)(1) über die Factories betrug die gesamte Anzahl der in den eigentlichen factories des U[nited] K[ingdom]142 angewandten Personen (managers eingeschlossen) nur 775 534, – während die Anzahl der weiblichen Dienstboten in England allein 1 Million betrug. Welche schöne Einrichtung, die ein Fabrikmädchen 12 Stunden in der Fabrik schwitzen läßt, damit der Fabrikherr mit einem Teil ihrer unbezahlten Arbeit ihre Schwester als Magd, ihren Bruder als groom143 und ihren Vetter als Soldat oder Polizist in seinen persönlichen Dienst nehmen kann!
Der letzte Zusatz des G[arnier] ist tautologisch abgeschmackt. Das Verhältnis der produktiven und unproduktiven Klassen hängt [nach ihm] nicht von dem Verhältnis von Kapital und Revenue ab, oder rather144 von der Masse der vorhandenen Waren, die in der Form von Kapital oder Revenue verausgabt werden, sondern (?) von den Sitten und habitudes du peuple145, von dem degré146 seiner Industrie. In der Tat tritt die kapitalistische Produktion erst auf einer gewissen Entwicklungsstufe der Industrie ein.
Als bonapartistischer Senator schwärmt Garnier natürlich für die Lakaien und Bedienten überhaupt:
„Bei einer gleichen Zahl von Personen trägt keine Klasse soviel wie die Dienerschaft dazu bei, die aus den Revenuen stammenden Summen in Kapitalien zu verwandeln." (p. 181.)
In der Tat, aus keiner Klasse rekrutiert sich ein nichtswürdigerer Teil des Kleinbürgertums. Garnier begreift nicht, wie Smith,
„ein Mann, der mit soviel Scharfsinn beobachtet hat", nicht höher schätzt „jenen Mittelsmann, der an die Seite des Reichen gesetzt ist, um die Überreste der Revenue aufzulesen, welche dieser so unbekümmert verschwendet" (l. c. p. 182, 183).
In der Phrase selbst sagt er, daß er bloß „recueillit" die débris du „revenu"147. Aber woraus besteht diese Revenue? Aus der unbezahlten Arbeit des produktiven Arbeiters.
Nach all dieser sehr schlechten Polemik gegen Smith erklärt Garnier, in die Physiokratie zurückfallend, die Agrikulturarbeit für die einzig produktive Arbeit! Und warum? Weil sie
„noch einen neuen Wert schafft, einen Wert, der in dem Augenblick, als diese Arbeit ihr Wirken begann, in der Gesellschaft nicht vorhanden war, nicht einmal als Äquivalent; und dieser Wert ist es, der dem Grundeigentümer eine Rente verschafft." (l. c. p. 184.)
Also was ist produktive Arbeit? Die, die einen Mehrwert schafft, une valeur nouvelle148 über das équivalent hinaus, das sie als Salair erhält. Es ist nun nicht die Schuld Smiths, daß Garnier nicht begreift, daß Austausch von Kapital gegen Arbeit weiter nichts heißt als eine Ware von gegebnem Wert, gleich gegebnem Arbeitsquantum, austauschen gegen ein größres Quantum Arbeit, als in ihr selbst enthalten ist, und so
„einen neuen Wert schaffen, der in dem Augenblick, als diese Arbeit ihr Wirken begann, in der Gesellschaft nicht vorhanden war, nicht einmal als Äquivalent". ||VIII-358||
||IX-400|| Herr G. Garnier hatte 1796 zu Paris herausgegeben: „Abrégé élémentaire des Principes de l'Économie Politique". Zusammen mit der physiokratischen Ansicht, daß die culture149 allein produktiv, findet sich die andre (die sehr seine Polemik gegen A. Smith erklärt), daß die consommation (die sehr repräsentiert durch die „travailleurs improductifs") die Quelle der Produktion ist und daß sich die Größe der letztern an der Größe der ersten mißt. Die unproduktiven Arbeiter befriedigen die besoins artificiels150 und konsumieren materielle Produkte, sind so in jeder Art nützlich. Er polemisiert daher auch gegen die Ökonomie (Sparsamkeit). Es heißt p. XIII de son avertissement151:
„Das Vermögen einer Person vergrößert sich durch Sparsamkeit; das Vermögen der Gesellschaft dagegen zieht sein Wachstum aus der Zunahme der Konsumtion."
Und p. 240 im chapitre über die dettes publiques152:
„Die Verbesserung und Erweiterung der Landwirtschaft und daher der Fortschritt von Industrie und Handel haben keine andere Ursache als die Erweiterung der künstlichen Bedürfnisse."
Il en conclut que les dettes publiques sont une bonne chose, en ce qu’elles augmentent ces besoins.153 [IX-400||
||IX-421|| Schmalz. In seiner Kritik der Smithschen Unterscheidung zwischen travail productif et travail improductif sagt diese deutsche Nachgeburt der Physiokratie (deutsche Ausgabe 1818):
„Ich bemerke nur ..., daß der Unterschied, den Smith zwischen produktiver und nichtproduktiver Arbeit macht, sich als unwichtig und nicht sehr genau darstellt, wenn man bedenkt, daß die Arbeit anderer im allgemeinen für uns nichts als Zeitersparnis bedeutet und daß diese Zeitersparnis alles ist, was ihren Wert und ihren Preis bildet."
{Hier verwechselt er, daß durch die von der Teilung der Arbeit verursachte économie du temps154 nicht der Wert und der Preis einer Sache bestimmt wird, sondern ich mehr Gebrauchswert für denselben Wert erhalte, die Arbeit produktiver wird, weil in derselben Zeit größres Quantum von Produkt geliefert wird; aber als Nachhall der Physiokraten darf er natürlich den Wert nicht in der Arbeitszeit selbst finden.}
„Der Tischler zum Beispiel, welcher mir einen Tisch anfertigt, und der Bediente, welcher mir Briefe auf die Post bringt, meine Kleider reinigt und die mir notwendigen Dinge beschafft, der eine wie der andere leisten einen Dienst von absolut gleicher Natur; der eine wie der andere ersparen mir sowohl die Zeit, die ich für diese Beschäftigung aufwenden müßte, wie auch die, die ich aufwenden müßte, um die Geschicklichkeit und die Fähigkeit dazu mir zu erwerben." (Schmalz, „Économie Politique, trad. par Henri Jouffroy etc.", t. I, 1826, p. 304.)
Folgende Bemerkung desselben Schmalzschmiertopfes noch wichtig für die Verbindung in Garnier, for instance seines Konsumtionssystems (und des ökonomischen Nutzens of vast expenditure155) mit der Physiokratie:
„Dieses System" (von Quesnay) „macht den Handwerkern und selbst den einfachen Konsumenten ein Verdienst aus ihrer Konsumtion, weil diese Konsumtion, wenn auch indirekt und mittelbar, zum Anwachsen des Nationaleinkommens beiträgt; denn ohne diese Konsumtion wären die konsumierten Produkte nicht vom Boden produziert worden und hätten nicht der Revenue des Grundeigentümers hinzugefügt werden können.“ (p. 321.) [IX-42]
||VIII-358|| Ein sehr schlechtes und oberflächliches Machwerk ist das von Ch.Ganilh: „Des systèmes d'écon. polit.". Erste Ausgabe Paris 1809. Zweite 1821. (Nach der letzten wird zitiert.) Sein Kohl schließt sich unmittelbar an Garnier an, gegen den er polemisiert.
{Canard in „Principes d'économie politique" definiert „la richesse, une accumulation de travail superflu"156. Hätte er gesagt, daß sie der travail ist, der überflüssig ist, um den Arbeiter als Arbeiter am Leben zu erhalten, so wäre die Definition richtig.}
Das Elementarische, daß die Ware das Element des bürgerlichen Reichtums, also die Arbeit, um Reichtum zu produzieren, Ware produzieren muß, sich selbst oder ihr Produkt verkaufen muß, ist der Ausgangspunkt des Herrn Ganilh.
„Bei dem heutigen Stand der Zivilisation kennen wir nur die durch den Austausch vermittelte Arbeit." (t. I., l. c.p. 79.) „Arbeit ohne Austausch kann keinen Reichtum produzieren." (l. c. p. 81.)
Davon jumps157 Herr Ganilh sofort ins Merkantilsystem. Weil die Arbeit ohne Austausch keinen bürgerlichen Reichtum schafft, „stammt der Reichtum ausschließlich aus dem Handel" (l. c. p. 84).
Oder, wie er später sagt:
„Nur der Tausch oder der Handel gibt den Dingen den Wert" (l. c. p. 98). Auf diesem „Prinzip der Identität von Werten und Reichtum... beruht die Lehre von der Fruchtbarkeit der allgemeinen Arbeit." (l.c. p.93.)
Ganilh erklärt selbst, daß das ||359|| „système commercial"158, das er selbst eine bloße „modification“ des système monétaire159 nennt, „den privaten und den allgemeinen Reichtum von den Tauschwerten der Arbeit ableitet, mögen diese Werte in materiellen, dauernden und beständigen Gegenständen fixiert sein oder nicht" (l. c. p. 95).
Er fällt also in das Merkantilsystem, wie Garnier in das physiokratische. Sein Schund, if good for nothing else160, ist daher nicht übel zur Charakteristik dieses Systems und seiner Ansichten über den „Mehrwert“, namentlich da er diese Ansichten gegen Smith, Ricardo usw. geltend macht.
Reichtum ist valeur échangeable161; jede Arbeit, die eine valeur échangeable produziert oder selbst eine valeur échangeable hat, produziert daher Reichtum. Das einzige Wort, wodurch Ganilh als vertiefter Merkantilist sich zeigt, ist das Wort travail général162. Die Arbeit des einzelnen, oder vielmehr ihr Produkt, muß die Form der allgemeinen Arbeit annehmen. Nur so ist es Tauschwert, Geld. In fact kommt Ganilh darauf zurück, daß Reichtum gleich Geld ist; nur nicht mehr bloß Gold und Silber, sondern die Ware selbst, soweit sie Geld. Er sagt:
„Handelssystem oder der Austausch der Werte der allgemeinen Arbeit.“ (l. c. p. 98.)
Der Blödsinn: Das produit ist valeur als Dasein, als incarnation du travail général163, aber nicht als „valeur du travail général“164, was gleich valeur de la valeur165 wäre. Aber vorausgesetzt, die Ware ist als valeur konstituiert, hat meinetwegen selbst die Form des Gelds. Ist metamorphosiert. Sie ist jetzt valeur échangeable. Aber wie groß ist ihr Wert? Valeur échangeable sind alle Waren. Dadurch unterscheiden sie sich nicht. Was macht aber die valeur échangeable einer bestimmten Ware? Hier bleibt Ganilh bei der rohsten Erscheinung stehn. A ist großer Tauschwert, wenn es sich gegen viel B, C, D etc. austauscht.
Ganilh hat ganz recht gegen Ricardo und die meisten Ökonomen, wenn er sagt, sie betrachten den travail sans l'échange166, obgleich ihr System, wie das ganze bürgerliche System, auf dem Tauschwert ruht. Dies kömmt aber nur daher, daß ihnen die Form des Produkts als Ware als selbstverständlich erscheint und sie daher nur die Wertgröße betrachten. Im Austausch bewähren sich die Produkte der einzelnen erst als Produkte der allgemeinen Arbeit, indem sie sich als Geld darstellen. Diese Relativität liegt aber schon darin, daß sie sich als Dasein der allgemeinen Arbeit darstellen müssen und nur auf es als relative, nur quantitativ verschiedene Ausdrücke der gesellschaftlichen Arbeit reduziert werden. Aber der Austausch selbst gibt ihnen nicht die Wertgröße. In ihm werden sie als allgemein gesellschaftliche Arbeit dargestellt; und wieweit sie sich als solche darstellen können, hängt selbst vom Umfang ab, worin sie sich als gesellschaftliche Arbeit darstellen können, also vom Umfang der Waren, wogegen sie sich austauschen können, also von der Ausdehnung des Markts, des Handels, von der Reihe der Waren, worin sie sich als Tauschwert ausdrücken. Z. B., würden nur 4 verschiedene Produktionszweige existieren, so würde jeder der 4 Produzenten einen großen Teil seiner Produkte für sich selbst produzieren. Existieren 1000de, so kann der [einzelne] sein ganzes Produkt als Ware produzieren. Es kann ganz in den Austausch eingehn. Aber Ganilh bildet sich mit den Merkantilisten ein, daß die Wertgröße selbst das Produkt des Austauschs ist, während es doch nur die Form des Werts ist oder die Form der Ware, die das Produkt durch den Austausch erhält.
„Der Austausch gibt den Dingen einen Wert, den sie ohne ihn nicht hätten.“ (p. 102.)
Wenn dies heißen soll, die choses167, Gebrauchswerte, werden nur valeur, erhalten diese Form als relative Ausdrücke der gesellschaftlichen Arbeit, so ist es eine Tautologie. Wenn es heißen soll, sie erhalten durch den Austausch une plus grande valeur qu’elles n’auraient en sans lui168, so ist es offenbar Blödsinn, denn der échange kann die Wertgröße von A nur erhöhñ, indem er die von B erniedrigt. Soweit er A einen größeren Wert gibt, als es vor dem Austausch hat, gibt er B einen kleinren. A + B also vor wie nach dem Austausch derselbe Wert.
„Die nützlichsten Produkte können keinen Wert haben, wenn ihnen der Austausch ihn nicht gibt.“
(D’abord169, wenn diese choses „produits“ sind, sind sie von vornherein Produkte der Arbeit, nicht allgemein elementarische Natürlichkeiten wie Luft etc.; wenn sie „les plus utiles“170 sind, sind sie Gebrauchswerte im eminenten Sinn, Gebrauchswerte, deren jeder bedarf; wenn der échange ihnen keine valeur gibt, dies nur möglich, wenn jeder sie selbst produziert für sich selbst; dies widerspricht ||360|| aber der Voraussetzung, daß sie für den échange produziert werden; also die ganze Voraussetzung Blödsinn.)
„Und die nutzlosesten Produkte können sehr großen Wert haben, wenn der Austausch ihnen günstig ist.“ (p. 104.)
Der „échange“ scheint Herrn G[anilh] eine mystische Person. Wenn die „produits les plus inutiles“171 zu nichts nütze sind, keinen Gebrauchswert haben, wer wird sie kaufen? Für den Käufer müssen sie also jedenfalls eine eingebildete „utilité"172 haben. Und wenn er kein Narr ist, warum er soll sie teurer bezahlen? Ihre Teuerkeit muß also von einem Umstand herrühren, der jedenfalls nicht aus ihrer „inutilité"173 stammt. Ihre „Seltenheit", rareté? Aber Ganilh nennt sie „les produits les plus inutiles"174. Da sie also Produkte sind, warum werden sie nicht massenhafter produziert, trotz ihres großen „valeur échangeable"? War vorhin der Käufer ein Narr, der viel Geld gab für etwas, was für ihn selbst weder einen wirklichen noch einen eingebildeten Gebrauchswert hat, so ist [es] jetzt der Verkäufer, der diese trifles175 von großem Tauschwert nicht produziert, statt der utilités von kleinem. Daß ihr Tauschwert groß, trotz ihres geringen Gebrauchswerts (der Gebrauchswert nach den Naturbedürfnissen der Menschen bestimmt), muß also aus einem Umstand herrühren, der nicht von dem Herrn échange, sondern von dem produit selbst herstammt. Sein hoher Tauschwert ist also nicht das Produkt des échange, sondern erscheint nur in demselben.
„Der ausgetauschte Wert der Dinge und nicht ihr austauschbarer Wert bestimmt den wahren Wert, jenen, der gleichbedeutend ist mit dem Reichtum." (l. c. p. 104.)
Aber die valeur échangeable ist ein Verhältnis der chose zu den andren choses, mit denen sie ausgetauscht werden kann. {Es liegt das Richtige zu Grund; was die Verwandlung der Ware in Geld erzwingt, ist, daß sie als valeur échangeable in den Austausch eingehn soll, als solcher aber erst sein Resultat ist.} Dagegen die valeur échangée176 von A ist ein bestimmtes Quantum Produkte B, C, D etc. Also nicht mehr valeur (nach Herrn G[anilh]), sondern chose sans échange177. B, C, D etc. waren keine „Werte". A ist es geworden, indem an seine Stelle (als valeur échangée) diese Nichtwerte getreten sind. Durch den bloßen Stellenwechsel sind diese choses, nachdem sie aus dem Austausch herausgetreten, sich in derselben Position wie früher befinden, valeurs geworden.
„Es ist also weder der wirkliche Nutzen der Dinge noch ihr innerer Wert, der sie zu Reichtum macht; es ist der Austausch, der ihren Wert fixiert und determiniert, und es ist dieser Wert, der sie dem Reichtum gleichmacht." (l. c. p. 105.)
Der Herr échange fixiert und determiniert etwas, was da war oder nicht da war. Macht er erst die valeur des choses178, so hört diese valeur, dies sein Produkt, auf, sobald er selbst aufhört. Was er also macht, entmacht er ebensosehr. Ich tausche A gegen B + C + D aus. Im Akt dieses Austauschs bekommt A valeur. Sobald der Akt vorüber ist, steht B + C + D auf der Seite von A und A auf der Seite von B + C + D. Und zwar stehn sie jedes für sich, außerhalb des Herrn échange, der bloß in diesem Stellenwechsel bestand. B + C + D sind jetzt choses, keine valeurs. So ist [es auch mit] A. Oder der échange „fixiert und determiniert" im eigentlichen Sinn. Ein Kraftmesser determiniert und fixiert den Kraftgrad meiner Muskeln, macht sie nicht. Dann ist die valeur nicht durch den échange produziert.
„Es gibt in Wirklichkeit keinen Reichtum für die einzelnen und für die Völker, außer wenn jeder für alle arbeitet" (d. h., wenn seine Arbeit sich als allgemeine gesellschaftliche Arbeit darstellt, denn sonst wäre dies Unsinn; da ein Eisenfabrikant sonst, von dieser Form abgesehen, nicht für tous179, sondern nur für Eisenkonsumenten arbeitet) „und alle für jeden" (was wieder der Unsinn ist, wenn vom Gebrauchswert die Rede, denn die Produkte der tous sind lauter besondre Produkte, und chacun180 braucht nur besondre Produkte; es heißt also wieder nichts, als daß jedes besondre Produkt eine Form annimmt, worin es für jeden existiert, und so existiert es nur, nicht insofern es als besondres Produkt sich von dem Produkt des chacun unterscheidet, sondern mit ihm identisch ist; wieder die Form der gesellschaftlichen Arbeit, wie sie auf Grundlage der Warenproduktion sich darstellt!) (l. c. p.108).
||361| Aus dieser Bestimmung – Tauschwert gleich der Darstellung der Arbeit des isoliert einzelnen als allgemeine gesellschaftliche Arbeit – fällt G[anilh] wieder in die roheste Vorstellung: Tauschwert gleich dem Verhältnis, worin Ware A sich gegen Ware B, C, D etc. austauscht. A hat großen Tauschwert, wenn sich viel B, C, D dafür gibt; aber dann gibt sich wenig A für B, C, D. Der Reichtum besteht aus Tauschwert. Der Tauschwert besteht aus der relativen Proportion, worin die Produkte sich gegeneinander austauschen. Die Gesamtsumme der Produkte hat also keinen Tauschwert, denn sie tauscht sich gegen nichts aus. Also hat die Gesellschaft, deren Reichtum aus Tauschwerten besteht, keinen Reichtum. Es folgt daher nicht nur, wie G[anilh] selbst schließt, daß der „Nationalreichtum, der sich aus den Tauschwerten der Arbeit zusammensetzt" (p. 108), nie wachsen und nie fallen kann im Tauschwert (also kein Mehrwert), sondern daß er überhaupt keinen Tauschwert hat, also kein richesse181 ist, da der richesse nur aus valeurs échangeables besteht.
„Wenn der Überfluß an Korn dessen Wert sinken läßt, werden die Landwirte weniger reich sein, weil sie weniger Tauschwerte besitzen, um sich die Dinge zu verschaffen, die zum Leben notwendig, nützlich oder angenehm sind; aber die Konsumenten des Korns182 werden ebensoviel profitieren, wie die Landwirte verlieren werden: Der Verlust der einen wird aufgewogen durch den Gewinn der anderen, und der allgemeine Reichtum wird keine Veränderung erleiden. (p. 108, 109.)
Pardon! Die consommateurs du blé verzehren den blé und nicht die valeur échangeable du blé183. Sie sind reicher an Nahrungsmitteln, aber nicht an valeur échangeable. Sie haben wenig von ihren Produkten – die einen großen Tauschwert haben wegen ihrer relativen Wenigkeit, verglichen zur Masse des blé, wogegen sie sich austauschen – gegen den blé ausgetauscht. Die cultivateurs184 haben nun den hohen Tauschwert erhalten und die consommateurs den vielen blé von geringerem Tauschwert, so daß nun sie die Armen und die cultivateurs die Reichen sind.
Ferner verliert die Summe (die gesellschaftliche Summe der Tauschwerte) ihre Natur, Tauschwert zu sein, im selben Grad, wie sie Summe von Tauschwerten wird. A, B, C, D, E, F haben Tauschwert, soweit sie sich gegeneinander austauschen. Sind sie ausgetauscht, so sind sie alle Produkte für ihre Konsumenten, ihre Käufer. Durch den Wechsel der Hände haben sie aufgehört, Tauschwert zu sein. Damit ist der Reichtum der Gesellschaft, qui se compose des valeurs échangeables185, verschwunden. Der Wert von A ist relativ; er ist sein Austauschverhältnis gegen B, C etc. A + B haben weniger Tauschwert, weil ihr Tauschwert nur noch im Verhältnis zu C, D, E, F besteht. Aber die Summe A, B, C, D, E, F hat gar keinen Tauschwert, weil sie kein Verhältnis ausdrückt. Die Summe der Waren tauscht sich nicht aus gegen andre Ware. Also der Reichtum der Gesellschaft, der aus Tauschwerten besteht, hat keinen Tauschwert und ist daher kein Reichtum.
„Daher kommt es, daß es schwierig und vielleicht unmöglich für ein Land ist, sich durch den Binnenhandel zu bereichern; etwas anders verhält es sich mit den Völkern, die Außenhandel treiben." (l. c. p. 109.)
Dies das alte Merkantilsystem. Der Wert besteht darin, daß ich kein Äquivalent, sondern mehr als das Äquivalent bekomme. Zugleich gibt es aber kein Äquivalent, denn dies setzte voraus, daß der Wert von A und der Wert von B bestimmt sind nicht durch das Verhältnis von A in B oder von B in A, sondern durch ein Drittes, worin A und B identisch. Gibt es aber kein Äquivalent, so gibt es auch keinen Überschuß über das Äquivalent. Ich bekomme weniger Gold für Eisen als Eisen für Gold. Jetzt habe ich mehr Eisen, wofür ich weniger Gold bekomme. Gewinne ich also ursprünglich, weil weniger Gold gleich mehr Eisen186, so verliere ich jetzt ebensoviel, weil mehr Eisen gleich weniger Gold.
„Jede Arbeit, welches immer ihre Natur sei, produziert Reichtum, vorausgesetzt, daß sie einen Tauschwert hat." (l. c. p. 119.) „Der Austausch nimmt Rücksicht weder auf die Quantität noch auf den Stoff, noch auf die Dauer der Produkte." (l. c. p. 121.) „Alle187 (les travaux) sind ebenso produktiv, wie die Summe beträgt, gegen die sie ausgetauscht wurden." (p. 121, 122.)
Erst sind sie également productifs de la somme188, nämlich der Preis, womit sie gezahlt werden (der Wert ihres Salairs). Aber gleich geht G[anilh] noch einen Schritt weiter. Die immaterielle Arbeit produziert das materielle Produkt, wogegen sie sich austauscht, so daß es scheint, daß die materielle Arbeit das Produkt der immateriellen Arbeit das Produkt der immateriellen produziert.
||362| „Es gibt keinen Unterschied zwischen der Arbeit eines Arbeiters, der eine Kommode herstellt, deren Austausch ihm einen Scheffel Korn einbringt, und der Arbeit eines Musikanten, die ihm einen Scheffel Korn einbringt. Beide Male wurde ein Scheffel Korn produziert, ein Scheffel, um die Kommode zu bezahlen, und ein Scheffel, um das Vergnügen zu bezahlen, das der Musikant bereitet hat. Allerdings, wenn der Tischler seinen Scheffel Korn verzehrt hat, bleibt die Kommode, und wenn der Musikant seinen Scheffel Korn verzehrt hat, bleibt nichts; aber mit wie vielen Arbeiten, die als produktiv gelten, ist das gleiche der Fall!… nicht nach dem, was nach dem Konsum bleibt, kann man beurteilen, ob eine Arbeit produktiv oder steril ist, sondern nach dem Austausch oder nach der Produktion, die von ihr hervorgerufen wird. Da nun die Arbeit des Musikanten ebensogut wie die des Tischlers die Ursache der Produktion eines Scheffels Korn ist, produzieren beide in gleicher Weise einen Scheffel Korn, obwohl die eine nach ihrer Vollendung sich in keinem dauernden Gegenstand fixiert und realisiert und die andere sich in einem dauernden Gegenstand fixiert und realisiert." (l. c. p. 122, 123.)
„A. Smith möchte die Zahl der Arbeiter verringern, die keine nützliche Arbeit leisten, und die Zahl der Arbeiter zu vermehren, die mit nützlicher Arbeit beschäftigt sind; aber man hat nicht beachtet, daß, wenn dieser Wunsch in Erfüllung gehen könnte, jeder Reichtum unmöglich wäre, da den Produzenten die Konsumenten fehlen würden und die nicht konsumierten Überschüsse nicht reproduziert werden könnten. Die produktiven Klassen geben die Produkte ihrer Arbeiten den Klassen, deren Arbeit keine materiellen Produkte liefert, nicht umsonst" (hier unterscheidet er also doch selbst travaux qui donnent des produits matériels et travaux qui n'en donnent point189); „sie geben sie ihnen im Austausch für Bequemlichkeiten, Vergnügungen oder Genüsse, die sie von ihnen erhalten, und, um sie ihnen geben zu können, sind sie gezwungen, sie zu produzieren. Wenn die materiellen Produkte der Arbeit nicht verwendet würden, die Arbeiten zu entlohnen, die keine materiellen Produkte liefern, fänden sie keine Konsumenten und ihre Reproduktion hörte auf. Die Arbeiten, die Vergnügen produzieren, tragen daher ebenso wirksam zur Produktion bei wie die Arbeit, die für die produktivste gilt.“ (l. c. p. 123, 124.)
„Die Bequemlichkeiten, die Vergnügungen oder die Genüsse, nach denen sie“ (les peuples190) „verlangen, folgen fast immer den Produkten, mit denen sie zu bezahlen sind, und gehen ihnen nicht voraus.“ (l. c. p. 125.) (Scheinen also viel mehr Wirkung als Ursache der produits zu sein qui doivent les acquitter191.) „Anders steht die Sache, wenn die dem Vergnügen, dem Luxus und dem Prunk gewidmeten Arbeiten von den produktiven Klassen nicht verlangt werden“ (hier macht er also selbst den Unterschied) „und sie trotzdem gezwungen sind, diese zu bezahlen und ihre Bedürfnisse um diesen Betrag einzuschränken. Dann kann es vorkommen, daß diese erzwungene Bezahlung keinen Zuwachs an Produkten hervorruft.“ (l. c. p. 125.) „Außer in diesem Falle ... ist jede Arbeit notwendigerweise produktiv und trägt mehr oder minder wirksam zur Bildung und zum Wachstum des allgemeinen Reichtums bei, weil sie notwendigerweise die Produkte hervorruft, mit denen sie bezahlt wird.“ (l. c. p. 126.)
{Also hiernach die „unproduktiven Arbeiten“ produktiv, weder weil sie kosten, d. h. ihres Tauschwerts wegen, noch wegen des speziellen Genusses, den sie produzieren, d. h. ihres Gebrauchswerts wegen, sondern weil sie produktive Arbeit produzieren.}
{Wenn nach A. Smith die Arbeit produktiv, die sich direkt gegen Kapital austauscht, so kommen außer der Form auch noch die stofflichen Bestandteile des Kapitals, das sich gegen Arbeit austauscht, in Betracht. Es löst sich in die notwendigen Lebensmittel auf; also meist in Waren, materielle Dinge. Was der Arbeiter von diesem Salair an Staat und Kirche zu zahlen hat, Abzug [für] Dienste, die ihm aufgedrungen werden; was er für die Erziehung ausgibt, verflucht wenig; wo er es tut, produktiv, denn sie produziert Arbeitsvermögen; was er für die Dienste von Ärzten, Advokaten, Pfaffen ausgibt, ist ein Pech; bleiben sehr wenige unproduktive Arbeiten oder Dienste, worin sich das Salair des Arbeiters auflöst, namentlich da er seine Konsumtionskosten (Kochen, Reinhalten des Hauses, meist sogar Reparaturen) selbst besorgt.}
Höchst charakteristisch ist die folgende Phrase G[anilh]s:
„Wenn der Austausch der Arbeit des Bedienten einen Wert von 1000 Franks gibt, während er dagegen der Arbeit des Agrikulturarbeiters oder des Manufakturarbeiters nur einen Wert von 500 Franks gibt, so muß man daraus schließen, daß die Arbeit des Bedienten zu der Produktion des Reichtums zweimal so viel beiträgt wie die des Agrikulturarbeiters und des Manufakturarbeiters; und das kann gar nicht anders sein, solange die Arbeit der Bedienten mit zweimal soviel materiellen Produkten bezahlt wird wie die der Agrikulturarbeiter und der Manufakturarbeiter. Wie kann man denn glauben, daß der Reichtum aus der Arbeit entsteht, die den geringsten Tauschwert hat und darum am niedrigsten bezahlt wird!" (l. c. p. 293, 294.)
||363| Wenn das Salair des Manufaktur- oder Agrikulturarbeiters = 500, der von ihm geschaffne Mehrwert (Profit und Rente) = 40 p. c., so wäre das produit net192 auf ihn = 200, und 5 solche Arbeiter wären nötig, um das Salair für den Bedienten = 1000 frs. zu produzieren. Wollte Herr échange statt des Bedienten eine Maitresse für 10 000 frs. jährlich kaufen, so wäre das produit net von 50 solchen produktiven Arbeitern erforderlich. Weil nun für die Maitresse ihre unproduktive Arbeit 20mal so großen Tauschwert, Salair, einbringt als das Salair der produktiven Arbeiter, fügt diese Person 20mal soviel zu „à la production des richesses“193, und ein Land produziert um so mehr Reichtum, je höher es Bedienten und Maitressen zahlt. Herr G[anilh] vergißt, daß nur die Produktivität der Manufaktur- und Agrikulturarbeit, nur das von den produktiven Arbeitern geschaffne, aber ihnen nicht bezahlte Surplus überhaupt einen Fonds liefert, von dem die unproduktiven Arbeiter bezahlt werden. Aber er rechnet so: 1000 frs. Lohn und Bedienten- oder Maitressenarbeit als Äquivalent dafür, macht zusammen 2000 frs. Der Wert von Bedienten und Maitressen, i. e. ihre Produktionskosten, hängen ganz ab vom produit net der produktiven Arbeiter. Ja, ihre Existenz als besondres genre hängt davon ab. Ihr Preis und ihr Wert haben wenig miteinander gemein.
Aber selbst gesetzt, der Wert (die Produktionskosten) eines Bedienten kosten 2mal soviel als die eines produktiven Arbeiters. So ist zu bemerken, daß die Produktivität eines Arbeiters (wie einer Maschine) und sein Wert ganz verschiedne Dinge sind, die sogar im umgekehrten Verhältnis stehn. Der Wert, den eine Maschine kostet, ist stets ein Minus ihrer Produktivität.
„Vergeblich wendet man ein: Wenn die Arbeit der Bedienten ebenso produktiv ist wie die der Agrikulturarbeiter und der Manufakturarbeiter, dann sei nicht einzusehen, warum die allgemeinen Ersparnisse eines Landes nicht zu ihrer Erhaltung angewendet werden sollten, nicht bloß ohne Verschwendung, sondern bei ständiger Vermehrung des Werts. Diese Betrachtung ist nur eine scheinbare, denn sie setzt voraus, die Fruchtbarkeit jeder Arbeit rühre von ihrem Mitwirken an der Produktion der materiellen Gegen stände her, die materielle Produktion sei die Bildnerin des Reichtums, und Produktion und Reichtümer seien völlig identisch. Man vergißt, daß jede Produktion nur Reichtum wird durch die Mitwirkung der Konsumtion des Konsums(2) und daß der Austausch determiniert, bis zu welcher Höhe sie zur Bildung des Reichtums beiträgt. Wenn man sich erinnert, daß alle Arbeiten direkt oder indirekt zur Gesamtproduktion jedes Landes beitragen, daß der Austausch dadurch, daß er den Wert jeder Arbeit fixiert, den Anteil determiniert, den sie an der Produktion hatte, daß die Konsumtion der Produktion den Wert realisiert, den ihr der Austausch verliehen, und daß der Überschuß oder das Defizit der Produktion über die Konsumtion die Höhe des Reichtums oder des Elends der Völker bestimmt, dann wird man bemerken, wie inkonsequent es ist, jede Arbeit zu isolieren und ihre Ergiebigkeit und Fruchtbarkeit nach ihrer Mitwirkung an der materiellen Produktion abzumessen, ohne Rücksicht auf die ||364| Konsumtion, die ihr allein einen Wert verleiht, einen Wert, ohne den Reichtum nicht bestehen könnte. (l. c. p.294, 295.)
Einerseits läßt der Bursche den Reichtum vom Überschuß der Produktion über die Konsumtion abhängen, andrerseits gibt die Konsumtion allein Wert. Und ein Bedienter, der 1000 frs. verzehrt, trägt daher doppelt soviel zur Wertgebung bei als ein Bauer, der 500 frs. verzehrt.
Erstens gibt er zu, daß diese unproduktiven Arbeiten nicht direkt an der Bildung des materiellen Reichtums teilnehmen. Mehr behauptet Smith nicht. Andrerseits bemüht er sich nachzuweisen, daß sie umgekehrt ebenso den materiellen Reichtum schaffen, wie sie es nach seinem eignen Geständnis nicht tun.
Bei all diesen Polemikern gegen A.Smith einerseits die Erhabenheit über die materielle Produktion, andrerseits der Versuch, die immaterielle Produktion – oder gar keine Produktion, wie die des Lakaien – zu rechtfertigen als materielle Produktion. Ob der Besitzer der Revenu196 diese Revenue in Lakaien, Maitressen oder Pasteten verzehrt, ist ganz gleich gültig. Aber lächerlich die Einbildung, daß das Surplus von Bedienten verzehrt werden muß und nicht vom produktiven Arbeiter selbst verzehrt werden kann, ohne daß der Wert des Produkts zum Teufel gehe. Bei Malthus dieselbe Notwendigkeit der unproduktiven Konsumenten, die in der Tat existiert, sobald das Surplus in der Hand der gens oisifs197. |364||
||364| Ganilh behauptet, in seiner „Theorie de l'écon. polt." (mir unbekanntes Buch) eine nach ihm von Ricardo reproduzierte Theorie aufgestellt zu haben. Diese Theorie ist die, daß der Reichtum vom produit net und nicht vom produit brut abhängt, also von der Höhe von profit und rent. (Dies ist sicher keine Erfindung des Ganilh, der sich aber allerdings durch seine Manier, dies auszusprechen, auszeichnet.)
Der surplus value198 stellt sich dar (hat seine reale Existenz) in einem surplus produce199 über die Masse des Produkts hinaus, die nur seine ursprünglichen Elemente ersetzt, also in seine Produktionskosten eingeht und – rechnet man konstantes und variables Kapital zusammen – gleich dem der Produktion vorgeschossnen Kapital überhaupt ist. Der Zweck der kapitalistischen Produktion ist das Surplus, nicht das Produkt. Die notwendige Arbeitszeit des Arbeiters und damit das Äquivalent im Produkt, womit sie gezahlt wird, ist nur solange notwendig, solange sie Surplusarbeit produziert. Sie ist sonst unproduktiv für den Kapitalisten.
Der Mehrwert gleich der Rate des Mehrwerts mv, multipliziert mit der Anzahl der gleichzeitigen Arbeitstage oder der Anzahl der beschäftigten Arbeiter, mit n. Also M = mv × n. Dieser Mehrwert kann sich also in doppelter Weise vergrößern oder auch abnehmen. Z.B. mv/2 × n ist gleich 2mv × n = 2M. Hier hat sich M ||365| verdoppelt, weil die Rate sich verdoppelt hatte, denn m/v ist 2m/v, ist noch einmal so groß als m/v. Andererseits wäre aber m/v × 2n ebenfalls gleich 2mn/v, also auch = 2M. V, das variable Kapital, ist gleich dem Preis des einzelnen Arbeitstags multipliziert mit der Anzahl der angewandten Arbeiter. Sind 800 Arbeiter angewandt, von denen jeder 1 l. kostet, so V = 800 l., = 1 l. × 800, wo n = 800. Ist der Mehrwert nun = 160, so ist seine Rate = 160/1 l. × 800 = 160/800 = 16/80 = 1/5 = 20p.c. Aber der Mehrwert selbst ist = 160/1 l. × 800 × 800, d.h. = 160/1 l. × n × n.
Dieser Mehrwert200 kann sich nur vergrößern201, falls die Länge der Arbeitszeit gegeben ist durch Vergrößerung202 der Produktivität oder falls die Produktivität gegeben ist durch Verlängerung der Arbeitszeit.
Aber worauf es hier ankommt: 2M = m/v × n und = m/v × 2n.
Derselbe Mehrwert (gross amount203 des Mehrwerts) bleibt, wenn die Anzahl der Arbeiter um die Hälfte abnimmt, statt 2n [nur] n ist, die von ihnen [geleistete] tägliche Surplusarbeit aber doppelt so groß ist, als sie vorher war. Unter dieser Voraussetzung würde also zweierlei dasselbe bleiben: Erstens die Totalmasse der gelieferten Produkte. Zweitens die Totalmasse des surplus produce oder produit net. Geändert aber hätte sich folgendes: Erstens das variable Kapital oder der Teil des zirkulierenden Kapitals, der in Arbeitslohn ausgelegt wird, um die Hälfte vermindert. Der Teil des konstanten Kapitals, der aus Rohmaterial besteht, ditto unverändert geblieben, da dieselbe Masse Rohstoff nach wie vor verarbeitet wird, obgleich von der Hälfte der früher angewandten Arbeiter. Dagegen hat sich der Teil, der aus capital fixe besteht, vermehrt.
War das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital = 300 l. (1 l. per Arbeiter), so jetzt = 150 l. War das in Rohmaterial ausgelegte = 310 l., so jetzt = 310 l. Wäre der Wert der Maschinerie 4mal so groß wie das übrige Kapital, so = 1600. Also wenn die Maschinerie sich in 10 Jahren abnutzt, wäre die jährlich in das Produkt eingehende Maschinerie = 160 l. Wir wollen annehmen, daß das früher in Instrumenten ausgelegte Kapital = 40 l. war, also nur 1/4.
So steht die Rechnung so:
| Maschinerie | Rohstoff | Arbeitslohn | Summe | Mehrwert | Profitrate | Gesamtprodukt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Altes Kapital | 40 | 310 | 300 | 650 | 150 oder 50 p. c. | 231/13 p. c. | 800 |
| Neues Kapital | 160 | 310 | 150 | 620 | 150 oder 100 p. c. | 248/31 p. c. | 770 |
In diesem Fall die Profitrate gestiegen, weil das Gesamtkapital sich vermindert; indem das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital um 150 abgenommen, die Wertsumme des capital fixe nur [um] 120 [gestiegen ist], also zusammen 30 l. weniger wie früher ausgelegt.
Werden nun die 30 l., die übrigbleiben, wieder in derselben Weise angewandt, 31/62 des Ganzen (oder 1/2) in Rohmaterial, 16/62 in Maschinerie und 15/62 in Arbeitslohn, so käme:
| Maschinerie | Rohstoff | Arbeitslohn | Mehrwert |
|---|---|---|---|
| 7 l. 14 sh. 6 d. | 15 l. | 7 l. 5 sh. 6 d. | 7 l. 5 sh. 6 d. |
Also nun das ganze:
| Maschinerie | Rohstoff | Arbeitslohn | Mehrwert | Profit | |
|---|---|---|---|---|---|
| neue Kapital | 167 l. 14 sh. 6 d. | 325 l. | 157 l. 5 sh. 6 d. | 157 l. 5 sh. 6 d. | 248/31 p. c. |
Gesamtsumme des ausgelegten Kapitals: 650 Pfd. wie früher. Gesamtprodukt 807 [Pfd.] 5 sh. 6 d.
Der Gesamtwert des Produkts ist gestiegen, der Gesamtwert des ausgelegten Kapitals derselbe geblieben; und nicht nur der Wert, sondern die Masse des Gesamtprodukts ist gestiegen, denn es sind für 15 l. mehr Rohstoff in Produkt verwandelt worden.
||366| „Wenn ein Land keine Maschinen hat und seine Arbeit nur auf der Kraft der Arme beruht, verzehren die arbeitenden Klassen fast die ganze Masse ihrer Produkte. Im selben Maße, in dem die Industrie Fortschritte macht, sich durch die Arbeitsteilung, die Geschicklichkeit der Arbeiter, die Erfindung von Maschinen vervollkommnet, vermindern sich die Produktionskosten oder, mit anderen Worten, braucht man weniger Arbeiter, um ein größeres Produkt zu erhalten.“ (l. c., t. I, p. 211, 212.)
D.h. also, im selben Maße, wie die Industrie produktiver wird, vermindern sich die Produktionskosten des Salairs. Es werden weniger Arbeiter angewandt im Verhältnis zum Produkt, die also auch einen geringren Teil davon aufessen.
Wenn ohne Maschinen ein Arbeiter 10 Std. braucht, um seine eignen Lebensmittel zu produzieren, und wenn er mit Maschinerie nur 6 braucht, so arbeitet er (bei 12stündiger Arbeit) im ersten Fall 10 für sich, 2 für den Kapitalisten, und von dem Gesamtprodukt der 12 Stunden erhält der Kapitalist 1/6204. Im ersten Fall werden 10 Arbeiter Produkt für 10 Arbeiter produzieren (= 100 Std.) und 20 für den Kapitalisten. Von dem Wert von 120 erhält der Kapitalist 1/6, = 20. Im zweiten Fall werden 5 Arbeiter Produkt für 5 Arbeiter produzieren (= 30 Std.) und für den Kapitalisten = 30 Std. Der Kapitalist erhielte jetzt von den 60 Std. 30, also 1/2, 3mal mehr wie vorhin. Und auch der Gesamtsurpluswert wäre gestiegen, nämlich von 20 auf 30, um 1/3. 60 Tage, von denen ich 1/2 aneigne, ist 1/3 mehr als 120, von denen ich 1/6 aneigne.
Ferner wäre das 1/2 des Gesamtprodukts, das der Kapitalist erhielte, auch der Quantität nach größer als früher. Denn 6 Stunden liefern jetzt soviel Produkt wie früher 10; 1 soviel Produkt [wie früher] 10/6 oder 1 soviel [wie] 1 4/6 = 1 2/3. Also enthalten die 30 Surplusstunden soviel Produkt [wie früher] 10, also 30 oder 5 × 6 soviel wie früher 5 × 10.
Der Surpluswert des Kapitalisten wäre also gestiegen und sein Surplusprodukt (wenn er es selbst konsumiert oder soviel er davon in natura konsumiert). Der Surpluswert kann sogar nun steigen, ohne daß das Quantum des Gesamtprodukts205 steigt. Denn Wachsen des Surpluswerts heißt, daß der Arbeiter fähig ist, in kleiner Zeit als vorher seine Lebensmittel zu produzieren, daß also der Wert der von ihm konsumierten Waren fällt, weniger Arbeitszeit darstellt, daß also ein bestimmter Wert, = 6 Std. z.B., größere Quantität der Gebrauchswerte als vorher darstellt. Der Arbeiter erhält dasselbe Quantum Produkt wie vorher, aber dies Quantum bildet einen kleineren Teil des Gesamtprodukts, wie sein Wert einen kleineren Teil der fruits206 des Arbeitstags ausdrückt. Obgleich keine Vermehrung der Produktivkräfte in Industriezweigen, deren Produkt neither207 direkt oder indirekt in die Bildung der Konsumtionsmittel des Arbeiters eingeht, dies Resultat haben könnte, indem durch die vermehrte oder verminderte Produktivität in diesen Zweigen das Verhältnis der notwendigen zur Surplusarbeit nicht affiziert wird – so wäre umgekehrt das Resultat für diese Industriezweige dasselbe, obgleich es nicht aus einer Änderung in ihrer eignen Produktivität entspränge. Der relative Wert ihrer Produkte stiege exakt in demselben Maße, wie der der andren Waren gefallen wäre (wenn ihre eigne Produktivität dieselbe geblieben); also würde in demselben Maße ein geringerer aliquoter Teil dieser Produkte, oder der geringre Teil der Arbeitszeit des Arbeiters, der in ihnen materialisiert, ihm dasselbe Quantum Lebensmittel wie vorher verschaffen. Der Surpluswert stiege also in diesen Arbeitszweigen ganz wie in den andren.
Aber was wird nun aus den 5 deplacierten Arbeitern? Man wird sagen, es ist auch ein Kapital frei geworden, nämlich das, was die entlassenen 5 Arbeiter zahlte, die jeder 10 Std. erhielten (wofür sie 12 arbeiteten), also zusammen 50 Std., womit früher 5 Arbeiter salariert werden konnten und womit [jetzt], wo der Arbeitslohn auf208 46 Std. gefallen, 50/6=8¹/₃ Arbeitstage bezahlt werden können. Mit dem frei gewordenen – 50 Arbeits[stunden] – Kapital können also jetzt mehr Arbeiter beschäftigt werden, als entlassen [wurden].
Indes ist kein Kapital von ganzen 50 Arbeitsstd. frei geworden. Denn gesetzt selbst, das Material sei in demselben Grade wohlfeiler geworden, wie mehr davon in derselben Arbeitszeit verarbeitet, also es habe auch in diesem Produktionszweig dieselbe Steigerung der Produktivkraft stattgefunden, so bleibt die Auslage für die neue Maschinerie. Gesetzt, diese koste exakt 50 Arbeitsstd., so hat sie auf keinen Fall soviel Arbeiter beschäftigt, als entlassen wurden. Denn diese 50 Arbeitsstd. waren ganz in Salair ausgelegt, in 5 Arbeitern. Aber in dem Wert der Maschine von 50 Arbeitsstd. ist Profit und Salair enthalten, bezahlte und unbezahlte Arbeitszeit. Außerdem geht capital constant in den Wert der Maschine ein. Diese von den Maschinen bauenden Arbeitern, [die die neue Maschine bauen] der Zahl nach geringer als die entlassenen, waren auch nicht dieselben, ||367| die entlassen worden sind. Die größre Nachfrage nach Arbeitern im Maschinenbau kann höchstens auf die kommende Verteilung der Arbeitermasse wirken, so daß ein größrer Teil der in die Arbeit eintretenden Generation, ein größrer Teil als früher, sich diesem Zweig zuwendet. Es wirkt nicht auf die entlassenen. Außerdem die Zunahme in der jährlichen Nachfrage nach diesen nicht gleich dem neuen in Maschinerie ausgelegten Kapital. Die Maschine dauert z.B. 10 Jahre. Die konstante Nachfrage, die sie geschaffen, also gleich 1/10 jährlich von dem in ihr enthaltenen Arbeitslohn. Zu diesem 1/10 kommt Arbeit für Reparatur während der 10 Jahre hinzu und der tägliche Konsum von Kohle, Öl, überhaupt der matériaux instrumentaux209; was alles zusammen vielleicht wieder 2/10 beträgt.
{Wäre das frei gewordne Kapital = 60 Std., so repräsentierten diese jetzt 10 Stunden Surplusarbeit und nur 50 notwendige. Wurden also früher die 60 in Salair ausgegeben und beschäftigten 6 Arbeiter, so jetzt nur noch 5.}
{Das Deplacement von Arbeit und Kapital, das die Vermehrung der Produktivkraft in einem besondren Industriezweig vermittelst Maschinerie etc. bewirkt, immer nur prospektiv. D. h., der Zuwachs, die neu einströmende Arbeitsmasse wird anders verteilt, vielleicht die Kinder der Hinausgeschmissenen; aber nicht sie selbst. Sie selbst verkommen für lange Zeit in ihrem alten trade210, den sie unter den ungünstigsten Bedingungen fortsetzen, indem ihre notwendige Arbeitszeit größer ist als die gesellschaftlich notwendige, verpaupern oder finden Beschäftigung in Geschäftszweigen, wo niedrigre Art der Arbeit angewandt wird.}
{Ein Pauper wie ein Kapitalist (Rentner) lebt von der Revenue des Landes. Er geht nicht in die Produktionskosten des Produkts ein, ist daher nach Herrn Ganilh Repräsentant einer valeur échangeable. Ditto ein Verbrecher, der im Gefängnis genährt wird. Ein großer Teil der „unproduktiven Arbeiter“, Staatssinekuriisten etc. sind bloß vornehme Paupers.}
{Gesetz, durch die Produktivität der Industrie sei es so weit, daß, wenn früher 2/3, jetzt nur 1/3 der Bevölkerung unmittelbar in der materiellen Produktion beteiligt. Früher lieferten 2/3 die Lebensmittel für 3/3, jetzt 1/3 für 3/3. Früher war 1/3 net revenue (im Unterschied von der Revenue des Arbeiters), jetzt 2/3. Vom [Klassen]gegensatz abgesehen, würde die Nation jetzt 1/3 ihrer Zeit zur unmittelbaren Produktion brauchen, wo sie früher211 2/3 brauchte. Gleichmäßig verteilt, hätten alle 2/3 mehr Zeit für unproduktive Arbeit und Muße. Aber in der kapitalistischen Produktion erscheint alles und ist gegensätzlich. Die Vorausnahme schließt nicht ein, daß die Bevölkerung stagnant sei. Denn wüchsen die 3/3, so wüchse auch das 1/3; der Masse nach könnte so eine immer größere Menschenzahl in der produktiven Arbeit beschäftigt sein. Aber relativ, proportionell zur ganzen Bevölkerung, wären es immer 50 p.c. weniger als zuvor. Diese 2/3 bestünden nun teils aus den Besitzern von Profit und Rente, teils aus den unproduktiven Arbeitern (die auch der Konkurrenz wegen schlecht bezahlt), die ihnen die Revenue aufessen helfen und ihnen dagegen ein Äquivalent in services212 geben, oder aufdrängen wie die politischen unproduktiven Arbeiter. Es könnte angenommen werden, daß – mit Ausnahme des Bedientenpacks, der Soldaten, Matrosen, Polizisten, Subalternbeamten usw., Maitressen, Stallknechte, Clowns und Jongleurs – diese unproduktiven Arbeiter im ganzen auf einer höhren Bildungsstufe stünden als früher die unproduktiven, und namentlich auch schlechtbezahlte Künstler, musici, Advokaten, Ärzte, Gelehrte, Schulmeister, Entdecker etc. sich vermehrt hätten.
Innerhalb der produktiven Klasse selbst hatten sich die kommerziellen middlemen213 vermehrt, namentlich aber auch die mit Maschinenbau beschäftigten, mit Eisenbahnbau, mit Minen- und Grubenarbeit; ferner die Arbeiter, die in der Agrikultur Viehzucht treiben, chemische, mineralische Stoffe für den Dünger beschaffen etc. Ferner die cultivateurs214, die Rohstoffe für die Industrie bauen, im Verhältnis zu denen, die Lebensmittel produzieren; und die, die Lebensmittel für das Vieh produzieren, im Verhältnis zu denen, die sie für Menschen produzieren. Wächst das konstante Kapital, so die verhältnismäßige Masse der Gesamtarbeit, die mit seiner Reproduktion beschäftigt ist. Nichtsdestoweniger produziert der Teil, der unmittelbar Lebensmittel produziert, obgleich seine Anzahl gefallen, ||368|| mehr Produkte wie früher. Seine Arbeit ist produktiver. Wie im einzelnen Kapital die Abnahme des variablen Teils des Kapitals gegen das konstante direkt als Abnahme des in Arbeitslohn ausgelegten Teils des Kapitals erscheint, muß für die Gesamtmasse des Kapitals – in der Reproduktion desselben – sich dies so darstellen, daß ein verhältnismäßig größrer Teil der angewandten Arbeitsmasse mit der Reproduktion der Produktionsmittel als mit der der Produkte selbst beschäftigt ist, also mit der Reproduktion von Maschinerie (Kommunikations-, Transportmittel und Gebäulichkeiten eingeschlossen), der matières instrumentales215 (Kohlen etc.) (Gas,) (Öl, usw. Talg,) (Riemen usw.), der Pflanzen, die den Rohstoff der Industrieprodukte bilden. Die Agrikulturarbeiter werden verhältnismäßig gegen die Manufakturarbeiter abnehmen. Endlich werden sich die Luxusarbeiter vermehren, da die Revenue, die gestiegen ist, mehr Luxusprodukte konsumiert.}
{Das variable Kapital löst sich in Revenue auf, erstens Salair, zweitens Profit. Wird daher Kapital im Gegensatz zur Revenue aufgefaßt, so erscheint das konstante Kapital als eigentliches Kapital, als der Teil des Gesamtprodukts, der der Produktion gehört und in die Produktionskosten eingeht, ohne von irgend jemand individuell konsumiert zu werden (das Arbeitsvieh ausgenommen). Dieser Teil mag ganz stammen aus Profit und Salair. In letzter Analyse kann er nie daher allein stammen; er ist Produkt der Arbeit, aber einer Arbeit, die das Produktionsinstrument selbst als Revenue betrachtete, wie der Wilde den Bogen. Einmal aber in capital constant verwandelt, hört dieser Teil des Produkts auf, sich in Salair oder Profit aufzulösen, obgleich seine Reproduktion Salair und Profit abwirft. Diesem Teil gehört ein Teil des Produkts. Jedes folgende Produkt ist das Produkt dieser vergangnen Arbeit und der gegenwärtigen. Die letzte kann nur fortgesetzt werden, soweit sie einen Teil des Gesamtprodukts der Produktion wiedergibt. Sie muß das konstante Kapital in natura ersetzen. Wird sie produktiver, so ersetzt sie das Produkt, aber nicht seinen Wert, verringert diesen post festum. Wird sie unproduktiver, so erhöht sie seinen Wert. In dem einen Fall fällt der aliquote Teil, den die vergangne Arbeit aus dem Gesamtprodukt zieht, in dem andren steigt216 er. In dem einen Fall wird die lebendige Arbeit produktiver, in dem andren unproduktiver.}
{Unter den Umständen, die die Kosten des capital constant erniedrigen, befindet sich auch die Veredlung der Rohstoffe. Z.B., es ist nicht möglich, dasselbe Quantum Twist in derselben Zeit aus guter wie aus schlechter Baumwolle zu machen, von der relativen Masse von Abfällen etc. ganz abgesehn. So die Wichtigkeit bei der Qualität des Samens etc.}
{Als Beispiel die Kombination, wo ein Fabrikant einen Teil seines frühren capital constant selbst fabriziert oder dem Rohprodukt, das früher als capital constant aus seiner Produktionssphäre in eine zweite trat, jetzt selbst die zweite Form gibt – was immer nur auf eine Konzentration von Profiten hinausläuft, wie vorhin gezeigt217. Beispiel von dem ersten: Verbindung von Spinnerei und Weberei. Beispiel vom 2ten: die Minenbesitzer bei Birmingham, die den ganzen Prozeß der Eisenbereitung übernahmen, der sich früher an verschiedne Unternehmer und Besitzer verteilte.}
Ganilh fährt fort:
„Solange die Arbeitsteilung nicht in allen Arbeitszweigen eingeführt ist, solange nicht alle Klassen der schwerarbeitenden und fleißigen Bevölkerung auf der Höhe der Vollkommenheit angelangt sind, bewirkt die Erfindung und Anwendung der Maschinen in manchen Industrien nur ein Abfließen der von der Maschine freigesetzten Kapitalien und Arbeiter in andere Arbeitszweige, die sie nutzbringend verwenden können. Aber wenn alle Arbeitszweige das Kapital und die Arbeiter haben, deren sie bedürfen, so ist es klar, daß jede weitere Verbesserung, jede neue Maschine, welche die Arbeit abkürzen, notwendigerweise die arbeitende Bevölkerung verringern; und da ihre Verringerung die Produktion nicht vermindert, bildet der Teil, der disponibel bleibt, entweder einen Zuwachs des Kapitalprofits oder der Grundrente; daher ist die natürliche und notwendige Wirkung der Maschinen die Verringerung der Bevölkerung in den lohnarbeitenden Klassen, die vom Bruttoprodukt leben, und die Vermehrung der Bevölkerung in jenen Klassen, die vom Nettoprodukt leben.“ (l. c. p. 212.)
||369|| „Die Verschiebung in der Bevölkerungszusammensetzung eines Landes, eine notwendige Folge der Fortschritte in der Industrie, ist die wahre Ursache des Gedeihens, der Macht und der Zivilisation der modernen Völker. Je mehr die unteren Klassen der Gesellschaft an Zahl abnehmen, um so weniger braucht die Gesellschaft sich wegen der Gefahren zu beunruhigen, womit die Not, die Unwissenheit, die Leichtgläubigkeit und der Aberglaube dieser unglücklichen Klassen sie unaufhörlich bedroht. Je mehr die oberen Klassen sich vermehren, um so mehr Untertanen hat der Staat zu seiner Verfügung, desto stärker und mächtiger ist er, desto mehr Aufklärung, Vernunft und Zivilisation herrscht in der ganzen Bevölkerung.“ (l. c. p. 213.)
{Say läßt in folgender Art la totalité de la valeur du produit se résoudre en revenu218: In der Übersetzung des Constancio des Ricardo, ch. 26, sagt er in einer Note:
„Die Nettorevenue eines Privatmannes besteht aus dem Werte des Produkts, zu dessen Produktion er beigetragen hat … abzüglich seiner Auslagen. Aber da seine Auslagen Teile einer Revenue sind, die er anderen gezahlt hat, hat der Gesamtwert des Produkts dazu gedient, Revenuen zu zahlen. Die Gesamtrevenue einer Nation besteht aus dem Bruttoprodukt, das heißt dem Bruttowert aller ihrer Produkte, die sich unter die Produzenten verteilen.“[73]
Der letzte Satz wäre richtig so ausgedrückt: Le revenu total d’une nation se compose de cette partie de son produit brut, c’est-à-dire de la valeur brute de tous les produits qui se distribuent comme revenus entre les producteurs, c’est-à-dire moins cette portion de tous les produits qui dans chaque branche d’industrie avaient remplacés les moyens des productions.219 Aber so ausgedrückt, höbe der Satz sich selbst auf.
Say fährt fort:
„Dieser Wert würde, nach mehreren Austauschvorgängen, im Laufe des Jahres, das ihn entstehen sah, gänzlich konsumiert werden, ohne aufzuhören, immer noch die Revenue der Nation zu sein; ebenso wie ein Privatmann, der eine jährliche Revenue von 20[000] frs. hat, nicht aufhört, eine Revenue von 20000 frs. zu haben, obwohl er sie jedes Jahr ganz verzehrt. Seine Revenue besteht nicht bloß aus seinen Ersparnissen.“
Son revenu ne se compose jamais de ses épargnes, quoique ses épargnes se composent toujours de ses revenus. Pour prouver qu’une nation peut annuellement manger et son capital et son revenu, Say la compare à un particulier qui laisse intacte son capital et ne mange annuellement que son Ganilh bemerkt hierzu (p. 219, 220):
„Es ist nicht leicht, eine Beziehung zwischen dieser Behauptung der Ökonomisten, die industrielle Klasse konsumiere ebensowiel Wert, wie sie produziere, und der Lehre Ricardos zu entdecken, der Arbeitslohn könne nicht zur Revenue eines Staates gerechnet werden."
G[anilh] trifft auch hier nicht die Sache. Die économistes irren darin, daß sie die manufacturiers220 nur als classes salariées221 betrachten. Dieses unterscheidet sie von Ricardo. Ferner irren sie darin, daß sie glauben, die salariés222 produzierten, was sie konsumierten. Das Richtige, was Ricardo sehr wohl gegen sie weiß, daß sie es sind, die das produit net produzieren, aber grade dadurch produzieren, que leur consommation, c’est-à-dire leur salaire, est égal, non à leur temps de travail, mais au temps de travail qu’ils ont mis à produire ce salaire223; oder, daß sie nur einen ihrer notwendigen Konsumtion gleichen Teil von ihrem Produkt empfangen, oder nur soviel von ihrem eignen Produkt empfangen, als ein Äquivalent ihrer eignen notwendigen consommation ist. Die économistes nahmen an, daß die ganze classe industrielle (maîtres et ouvriers)224 sich in dieser Position befinde. Nur die Rente galt ihnen als Überschuß der Produktion über les salaires. Daher als der einzige Reichtum. Wenn Ricardo nun sagt, profits and rentes bilden diesen Überschuß, daher den einzigen Reichtum, so stimmt er, trotz seines Unterschieds von den Physiokraten, darin mit ihnen überein, daß nur das produit net, das Produkt, worin the surplus value existiert, den nationalen Reichtum bildet, obgleich er die Natur dieses surplus besser versteht. Auch bei ihm ist es nur der Teil der Revenue, der Überschuß über das salaire ist. Was ihn von den Ökonomisten unterscheidet, ist nicht die Erklärung des produit net, sondern die Erklärung des salaire, unter welche Kategorie die Ökonomisten fälschlich auch the profits subsumieren.
Say bemerkt ferner gegen Ricardo:
„Von sieben Millionen vollbeschäftigter Arbeiter gäbe es mehr Ersparnisse als von fünf Millionen."
G[anilh] bemerkt dagegen richtig:
„Das heißt annehmen, daß Ersparnisse aus Löhnen der Ersparnis vorzuziehen sind, die der Abschaffung von Löhnen entspringt ... Es wäre absurd, für 400 Millionen Löhne solchen Arbeitern auszuzahlen, die kein Nettoprodukt liefern, nur um ihnen die Gelegenheit und das Mittel zu geben, Ersparnisse aus ihren Arbeitslöhnen zu machen.“ (l. c. p. 221.)
„Bei jedem Schritt, den die Zivilisation vorwärts macht, wird die Arbeit weniger hart und mehr produktiv; die Klassen, die dazu verdammt sind, zu produzieren und zu konsumieren, vermindern sich; und die Klassen, die die Arbeit leiten, die ganze Bevölkerung unterstützen (!), trösten (!) und aufklären, vermehren sich, werden zahlreicher und eignen sich alle Vorteile an, die sich aus der Verringerung der Arbeitskosten, dem Überfluß an Waren und dem niedrigen Preis der Konsumgüter ergeben. Auf diese Weise erhebt sich das Menschengeschlecht … Durch diese fortschreitende Tendenz der Verminderung der unteren Klassen und des Anwachsens der oberen Klassen der Gesellschaft … wird die bürgerliche Gesellschaft glücklicher, mächtiger usw.“ (l. c. p. 224.)
„Wenn … die Zahl der beschäftigten Arbeiter 7 Millionen beträgt, werden sich die Löhne auf 1400 Millionen belaufen; aber wenn die 1400 Millionen kein größeres Nettoprodukt liefern als die Milliarde, die den fünf Millionen Arbeitern gezahlt wird, dann würde die wahre Ersparnis in der Abschaffung der 400 Millionen Löhne für zwei Millionen Arbeiter bestehen, die kein Nettoprodukt liefern, und nicht in den Ersparnissen, die die zwei Millionen Arbeiter aus ihren 400 Millionen Löhnen machen könnten.“ (l. c. p. 221.)
Im 26. Kapitel bemerkt Ricardo:
„A. Smith übertreibt stets die Vorteile, die ein Land aus einer großen Bruttorevenue zieht, im Vergleich zu den Vorteilen einer großen Nettorevenue … Was für ein Vorteil würde wohl für ein Land aus der Anwendung einer großen Menge produktiver Arbeit entspringen, wenn seine Revenue und seine Profite dieselben blieben, ob nun diese Arbeitsmenge oder eine geringere angewendet würde?“ Ob eine Nation 5 oder 7 Millionen produktiver Arbeiter anwendet, |371| um das revenue net zu produzieren, wovon 5 andre Millionen leben, … „die Nahrung und die Kleidung dieser fünf Millionen Menschen würde immer noch die Nettorevenue sein. Die Anwendung einer größeren Menschenzahl würde uns weder in den Stand setzen, unsere Armee oder unsere Flotte auch nur um einen Mann zu vermehren, noch eine Guinee mehr zu den Steuern beizutragen.“ (l. c. p. 215.)
Dies erinnert an die alten Deutschen, von denen ein Teil abwechselnd ins Feld zog und der andre das Feld bestellte. Je geringer die Quantität war, die unerläßlich war, um das Feld zu bestellen, desto größer die, die ins Feld ziehn konnte. Es hätte ihnen nichts genützt, wäre die Zahl des people um 1/3 größer gewesen, statt 1000 1500, wenn nun 1000 nötig gewesen wären, um das Feld zu bestellen, wo früher 500. Ihre disponible Mannschaft hätte nach wie vor nur aus 500 Mann bestanden. Hätte sich dagegen die Produktivkraft ihrer Arbeit vermehrt, so daß 250 genügten, um das Feld zu bestellen, so hätten von den 1000 750 ins Feld ziehn können, während unter den umgekehrten Umständen von den 1500 nur 500.13*
Es ist hier erstens zu bemerken, daß Ricardo unter revenu net oder produit net nicht den Überschuß des Gesamtprodukts über den Teil desselben versteht, der der Produktion als Produktionsmittel, Rohstoff oder Instrument, wiedergegeben werden muß. Er teilt vielmehr die falsche Ansicht, daß das produit brut sich in revenu brut auflöst. Unter produit net oder revenu net versteht er den Surpluswert, den Überschuß der Gesamtrevenu über den Teil derselben, der aus salaires, aus der Revenu des Arbeiters, besteht. Diese revenu des Arbeiters ist aber gleich dem variablen Kapital, dem Teil des zirkulierenden Kapitals, den er beständig konsumiert und beständig reproduziert, als den Teil seiner Produktion, den er selbst konsumiert.
Wenn Ricardo die capitalistes nicht rein als nutzlos betrachtet, also sie selbst als Produktionsagenten, und daher einen Teil ihres Profits in salaire auflöst, so muß er von dem revenu net einen Teil ihrer Revenu abziehn und auch die Zahl dieser Personen nur soweit als dem Reichtum förderlich erklären, als ihr Salair einen möglichst kleinen Teil ihres Profits bildet. Sei dem wie ihm wolle, als Produktionsagenten gehört wenigstens ein Teil ihrer Zeit als fixturer225 der Produktion selbst. Und soweit sind sie nicht verwendbar für andre Zwecke der Gesellschaft oder auch des Staats. Je mehr freie Zeit ihnen ihre Beschäftigung als managers der Produktion läßt, um so mehr ist ihr Profit unabhängig von ihrem Salair. Im Gegensatz zu ihnen sind die Kapitalisten, die nur von ihren Zinsen leben, ditto der Grundrentner persönlich ganz zur Verfügung, und kein Teil ihrer Einnahme geht in die Produktionskosten ein, außer der Teil, der zur Reproduktion ihrer eignen werten Person verwandt wird. Ricardo müßte also ebenfalls im Interesse des Staats ein Wachstum der Rente (des reinen revenu net) auf Kosten der Profite wünschen, was keineswegs seine Ansicht ist. Und warum nicht? Weil es der Akkumulation der Kapitalien schadet [oder] – was identisch ist z. T. –, weil es die Masse der unproduktiven Arbeiter auf Kosten der produktiven vermehrt.
Ricardo teilt ganz A. Smiths Unterscheidung von produktiver und unproduktiver Arbeit, soweit erstre direkt mit Kapital, [letzte] direkt mit Revenu ihre Arbeit austauscht. Aber er teilt nicht mehr Smiths Zärtlichkeit für und Illusion über die produktiven Arbeiter. Es ist ein Pech, ein produktiver Arbeiter sein. Ein produktiver Arbeiter ist ein Arbeiter, der fremden Reichtum produziert. Nur als solches Produktionsinstrument für fremden Reichtum hat seine Existenz einen Sinn. Kann also dieselbe Quantität fremden Reichtums mit einer geringren Anzahl produktiver Arbeiter formiert werden, so ist die suppression226dieser produktiven Arbeiter am Platz. Vos, non vobis. Übrigens versteht Ricardo diese suppression nicht wie Ganilh, daß durch die bloße suppression die Revenue vermehrt und dasselbe als Revenue, was früher als capital variable (also in der Form der Salaire), aufgezehrt würde. Mit der verminderten Anzahl der produktiven Arbeiter fällt wie die Quantität des Produkts, die die weggestrichne Anzahl selbst konsumierte und selbst produzierte, das Äquivalent für diese Anzahl. Ricardo unterstellt nicht wie Ganilh, daß nach wie vor dieselbe Masse Produkte produziert werde; sondern dieselbe Masse produit net. Verzehrten die Arbeiter 200 und war ihr surplus = 100, so war das Gesamtprodukt = 300 und das Surplus = 1/3 = 100. Verzehren die Arbeiter 100 und ist ihr surplus = 100 nach wie vor, so das Gesamtprodukt = 200 und das Surplus = 1/2 = 100. Das Gesamtprodukt wäre um 1/3 gefallen, um das von den 100 Arbeitern verzehrte Produkt, das produit ||372|| net dasselbe geblieben, weil 200/2 gleich 300/3. Ricardo ist daher gleichgültig gegen die Masse des produit brut, pourvu que cette portion du produit brut qui constitue le produit net reste la même ou s'accroît, dans tous les cas ne diminue point227.
„Es wäre durchaus gleichgültig für eine Person, die auf ein Kapital von 20000 l. einen Profit von 2000 l. jährlich macht, ob ihr Kapital 100 oder tausend Menschen beschäftigt, ob ihre Produkte sich zu 10000 l. oder zu 20000 l. verkaufen, immer vorausgesetzt, daß ihre Profite keinesfalls unter 2000 l. fallen." |VII-372||
*
||IX-377|| Die Stelle bei Ricardo (3 ed., p.415, 416, 417) lautet so (ch:XXVI):
„A.Smith übertreibt ständig die Vorteile, die ein Land viel eher von einem hohen Brutto- als von einem hohen Nettoeinkommen hat" (weil, sagt Adam, „die Menge produktiver Arbeit desto größer sein wird, die es in Bewegung setzt") ... „Worin besteht der Vorteil, der sich für ein Land aus der Beschäftigung einer großen Menge produktiver Arbeit ergibt, wenn, gleichgültig, ob es eine solche oder eine kleinere Menge beschäftigt, seine Nettorente und sein Profit zusammen dasselbe bleiben?"
{Dies heißt also nichts als: if the surplus value produced by a greater quantity of labour would be the same as that produced by a smaller quantity228. Dann aber heißt das wieder nichts, als daß es für ein Land dasselbe, ob es große Anzahl Arbeiter bei geringrer Rate des Surplus oder geringere Anzahl Arbeiter bei geringerer Rate des Surplus oder geringere Anzahl bei größerer Rate anwendet. n × 1/2 ist ebensoviel wie 2 n × 1/4, wo n die Anzahl [der Arbeiter], 1/2 und 1/4 die Surplusarbeit darstellen. Der „produktive Arbeiter“ an sich ist ein bloßes Produktionsinstrument für die Erzeugung des surplus, und bei gleichem Resultat wäre eine größere Anzahl dieser „produktiven Arbeiter“ a nuisance229.}
„Für ein Individuum mit einem Kapital von 20000 l., dessen Profite 2000 l. jährlich betragen, wäre es ein durchaus gleichgültig Ding, ob sein Kapital 100 oder 1000 Menschen beschäftigt, ob die produzierten Waren sich zu 10000 oder 20000 l. verkaufen, immer vorausgesetzt, daß seine Profite in allen Fällen nicht unter 2000 l. fallen."
{Hat, wie aus einer spätern Stelle hervorgeht, einen ganz banalen Sinn. Z.B. ein vine-merchant230, der 20000 l. anwendet und jährlich 12000 l. im Keller liegen hat, 8000 aber zu 10000 l. verkauft, wendet wenig Leute an und macht 10 p.c. Profit. Und nun gar Bankiers!}
„Ist das reale Interesse einer Nation nicht dasselbe? Vorausgesetzt, ihr reales Nettoeinkommen, ihre Renten und Profite bleiben dieselben, so ist es nicht von der geringsten Wichtigkeit, ob die Nation aus 10 oder 12 Millionen Einwohnern besteht."
„Ihre Fähigkeit, Flotten, Armeen und alle Arten unproduktiver Arbeit zu unterhalten"
(diese Stelle zeigt u.a., daß Ricardo A. Smiths Ansicht von productive and unproductive labour, obgleich nicht mehr dessen illusorische Zärtlichkeit für den productive labourer teilte),
„muß im Einklang mit ihrem Netto- und nicht mit ihrem Bruttoeinkommen stehen. Wenn fünf Millionen Menschen soviel Nahrung und Kleidung produzieren können, wie für 10 Millionen notwendig sind, so bilden Nahrung und Kleidung für 5 Millionen das Nettoeinkommen. Wird es dem Lande irgendwie zum Vorteil gereichen, wenn sieben Millionen Menschen für die Produktion dieses Nettoeinkommens erforderlich sind, d.h. daß sieben Millionen beschäftigt werden, um für 12 Millionen Kleidung und Nahrung zu produzieren? Die Nahrung und Kleidung für 5 Millionen wird immer noch das Nettoeinkommen darstellen. Die Beschäftigung einer größeren Anzahl Menschen ermöglicht uns weder, unsere Armee und Flotte um einen Mann zu vermehren, noch eine Guinea mehr Steuern abzuführen."
Ein Land ist [um] so reicher, je geringer seine produktive Bevölkerung verhältnismäßig zum Gesamtprodukt; ganz wie für den einzelnen Kapitalisten, je weniger Arbeiter er braucht, um dasselbe surplus zu erzeugen, tant mieux231 für ihn. Das Land ist um so reicher, je geringer die produktive Bevölkerung im Verhältnis zur unproduktiven, bei derselben Quantität von Produkten. Denn die verhältnismäßige Geringheit der produktiven Bevölkerung wäre ja nur ein andrer Ausdruck für den verhältnismäßigen Grad der Produktivität der Arbeit.
Einerseits ist es die Tendenz des Kapitals, die zur Produktion der Ware nötige Arbeitszeit auf ein fallendes Minimum zu reduzieren, also auch die Anzahl der produktiven Bevölkerung im Verhältnis zur Masse des Produkts. Andererseits aber ist ihre232 Tendenz umgekehrt, zu akkumulieren, Profit in Kapital zu verwandeln, möglichstes Quantum fremder Arbeit anzueignen. Sie sucht die Rate der notwendigen Arbeit herabzusetzen, aber zu der gegebenen Rate ein möglichst großes Quantum produktiver Arbeit anzuwenden. Das Verhältnis der Produkte zur Bevölkerung dabei gleichgültig. Korn und cotton233 können in Wein, Diamanten etc. umgetauscht ||378| werden, oder die Arbeiter können in produktiver Arbeit verwandt werden, die nichts unmittelbar den Produkten (konsumablen) zufügt (wie Eisenbahnbau etc.).
Wenn infolge einer Erfindung ein Kapitalist nur noch 10000 l., statt wie bisher 20000, in seinem Geschäft anwenden könnte, weil die 10000 genügten, und wenn sie ihm 20 p. c. abwürfen, statt 10, also soviel wie die 20000 früher, so wäre das kein Grund für ihn, 10000 l. als Revenue auszugeben, statt wie bisher als Kapital. (Von direkter Verwandlung von Kapital in Revenue eigentlich nur bei Staatsanleihen die Rede.) Er würde sie anderswo placieren; außerdem noch einen Teil seines Profits kapitalisieren.
Bei den Ökonomen (Ricardo z. T. eingerechnet) dieselbe Antinomie, die in der Sache liegt. Die Maschinerie verdrängt Arbeit und vermehrt die net revenue (namentlich stets das, was Ricardo hier net revenue nennt, die Masse der Produkte, worin die Revenue verzehrt wird); sie vermindert die Arbeiteranzahl und vermehrt die Produkte (die nun zum Teil von unproduktiven Arbeitern aufgegessen werden, teils ausgetauscht außer Landes etc.). Dies wäre also das Wünschenswerte. Aber nein. Dann soll bewiesen werden, daß sie die Arbeiter nicht außer Brot wirft. Und wodurch wird das bewiesen? Dadurch, daß sie nach einem shock (dem vielleicht die grad getroffene Bevölkerungsschicht keinen Widerstand leisten kann) wieder mehr Leute beschäftigt, als vor ihrer Einführung beschäftigt waren, also die Masse der „produktiven Arbeiter“ wieder vermehrt und das alte Mißverhältnis wiederherstellt.
Das ist in der Tat der Gang. Und so könnte trotz der wachsenden Produktivität der Arbeit die Arbeiterbevölkerung stets wachsen, nicht im Verhältnis zum Produkt, das mit ihr und schneller wächst, aber verhältnismäßig [zur Bevölkerung], wenn z. B. gleichzeitig das Kapital sich konzentriert, also frühere Bestandteile der produktiven Klassen ins Proletariat fallen. Ein kleiner Teil des letztern steigt in die Mittelklasse. Die unproduktiven Klassen aber sorgen dafür, daß nicht zuviel zu essen da ist. Die beständige Rückverwandlung von Profit in Kapital stellt stets denselben Kreislauf auf breiterer Basis wieder her.
Und bei Ricardo die Angst für die Akkumulation noch größer wie die für den net profit, so daß der letztre als Mittel für die Akkumulation eifrig bewundert wird. Daher auch die widersprechenden Ermahnungen und Tröstungen an die Arbeiter. Sie sind am meisten interessiert an der Akkumulation des Kapitals, denn davon hängt die Nachfrage nach ihnen ab. Steigt die Nachfrage, so steigt der Preis der Arbeit. Sie müssen also die Herabsetzung des Arbeitslohns selbst wünschen, damit das ihnen genommne Surplus, wieder durch das Kapital filtriert, ihnen für neue Arbeit zukommt und ihr Arbeitslohn steigt. Nun ist aber dies Steigen des Arbeitslohns schlecht, weil es die Akkumulation hemmt. Einerseits müssen sie keine Kinder machen. Dadurch fällt die Zufuhr von Arbeit, steigt also ihr Preis. Aber ihr Steigen vermindert die Rate der Akkumulation, vermindert also die Nachfrage nach ihnen und macht die Arbeit fallen. Noch rascher, wie ihre Zufuhr abnimmt, nimmt mit derselben das Kapital ab. Machen sie Kinder, so vermehren sie ihre eigne Zufuhr, vermindern den Preis der Arbeit, womit die Profitrate wächst und damit die Akkumulation des Kapitals. Aber ihre Bevölkerung soll pari passu234 gehn mit der Akkumulation des Kapitals; d. h., die Arbeiterbevölkerung soll exakt in der Masse sich vorfinden, wie der Kapitalist sie braucht – was sie ohnehin tut.
Herr Ganilh ist nicht ganz konsequent in seiner Bewunderung des produit net. Er zitiert von Say:
„Ich bezweifle keineswegs, daß bei Sklavenarbeit der Überschuß der Produkte über den Konsum größer ist als bei der Arbeit des freien Menschen ... Die Arbeit des Sklaven hat keine andere Grenze als das Vermögen seiner Körperkraft ... Der Sklave“ (und der freie Arbeiter ditto) „arbeitet für ein unbegrenztes Bedürfnis: die Habgier seines Herrn.“ (Say, 1e éd., p. 215, 216.)
||379| Darauf bemerkt Ganilh:
„Der freie Arbeiter kann nicht mehr ausgeben und weniger produzieren als ein Sklave ... Jede Ausgabe setzt ein Äquivalent voraus, das produziert wird, sie zu bezahlen. Wenn der freie Arbeiter mehr verausgabt als der Sklave, so müssen auch die Produkte seiner Arbeit bedeutender sein als die der Arbeit des Sklaven." (Ganilh, t. I, p. 234.)
Als ob die Größe des Salairs nur von der Produktivität des Arbeiters und nicht, bei gegebner Produktivität, von Verteilung des Produkts zwischen ouvrier und maître abhinge.
„Ich weiß", fährt er fort, „daß man mit einigem Recht sagen kann, die Ersparnisse, die der Herr auf Kosten des Arbeiters macht" (hier also doch économies sur le salaire de l'esclave235), „dienen dazu, seine persönlichen Ausgaben zu erhöhen usw. ... Aber für den allgemeinen Reichtum ist es vorteilhafter, wenn in allen Klassen der Gesellschaft Wohlstand herrscht, als übermäßiger Reichtum bei einer kleinen Anzahl von Personen." (p. 234, 235.)
Wie paßt das zum produit net? Übrigens nimmt Herr G[anilh] sofort seine liberalen Tiraden zurück (l. c. p. 236, 237). Er will die Nigger-Sklaverei für die Kolonien. Er ist bloß so liberal, sie nicht in Europa wieder einführen zu wollen, nachdem er sich klargemacht, daß die freien Arbeiter hier Sklaven sind, nur vorhanden, um das produit net für Kapitalisten, landlords und ihre retainers236 zu produzieren.
„Er" (Quesnay) „bestreitet entschieden, daß die Ersparnisse der lohnarbeitenden Klassen die Fähigkeit haben, die Kapitalien zu vermehren; als Grund hierfür gibt er an, daß diese Klassen keine Möglichkeit haben sollten, Ersparnisse zu machen. Hätten sie einen Überschuß, so könnte er nur von einem Irrtum, einer Unordnung in der gesellschaftlichen Wirtschaft herrühren." (l. c. p. 274.)
Als Beweis zitiert Ganilh folgende Stelle von Quesnay:
„Wenn die sterile Klasse spart, um ihr bares Geld zu vermehren ..., werden ihre Arbeiten und ihre Gewinne im gleichen Verhältnis abnehmen, und sie wird in Verfall geraten." („Physiocratie", p. 321.)
Der Esel! Versteht Quesnay nicht.
Herr Ganilh setzt den Schlußstein auf in folgendem Satze:
„Je bedeutender sie" (les salaires) „sind, um so geringer ist die Revenue der Gesellschaft" (die société237 steht auf ihnen, aber sie stehn nicht in der société), „und die ganze Kunst der Regierungen muß darauf gerichtet sein, die Masse [der Arbeitslöhne]
zu verringern." (l. c. p. 24, t. II.)... „Eine Aufgabe … würdig des aufgeklärten Jahrhunderts, in dem wir leben." (t. II, p. 24.)
Es sind nun noch über produktive und unproduktive Arbeit kurz zu besichtigen Lauderdale (die faden Späße Broughams sind danach überflüssig), (Ferrier?), Tocqueville, Storch, Senior und Rossi.
{Zu unterscheiden: 1. Der Teil der Revenue, der sich in neues Kapital verwandelt; also der Teil des Profits, der selbst wieder kapitalisiert wird. Dies lassen wir hier ganz außer acht. Es gehört in den Abschnitt von der Akkumulation. 2. Die Revenue, die sich austauscht mit dem in der Produktion konsumierten Kapital; so daß also durch diesen Austausch nicht neues Kapital gebildet, sondern altes Kapital ersetzt wird, mit einem Wort, das alte Kapital konserviert wird. Den Teil der Revenue, der sich in neues Kapital verwandeln wird, können wir also für diese Untersuchung = 0 setzen und die Sache so betrachten, als ob alle Revenue entweder Revenue oder konsumiertes Kapital deckt.
Die ganze Masse des jährlichen Produkts wird also in 2 Teile verteilt: Der eine Teil wird als Revenue konsumiert, der andre Teil ersetzt in natura das konsumierte capital constant.
Revenue wird gegen Revenue ausgetauscht, wenn z.B. die Leinwandproduzenten einen Teil von dem Teil ihres Produkts, der Leinwand, der ihre Profite und Salaire, ihre Revenue vorstellt, gegen Getreide austauschen, das einen Teil der Profite und ||380| Salaire des Ackerbauers vorstellt. Hier ist also der Austausch von Leinwand gegen Getreide, diesen beiden Waren, die beide in die individuelle Konsumtion eingehn, Austausch von Revenue in der Form von Leinwand gegen Revenue in der Form von Getreide. Es ist hier gar keine Schwierigkeit. Sind die konsumablen Produkte in den Bedürfnissen entsprechenden Proportionen produziert, also auch die proportionellen Massen der gesellschaftlichen Arbeit, die zu ihrer Produktion erheischt sind, proportionell verteilt {was natürlich nie exakt der Fall, sondern beständig Abirrungen, Disproportionen, die sich als solche ausgleichen; so daß aber die beständige Bewegung der Ausgleichung selbst die beständige Disproportion voraussetzt}, so existiert die Revenue z.B. in der Form Leinwand exakt in der Quantität, worin sie als Konsumtionsartikel gebraucht, also durch die Konsumtionsartikel andrer Produzenten ersetzt wird. Was der Leinwandproduzent von Getreide etc. konsumiert, konsumiert der Bauer usw. in Leinwand. Der Teil seines Revenue vorstellenden Produkts, den er austauscht gegen andere Waren (Konsumtionsartikel), wird also von den Produzenten dieser andren Waren als Konsumtionsartikel eingetauscht. Was er in andrem Produkt verzehrt, verzehren andre in seinem Produkt.
Nebenbei bemerkt: Daß nicht mehr notwendige Arbeitszeit auf ein Produkt verwandt ist, als gesellschaftlich erheischt – d. h. nicht mehr Zeit, als durchschnittlich zur Produktion dieser Ware erheischt –, ist Resultat der kapitalistischen Produktion, die sogar fortwährend das Minimum der notwendigen Arbeitszeit herabsetzt. Aber um das zu tun, muß sie fortwährend auf steigender Stufenleiter produzieren.
Wenn 1 Elle Leinwand nur 1 Stunde kostet und dies die notwendige Arbeitszeit ist, die die Gesellschaft zu verwenden braucht, um ihr Bedürfnis nach einer Elle Leinwand zu befriedigen, so folgt daraus noch keineswegs, daß, wenn 12 Mill. Ellen produziert, also 12 Millionen Arbeitsstunden oder, was dasselbe, 1 Million Arbeitstage, 1 Million Arbeiter als Leinweber angewandt werden, die Gesellschaft solchen Teil ihrer Arbeitszeit „notwendig“ auf Leinenweberei zu verwenden [hat]. Die notwendige Arbeitszeit gegeben, also gegeben, daß ein bestimmtes Quantum Leinwand in einem Tag produzierbar, fragt sich, wie viele solcher Tage auf Leinwandproduktion zu verwenden. Die Arbeitszeit, die auf die Summe bestimmter Produkte in 1 Jahr z. B. verwandt ist, ist gleich einem bestimmten Quantum dieses Gebrauchswerts, z. B. einer Elle Leinwand (sei = 1 Arbeitstag) multipliziert mit der Anzahl der überhaupt angewandnten Arbeitstage. Das Gesamtquantum der in einem bestimmten Produktionszweig verwandten Arbeitszeit mag unter oder über der richtigen Proportion zu der gesamten disponiblen gesellschaftlichen Arbeit stehn, obgleich jeder aliquote Teil des Produkts nur die zu seiner Herstellung notwendige Arbeitszeit enthält oder obgleich jeder aliquote Teil der angewandten Arbeitszeit notwendig war, um den ihm entsprechenden aliquoten Teil des Gesamtprodukts zu schaffen.
Von diesem Standpunkt aus erhält die notwendige Arbeitszeit einen andren Sinn. Es fragt sich, in welchen Quantitäten die notwendige Arbeitszeit selbst in den verschiednen Produktionssphären verteilt wird. Die Konkurrenz reguliert beständig diese Verteilung, wie sie ebenso beständig sie aufhebt. Ist zu großes Quantum gesellschaftlicher Arbeitszeit in einem Zweig verwandt, so kann das Äquivalent ausgezahlt werden, als ob das entsprechende Quantum verwandt wäre. Das Gesamtprodukt – d. h. der Wert des Gesamtprodukts – ist also dann nicht gleich der Arbeitszeit, die in ihm enthalten ist, sondern = der Arbeitszeit, die proportionell verwandt worden wäre, wäre das Gesamtprodukt proportioniert der Produktion in den andren Sphären. Soviel aber der Preis des Gesamtprodukts unter seinen Wert fällt, fällt der Preis jedes aliquoten Teils desselben. Sind 6000 Ellen Leinwand statt 4000 produziert und ist 12 000 sh. der Wert der 6000 Ellen, so werden sie verkauft zu 8000. Der Preis jeder Elle ist 1 1/3 sh. statt 2 – 1/3 unter seinem Wert. Es ist also dasselbe, als ob 1/3 zuviel Arbeitszeit zur Produktion von 1 Elle verwandt worden wäre. Den Gebrauchswert der Ware unterstellt, zeigt also das Fallen ihres Preises unter ihren Wert, daß, obgleich jeder Teil des Produkts nur die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit gekostet hat {hier unterstellt, daß die Produktionsbedingungen gleichbleiben}, eine überflüssige, mehr als die notwendige Gesamtmasse gesellschaftlicher Arbeit auf diesen einen Zweig verwandt worden ist.
Etwas ganz andres ist das Sinken des relativen Werts der Ware infolge veränderter ||381|| Produktionsbedingungen; dies Stück Leinwand, das sich auf dem Markt befindet, hat 2 sh. gekostet, = 1 Arbeitstag z. B. Aber es kann zu 1 sh. jeden Tag reproduziert werden. Da nun der Wert bestimmt ist durch die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, nicht durch die Arbeitszeit, die der einzelne Produzent braucht, so ist der Tag, den der Produzent zur Produktion der 1 Elle gebraucht hat, nur noch = 1/2 gesellschaftlich bestimmten Tag. Das Fallen des Preises seiner Elle von 2 sh. auf 1 sh., also ihres Preises unter den Wert, den sie ihm gekostet hat, zeigt bloße Veränderung in den Produktionsbedingungen, d. h. eine Änderung in der notwendigen Arbeitszeit selbst, an. Blieben andrerseits die Produktionskosten der Leinwand dieselben und stiegen die aller andren Artikel mit Ausnahme des Golds, kurz des Materials des Gelds – oder auch nur bestimmter Artikel, z. B. Weizen, Kupfer etc., kurz Artikel, die nicht in die Bestandteile der Leinwand eingehn, so wäre 1 Elle Leinwand nach wie vor = 2 sh. Ihr Preis würde nicht fallen, aber ihr relativer Wert, ausgedrückt in Weizen, Kupfer usw., wäre gefallen.
Von dem Teil der Revenue in einem Produktionszweig (der konsumable Waren produziert), der verzehrt wird in der Revenue eines andren Produktionszweigs, gilt es, daß die Nachfrage gleich ihrer eignen Zufuhr (soweit proportionell produziert ist). Es ist dasselbe, als ob jeder diesen Teil seiner Revenue selbst verzehre. Es ist hier bloß die formelle Metamorphose der Ware: W – G – W'. Leinwand – Geld – Weizen.
Beide Waren, die sich austauschen, stellen hier nur einen Teil der im Jahre zugesetzten neuen Arbeit dar. Aber es ist erstens klar, daß dieser Austausch – worin zwei Produzenten wechselseitig einen Teil ihres Produkts, der Revenue vorstellt, in ihren gegenseitigen Waren verzehren – nur in solchen Produktionszweigen stattfindet, die konsumable Artikel herstellen, Artikel, die direkt in die individuelle Konsumtion eingehn, worin daher Revenue als Revenue verausgabt werden kann. Zweitens ist ebenso klar: Nur für diesen Teil des Produktenaustauschs ist es richtig, daß die Zufuhr der Produzenten = Nachfrage für andre Produkte, die er konsumieren will. Hier handelt es sich in der Tat nur um einen einfachen Warenaustausch. Statt seine Lebensmittel selbst zu produzieren, produziert er die Lebensmittel des andren, der seine produziert. Kein Verhältnis von Revenue zu Kapital tritt herein. Revenue in der einen Form konsumabler Artikel tauscht sich aus gegen Revenue in einer andren Form konsumabler Artikel, also in der Tat konsumable Artikel gegen konsumable Artikel. Daß beide Revenue sind, bestimmt nicht ihren Austauschprozeß, sondern daß beide konsumable Artikel sind. Ihre Formbestimmtheit als Revenue tritt hier gar nicht herein. Sie zeigt sich allerdings im Gebrauchswert der wechselseitigen Waren, daß beide in die individuelle Konsumtion eingehn, was aber wieder nichts heißt, als daß ein Teil konsumabler Produkte sich gegen einen andern Teil konsumabler Produkte austauscht.
Die Form der Revenue kann nur eingreifen oder hervortreten, wo die Form des Kapitals ihr gegenübertritt. Aber selbst in diesem Falle falsch, was Say und andre Vulgärökonomen behaupten, daß, wenn A seine Leinwand nicht verkaufen oder nur unter ihrem Preise verkaufen kann – i. e. den Teil seiner Leinwand, den er selbst als Revenue aufessen will –, dies geschieht, weil B, C etc. zuwenig Weizen, Fleisch usw. produziert haben. Es kann sein, weil sie nicht genug davon produziert haben. Aber es kann auch sein, weil A zuviel Leinwand produziert hat. Denn gesetzt, B, C etc. haben genug Weizen etc., um alle Leinwand von A zu kaufen, so kaufen sie sie dennoch nicht, weil nur ein bestimmtes Quantum Leinwand von ihnen konsumiert wird. Oder es kann auch sein, weil A mehr Leinwand produziert hat, als der Teil ihrer Revenue ist, der überhaupt in Kleidungsstoffen ausgelegt werden kann, also absolut, weil jeder nur ein bestimmtes Quantum seines Produkts in Revenue auslegen kann und die Leinwandproduktion von A größere Revenue voraussetzt, als überhaupt vorhanden ist. Lächerlich ist es aber da, wo es sich nur von Austausch von Revenue gegen Revenue handelt, vorauszusetzen, daß nicht der Gebrauchswert des Produkts, sondern die Quantität dieses Gebrauchswerts das Verlangte ist, also wieder zu vergessen, daß es in diesem Austausch sich nur um Befriedigung von Bedürfnissen handelt, nicht, wie bei dem Tauschwert, um Quantität.
Aber jeder will lieber viel Quantum von einem Artikel wie wenig. Wenn dies die Schwierigkeit lösen soll, so ist ||382|| absolut nicht einzusehen, warum der Leinwandproduzent, statt seine Leinwand gegen andre Konsumtionsartikel auszutauschen und diese en masse aufzutürmen, er nicht den einfachern Prozeß macht, einen Teil seiner Revenue in überflüssiger Leinwand zu genießen. Warum verwandelt er überhaupt seine Revenue aus der Form Leinwand in andre Formen? Weil er andre Bedürfnisse als nur nach Leinwand zu befriedigen hat. Warum verzehrt er selbst nur einen bestimmten Teil Leinwand? Weil nur ein quantitativ bestimmter Teil Leinwand Gebrauchswert für ihn hat. Aber dasselbe gilt für B, C etc. Wenn B Wein und C Bücher und D Spiegel verkauft, so zieht er vielleicht vor, das Surplus seiner Revenue in seinem eignen Produkt, Wein, Buch, Spiegel, zu verzehren als in Leinwand. Es kann also nicht gesagt werden, daß es absolut nötig ist, daß zuwenig Wein, Buch, Spiegel produziert ist, weil A seine in Leinwand bestehende Revenue gar nicht (oder nicht ihrem Wert entsprechend) in Wein, Buch, Spiegel verwandeln kann. Noch lächerlicher aber, wenn dieser Austausch von Revenue gegen Revenue – dieser eine Teil des Warenaustauschs – dem ganzen Warenaustausch untergeschoben wird.
Also einen Teil des Produkts haben wir disponiert. Ein Teil der konsumablen Produkte wechselt die Hände zwischen den Produzenten dieser konsumablen Produkte selbst. Jeder derselben verzehrt einen Teil seiner Revenue (Profit und Salair) statt in seinem konsumablen Produkt in dem konsumablen Produkt des andren, und zwar kann er das nur, sofern der andre wechselseitig statt des eignen das fremde konsumable Produkt verzehrt. Es ist dasselbe, als hätte jeder den Teil seines konsumablen Produkts verzehrt, der seine eigne Revenue darstellt.
Für den ganzen Rest der Produkte aber treten kompliziertere Verhältnisse ein, und erst hier treten sich die ausgetauschten Waren als Revenue und Kapital, also nicht nur als Revenue, gegenüber.
Zunächst ist zu unterscheiden. In allen Produktionszweigen stellt ein Teil des Gesamtprodukts Revenue vor, zugesetzte Arbeit (während des Jahrs), Profit und Salair. (Rente, Zins etc. Teile des Profits; die Einnahme der Staatsscheißkers Teil von Profit und Salair; die Einnahme der andren unproduktiven Arbeiter ist der Teil des Profits und Salairs, den sie mit ihren unproduktiven Arbeiten kaufen, vermehrt also nicht das als Profit und Salair existierende Produkt, sondern bestimmt nur, wieviel sie von demselben verzehren, wieviel Arbeiter und Kapitalisten selbst.¹ Aber nur in einem Teil der Produktionssphären kann der Revenue vorstellende Teil des Produkts unmittelbar in natura in die Revenue eingehn oder seinem Gebrauchswert nach als Revenue verzehrt werden. Alle Produkte, die nur Produktionsmittel darstellen, können nicht in natura, in ihrer unmittelbaren Form als Revenue, verzehrt werden, sondern nur ihr Wert. Dieser muß verzehrt werden in den Produktionszweigen, die unmittelbar konsumable Artikel produzieren. Ein Teil der Produktionsmittel mögen unmittelbare Konsumtionsmittel sein, das eine oder das andre, je nach der Anwendung, wie ein Pferd, ein Wagen usw. Ein Teil der unmittelbaren Konsumtionsmittel mögen Produktionsmittel sein, wie Korn für Kornbranntwein, Weizen als Samen usw. Fast alle Konsumtionsmittel selbst können als Exkremente der Konsumtion wieder in den Produktionsprozeß eingehn, z. B. abgenutzte und halbverfaulte Leinwandlumpen in die Papierfabrikation. Aber niemand produziert Leinwand, damit sie als Lumpen zum Rohmaterial des Papiers werde. Diese Form bekommt sie erst, nachdem das Produkt der Leinweberei als solches in die Konsumtion eingegangen. Erst als Exkrement dieser Konsumtion, als Residuum und Produkt des Konsumtionsprozesses kann es dann wieder als Produktionsmittel in eine neue Produktionssphäre eingehn. Dieser case238 gehört also nicht hierher.
Die Produkte also – von denen der aliquote Teil, der Revenue darstellt, zwar dem Wert, aber nicht dem Gebrauchswert nach, von ihren eignen Produzenten verzehrt werden kann (so daß sie also den Teil z. B. ihrer Maschinen, der Salair und Profit darstellt, verkaufen müssen, um ihn zu verzehren, [da sie] nicht mit ihm als Maschine irgendein individuelles Bedürfnis unmittelbar befriedigen können) – können ebensowenig von den Produzenten andrer Produkte verzehrt werden, können nicht in ihre individuelle Konsumtion eingehn, können also keinen Teil der Produkte bilden, worin sie ihre Revenue verausgaben, da dies dem Gebrauchswert dieser Waren widerspricht, ihr Gebrauchswert der Natur der Sache nach individuelle Konsumtion ausschließt. Die Produzenten dieser inkonsumablen Produkte können also nur ihren Tauschwert verzehren, d. h., sie müssen sie vorher in Geld verwandeln, um dies Geld rückzuverwandeln in konsumable Waren. Aber an wen sollen sie [383] dieselben verkaufen? An Produzenten andrer individuell inkonsumabler Produkte? Dann hätten sie bloß ein inkonsumables Produkt an der Stelle des andren. Es ist aber unterstellt, daß dieser Teil der Produkte ihre Revenue bildet; daß sie dieselben verkaufen, um ihren Wert in konsumablen Produkten aufzuzehren. Sie können dieselben also nur verkaufen an die Produzenten individuell konsumabler Produkte.
Dieser Teil des Warenaustauschs stellt Austausch von Kapital des einen gegen Revenue des andren und von Revenue des einen gegen Kapital des andren dar. Nur ein Teil des Gesamtprodukts des Produzenten von konsumablen Produkten stellt Revenue dar; der andre stellt konstantes Kapital dar. Weder kann er ihn selbst verzehren, noch kann er ihn gegen konsumable Produkte andrer austauschen. Er kann weder den Gebrauchswert dieses Teils des Produkts in natura verzehren noch seinen Wert verzehren, indem er ihn gegen andre konsumable Produkte austauscht. Er muß ihn vielmehr rückverwandeln in die Naturalelemente seines capital constant. Er muß diesen Teil seines Produkts industriell konsumieren, d. h., als Produktionsmittel verbrauchen. Sein Produkt ist aber seinem Gebrauchswert nach nur fähig, in die individuelle Konsumtion einzugehn; er kann es also nicht in natura wieder in seine eignen Produktionselemente rückverwandeln. Sein Gebrauchswert schließt die industrielle Konsumtion aus. Er kann also nur seinen Wert industriell konsumieren [durch Verkauf] an die Produzenten jener Produktionselemente seines Produkts. Diesen Teil seines Produkts kann er weder in natura verzehren, noch kann er seinen Wert verzehren, indem er es verkauft gegen andre individuell konsumable Produkte. So wenig dieser Teil seines Produkts in seine eigne Revenue eingehn kann, so wenig kann er aus der Revenue der Produzenten andrer individuell konsumabler Produkte ersetzt werden, denn dies wäre nur möglich, wenn er sein Produkt gegen ihr Produkt austauschte, also den Wert seines Produkts verehrte, was nicht geschehn kann. Da aber dieser Teil seines Produkts, so gut wie der andre Teil desselben, den er als Revenue verzehrt, seinem Gebrauchswert nach nur als Revenue verzehrt werden kann, in die individuelle Konsumtion eingehn muß, konstantes Kapital nicht ersetzen kann, so muß er eingehn in die Revenue der Produzenten von inkonsumablen Produkten, muß gegen den Teil ihrer Produkte sich austauschen, deren Wert sie verzehren können oder der ihre Revenue darstellt.
Betrachten wir diesen Austausch von seiten jedes der Austauschenden, so stellt er für A, den Produzenten des konsumablen Produkts, Verwandlung von Kapital in Kapital vor. Er verwandelt den Teil seines Gesamtprodukts, der gleich dem Wert des in demselben enthaltenen konstanten Kapitals, wieder in die Naturalform zurück, worin er als konstantes Kapital wirken kann. Vor wie nach dem Austausch stellt es dem Wert nach nur konstantes Kapital vor. Für B, umgekehrt, den Produzenten des inkonsumablen Produkts, stellt der Austausch bloße Verwandlung der Revenue aus einer Form in die andre vor. Er verwandelt den Teil seines Gesamtprodukts, der seine Revenue bildet, gleich dem Teil des Gesamtprodukts, der neuzugesetzte Arbeit darstellt, seine eigne (Kapital und Arbeiter) Arbeit darstellt, erst in die Naturalform, worin er es als Revenue verzehren kann. Vor wie nach dem Austausch stellt es dem Wert nach nur seine Revenue vor.
Betrachten wir das Verhältnis von beiden Seiten, so tauscht A sein konstantes Kapital aus gegen die Revenue von B und B seine Revenue gegen das konstante Kapital A. Die Revenue von B ersetzt das konstante Kapital von A, und das konstante Kapital von A ersetzt die Revenue von B.
In dem Austausch selbst (abgesehen von den Zwecken der Austauschenden) treten sich nur Waren gegenüber – und findet einfacher Warenaustausch statt –, die sich bloß als Waren aufeinander beziehen und denen die Bestimmungen von Revenue und Kapital gleichgültig sind. Bloß der verschiedne Gebrauchswert dieser Waren zeigt, daß die einen nur für die industrielle Konsumtion und die andren nur für die individuelle Konsumtion dienen, in sie eingehn können. Die verschiedne Nutzanwendung der verschiednen Gebrauchswerte der verschiednen Waren fällt aber in die Konsumtion und geht ihren Austauschprozeß als Waren nichts an. Ganz anders, wenn das Kapital des Kapitalisten sich in Arbeitslohn verwandelt und die Arbeit in Kapital. Hier treten sich die Waren nicht als einfache Waren gegenüber, sondern das Kapital als Kapital. In dem eben betrachteten Austausch treten sich Verkäufer und Käufer nur als solche, nur als einfache Warenbesitzer, gegenüber.
Es ist ferner klar: Alles bloß für die individuelle Konsumtion bestimmte Produkt oder alles in die individuelle Konsumtion eingehnde Produkt, sofern es in dieselbe eingeht, kann nur gegen Revenue ausgetauscht werden. Daß es nicht industriell konsumiert werden kann, heißt eben, daß es nur als Revenue, i. e. nur individuell, konsumiert werden kann. {Wie oben bemerkt, hier abstrahiert von der Verwandlung von Profit in Kapital.}
Ist A Produzent von nur individuell konsumablem Produkt, so sei seine Revenue = 1/3 seines Gesamtprodukts, sein konstantes Kapital = 2/3. Das erste 1/3 verzehrt er nach der Voraussetzung selbst, ob er ||384| es nun ganz selbst in natura verzehrt oder nur teilweise oder gar nicht, oder ob er seinen Wert in andren Konsumtionsartikeln verzehrt; die Verkäufer dieser Konsumtionsartikel verzehren ihre eigne Revenue dann in dem Produkt von A. Der Teil des konsumablen Produkts also, der der Revenue der Produzenten der konsumablen Produkte vorstellt, wird also entweder unmittelbar von ihnen verzehrt oder mittelbar, indem sie untereinander die von ihnen zu verzehrenden Produkte austauschen; dieser Teil also, wo sich Revenue gegen Revenue austauscht – hier ist es dasselbe, als wenn A die Produzenten aller konsumablen Produkte vorstellte, 1/3 dieser Gesamtmasse, den aliquoten Teil, der seine Revenue darstellt, verzehrt er selbst. Dieser Teil stellt aber exakt das Quantum der Arbeit dar, die Kategorie A während des Jahrs ihrem konstanten Kapital zugefügt hat, und dieses Quantum ist gleich der Totalsumme von Salären und Profiten, die von der Kategorie A während des Jahres produziert wurden.
Die andren 2/3 des Gesamtprodukts der Kategorie A sind gleich dem Wert des konstanten Kapitals, müssen also ersetzt werden durch das Produkt der jährlichen Arbeit der Kategorie B, die inkonsumable und nur in die industrielle Konsumtion als Produktionsmittel in den Produktionsprozeß eingehende Produkte liefert. Da aber diese 2/3 des Gesamtprodukts A ganz so gut wie das erste 1/3 in die individuelle Konsumtion eingehn müssen, so werden sie eingetauscht von den Produzenten der Kategorie B mit dem Teil ihres Produkts, der ihre Revenue darstellt. Die Kategorie A hat also den konstanten Teil ihres Gesamtprodukts ausgetauscht gegen seine ursprüngliche Naturalform, rückverwandelt gegen die neugelieferten Produkte der Kategorie B, aber die Kategorie B hat nur gezahlt mit dem Teil ihres Produkts, der ihre Revenue vorstellt, aber von ihr selbst nur in den Produkten von A konsumiert werden kann. Sie hat also in der Tat mit ihrer neuzugesetzten Arbeit bezahlt, die sich ganz in dem Teil des Produkts B darstellt, der gegen die letzten 2/3 des Produkts A ausgetauscht wird. Das Gesamtprodukt A tauscht sich also gegen Revenue aus oder geht ganz in die individuelle Konsumtion ein. Andererseits legt sich (nach der Voraussetzung, da die Verwandlung von Revenue in Kapital außer Frage hier bleibt, = 0 vorausgesetzt ist) auch die ganze Revenue der Gesellschaft aus in dem Produkt A; denn die Produzenten von A verzehren ihre Revenue in A, und so tun die Produzenten der Kategorie B. Und außer diesen Kategorien existiert keine.
Das Gesamtprodukt A wird verzehrt, obgleich 2/3 capital constant in ihm enthalten sind, die von den Produzenten von A nicht verzehrt werden dürfen, sondern in die Naturalform ihrer Produktionselemente rückverwandelt werden müssen. Das Gesamtprodukt A ist gleich der Gesamtrevenue der Gesellschaft. Die Gesamtrevenue der Gesellschaft stellt aber die Summe der Arbeitszeit dar, die sie während des Jahrs dem vorhandenen capital constant zugesetzt hat. Obgleich nun das Gesamtprodukt A nur zu 1/3 aus neuzugesetzter Arbeit und zu 2/3 aus vergangner und zu ersetzender Arbeit besteht steht, so kann es ganz von der neuzugesetzten Arbeit gekauft werden, weil 2/3 dieser gesamten jährlichen Arbeit nicht in ihren eignen Produkten, sondern in den Produkten von A verzehrt werden müssen. A wird von 2/3 mehr neuzugesetzter Arbeit, als es selbst enthält, ersetzt, weil diese 2/3 die in B zugesetzte Arbeit sind und B diese 2/3 nur individuell in A, wie A dieselben 2/3 nur industriell in B konsumieren kann. Also das Gesamtprodukt A kann erstens ganz konsumiert werden als Revenue, und zugleich kann sein konstantes Kapital ersetzt werden. Oder vielmehr wird es nur ganz als Revenue konsumiert, weil 2/3 desselben ersetzt werden von den Produzenten des konstanten Kapitals, die den Teil ihres Produkts, der ihre Revenue vorstellt, nicht in natura verzehren können, sondern in A, also durch Austausch gegen die 2/3 von A, verzehren müssen.
Damit hätten wir über die letzten 2/3 von A verfügt.
Es ist klar, daß es nichts zur Sache tut, wenn eine dritte Kategorie C existiert, deren Produkte sowohl industriell als individuell konsumabel sind; z.B. Korn vom Menschen oder vom Vieh, oder als Samen oder als Brot; Wagen, Pferde, Vieh etc. Soweit diese Produkte in die individuelle Konsumtion eingehn, müssen sie als Revenue von ihren eignen Produzenten direkt oder indirekt verzehrt werden oder von den Produzenten (direkt oder indirekt) des Teils des konstanten Kapitals, der in ihnen enthalten ist. Sie fallen also dann unter A. Soweit sie nicht in die individuelle Konsumtion eingehn, fallen sie in B.
Der Prozeß dieser zweiten Sorte Austausch, wo nicht Revenue gegen Revenue ausgetauscht wird, sondern Kapital gegen Revenue, wo das ganze capital constant sich schließlich in Revenue, also in neuzugesetzte Arbeit auflösen muß – kann doppelt vorgestellt werden. Das Produkt von A sei z.B. Leinwand. Die 2/3 Leinwand, die = dem capital constant von A, (oder ihr Wert) zahlen Garn, Maschinerie, matières instrumentales. Aber der Garnfabrikant und Maschinenfabrikant |385| können von diesem Produkt nur soviel verzehren, als ihre eigne Revenue vorstellt. Der Leinwandfabrikant zahlt den ganzen Preis von Garn und Maschinerie mit den 2/3 dieses Produkts. Damit hat er also dem Spinner und Maschinisten sein ganzes Produkt ersetzt, das als capital constant in die Leinwand einging. Aber dies Gesamtprodukt ist selbst gleich capital constant und Revenue, gleich einem Teil der vom Spinner und Maschinisten zugesetzten Arbeit und gleich einem andren Teil, der den Wert ihrer eignen Produktionsmittel, also für den Spinner Flachs, Öl, Maschine, Kohle etc., für den Maschinisten Kohle, Eisen, Maschine etc. vorstellt. Das = 2/3 konstante Kapital von A hat also das Gesamtprodukt von Spinner und Maschinist ersetzt, ihr konstantes Kapital plus der von ihnen zugesetzten Arbeit, ihr Kapital plus ihrer Revenue. Aber sie können nur ihre Revenue in A verzehren. Nach Abzug des Teils von den 2/3 A, der gleich ihrer Revenue, zahlen sie mit dem Rest ihr Rohmaterial und Maschinerie. Diese aber haben nach der Voraussetzung kein capital constant zu ersetzen. Es kann nur soviel von ihrem Produkt in das Produkt A, also auch in die Produkte, die Mittel zur Produktion von A sind, eingehn, als A zahlen kann. A kann aber mit den 2/3 nur soviel zahlen, als B mit seiner Revenue kaufen kann, d. h., als das von B eingetauschte Produkt Revenue, neuzugesetzte Arbeit darstellt. Hätten die Produzenten der letzten Produktionselemente von A dem Spinner ein Quantum ihres Produkts zu verkaufen, das einen Teil ihres eignen capital constant vorstellte, mehr vorstellte als die Arbeit, die sie ihrem capital constant zugefügt haben, so könnten sie die Zahlung nicht in A annehmen, weil sie einen Teil dieses Produkts nicht verzehren könnten. Also findet das Gegenteil statt.
Gehn wir die umgekehrte Stufenleiter. Nehmen wir an, die Gesamtleinwand = 12 Tagen. Das Produkt des Flachsbauers, Eisenfabrikanten etc. = 4 Tagen; dieses Produkt verkauft an Spinner und Maschinist239, die ihm wieder 4 Tage zusetzen; diese verkaufen an den Weber, der wieder 4 Tage zusetzt. 1/3 seines Produkts kann der Leinweber nun selbst konsumieren; 8 Tage ersetzen ihm sein capital constant und zahlen das Produkt von Spinner und Maschinist; diese können von den 8 Tagen 4 verzehren, und mit den andern 4 zahlen sie Flachsbauer etc. und ersetzen damit ihr capital constant; die letztern haben sich mit den letzten 4 Tagen in Leinwand nur ihre Arbeit zu ersetzen.
Die Revenue, obgleich sie in allen 3 Fällen gleich groß, = 4 Tagen, unterstellt ist, nimmt aber verschiednes Verhältnis in den Produkten der 3 Klassen Produzenten ein, die zum Produkt A konkurrieren. Bei dem Leinweber ist sie 1/3 seines Produkts, = 1/3 [von] 12, bei dem Spinner und M[aschinisten] gleich 1/2 seines Produkts, = 1/2 [von] 8, bei dem Flachsbauer = seinem Produkt, = 4. In bezug auf das Gesamtprodukt ist sie aber ganz dasselbe, = 1/3 [von] 12, = 4. Aber bei dem Weber erscheint die neuzugesetzte Arbeit von Spinner, Maschinist und Flachsbauer als konstantes Kapital. Bei dem Spinner und Maschinist erscheint die neuzugesetzte Arbeit von ihnen selbst und [dem] Flachsbauer als Gesamtprodukt und die Arbeitszeit des Flachsbauers als konstantes Kapital. Bei dem Flachsbauer hört dieser Schein des konstanten Kapitals auf. Deswegen kann z.B. der Spinner in demselben Verhältnis Maschinerie, konstantes Kapital überhaupt anwenden als der Weber. Z.B. 1/3 [: 2/3]. Aber erstens muß die Summe (die Gesamtsumme) des in der Spinnerei angewandten Kapitals kleiner sein als das in der Weberei angewandte, da ihr Gesamtprodukt als konstantes Kapital eingeht in die Weberei. Zweitens, wenn bei ihm ebenfalls das Verhältnis von 1/3 : 2/3, so würde sein konstantes Kapital = 10/3 sein, seine zugesetzte Arbeit = 8/3; die eine gleich 5 1/3 Arbeitstage, die andre = 2 2/3. Es würden dann verhältnismäßig mehr Arbeitstage enthalten sein in dem Zweig, der ihm Flachs etc. liefert. Statt 4 Tage hätte er hier deshalb 5 1/3 zu zahlen für neuzugesetzte Arbeitszeit.
Es versteht sich ganz von selbst, daß nur der Teil des konstanten Teils der Kategorie A durch neue Arbeit zu ersetzen ist, der in den Verwertungsprozeß von A eingeht, d.h. während dem Arbeitsprozeß von A konsumiert wird. Ganz gehn ein das Rohmaterial die matières instrumentales und das déchet des capital fixe. Der übrige Teil des capital fixe geht nicht ein, ist also auch nicht zu ersetzen.
Ein großer Teil des vorhandnen capital constant, groß im Verhältnis, worin sich das capital fixe zum Gesamtkapital verhält, braucht also jährlich nicht durch neue Arbeit ersetzt zu werden. Deswegen kann doch die Masse (absolut) groß sein, aber sie ist nicht groß im Verhältnis zum Gesamtprodukt (jährlichen). Dieser ganze Teil des capital constant in A und B, der bestimmend in die Profitrate eintritt (wenn der Mehrwert gegeben ist), tritt nicht bestimmend in die aktuelle Reproduktion des capital fixe ein. Je größer dieser Teil im Verhältnis zum Gesamtkapital – auf je größrer Stufenleiter von vorhandnem, vorausgesetztem capital fixe produziert wird –, um so größer wird die aktuelle Masse der Reproduktion sein, die auf Ersatz des verschlissnen capital fixe verwandt wird, aber um so relativ kleiner die proportionelle Masse im Verhältnis zum Gesamtkapital.
Gesetzt, die Reproduktionszeit (durchschnittliche) aller Art von capital fixe sei 10 Jahre. ||386|| Nehmen wir an, die verschiednen Sorten capital fixe schlagen um in 20, 17, 15, 12, 11, 10, 8, 6, 4, 3, 2, 1, 4/6 und 2/6 Jahren (14 Sorten), so würde das capital fixe durchschnittlich umschlagen in 10 Jahren.
Durchschnittlich wäre also das Kapital in 10 Jahren zu ersetzen. Betrüge das gesamte capital fixe 1/10 des Gesamtkapitals, so wäre von diesem 1/10 des Gesamtkapitals nur 1/100 jährlich zu ersetzen.
Besteht es aus 1/3, so ist 1/30 des Gesamtkapitals jährlich zu ersetzen.
Aber vergleichen wir nun fixe Kapitalien von verschiednen Reproduktionszeiten, das, was 20 Jahre braucht, z.B., im Gegensatz zu dem, was 1/3 Jahr braucht.
Von dem fixen Kapital, was sich in 20 Jahren reproduziert, ist nur 1/20 jährlich zu ersetzen. Beträgt es daher 1/2 des Gesamtkapitals, so ist nur 1/40 des Gesamtkapitals jährlich zu ersetzen, und beträgt es selbst 4/5 des Gesamtkapitals, so ist nur 4/100=1/25 des Gesamtkapitals jährlich zu ersetzen. Beträgt dagegen das Kapital, was 2/6 des Jahrs zu seiner Reproduktion braucht, d. h. 3× im Jahr umschlägt, nur 1/10 des Kapitals, so ist das capital fixe 3× im Jahr zu ersetzen, also 3/10 des Kapitals im Jahr zu ersetzen, = beinahe 1/3 des Gesamtkapitals. Im Durchschnitt, je größer das capital fixe im Verhältnis zum Gesamtkapital, desto größer seine verhältnismäßige (nicht absolute) Reproduktionszeit, und je kleiner, desto kleiner seine verhältnismäßige Reproduktionszeit. Handwerkszeug bildet einen viel kleinren Teil des handwerksmäßigen Kapitals als dem maschinenmäßigen Kapital. Aber das Handwerkszeug ist viel vergänglicher als die Maschine.
Obgleich mit der absoluten Größe des capital fixe die absolute Größe seiner Reproduktion – oder sein déchet – wächst, fällt meistens die proportionelle, in so far240 seine Umschlagszeit, seine Dauer, meist im Verhältnis mit seiner Größe wächst. Es beweist dies u. a., daß die Masse der Maschinen oder capital fixe reproduzierenden Arbeit in gar keinem Verhältnis zur Arbeit steht, die diese Maschine originell produziert hat (bei gleichbleibenden Produktionsbedingungen), indem das jährliche déchet nur zu ersetzen ist. Wächst die Produktivität der Arbeit, wie sie in diesem Zweig beständig tut, so verringert sich noch mehr das Quantum der zur Reproduktion dieses Teils des capital constant erforderlichen Arbeit. Es sind allerdings einzurechnen die täglichen Konsumtionsmittel der Maschine (die aber direkt mit der im Maschinenbau selbst verwendeten Arbeit nichts zu tun haben). Aber die Maschine, die bloß Kohle und etwas Öl oder Talg braucht, lebt unendlich diätetischer wie der Arbeiter, nicht nur der Arbeiter, den sie ersetzt, sondern der Arbeiter, der sie selbst baut.
Wir haben nun disponiert über das Produkt der ganzen Kategorie A und über einen Teil des Produkts der Kategorie B. A wird ganz verzehrt: 1/3 von seinen eignen Produzenten, 2/3 A von den Produzenten von B, die ihre eigne Revenue nicht in ihrem eignen Produkt aufessen können. Die 2/3 A, worin sie den Wertteil ihres Produkts B aufessen, der Revenue vorstellt, ersetzen zugleich den Produzenten A in natura ihr capital constant oder liefern ihnen die Waren, die sie industriell konsumieren. Aber damit, mit dem ganz aufgegebenen Produkt A und den 2/3 A, die von B als capital constant ersetzt werden, ist auch über den ganzen Teil des Produkts verfügt, der die jährlich neuzugesetzte Arbeit repräsentiert. Diese Arbeit kann also keinen andren Teil des Gesamtprodukts kaufen. In der Tat ist die ganze jährlich zugesetzte Arbeit (von der Kapitalisierung des Profits abgesehn) gleich der in A enthaltenen Arbeit. Denn 1/3 A, das von seinen eignen Produzenten konsumiert wird, stellt die von ihnen den 2/3 A, die das konstante Kapital von A bilden, während des Jahrs neuzugesetzte Arbeit vor. Außer dieser Arbeit, die sie in ihrem eignen Produkt aufessen, haben sie keine verrichtet. Und die andren 2/3 A, die von den Produkten von B ersetzt und von den Produzenten von B konsumiert werden, stellen alle Arbeitszeit vor, die die Produzenten von B ihrem eignen capital constant zugefügt haben. Mehr haben sie nicht in Arbeit zugefügt, und mehr haben sie nicht zu ||387|| konsumieren.
Produkt A stellt seinem Gebrauchswert nach den Gesamtteil des jährlichen Gesamtprodukts, der in die individuelle Konsumtion jährlich eingeht. Es stellt seinem Tauschwert nach das Gesamtquantum der während des Jahrs von den Produzenten neuzugesetzten Arbeit vor.
Aber so behalten wir als Residuum einen dritten Teil des Gesamtprodukts, dessen konstituierende Bestandteile in ihrem Austausch weder Austausch von Revenue gegen Revenue noch von Kapital gegen Revenue und umgekehrt darstellen können. Es ist dies der Teil der Produkte B, der das konstante Kapital von B vorstellt. Dieser Teil geht nicht in die Revenue von B ein, kann also nicht ersetzt werden durch oder ausgetauscht werden gegen Produkt A, kann also auch nicht als konstituierender Teil in das capital constant von A eingehn. Dieser Teil wird ebenfalls konsumiert, industriell konsumiert, soweit er nicht nur in den Arbeitsprozeß, sondern auch in den Verwertungsprozeß von B eingeht. Dieser Teil muß also ebensowohl wie alle andren Teile des Gesamtprodukts, in dem Verhältnis, worin er Bestandteil des Gesamtprodukts bildet, ersetzt werden, und zwar in natura ersetzt werden durch neue Produkte derselben Art. Andrerseits wird er durch keine neue Arbeit ersetzt. Denn das Gesamtquantum der neuzugesetzten Arbeit = der in A enthaltenen Arbeitszeit, die nur total ersetzt wird, weil B seine Revenue in 2/3 A verzehrt und im Austausch A die Produktionsmittel liefert, die überhaupt in A konsumiert sind und ersetzt werden müssen. Denn das erste 1/3 A, das von seinen eignen Produzenten konsumiert wird, besteht bloß – der Tauschwert nach – aus der von ihnen selbst neuzugesetzten Arbeit, enthält kein capital constant.
Sehn wir uns nun dies Residuum an.
Es besteht aus dem capital constant, das in die Rohstoffe eingeht, zweitens aus dem capital constant, das in die Bildung des fixen Kapitals eingeht, und drittens aus dem capital constant, das in die matières instrumentales eingeht.
Erstens die Rohstoffe. Ihr konstantes Kapital löst sich erstens auf in fixes Kapital, Maschinerie, Arbeitswerkzeuge und Gebäulichkeiten, und etwa die matières instrumentales, die Konsumtionsmittel der angewandten Maschinerie sind. Für den unmittelbar konsumablen Teil der Rohstoffe, wie Vieh, Korn, Trauben usw., findet diese Schwierigkeit nicht statt. Sie gehören zur Klasse A nach dieser Seite hin. Dieser in ihnen enthaltne Teil von konstantem Kapital geht in die 2/3 des konstanten Teils von A ein, der sich als Kapital gegen die unkonsumierbaren Produkte von B austauscht oder worin B seine Revenue verzehrt. Es gilt dies überhaupt auch von den nicht unmittelbaren Rohstoffen, soweit sie in natura in das konsumable Produkt selbst eingehn, wie viele Zwischenstufen von Produktionsprozessen sie durchmachen mögen. Der Teil des Flachses, der in Garn und später in Leinwand verwandelt wird, geht ganz in das konsumable Produkt ein.
Aber ein Teil dieser vegetativen Rohstoffe, wie Holz, Flachs, Hanf, Leder usw., geht teils direkt in die Bestandteile des capital fixe selbst ein, teils in die matières instrumentales desselben. So nur in der Form von Öl, Talg etc.
Zweitens aber Samen. Die vegetativen Stoffe und die tierischen reproduzieren sich selbst. Vegetation und Generation. Unter Samen zu verstehn den eigentlichen Samen, ferner das Viehfutter, das als Mist wieder dem Boden zufällt, das Zuchtvieh etc. Dieser große Teil des jährlichen Produkts – oder des konstanten Teils des jährlichen Produkts – dient sich selbst unmittelbar als Stoff der Regeneration, reproduziert sich selbst.
Die nicht vegetativen Rohstoffe. Metalle, Steine etc. Ihr Wert besteht nur aus 2 Teilen, da hier der Samen wegfällt, der den Rohstoff in der Agrikultur vertritt. Ihr Wert besteht nur aus zugesetzter Arbeit und der konsumierten Maschinerie (worin eingeschlossen die Konsumtionsmittel der Maschinerie). Es ist also außer dem Teil des Produkts, der neuzugesetzte Arbeit vertritt und daher eingeht in den Austausch von B gegen die 2/3 A, nichts zu ersetzen als das déchet des capital fixe und seiner Konsumtionsmittel (wie Kohle, Öl etc.). Aber diese Rohstoffe bilden den Hauptbestandteil des capital constant, des capital fixe (Maschinerie, Arbeitsinstrumente, Gebäulichkeiten etc.). Sie ersetzen also ihr capital constant in natura durch Austausch [von Kapital gegen Kapital].
||388| Zweitens das capital fixe (Maschinerie, Gebäulichkeiten, Arbeitsinstrumente, Gefäße aller Art).
Ihr capital constant besteht 1. aus ihren Rohstoffen, Metallen, Steinen, vegetativen Rohstoffen, wie Holz, Riemen, Seile etc. Aber wenn diese ihre Rohstoffe ihr Rohmaterial bilden, gehn sie selbst als Arbeitsmittel in die Bildung dieses Rohmaterials ein. Sie ersetzen sich daher in natura. Der Eisenmann hat Maschine zu ersetzen, der Maschinenbauer Eisen. In den Steinbruch geht déchet der Maschinerie ein, aber in das Fabrikgebäude geht déchet für Bausteine ein, etc. 2. Das déchet der maschinenbauenden Maschinerie, die also selbst durch neues Produkt ihrer Art innerhalb bestimmter Periode ersetzt werden muß. Aber das Produkt derselben Art kann natürlich sich selbst ersetzen. 3. Die Konsumtionsmittel der Maschine (matières instrumentales). Die Maschinerie verzehrt Kohle, aber die Kohle verzehrt Maschinerie usw. In der Form von Gefäßen, Röhren, Schläuchen etc. geht Maschinerie aller Art in die Produktion der Konsumtionsmittel der Maschinerie ein, wie in Talg, Seife, Gas (zum Leuchten). Also gehn auch hier die Produkte dieser Sphären wechselseitig in ihr capital constant ein, ersetzen sich daher in natura.
Rechnet man die Lasttiere zu den Maschinen, so ist das, was ihnen zu ersetzen ist, Futter und unter gewissen Bedingungen Stallung (Gebäulichkeit). Wenn aber das Futter in die Produktion des Viehs, geht das Vieh in die Produktion des Futters ein.
Drittens matières instrumentales. Ein Teil davon bedarf der Rohstoffe, wie Öl, Seife, Talg, Gas etc. Andrerseits gehn sie in der Form von Dünger etc. zum Teil wieder in die Bildung dieser Rohstoffe ein. Kohle zur Gasbildung erheischt, aber Gasbeleuchtung verbraucht bei der Kohlenproduktion usw. Andre matières instrumentales bestehn nur aus zugesetzter Arbeit und capital fixe (Maschinerie, Gefäße etc.). Die Kohle muß das déchet der zu ihrer Produktion verwandten Dampfmaschine ersetzen. Aber die Dampfmaschine konsumiert Kohle. Kohle selbst geht in die Produktionsmittel der Kohle ein. Sie ersetzt sich hier also selbst in natura. Ihre Eisenbahntransporte gehn in die Produktionskosten der Kohle ein, aber Kohle geht wieder in die Produktionskosten der Lokomotive ein.
Es ist später noch etwas speziell zuzufügen über die chemischen Fabriken, die alle plus ou moins matières instrumentales241 bereiten, wie Rohstoff von Gefäßen (z.B. Glas, Porzellan), wie endlich direkt in die Konsumtion eingehnde Artikel.
Alle Farbstoffe sind matières instrumentales. Sie gehn aber in das Produkt ein, nicht nur ihrem Wert nach, wie etwa die verbrannte Kohle in das cotton242; sondern sie reproduzieren sich in der Form des Produkts (seiner Farben).
Die matières instrumentales sind entweder Konsumtionsmittel der Maschinerie – und hier entweder Brennmittel der bewegenden Maschine, oder sie sind Mittel, angewandt, um die Friktion der arbeitenden Maschinen etc. zu mindern, also Talg, Seife, Öl etc. – oder sie sind matières instrumentales für die Baulichkeiten, wie Kitt usw. Oder sie sind matières instrumentales überhaupt zur Betreibung des Produktionsprozesses, wie Beleuchtung, Heizung etc. (dann sind sie von den Arbeitern selbst erheischte matières instrumentales, um arbeiten zu können).
Oder sie sind matières instrumentales, die in die Bildung des Rohstoffs eingehn, wie Dünger aller Art und alle von den Rohstoffen konsumierten chemischen Produkte.
Oder sie sind matières instrumentales, die in das fertige Produkt eingehn, Farbstoffe, Glättungsstoffe usw.
Resultat also: A ersetzt sein eignes ²/₃ konstantes Kapital243 durch Austausch mit dem Teil der inkonsumablen Produkte B, der die Revenue von B darstellt, d. h. die in der Kategorie B während des Jahrs zugesetzte Arbeit. Aber A ersetzt nicht das konstante Kapital von B. B seinerseits muß dies konstante Kapital durch neue Produkte derselben Art in natura ersetzen. Aber es hat keine Arbeitszeit übrig, um sie zu ersetzen. Denn alle von ihm zugefügte neue Arbeitszeit bildet seine Revenue und ist also repräsentiert durch den Teil des Produkts B, der als konstantes Kapital in A eingeht. Wie also ersetzt sich das konstante Kapital von B?
Teils durch eigne (vegetative oder animalische) Reproduktion, wie in der ganzen Agrikultur und Viehzucht. Teils durch Austausch in natura der Teile des einen capital constant durch die Teile des andren capital constant, indem das Produkt der einen Sphäre als Rohstoff oder Produktionsmittel in die andre eingeht und vice versa244. Indem also die Produkte der verschiednen Produktionssphären, die ver||389|schiednen Sorten von capital constant, in natura wechselseitig ineinander als Produktionsbedingungen eingehn.
Die Produzenten der inkonsumablen Produkte sind die Produzenten des capital constant für die Produzenten der consummablen Produkte. Aber zugleich dienen ihre Produkte ihnen wechselseitig als Elemente oder Faktoren ihres eignen capital constant. D. h., sie verzehren wechselseitig ihre Produkte industriell.
Das ganze Produkt A wird aufgegessen. Also auch das ganze in ihm enthaltne capital constant. 1/3 A essen die Produzenten von A auf, 2/3 A die Produzenten der inkonsumablen Produkte B. Das konstante Kapital von A wird ersetzt durch die Produkte von B, die die Revenue von B bilden. Es ist dies in der Tat der einzige Teil des konstanten Kapitals, der durch neuzugesetzte Arbeit ersetzt wird, und er wird durch sie ersetzt, weil das Quantum der Produkte B, das neuzugesetzte Arbeit in B [ist], von B nicht konsumiert wird, vielmehr von A industriell konsumiert wird, während B die 2/3 A individuell konsumiert.
Setze A = 3 Arbeitstagen; so sein capital constant nach der Annahme = 2 Arbeitstagen. B ersetzt das Produkt von 2/3 A, also liefert inkonsumable Produkte = 2 Arbeitstagen. Jetzt sind aufgegessen 3 Arbeitstage, bleiben 2. Oder die 2 vergangnen Arbeitstage in A sind durch 2 neuzugesetzte Arbeitstage in B ersetzt, aber nur weil die 2 neuzugesetzten Arbeitstage in B ihren Wert in A konsumieren und nicht im Produkt B selbst.
Das konstante Kapital von B, soweit es in das Gesamtprodukt B eingegangen ist, muß ebenfalls in natura durch neue Produkte gleicher Art ersetzt werden, also durch Produkte, die für die industrielle Konsumtion von B erheischt sind. Aber es wird nicht durch neue Arbeitszeit ersetzt, obgleich durch die Produkte der während des Jahrs neuangewandten Arbeitszeit.
<Setze in dem Gesamtprodukt von B [das] ganze konstante Kapital zu 2/3 ein. So, wenn die neuzugesetzte Arbeit (= der Summe von Salair und Profit) = 1, ist die> vergangne, die ihr als Arbeitsstoff und Arbeitsmittel diente, = 2. Wie werden nun diese 2 ersetzt? Das Verhältnis von konstantem und variablem Kapital mag sehr verschieden sein innerhalb der verschiednen Produktionssphären von B. Aber der Durchschnitt ist nach der Voraussetzung = 1/3 : 2/3 oder = 1 : 2. Jeder der Produzenten von B hat nun 2/3 seines Produkts, wie Kohle, Eisen, Flachs, Maschinerie, Vieh, Weizen vor sich (nämlich den Teil von Vieh und Weizen, der nicht in die Konsumtion eingeht) etc., dessen Produktionselemente ersetzt oder die in die Naturalform ihrer Produktionselemente rückverwandelt werden müssen. Aber alle diese Produkte gehn selbst wieder in die industrielle Konsumtion ein. Der Weizen (als Samen) ist zugleich wieder sein eigner Rohstoff, ein Teil des produzierten Viehs ersetzt das verzehrte, d. h. sich selbst. In diesen Produktionssphären von B wird also (Ackerbau und Viehzucht) nun dieser Teil seines Produkts in seiner eignen Naturalform sein eignes capital constant ersetzen. Ein Teil dieses Produkts geht also nicht in Zirkulation ein
Ein andrer Teil dieser und der andren Produkte gehn wechselseitig als Produktionselemente ineinander ein, Maschine in Eisen und Holz, Holz und Eisen in Maschine, Öl in die Maschine und Maschine in Öl, Kohle in das Eisen, Eisen (in Schienenwegen etc.) in die Kohle usw. Soweit die 2/3 dieser Produkte B sich also nicht selbst ersetzen, d. h., in ihrer Naturalform wieder in ihre eigne Produktion eingehn – so daß also ein Teil von B von seinen eignen Produzenten unmittelbar industriell konsumiert wird, wie ein Teil von A unmittelbar individuell von seinen eignen Produzenten –, ersetzen sich die Produkte der Produzenten von B wechselseitig als Produktionsmittel. Das Produkt von a geht in die industrielle Konsumtion von b und das Produkt von b in die industrielle Konsumtion von a ein; oder auf einem Umweg, das Produkt von a in die industrielle Konsumtion von b, das Produkt von b in die von c und das von c in die von a. Was also in der einen Produktionssphäre von B als capital constant konsumiert ist, ist in der andren neu produziert, aber was in der letztrn konsumiert ist, ist in der erstren produziert. Was in der einen aus der Form Maschine und Kohle in die Form Eisen, ist in der andren aus der Form Eisen und Kohle in Maschine usw. übergegangen.
||390| Was nötig ist, ist, das konstante Kapital von B in seiner Naturalform zu ersetzen. Das Gesamtprodukt von B betrachtet, stellt es eben das ganze capital constant in allen seinen Naturalformen dar. Und wo das Produkt seiner besondren Sphäre von B nicht in natura sein eignes capital constant ersetzen kann, setzt Kauf und Verkauf, Händewechsel, hier alles wieder an seinen Platz.
Hier findet also Ersatz des capital constant durch das capital constant statt; soweit dieses nicht unmittelbar, ohne Austausch geschieht, ist hier also Austausch von Kapital gegen Kapital, d. h. dem Gebrauchswert nach von Produkten gegen Produkte, die wechselseitig in ihren respektiven Produktionsprozeß eingehn, so daß jedes derselben vom Produzenten des andern industriell konsumiert wird.
Dieser Teil des Kapitals löst sich weder in Profit noch in Arbeitslohn auf. Er enthält keine neuzugesetzte Arbeit. Er tauscht sich nicht gegen Revenue aus. Er wird weder direkt noch indirekt von den Konsumenten bezahlt. Ob dieser Ersatz der Kapitalien untereinander durch Kaufleute245(also durch Kaufmannskapitalien) vermittelt ist oder nicht, ändert nichts an der Sache.245 Aber da diese Produkte (Maschine, Eisen, Kohle, Holz etc., die sich wechselseitig ersetzen) neu sind, da sie Produkte der letztjährigen Arbeit sind – so der Weizen, der als Samen dient, ebensogut Produkt der neuen Arbeit ist als der Weizen, der in die Konsumtion eingeht, etc. –, wie kann gesagt werden, daß keine neuzugesetzte Arbeit in diesen Produkten enthalten ist? Und zeigt nicht außerdem ihre Form sehr schlagend das Gegenteil? Wenn auch nicht am Weizen oder Vieh, so ist doch an der Maschine bemerkbar in ihrer Form die Arbeit, die sie aus Eisen etc. in Maschine verwandelt hat, usw.
Dies Problem früher gelöst.246 Nicht nötig, hier darauf wieder einzugehn.
{Der Satz von A.Smith, daß der trade zwischen dealers247 und dealers gleich sein muß dem trade zwischen dealers und consumers (worunter unmittelbare Konsumenten zu verstehn, nicht industrielle, die er selbst zu den dealers rechnet), also falsch. Er beruht auf seinem falschen Satz, daß sich das ganze Produkt in Revenue auflöst, und heißt in der Tat nur, daß der Teil des Warenaustauschs, der gleich exchange between capital and revenue248, gleich ist dem total exchange of commodities249. Falsch wie der Satz sind daher auch die Nutzanwendungen, die Tooke für die Geldzirkulation darauf baut (namentlich das Verhältnis der zwischen den dealers zirkulierenden Geldmasse und der zwischen den dealers und consumers zirkulierenden Geldmasse).
Nehmen wir als den letzten dem consumer gegentibertretenden dealer den Kaufmann, der die Produkte A kauft; so wird ihm dies Produkt abgekauft von der Revenue von A, = 1/3 A, und der Revenue von B, = 2/3 A. Sein Kaufmannskapital wird ihm ersetzt durch diese. Die Summe ihrer Revenue muß sein Kapital decken. (Der Profit, den die Kanaille macht, muß so gerechnet werden, daß er einen Teil von A für sich selbst behält und einen geringeren Teil von A zum Wert von A verkauft. Ob man sich die Kanaille als notwendigen Produktionsagenten denkt oder Sybaritenzwischenling, ändert nichts an der Sache.) Dieser exchange zwischen dealer und consumer von A ist dem Wert nach deckend den exchange von dealer von A mit sämtlichen Produzenten von A, also die dealings250 zwischen diesen Produzenten unter sich.
Der Kaufmann kauft die Leinwand. Letztes dealing zwischen dealer und dealers. Der Leinweber kauft Garn, Maschinerie, Kohle etc. Vorletztes dealing zwischen dealer und dealers. Der Spinner kauft Flachs, Maschinerie, Kohle etc. Zweitvorletztes dealing zwischen dealer und dealers. Der Flachsbauer und Maschinist kaufen Maschinen, Eisen etc. usw. Aber die dealings zwischen den Produzenten von Flachs, Maschine, Eisen, Kohle zum Ersatz ihres konstanten Kapitals, und der Wert dieser dealings gehn nicht ein in die dealings, die das Produkt von A durchläuft, sei es zum Austausch von Revenue gegen Revenue, sei es zum Austausch von Revenue gegen konstantes Kapital. Diese dealings – nicht zwischen den Produzenten von B und den Produzenten von A, sondern zwischen den Produzenten von B – sind ebensowenig zu ersetzen dem Verkäufer von A von dem Käufer von A, wie der Wert dieses Teils von B in den Wert von A eingeht. Diese dealings erheischen auch Geld, sind auch durch Kaufleute vermittelt. Aber der ausschließlich dieser Sphäre angehörige Teil der Geldzirkulation ganz getrennt von dem zwischen dealers und consumers.}
|391| Bleiben noch zu lösen zwei Fragen:
1. Der Arbeitslohn in der bisherigen Betrachtung als Revenue, ununterschieden vom Profit, behandelt. Wieweit kommt hier in Betracht, daß er zugleich als Teil des capital circulant des Kapitalisten erscheint?
2. Bisher angenommen, daß die ganze Revenue als Revenue verausgabt wird. Zu betrachten, also die alteration251, die eintritt, wenn ein Teil der Revenue, des Profits, kapitalisiert wird. Dies fällt in der Tat zusammen mit der Betrachtung des Akkumulationsprozesses. Aber nicht seiner formellen Seite nach. Daß ein Teil des Produkts, der surplus value darstellt, rückverwandelt wird, teils in Arbeitslohn, teils in konstantes Kapital, einfach. Hier zu untersuchen, wie dies den Warenaustausch affiziert in den bisher betrachteten Rubriken, unter denen er mit Bezug auf seine Träger betrachtet werden kann, nämlich als Austausch von Revenue gegen Revenue, als Austausch von Revenue gegen Kapital und schließlich als Austausch von Kapital gegen Kapital.}
{Dieses Intermezzo also zwischendurch in diesem historisch-kritischen Teil zu Ende zu führen.}
Ferrier (F.-L.-A.) (sous-inspecteur des douanes252): „Du Gouvernement considéré dans ses rapports avec le commerce", Paris 1805 (Hauptquelle des F.List). Dieser Bursche Lobredner des bonapartistischen Prohibitivsystems etc. In der Tat ist die Regierung (also auch die Staatsbeamten, diese unproduktiven Arbeiter) bei ihm wichtig als in die Produktion direkt eingreifender manager. Dieser Douanier daher sehr erbost, daß A.Smith die Staatsbeamten unproduktiv nennt.
„Die Prinzipien, die Smith über die Ökonomie der Nationen aufgestellt hat, haben die Unterscheidung zwischen der produktiven und unproduktiven Arbeit zur Grundlage ...",
{weil er nämlich will, daß möglichst großer Teil als Kapital, i.e. im Austausch gegen produktive Arbeit, und möglichst geringer als Revenue, im Austausch gegen unproduktive Arbeit, verausgabt werden sollen.}
„Diese Unterscheidung ist ihrem Wesen nach falsch. Es gibt keine unproduktive Arbeit." (p. 141.) „Es gibt also eine Ökonomie und eine Verschwendung der Nationen, aber eine Nation ist nur verschwenderisch oder ökonomisch in ihren Beziehungen zu den anderen Völkern, und von diesem Standpunkt aus war die Frage zu betrachten." (l. c. p. 143.)
Wir wollen gleich zusammenstellen den Zusammenhang in A.Smith, der dem Ferrier ein Greuel.
„Es existiert", sagt Ferrier, „eine Ökonomie der Nationen, aber sehr verschieden von der Smithschen. Sie besteht darin, nicht mehr Produkte des Auslands zu kaufen, als man mit den seinigen bezahlen kann. Sie besteht mitunter darin, vollständig auf sie zu verzichten." (l. c. p. 174, 175.)
{A.Smith sagt b. I, ch. VI, (t. I, éd. Garnier], p. 108, 109) am Schluß dieses Kapitels, handelnd „des parties constituantes du prix des marchandises"253:
„Da es in einem zivilisierten Land nur sehr wenige Waren gibt, deren ganzer Tauschwert allein aus der Arbeit stammt, und da Grundrente und Profit zu dem Tauschwert der meisten von ihnen sehr viel beitragen, so wird das jährliche Produkt der Arbeit dieses Landes immer hinreichend sein, um eine weit größere Menge Arbeit zu kaufen und zu kommandieren, als aufgewendet werden mußte, um dies Produkt hervorzubringen, fertigzustellen und auf den Markt zu bringen. Wendete die Gesellschaft in jedem Jahr die ganze Arbeit an, die sie jährlich zu kaufen vermag, so würde, da die Arbeitsmenge mit jedem Jahr stark anwüchse, auch das Produkt jedes folgenden Jahres einen unvergleichlich größeren Wert haben als das des vorhergehenden. Aber es gibt kein Land, dessen ganzes jährliches Produkt zur Erhaltung der Arbeiter angewendet wird. Überall konsumieren die Müßiggänger einen großen Teil davon, und je nach dem unterschiedlichen Verhältnis, in dem das Produkt auf diese beiden verschiedenen Klassen von Menschen verteilt wird, muß zwangsläufig sein gewöhnlicher oder durchschnittlicher Wert von einem Jahr zum andern entweder zunehmen oder abnehmen oder von Jahr zu Jahr der gleiche bleiben.
Es ist allerlei Konfusion in dieser Stelle, worin Smith eigentlich das Rätsel der Akkumulation zu lösen sucht.
Erstens wieder die falsche Voraussetzung, daß die „valeur échangeable“ du produit annuel du travail, also auch „le produit annuel du travail“254 sich auflöst in salaires und profits (rentes eingeschlossen). Wir kommen nicht auf diesen Unsinn zurück. Nur zu bemerken: Die Masse des jährlichen Produkts – oder des fonds, stocks255 von Waren, die das jährliche Produkt der Arbeit sind – [muß] zum großen Teil ||392| in natura aus Waren bestehn, die nur als Elemente in das konstante Kapital eingehn können {Rohstoffe, Samen, Maschinerie, etc.}, die nur industriell konsumiert werden können. Von diesen (und es ist der größere Teil der in das capital constant eingehenden Waren) Waren ist also schon durch ihren Gebrauchswert angezeigt, daß sie nicht für die individuelle Konsumtion taugen, also die Revenue nicht in ihnen verausgabt werden kann, sei es Salair, Profit oder Rente. Ein Teil der Rohstoffe (soweit er nicht für die Reproduktion von Rohstoffen selbst erheischt oder, sei es als matière instrumentale oder als direkter Bestandteil, in das capital fixe eingeht) wird zwar später eine konsumable Form erhalten, aber erst durch die Arbeit des laufenden Jahres. Als Produkt der vorjährigen Arbeit bilden selbst diese Rohstoffe keinen Teil der Revenue. Es ist nur der konsumable Teil des Produkts, der verzehrt werden, in die individuelle Konsumtion eingehn, also Revenue bilden kann. Aber selbst ein Teil des konsumablen Produkts kann nicht verzehrt werden, ohne die Reproduktion unmöglich zu machen. Also geht selbst von dem konsumablen Teil der Waren ein Teil ab, der industriell konsumiert werden muß, d.h. als Arbeitsmaterial, Samen etc. dienen muß, nicht als Lebensmittel, sei es für die Arbeiter, sei es für die Kapitalisten. Also dieser Teil des Produkts ist von der A.Smithschen Rechnung d’abord256 abzuziehn, oder vielmehr ihr zuzusetzen. Bleibt Produktivität der Arbeit dieselbe, so bleibt jährlich dieser Teil des Produkts derselbe, der sich nicht in Revenue auflöst; wenn nämlich bei gleichbleibender Produktivität der Arbeit nach wie vor dasselbe Quantum Arbeitszeit angewandt wird.
Gesetzt also, es werde jährlich größres Quantum Arbeit angewandt als zuvor, so haben wir zu sehn, wie es mit dem capital constant zu halten. In einem Wort: Um größres Quantum Arbeit anzuwenden, genügt nicht, weder daß ein größres Quantum Arbeit disponibel sei, noch daß ein größres Quantum bezahlt werde, d. h. mehr in Arbeitslohn ausgegeben werde, sondern die Arbeitsmittel – Rohmaterial und capital fixe – müssen da sein, um ein größres Quantum Arbeit zu absorbieren. Also dieser Punkt noch zu erörtern, nachdem die Punkte aufgeklärt, auf die A.Smith eingeht.
Also noch einmal seinen ersten Satz:
„Da es in einem zivilisierten Land nur sehr wenige Waren gibt, deren ganzer Tauschwert allein aus der Arbeit stammt, und da Grundrente und Profit zu dem Tauschwert der meisten von ihnen sehr viel beitragen, so wird das jährliche Produkt der Arbeit dieses Landes immer hinreichend sein, um eine weit größre Arbeitsmenge zu kaufen und zu kommandieren, als aufgewendet werden mußte, um dies Produkt hervorzubringen, fertigzustellen und auf den Markt zu bringen“ (in andren Worten: pour le produire257).
Es sind hier offenbar verschiedne Sachen durcheinandergeworfen. <In die valeur échangeable258 des jährlichen Gesamtprodukts geht nicht nur lebendige Arbeit ein, während dieses Jahrs angewandte lebendige Arbeit, sondern auch vergangne Arbeit, Produkt der Arbeit vergangner Jahre. Nicht nur Arbeit in lebendiger Form, sondern Arbeit in vergegenständlichter Form.> Die valeur échangeable des Produkts gleich der Summe der Arbeitszeit, die in ihm enthalten, wovon ein Teil in lebendiger, ein Teil in vergegenständlichter Arbeit bestand.
<Es verhalte sich die eine zur andren = 1/3 : 2/3 [oder] 1 : 2. Dann der Wert des ganzen Produkts = 3, wovon 2 vergegenständlichte Arbeitszeit, 1 lebendige. Der Wert des ganzen Produkts kann also mehr lebendige Arbeit kaufen, als in ihm enthalten ist, von der Voraussetzung ausgehend, daß vergegenständlichte Arbeit und lebendige Arbeit sich als Äquivalente gegeneinander austauschten, ein bestimmtes Quantum vergegenständlichter Arbeit nur ein ihm selbst gleiches Quantum lebendiger Arbeit kommandierte.> Denn das Produkt = 3 Arbeitstagen; die in ihm enthaltne lebendige Arbeits zeit aber = 1 Arbeitstag. 1 lebendiger Arbeitstag genügte, um das Produkt zu produzieren (in der Tat nur, um seinen Elementen die letzte Form zu geben). Aber 3 Arbeitstage sind in ihm enthalten. Tauschte es sich also ganz gegen lebendige Arbeitszeit aus, würde es nur angewandt, „pour acheter et commander“ des quantités de travail actuel259, so könnte es 3 Arbeitstage kommandieren, kaufen.
Dies jedoch ist offenbar nicht der Sinn A.Smiths und würde ihm auch eine ganz unnütze Prämisse sein. Was er meint, ist, daß ein großer Teil der valeur échangeable des Produkts nicht sich auflöst (oder wie er es fälschlich sagt, nach einer früher notierten Verwechslung260) in salaires du travail261, sondern in profits und rentes oder, wie wir der Vereinfachung wegen sagen wollen, in profits. In andren Worten: Der Wertteil des Produkts, der gleich dem Quantum der während des letzten Jahres zugesetzten Arbeit – also in fact der Teil des Produkts, der im eigentlichen Sinn des Worts Produkt der Arbeit des letzten Jahres ist –, zahlt erstens die Arbeiter und geht zweitens in die Revenue, den Konsumtionsfonds des Kapitalisten ein. Dieser ganze Teil des Gesamtprodukts procède du travail262, und zwar exclusivement263; aber es besteht aus bezahlter und unbezahlter Arbeit. Die Salaire sind gleich der Summe der bezahlten, die Profite |393| gleich der Summe der unbezahlten Arbeit. Würde also dies ganze Produkt in Salaire ausgelegt, so könnte es natürlich ein größres Quantum Arbeit in Bewegung setzen als das, deren Produkt es war; und zwar wird das Verhältnis, worin das Produkt mehr Arbeitszeit in Bewegung setzen kann, als es selbst enthält, exakt von dem Verhältnis abhängen, worin der Arbeitstag in bezahlte und unbezahlte Arbeitszeit geteilt ist.
Gesetzt, das Verhältnis sei so, daß der Arbeiter in 6 Std., also in einem halben Tag, sein Salair produziert oder reproduziert. So bilden die andern 6 Std. oder [der] halbe Arbeitstag das surplus. Also z.B. von einem Produkt, das 100 Arbeitstage [neuzugesetzter Arbeit] enthielte (wenn der Arbeitstag = 10 sh., so 100 Arbeitstage = 1000 sh., = 50 l.) = 50 l., wären 25 l. für Arbeitslohn und 25 l. Profit (Rente). Mit den 25 l. = 50 Arbeitstagen wären 100 Arbeiter bezahlt worden, die eben die Hälfte ihrer Arbeitszeit umsonst oder für ihre masters gearbeitet hätten. Würde also das ganze Produkt (der 100 Arbeitstage) in Arbeitslohn ausgelegt, so könnten mit den 50 l. 200 Arbeiter in Bewegung gesetzt werden, von denen jeder nach wie vor 5 sh. oder die Hälfte des Produkts seiner Arbeit als Salair erhielte. Das Produkt dieser Arbeiter wäre = 100 l. (nämlich 200 Arbeitstage = 2000 sh. gleich 100 l.), womit in Bewegung gesetzt werden könnten 400 Arbeiter (der Arbeiter = 5 sh. = 2000 Schill.), deren Produkt = 200 l. usw.
Und dies ist die Art, wie A.Smith meint, daß das „produit annuel du travail“264 immer hinreichend [sein] wird, „pour acheter et commander une quantité de travail beaucoup plus grande“265 als die zur Erzeugung des Produkts gebrauchte. (Würde dem Arbeiter das ganze Produkt seiner Arbeit gezahlt, also für 100 Arbeitstage 50 l., so könnten die 50 l. auch nur 100 Arbeitstage in Bewegung setzen.) Und so meint Smith weiter:
„Wendete die Gesellschaft in jedem Jahr die ganze Arbeit an, die sie jährlich zu kaufen vermag, so würde, da die Arbeitsmenge mit jedem Jahr stark anwüchse, auch das Produkt jedes folgenden Jahres einen unvergleichlich größeren Wert haben als das des vorhergehenden.“
Ein Teil dieses Produkts wird aber gegessen von den Eigentümern von Profit und Rente; ein Teil von ihren Mitessern. Der Teil davon, der daher wieder in Arbeit (produktiver) ausgelegt werden kann, ist daher bestimmt durch den Teil des Produkts, den Kapitalisten, Rentner und ihre Mitesser (zugleich die travailleurs improductifs266) nicht selbst aufessen.
Aber so ist doch stets ein neuer fonds da (neuer fonds de salaires267), um mit dem Produkt der vorjährigen Arbeit eine größere Masse Arbeiter in diesem Jahr in Bewegung zu setzen. Und da der Wert des jährlichen Produkts durch das Quantum der angewandten Arbeitszeit bestimmt ist, so wird der Wert des jährlichen Produkts jährlich wachsen.
Natürlich, es würde nichts nützen, den Fonds zu haben, um zu „acheter et commander“ eine „quantité de travail beaucoup plus grande“268 als die année passée, wenn nicht eine plus grande quantité de travail auf dem Markt wäre. Es nützt mir nichts, mehr Geld zum Kauf einer Ware zu haben, wenn nicht mehr von dieser Ware auf dem Markt. Gesetzt, es würden von den 50 l., statt wie bisher 100, (= 25 l.) nicht 200, sondern nur 150 Arbeiter in Bewegung gesetzt, während die Kapitalisten statt 25 l. 121/2 l. selbst äßen. So gäben die 150 Arbeiter (= 371/2 l.) 150 Arbeitstage, = 1500 sh. = 75 l. Wäre aber die disponible Arbeitermasse nach wie vor = nur 100, so würden diese 100 statt bisher 25 l. nun 371/2 l. als Arbeitslohn erhalten, aber ihr Produkt nach wie vor nur 50 l. Also wäre die Revenue des Kapitalisten von 25 l. auf 121/2 l. gesunken, weil der Arbeitslohn um 50 p. c. gestiegen wäre. Aber A. Smith weiß, daß zuwachsende Arbeitsquantität zu haben sein wird. Teils der jährliche Zuwachs der Bevölkerung (der zwar im alten Arbeitslohn enthalten sein soll), teils unbeschäftigte Paupers, halbbeschäftigte Arbeiter etc. Dann die Massen unproduktiver Arbeiter, die zum Teil, durch andre Anwendung des surplus produce, in produktive Arbeiter verwandelt werden können. Endlich kann dieselbe Arbeitermasse größere Quantität Arbeit liefern. Und ob ich 125 Arbeiter statt 100 zahle, oder ob die 100 statt 12 Arbeitsstunden 15 Arbeitsstunden täglich arbeiten, would be quite the same thing269.
Daß übrigens mit dem Anwachsen des produktiven Kapitals – oder mit dem Wachsen des Teils des jährlichen Produkts, der zur Reproduktion bestimmt ist – im selben Verhältnis die angewandte Arbeit (lebendige Arbeit, der in Salair ausgelegte Teil) wachsen muß, ist ein Irrtum A. Smiths, der genau zusammenhängt mit seiner Auflösung des ganzen Produkts in Revenue.
||394| Zunächst also hat er einen fonds konsumabler Lebensmittel, der eine größere Quantität Arbeit dies Jahr als das vorige „acheter et commander“270 kann; [er hat] mehr Arbeit und zugleich mehr Lebensmittel für diese Arbeit. Es ist nun zuzusehn, wie diese additional quantity of labour271 zu realisieren.}
Hätte A. Smith mit vollem Bewußtsein festgehalten an der stofflich bei ihm vorhandenen Analyse der surplus value, die eben nur geschaffen wird im Austausch von Kapital gegen Lohnarbeit, so ergab sich: Produktive Arbeit nur die mit Kapital ausgetauschte; die mit Revenue als solcher nie. Damit die Revenue gegen produktive Arbeit ausgetauscht werde, muß sie vorher erst in Kapital verwandelt werden.
Aber zugleich ausgehend von der einen Seite der Tradition, daß produktive Arbeit solche, die überhaupt direkt materiellen Reichtum produziert, und kombinierend damit seine Unterscheidung, soweit sie auf Austausch zwischen Kapital und Arbeit oder zwischen Revenue und Arbeit beruht, bei Smith möglich dies: Die Art Arbeit, wogegen sich Kapital austauscht, ist immer produktiv (schafft immer materiellen Reichtum etc.). Die, wogegen sich Revenue ausgetauscht, kann produktiv sein oder nicht; aber der Verausgaber von Revenue liebt es meist mehr, rather272 direkt unproduktive Arbeit als produktive in Bewegung273 zu setzen. Man sieht, wie A. Smith, durch dieses compound273 zwischen seinen beiden Distinktionen die Hauptdistinktion sehr abschwächt und verplattet.
Daß A.Smith das Fixieren der Arbeit nicht ganz äußerlich nimmt, zeigt folgendes Zitat, worin unter den verschiednen Bestandteilen des capital fixe aufgezählt wird:
„4. Die nützlichen Fähigkeiten, die die Einwohner oder Mitglieder der Gesellschaft erworben haben. Der Erwerb dieser Fähigkeiten erfordert für den Unterhalt dessen, der sie während der Zeit seiner Erziehung, seiner Lehre oder seines Studiums erwirbt, immer eine wirkliche Ausgabe, und diese Ausgabe ist ein fixes und sozusagen in seiner Person realisiertes Kapital. Wenn diese Fähigkeiten einen Teil seines Vermögens ausmachen, so machen sie zugleich einen Teil des Vermögens der Gesellschaft aus, der er angehört. Die vervollkommnete Geschicklichkeit eines Arbeiters kann man unter demselben Gesichtspunkt betrachten wie eine Maschine oder ein Werkzeug, die die Arbeit erleichtern und abkürzen und die trotz der Ausgaben, die sie verursacht haben, diese mit Gewinn wiedererstatten." (l. c., l. II, ch. I, t. II, p. 204, 205.)
Sonderbare Entstehung der Akkumulation und ihre Notwendigkeit:
„In jenem Zustand der Kindheit der Gesellschaft, wo es noch keine Arbeitsteilung gibt, wo noch selten ein Tausch stattfindet und jedes Individuum durch seiner Hände Arbeit für seinen Bedarf sorgt, ist es nicht notwendig, daß es einen vorher akkumulierten oder angehäuften Vorrat gibt, um die Geschäfte der Gesellschaft zu betreiben" (nämlich nachdem vorausgesetzt, qu'il n'y pas de société274).
„Jeder einzelne Mensch sucht durch seine eigene Tätigkeit sich die Mittel zur Befriedigung seiner Bedürfnisse so, wie sie auftauchen, zu beschaffen. Ist er hungrig, geht er in den Wald jagen etc." (l. c., t. II, p. 191, 192.) (l. II, introduction275.) „Ist aber einmal die Arbeitsteilung durchweg eingeführt, dann kann ein Mensch durch seine persönliche Arbeit allein nur noch einen sehr kleinen Teil seiner Bedürfnisse befriedigen. Der weitaus größte Teil wird durch die Arbeitsprodukte anderer befriedigt [die er mit dem Produkt seiner Arbeit kauft] oder, was auf dasselbe hinausläuft, mit dem Preis dieses Produkts. Aber dieser Kauf kann nur erfolgen, wenn er genügend Zeit hat, das Produkt seiner Arbeit nicht bloß fertigzustellen, sondern auch zu verkaufen."
(Auch im ersten Fall konnte er den Hasen nicht essen, bevor er ihn getötet hatte, und ihn nicht töten, bevor er sich den klassischen „arc"276 or something similar277 produziert. Das einzige, das in case II hinzuzukommen scheint, ist daher nicht die Notwendigkeit d'un approvisionnement of any sort278, sondern die „tems... de vendre le produit de son travail"279.)
„Bis ihm diese beiden Dinge gelungen sind, muß ein Vorrat von Gütern verschiedener Art im voraus angesammelt sein, der hinreicht, ihn zu erhalten und ihn mit Rohmaterial und den erforderlichen Arbeitswerkzeugen zu versehen. Ein Weber kann sich seiner besonderen Arbeit nicht völlig widmen, wenn sich nicht vorher, sei es in seinem
Besitz oder in dem eines Dritten, ein Vorrat angesammelt hat, der ausreicht, ihn zu erhalten und ihn mit den für seinen Beruf erforderlichen Werkzeugen und dem Rohmaterial seiner Arbeit so lange zu versehen, bis er sein Tuch nicht bloß vollendet, sondern auch verkauft hat. Es ist klar, daß die Akkumulation dem Augenblick vorausgehen muß, da er seine Tätigkeit darauf richten kann, dieses Geschäft zu unternehmen und zu vollenden ... es liegt in der Natur der Sache, daß die Akkumulation von Kapital eine notwendige Vorbedingung der Arbeitsteilung ist.
(l. c. p. 192, 193.)
(Andererseits scheint es nach dem, was er im Eingang behauptet hat, daß vor der division of labour280 keine accumulation of capital281 stattfindet, ganz wie vor der accumulation of capital keine division of labour.) Er fährt fort:
„Die Arbeit kann wiederum nur in dem Maße weiter geteilt werden, wie zuvor die Kapitalien mehr und mehr akkumuliert worden sind. In dem Maße, in dem die Arbeitsteilung fortschreitet, wächst in hohem Grade die Rohstoffmenge, die von derselben Zahl Menschen verarbeitet werden kann; und da die Verrichtungen jedes Arbeiters auf einen immer höheren Grad von Einfachheit zurückgeführt werden, gelangt man dahin, eine Menge neuer Maschinen zu erfinden, die zur Erleichterung und ||395|| Abkürzung dieser Verrichtungen dienen. In dem Maße, wie die Arbeitsteilung sich entwickelt, muß man, um die gleiche Arbeiterzahl fortwährend beschäftigen zu können, eine gleiche Menge Lebensmittel und eine größere Menge Rohstoffe und Werkzeuge akkumulieren, als auf einem weniger fortgeschrittenen Stand notwendig gewesen wäre.“ (l. c. p. 193, 194.)
„Ebenso, wie die Arbeit ohne eine vorhergegangene Akkumulation von Kapitalien nicht diese große Ausdehnung der Produktivkraft erreichen kann, führt dieselbe Akkumulation von Kapitalien diese Ausdehnung natürlich herbei. Wer sein Kapital dazu anwendet, Arbeiter zu beschäftigen, wünscht dies zweifellos in einer Weise zu tun, in der sie möglichst viele Arbeitsergebnisse liefern: Er ist daher bestrebt, sowohl die Arbeit unter seine Arbeiter möglichst zweckmäßig zu verteilen als auch sie mit den besten Maschinen zu versehen, die er entweder erfinden oder kaufen kann. In welchem Maße ihm beides möglich ist, hängt im allgemeinen davon ab, wie groß sein Kapital ist und wie viele Menschen er mit diesem Kapital beschäftigen kann. Es wächst daher in einem Lande nicht nur die Menge Arbeit entsprechend der Zunahme des Kapitals, das sie in Bewegung setzt, sondern infolge dieser Zunahme produziert auch dieselbe Menge Arbeit eine weit größere Menge Arbeitsergebnisse.“ (l. c. p. 194, 195.)
A.Smith behandelt die Gegenstände, die sich bereits im fonds de consommation282 befinden, ganz wie productive and unproductive labour283. For instance284:
„Ein Wohnhaus bringt als solches seinem Bewohner keine Revenue ein; und obwohl es für ihn ohne Zweifel überaus nützlich ist, so gilt doch von ihm dasselbe wie von seinen Kleidern und Möbeln, die ihm auch sehr nützlich sind, trotzdem aber einen Teil seiner Ausgaben und nicht seiner Revenue ausmachen." (l. c., t. II, ch. I, p. 201, 202.)
Dagegen gehören zum capital fixe „alle Baulichkeiten, die einem nützlichen Zweck dienen und ein Mittel der Revenue sind nicht nur für den Eigentümer, der für sie Miete erhält, sondern auch für ihren Mieter, der für sie Miete zahlt, wie Läden, Lager, Werkstätten, Pachthöfe mit allen zugehörigen Nebengebäuden, Ställen, Scheunen usw. Diese Baulichkeiten sind von bloßen Wohnhäusern sehr verschieden. Sie sind eine Art Arbeitsmittel." (l. c., t. II, ch. I, p. 203, 204.)
„Alle neuen Fortschritte der Mechanik, die es ermöglichen, daß dieselbe Zahl von Arbeitern dieselbe Menge Arbeitsergebnisse mit einfacheren und wohlfeileren Maschinen als früher hervorbringen, werden stets als sehr vorteilhaft für eine Gesellschaft angesehen. Eine bestimmte Menge Rohstoffe und die Arbeit einer bestimmten Zahl von Arbeitern, die früher gebraucht wurden, die komplizierteren und kostspieligeren Maschinen instand zu halten, können nun verwendet werden, die Menge der Arbeitsergebnisse zu vergrößern, für die diese oder andere Maschinen hergestellt werden." (l. c., t. II, ch. II, p. 216, 217.)
„Der Aufwand zur Erhaltung des fixen Kapitals ... ist notwendigerweise von der Nettorevenue der Gesellschaft abzuziehen." (l. c., t. II, ch. II, p. 218.) „Jede Ersparnis beim Aufwand zur Erhaltung des fixen Kapitals, die nicht die Produktivkraft der Arbeit verringert, muß den Fonds, der die Produktion in Bewegung setzt, erhöhen und folglich das jährliche Produkt von Land und Arbeit, die reale Revenue jeder Gesellschaft, vermehren." (l. c., t. II, ch. II, p. 226, 227.)
Das durch Bankbilletts, überhaupt Papiergeld ins Ausland gejagte bare Geld – wenn verausgabt, „ausländische Waren für den inländischen Konsum zu kaufen" – kauft entweder Luxusprodukte, wie vins étrangers, soieries285 etc., kurz, „Waren ..., die dazu bestimmt sind, von Müßiggängern, die nichts produzieren, konsumiert zu werden ..., oder ... es kauft einen zusätzlichen Fonds von Rohstoffen, Werkzeugen und Lebensmitteln, um damit eine zusätzliche Anzahl jener arbeitsamen Leute zu unterhalten und zu beschäftigen, die den Wert ihres jährlichen Konsums mit einem Profit reproduzieren." (l. c., t. II, ch. II, p. 231, 232.)
Die erste Manier of employment286, sagt Smith, vermehrt die prodigalité287, „vermehrt den Aufwand und die Konsumtion, ohne der Produktion etwas hinzuzufügen oder einen dauernden Fonds zur Bestreitung dieses Aufwands zu schaffen, und ist für die Gesellschaft in jeder Beziehung schädlich." (l. c., t. II, p. 232.) Dagegen „angewandt nach der zweiten Art, erweitert es den Rahmen der Industrie; und obwohl es den Konsum der Gesellschaft vermehrt, so eröffnet es auch eine dauernde Quelle, um diesen Konsum zu bestreiten, weil die Menschen, die konsumieren, den Gesamtwert ihrer jährlichen Konsumtion mit einem Profit reproduzieren." (l. c., t. II, ch. II, p. 232.)
„Die Menge der produktiven Arbeit, die ein Kapital in Gang bringen kann, muß offenbar gleich sein der Anzahl von Arbeitern, die es mit Rohstoffen, Werkzeugen und Lebensmitteln versorgen kann, die der Art der Arbeit entsprechen." (l. c., t. II, p. 235.)
||396| In l.II, ch.III (l.c., t.II, p.314 sqq.):
„Die produktiven und die unproduktiven Arbeiter, wie auch jene, die gar nicht arbeiten, werden alle in gleicher Weise vom jährlichen Produkt des Bodens und der Arbeit des Landes erhalten. Dieses Produkt ... ist notwendigerweise begrenzt. Je nachdem daher in einem Jahre ein größerer oder kleinerer Teil dieses Produkts dazu verwendet wird, unproduktive Leute zu erhalten, wird weniger oder mehr für die produktiven Leute übrigbleiben, und dementsprechend wird das Produkt des nächsten Jahres größer oder kleiner sein ...
Zwar ist das jährliche Gesamtprodukt des Bodens und der Arbeit eines Landes ... in letzter Instanz dazu bestimmt, zur Konsumtion seiner Einwohner beizutragen und ihnen eine Revenue zu verschaffen, jedoch von dem Augenblick an, wo es aus dem Boden oder aus den Händen der produktiven Arbeiter kommt, teilt es sich natürlicherweise in zwei Teile. Einer davon, und oft der größere, ist in erster Linie dazu bestimmt, ein Kapital zu ersetzen oder die Menge Lebensmittel, Rohstoffe und fertige Produkte zu erneuern, die einem Kapital entzogen waren; der andere ist dazu bestimmt, eine Revenue zu bilden, entweder für den Besitzer dieses Kapitals als dessen Profit oder für jemand anders als Rente von seinem Boden ...
Der Teil des jährlichen Produkts des Bodens und der Arbeit eines Landes, der ein Kapital ersetzt, wird niemals unmittelbar angewandt, um anderen als produktiven Arbeitern Unterhalt zu geben. Er zahlt Arbeitslohn bloß für produktive Arbeit; derjenige Teil, der dazu bestimmt ist, unmittelbar eine Revenue zu bilden ..., kann ebensogut produktiven wie unproduktiven Arbeitern Unterhalt geben ...
Die unproduktiven Arbeiter und jene Leute, die überhaupt nicht arbeiten, werden alle aus einer Revenue erhalten. Entweder, erstens, durch jenen Teil des jährlichen Produkts, der von vornherein bestimmt ist, eine Revenue für einige Privatleute zu bilden, entweder als Grundrente oder als Kapitalprofit; oder, zweitens, durch jenen anderen Teil, der zwar bestimmt ist, ein Kapital zu ersetzen und nur produktiven Arbeitern Unterhalt zu geben, der aber, einmal in deren Hände gelangt, soweit als er ihren notwendigen Lebensunterhalt übersteigt, sowohl zum Unterhalt produktiver wie unproduktiver Leute verwendet werden kann. So kann auch der einfache Arbeiter, wenn sein Lohn hoch ist ..., einen Dienstboten für seine persönlichen Dienste halten, oder er kann mitunter ins Schauspielhaus oder ins Puppentheater gehen und so seinen Teil zum Unterhalt einer Klasse von unproduktiven Arbeitern beitragen. Oder endlich kann er manche Steuern zahlen und dadurch zum Unterhalt einer anderen Klasse beitragen ..., die ebenso unproduktiv ist. Dennoch wird nichts von diesem Teil des Produkts des Bodens, der ursprünglich bestimmt war, ein Kapital zu ersetzen, jemals dazu verwendet, unproduktive Arbeiter zu erhalten, bevor er sein volles Maß produktiver Arbeit in Bewegung gesetzt hat ... Der Arbeiter muß seinen Lohn durch geleistete Arbeit voll verdient haben, ehe er auch nur das Geringste in unproduktiver Arbeit verausgaben kann ... Die Grundrente und der Kapitalprofit sind ... überall die Hauptquellen, aus denen unproduktive Arbeiter ihren Lebensunterhalt schöpfen ... Jede dieser Revenuen kann ebensogut produktive wie unproduktive Arbeiter erhalten. Sie scheinen jedoch immer eine gewisse Vorliebe für die letzteren zu haben …
Was in jedem Lande hauptsächlich das Verhältnis zwischen produktiven und unproduktiven Arbeitern bestimmt, ist das Verhältnis zwischen jenem Teil der jährlichen Produktion, der – sobald er aus der Erde oder aus den Händen der sie produzierenden Arbeiter kommt – dazu bestimmt ist, ein Kapital zu ersetzen, und jenem anderen Teil, der dazu bestimmt ist, eine Revenue zu bilden, entweder als Rente oder als Profit. Aber dieses Verhältnis ist sehr verschieden in reichen und in armen Ländern.“
[Smith] vergleicht dann den
„sehr großen, oft den größten Teil des Produktes der Erde“, der bei den „reichen Nationen Europas bestimmt ist, das Kapital eines reichen und unabhängigen Pächters zu ersetzen“, im Gegensatz mit der „Herrschaft der Feudalordnung“, wo „ein sehr kleiner Teil des Produkts genügte, das in der Landwirtschaft angewandte Kapital zu ersetzen“.
Ebenso mit commerce und manufactures. Jetzt große Kapitalien darin gebraucht, früher de très-minces capitaux288, aber sie
„werfen sehr große Profite ab. Der Zinsfuß lag nirgends unter 10 Prozent, und die Profite vom Kapital müssen ausgereicht haben, einen so hohen Zins zu zahlen. Jetzt Zins in den fortgeschritteneren Ländern Europas nirgends über 6, in den reichsten 4, 3, 2 p. c. Wenn der Teil der Revenue der Einwohner, der aus dem Profit stammt, in reichen Ländern stets viel größer ist als in armen, so rührt dies daher, daß das Kapital dort viel größer ist; aber im Verhältnis zum Kapital sind dort die Profite im allgemeinen viel geringer. So ist also derjenige Teil des jährlichen Produkts, der – sobald er aus der Erde oder aus den Händen der produktiven Arbeiter kommt – bestimmt ist, ein Kapital zu ersetzen, ||397| in den reichen Ländern nicht nur viel größer als in den armen, sondern er ist dort auch viel größer im Verhältnis zu jenem Teil, der bestimmt ist, unmittelbar eine Revenue zu bilden, entweder als Rente oder als Profit. Der Fonds, der bestimmt ist, produktive Arbeit zu erhalten, ist nicht nur in den reichen Ländern viel größer als in den armen, sondern er ist auch viel größer im Verhältnis zu jenem Fonds, der zwar ebensogut der Erhaltung produktiver wie unproduktiver Arbeiter dienen kann, aber doch in der Regel die Tendenz zeigt, sich den letzteren zuzuwenden.“ [l. c. p.320, 321.]
(Smith fällt in den Irrtum, die Größe des produktiven Kapitals und die Größe des Teils desselben – destiné à fournir de la subsistance au travail productif289 – zu identifizieren. Aber die große Industrie ihm in fact noch nur in den Anfängen bekannt.)
„Das Verhältnis zwischen diesen beiden verschiedenen Arten von Fonds bestimmt notwendigerweise den allgemeinen Charakter der Bewohner eines Landes, ihre Neigung zum Fleiß oder zur Faulheit.“
So z.B. sagt er,
„in den englischen und holländischen Manufakturstädten, wo die unteren Klassen des Volkes besonders leben von den angewendeten Kapitalien, sind sie im ganzen arbeitsam, einfach und sparsam. Dagegen in Residenzstädten, von Höfen etc., wo die unteren Klassen des Volkes von Aufwendungen und Revenue leben, sind sie im allgemeinen faul, liederlich und arm wie in Rom, Versailles, etc. …
Es ist also das Verhältnis zwischen der Summe der Kapitalien und der Summe der Revenuen, was überall das Verhältnis zwischen Betriebsamkeit und Müßiggang bestimmt: Überall, wo das Kapital das Übergewicht hat, herrscht Betriebsamkeit; wo die Revenue das Übergewicht hat, herrscht Müßiggang. So hat also jede Vermehrung oder Verminderung der Masse von Kapitalien natürlicherweise die Tendenz, die Summe der Betriebsamkeit, die Zahl der produktiven Arbeiter und damit den Tauschwert des jährlichen Produkts der Erde und der Arbeit des Landes, den Reichtum und die wirkliche Revenue aller seiner Einwohner wirklich zu vermehren oder zu verringern … Das, was jährlich erspart wird, wird ebenso regelmäßig konsumiert wie das, was jährlich aufgewandt wird, und überdies fast in derselben Zeit; aber es wird von einer anderen Klasse von Leuten konsumiert.“ Die erste „Portion der Revenue durch Bediente, unnütze Fresser etc., die nichts hinterlassen, was ihren Konsum ersetzen könnte“. Die zweite „durch die Arbeiter, die den Wert ihres jährlichen Konsums mit Profit reproduzieren … Der Konsum ist derselbe, aber die Konsumenten sind verschiedene.“ [l. c. p. 321–328, passim.]
Daher nun die Homilien Smiths (weiter on290 gehend l. c., t. II, l. II, ch. III, p. 328, 329 sq.) über den homme économe291, der durch seine épargnes annuelles292 gleichsam un atelier public293 für un nombre additionel des gens productifs294 bildet,
„und so für alle Ewigkeit eine Art Fonds zum Unterhalt der gleichen Anzahl produktiver Leute begründet“, während der prodigue295 „die Masse der Fonds verringert, die zum Unterhalt der produktiven Arbeit bestimmt sind … Wäre diese Menge Nahrungsmittel und Kleidung, die so“ (infolge der prodigalité des prodigue296) „die unproduktiven Arbeiter konsumierten, unter die produktiven Arbeiter verteilt worden, so hätten diese den ganzen Wert dessen, was sie konsumierten, sogar mit einem Profit, reproduziert.“
Der Schluß dieser Moral, daß dies (Ökonomie und Verschwendung) sich ausgleicht unter Privaten, in fact „la sagesse“297 überwiegt.
„Große Nationen verarmen niemals durch die Verschwendung und die Liederlichkeit von Privaten, wohl aber mitunter durch die ihrer Regierung. In den meisten LänDauer sind als manche materielle Produkte. Ein Palast besteht lange Zeit, aber die Iliade ist eine Quelle noch dauerhafteren Genusses.“ (p. 277, 278.)
Welches Blech!
Im Sinne, wie er hier richesse298 nimmt, als Gebrauchswert, macht299 sogar die consommation, sie mag sich langsam oder rasch vollziehn (ihre Dauer hängt von ihrer eignen Natur und der des Gegenstandes ab) – macht nur die consommation das produit erst zu richesse. Der Gebrauchswert hat nur Wert für den Gebrauch, und sein Dasein für den Gebrauch ist nur ein Dasein als Gegenstand der consommation, sein Dasein in der consommation. Sowenig wie das Champagnertrinken eine produktive Konsumtion ist, obgleich es „Katzenjammer“ produzieren mag, sowenig das Hören von Musik, obgleich es „un souvenir“300 hinterläßt. Ist die Musik gut und versteht der Hörer Musik, so ist die Musikkonsumtion höher als die Champagnerkonsumtion301, obgleich die Produktion des letztern eine „produktive Arbeit“ ist und die der erstern nicht.
Nehmen wir den ganzen Kohl gegen die Smithsche Unterscheidung von produktiver und unproduktiver Arbeit zusammen, so hatte Garnier, und etwa noch Lauderdale und Ganilh (aber dieser nichts Neues), [die Polemik] erschöpft. Die Spätren (den verunglückten Versuch Storches abgerechnet) bloß belletristische Ausführung, gebildetes Geschwätz. Garnier der économiste des Direktoriums und des Konsulats, Ferrier und Ganilh die Ökonomisten des empire302. Anderseits Lauderdale, der Herr Graf, dem es viel mehr darum zu tun war, die Konsumenten als die Produzenten „der unproduktiven Arbeit“ zu apologisieren. Die Verherrlichung des Bediententums und Lakaientums, tax gatherers303, Parasiten, läuft durch alle die Hunde durch. Dagegen erscheint der grobzynische Charakter der klassischen Ökonomie als Kritik bestehender Zustände.
Einer der fanatischsten Malthusianer der Reverend Th. Chalmers, nach dem es für alle sozialen Mißstände kein Mittel gibt, außer religiöse Erziehung der arbeitenden Klasse (worunter er christlich verbrämtes, pfäffisch erbauliches Einpauken der malthusischen Populationstheorie versteht); zugleich ein großer Vertheidiger aller abuses, of wasteful expenditure304 des Staats, starker Pfründen für Pfaffen und toller Verschwendung der Reichen; der jammert (p. 260 sqq.) über den Geist der Zeit, die „hard and hungerbitten economy“305 und [der] viel taxes will, viel zu fressen für die „höhern“ und unproduktiven Arbeiter, Pfaffen usw. (l. c.); poltert natürlich gegen die Smithsche Unterscheidung. Er hat ihr ein ganzes Kapitel geliefert (ch.XI), das nichts Neues enthält, außer, daß Ökonomie etc. „den produktiven Arbeitern“ nur schadet, dessen Tendenz sich aber charakteristisch in folgendem zusammenfaßt: Diese „Unterscheidung scheint wertlos und dabei unheilvoll in der Anwendung zu sein“ (l. c. p. 344.)
Und worin besteht dieses mischief306?
„Wir haben dies Argument deshalb so ausführlich behandelt, weil wir der Ansicht sind, daß die politische Ökonomie unserer Tage eine strenge und feindliche Ansicht über eine kirchliche Einrichtung hat; und wir zweifeln nicht, daß die schädliche Unterscheidung von Smith viel dazu beigetragen hat." (Thomas Chalmers (Prof. of Divinity307) On Political Economy, in Connexion with the Moral State and Moral Prospects of Society, 2nd ed., London 1832, p.346.)
Unter der „ecclesiastical establishment“308 versteht der Pfaff seine eigne Kirche, die Church of England as by law „established“309. Dazu war er einer der Burschen, die dies „establishment" had fostered upon Ireland310. Wenigstens ist der Pfaffe offenherzig.
||417| Ehe wir nun mit A. Smith abschließen, wollen wir noch zwei Stellen zitieren, die erste, worin er seinem Haß gegen das unproduktive government311 Luft macht, die zweite, worin er zu entwickeln sucht, warum Fortschritt der Industrie etc. freie Arbeit voraussetzt. Über Smiths Haß gegen die Pfaffen.312
Die erste Stelle lautet:
„Es ist daher die größte Unverschämtheit und Anmaßung, wenn Könige und Minister den Anspruch erheben, über die Sparsamkeit der Privatleute zu wachen und ihre Ausgaben durch Aufwandgesetze oder durch ein Einfuhrverbot ausländischer Luxuswaren einzuschränken. Sie sind selbst stets und ohne Ausnahme die größten Verschwender in der Gesellschaft. Laßt sie nur gut auf ihren eigenen Aufwand achthaben, und sie können den Privatleuten getrost den ihrigen überlassen. Wenn ihre eigenen Extravaganzen den Staat nicht ruinieren, werden es die ihrer Untertanen niemals tun.“ (t. II, l. II, ch. III, ed. McCulloch, p. 122.)
Und noch einmal die folgende Stelle313:
„Die Arbeit einiger der angesehensten Stände der Gesellschaft ist, ebenso wie die der Dienstboten, nicht wertbildend
{sie hat value, kostet daher ein Äquivalent, aber sie produziert keine value}
„und fixiert oder realisiert sich nicht in einem dauerhaften Gegenstand oder einer verkäuflichen Ware … So sind zum Beispiel der Souverain mit allen seinen Justizbeamten und Offizieren, die ihm unterstehen, die ganze Armee und Flotte unproduktive Arbeiter. Sie sind die Diener der Gesellschaft und werden von einem Teil des jährlichen Produkts des Fleißes anderer Leute erhalten … In die gleiche Klasse gehören … Geistliche, Juristen, Ärzte, Literaten und Gelehrte aller Art; Schauspieler, Possenreißer, Musiker, Opernsänger, Ballettänzer usw.“ (l. c. p. 94, 95.)
Dies ist die Sprache der noch revolutionären Bourgeoisie, die sich die ganze Gesellschaft, Staat etc., noch nicht unterworfen hat. Diese transzendenten Beschäftigungen, altehrwürdig, Souverain, Richter, Offiziere, Pfaffen etc., die Gesamtheit der alten ideologischen Stände, die sie erzeugen, ihre Gelehrten, Magister und Pfaffen werden ökonomisch gleichgestellt dem Schwarm ihrer eignen Lakaien und Lustigmacher, wie sie und die richesse oisive314, Grundadel et capitalistes oisifs315, sie unterhalten. Sie sind bloße servants des public316, wie die andren ihre servants sind. Sie leben von dem produce of other people’s industry317, müssen also auf das unvermeidliche Maß reduziert werden. Staat, Kirche etc. bloß berechtigt, soweit sie Ausschüsse zur Verwaltung oder Handhabung der gemeinschaftlichen Interessen der produktiven Bourgeois sind; und ihre Kosten, da sie an und für sich zu den faux frais de production318 gehören, müssen auf das unentbehrliche Minimum reduziert werden. Diese Ansicht [hat] historisches Interesse in ihrem scharfen Gegensatz teils zur Ansicht der antiken Altertums, worin die materiell produktive Arbeit das Brandmal der Sklaverei trägt und bloß als Piedestal für den citoyen oisif319 betrachtet wird, teils zu der Ansicht [der] aus der Auflösung des Mittelalters hervorgehenden absoluten oder aristokratisch-konstitutionellen Monarchie, wie Montesquieu, selbst noch in ihr befangen, sie so naiv in folgendem Satz ausspricht (l. VII, ch. IV „Esprit des lois“):
„Wenn die Reichen nicht viel ausgeben, werden die Armen Hungers sterben.“
Sobald die Bourgeoisie dagegen das Terrain erobert hat, teils selbst des Staats sich bemächtigt, teils ein Kompromiß mit seinen alten Inhabern gemacht, ditto die ideologischen Stände als Fleisch von ihrem Fleisch erkannt und sie überall in ihre Funktionäre, sich gemäß, umgewandelt hat; sobald sie selbst nicht mehr als Repräsentant der produktiven Arbeit diesen gegenübersteht, sondern sich ihr gegenüber die eigentlichen produktiven Arbeiter erheben und ihr ebenfalls sagen, daß sie von other people's industry lebt; sobald sie gebildet genug ist, nicht ganz in der Produktion aufzugehn, sondern auch „gebildet“ konsumieren zu wollen; sobald mehr und mehr die geistigen Arbeiten selbst in ihrem Dienst sich vollziehn, in den Dienst der kapitalistischen Produktion treten, wendet sich das Blatt, und sie sucht „ökonomisch“ von ihrem eignen Standpunkt aus zu rechtfertigen, was sie früher kritisch bekämpfte. Ihre Wortführer und Gewissensbeschnöriger in dieser line sind die Garniers etc. Es kommt hinzu der Eifer dieser Ökonomen, die selbst Pfaffen, Professoren etc. sind, ihre „produktive“ Nützlichkeit zu beweisen, ihre Salaire „ökonomisch“ zu rechtfertigen.
|418| Die zweite, auf die Sklaverei bezügliche Stelle lautet (l. c., t. III, l. IV, ch. IX, p. 549–551, éd. Garnier):
„Solche Beschäftigungen“ (d'artisan et de manufacturier320) „wurden“ (in plusieurs anciens états321) „als nur Sklaven geziemend betrachtet, und den Bürgern war ihre Ausübung verboten. Selbst in Staaten, wo dieses Verbot nicht galt, wie in Athen und Rom, war tatsächlich das Volk von all den Beschäftigungen ausgeschlossen, die heute gewöhnlich die unterste Klasse der städtischen Bevölkerung ausübt. Diese Beschäftigungen wurden in Athen und Rom von Sklaven der Reichen ausgeführt, die sie auf Rechnung ihrer Herren betrieben; und der Reichtum, die Macht und die Protektion der letzteren machten es einem armen Freien fast unmöglich, für sein Arbeitsprodukt Absatz zu finden, wenn dieses Arbeitsprodukt mit dem der Sklaven des Reichen zu konkurrieren hatte. Aber Sklaven sind selten erfinderisch, und die für die Produktion vorteilhaftesten Verbesserungen, die die Arbeit erleichtern und abkürzen, sei es durch Maschinen, sei es durch bessere Anordnung oder Verteilung der Arbeit, sind alle von Freien erfunden worden. Wenn gar ein Sklave sich einfallen ließ, eine derartige Verbesserung vorzuschlagen, so war sein Herr geneigt, seinen Vorschlag als eine Eingebung der Faulheit und des Wunsches zu betrachten, auf Kosten des Herrn die eigene Mühe zu sparen. Der arme Sklave hatte wahrscheinlich statt einer Belohnung bloß eine sehr schlechte Aufnahme zu erwarten, vielleicht sogar eine Züchtigung. In den Manufakturen, die mit Sklaven betrieben werden, muß folglich in der Regel, um dieselbe Menge Produkte hervorzubringen, mehr Arbeit angewendet werden als in denen, die mit Freien betrieben werden. Aus diesem Grunde ist das Arbeitsprodukt der Manufakturen der ersten Art in der Regel teurer als das der zweiten. Herr Montesquieu bemerkt, daß die ungarischen Bergwerke, obwohl nicht ergiebiger als die türkischen in ihrer Nachbarschaft, stets mit geringeren Kosten und daher mit größerem Profit ausgebeutet wurden. Die türkischen Bergwerke werden von Sklaven ausgebeutet, und die Arme dieser Sklaven sind die einzigen Maschinen, an deren Anwendung die Türken jemals dachten. Die ungarischen Bergwerke werden von Freien ausgebeutet, die, um ihre Arbeit zu erleichtern und abzukürzen, zahlreiche Maschinerie anwenden. Nach dem wenigen, was wir über die Preise der Manufakturprodukte in der Zeit der Griechen und Römer wissen, scheint es, daß die von feinster Qualität äußerst teuer waren.“
A. Smith sagt selbst, l. c., t. III, l. IV, ch. I, p. 5:
„Herr Locke bemerkt, daß ein Unterschied zwischen dem Geld und den anderen beweglichen Gütern zu machen ist. Alle anderen beweglichen Güter, meint er, sind von so vergänglicher Natur, daß man nicht sehr auf einen Reichtum bauen kann, der aus dieser Art von Gütern besteht … Geld dagegen ist ein wirklicher Freund etc.“
Und weiter, l. c. p. 24, 25:
„Die konsumablen Waren, sagt man, sind bald vernichtet, während Gold und Silber von dauerhafterer Natur sind. Würden sie nicht beständig exportiert, so könnten diese Metalle sich mehrere Jahrhunderte lang akkumulieren, so daß der wirkliche Reichtum eines Landes unglaublich anwachsen würde.“
Der Mann des Monetarsystems schwärmt für Geld, Silber, weil sie Geld sind, selbständiges Dasein, greifbares Dasein des Tauschwerts, und unzerstörbares, ewig dauerndes Dasein desselben, soweit ihnen nicht erlaubt wird, Zirkulationsmittel zu werden, bloß verschwindende Form des Tauschwerts der Waren. Akkumulation derselben, Aufhäufen, Schatzbildung daher seine Art, sich zu bereichern. Und wie ich im Zitat von Petty gezeigt, [werden] die andren Waren selbst geschätzt in dem Grade, worin sie mehr oder minder dauerhaft sind, also Tauschwert bleiben.
Nun wiederholt A. Smith erstens dieselbe Betrachtung über die relativ größere oder geringere Dauerhaftigkeit der Waren in dem Abschnitt, wo er von der mehr oder minder der Bildung des Reichtums nützlichen Konsumtion spricht, je nachdem sie sich in minder oder mehr vergänglichen Konsumtionsartikeln vollzieht. Also hier blickt das Monetarsystem durch; und notwendig so, da selbst bei der direkten Konsumtion der Hinterhalt bleibt, daß der ||419|| Konsumtionsartikel Reichtum bleibt, Ware, also Einheit von Gebrauchswert und Tauschwert, und letzres hängt von dem Grad ab, wie der Gebrauchswert dauerhaft ist, die Konsumtion also nur langsam seine Möglichkeit, Ware zu sein oder Träger des Tauschwerts, aufhebt.
Zweitens. In seiner zweiten Unterscheidung zwischen produktiver und unproduktiver labour kommt er ganz – in breiterer Form – auf die Unterscheidung des Monetarsystems zurück.
Die produktive labour
„fixiert und realisiert sich in einem besonderen Gegenstand oder einer verkäuflichen Ware, die wenigstens noch eine Zeitlang fortbesteht, nachdem die Arbeit beendet ist. Es wird gewissermaßen eine bestimmte Menge Arbeit gesammelt und gespeichert, um später, wenn nötig, verwendet zu werden.“
Dagegen die improductive labour's Resultate oder services
„vergehen gewöhnlich im Augenblick ihrer Leistung und hinterlassen selten eine Spur oder einen Wert, für den später eine gleiche Menge von Dienstleistungen beschafft werden könnte.“ (v. II, b. II, ch. III, ed. McCulloch, p. 94.)
Also denselben Unterschied, den das Monetarsystem zwischen Gold und Silber und den andren Waren, macht Smith mit den Waren und den services. Auch hier ist es die Akkumulation, aber nicht mehr in der Form der Schatzbildung, sondern der reellen, der Reproduktion. Die Ware vergeht in der Konsumtion, aber dann erzeugt sie Ware von höherem Wert wieder, oder, wenn so nicht angewandt, ist sie selbst Wert, womit andre Ware gekauft werden kann. Es ist die Eigenschaft des Produkts der Arbeit, daß es in einem plus ou moins322 dauerhaften und darum wieder veräußerbaren Gebrauchswert existiert, in einem Gebrauchswert, worin es vendible commodity323, Träger des Tauschwerts, selbst Ware ist – oder in der Tat, worin es Geld ist. Die services des travailleurs improductifs werden nicht wieder Geld. Ich kann keine Schulden zahlen noch Ware kaufen, noch Surpluswert zeugende Arbeit kaufen mit den Diensten, die ich dem Advokat, Arzt, Pfaffen, Musiker etc., Staatsmann, Soldat etc. zahle. Sie sind vergangen wie vergängliche Konsumtionsartikel.
Also au fond324 sagt Smith dasselbe wie das Monetarsystem. Bei ihnen nur die Arbeit produktiv, die Geld, Gold und Silber, zeugt. Bei Smith nur die Arbeit produktiv, die ihrem Käufer Geld produziert, nur daß er den Geldcharakter in allen Waren trotz ihrer Verhüllung erblickt, während das Monetarsystem ihn nur in der Ware erblickt, die das selbständige Dasein des Tauschwerts.
Diese Unterscheidung gründet sich auf das Wesen der bürgerlichen Produktion selbst, da der Reichtum nicht gleich Gebrauchswert ist, sondern nur die Ware Reichtum ist, der Gebrauchswert als Träger des Tauschwerts, als Geld. Was das Monetarsystem nicht begriff, wie dies Geld gemacht wird und vermehrt wird durch den Konsum der Waren, nicht durch ihre Verwandlung in Gold und Silber, worin sie als selbständiger Tauschwert kristallisiert sind, aber nicht nur den Gebrauchswert verlieren, sondern ihre Wertgröße nicht verändern.