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[Aufzeichnung einer Rede von Karl Marx
auf dem Stiftungsfest
des Deutschen Bildungsvereins für Arbeiter in London
am 28. Februar 1867]

[„Der Vorbote“ Nr. 3,
vom 3. März 1867]

Karl Marx sprach über die Lohnarbeit und das Kapital und wies mit großer Klarheit nach, wie die Arbeiter das Kapital verschaffen, wie sie durch das Produkt ihrer eigenen Arbeit in der Sklaverei erhalten wurden und wie das Kapital fortwährend benutzt werde, ihre Ketten fester zu schmieden. Der sogenannte freie Arbeiter habe wohl das Bewußtsein, freier Arbeiter zu sein, aber er sei um so mehr in der Gewalt der Kapitalmacht, als er gezwungen sei, seine Arbeit für einen elenden Lohn zu verkaufen, um die allernötigsten Lebensbedürfnisse dafür zu erhalten. Der freie Arbeiter stehe materiell in den meisten Fällen unter dem Sklaven und dem Leibeigenen. Die Arbeiterklasse brauche nicht das persönliche Eigentum abzuschaffen, das sei längst abgeschafft und werde tagtäglich abgeschafft, was jedoch abgeschafft werden müsse, sei das bürgerliche Eigentum, welches doch nur auf Betrug gegründet sei.

In betreff der sozialen Verhältnisse in Deutschland bemerkte Marx, daß das deutsche Proletariat noch am ersten fähig sei, eine Radikalkur siegreich durchzuführen. Erstens hätten sich die Deutschen am meisten von allem religiösen Unsinn befreit; zweitens brauchten sie nicht die langwierige bürgerliche Bewegung durchzumachen wie die Arbeiter anderer Länder, und drittens werde sie ihre geographische Lage zwingen, dem östlichen Barbarismus den Krieg zu erklären, denn von dort aus, von Asien, sei alle Reaktion gegen den Westen ausgegangen. Dadurch werde die Arbeiterpartei auf den revolutionären Boden hingedrängt, auf welchem sie handeln müsse, um sich gänzlich zu befreien.

Quelle: Marx/Engels: Werke, Bd. 16, Berlin: Dietz Verlag 1961, S. 524.