International Working Men's Association
Central Council
18, Greek Street, London, W.
Gewerksgenossenschaften, Gesellschaften der gegenseitigen Hilfe und andere Arbeitergesellschaften sind eingeladen, geschlossen beizutreten; die einzige Bedingung hierfür ist, daß die Mitglieder die Prinzipien der Assoziation anerkennen und für ihre Beitrittserklärung (die lackiert und auf Leinwand mit Leisten aufgezogen ist) 5 sh. bezahlen. Von beitretenden Gesellschaften wird kein Beitrag gefordert; es bleibt ihnen überlassen, entsprechend ihren Mitteln und nach ihrem Ermessen Beiträge zu zahlen oder die Assoziation von Zeit zu Zeit zu unterstützen, wenn sie glauben, daß deren Anstrengungen eine Unterstützung rechtfertigen.
Der Zentralrat ist gern bereit, die Adresse und Statuten, worin die Prinzipien und Ziele der Assoziation ausführlich dargelegt sind, jeder Gesellschaft zu schicken, die dies wünscht; innerhalb des Londoner Distrikts werden bereitwillig Abordnungen geschickt, die jede weitere gewünschte Auskunft erteilen. Beitretende Gesellschaften erhalten das Recht, einen Vertreter in den Zentralrat zu delegieren. Der Beitrag für Einzelmitglieder beträgt 1 sh. im Jahr zuzüglich 1 d. für die Mitgliedskarte. Die Karte sowie alle Auskünfte über die Assoziation kann man vom ehrenamtlichen Sekretär erhalten oder auf den Sitzungen des Zentralrats, die jeden Dienstag von acht bis zehn Uhr abends in der Greek Street Nr. 18 stattfinden.
E. Dupont, korrespondierender Sekretär für Frankreich
K. Marx, korrespondierender Sekretär für Deutschland
E. Holtorp, korrespondierender Sekretär für Polen
H. Jung, korrespondierender Sekretär für die Schweiz
L. Lewis, korrespondierender Sekretär für Amerika
G. Odger, Präsident des Zentralrats
G. W. Wheeler, ehrenamtlicher Schatzmeister
W. R. Cremer, ehrenamtlicher Generalsekretär
Antragsformular für Gesellschaften,
die der Internationalen Arbeiterassoziation beitreten möchten
Wir, die Mitglieder der ......................................., versammelt in ......................................., erklären unsere völlige Übereinstimmung mit den Prinzipien und Zielen der Internationalen Arbeiterassoziation und verpflichten uns, sie zu verbreiten und in die Tat umzusetzen. Zum Zeichen unserer Aufrichtigkeit ersuchen wir hiermit den Zentralrat, uns in den brüderlichen Bund als angeschlossene Zweiggesellschaft der Assoziation aufzunehmen.
Unterschrieben im Auftrag von ......... Mitgliedern
.......................... Sekretär
.......................... Präsident
.......................... 186...
Entsprechend dem dringenden Ersuchen unserer französischen und Schweizer Korrespondenten – die den Zentralrat auffordern, Schritte zu unternehmen zur Erfüllung der bei der Gründung der Assoziation abgegebenen Verpflichtung, in diesem Jahr einen Kongreß in Brüssel einzuberufen, um Fragen zu beraten, die für die Proletarier Europas von allgemeinem Interesse sind – hat euer Komitee diese Frage geprüft und unterbreitet euch jetzt folgende Vorschläge:
1. Da es gegenwärtig nicht möglich ist, einen Kongreß in Brüssel oder London einzuberufen, schlagen wir vor, statt dessen eine Konferenz für Montag, den 25. September, in London einzuberufen.
2. Folgende Erklärung soll in den kontinentalen und britischen Zeitungen, die mit unserer Sache sympathisieren, veröffentlicht werden:
„Der Zentralrat der Internationalen Arbeiterassoziation teilt mit, daß er beschlossen hat, die Einberufung eines allgemeinen Arbeiter-Kongresses in Brüssel oder an einem beliebigen anderen Ort aus folgenden Gründen zu verschieben:
erstens, weil er zu der Überzeugung gelangt ist, daß es zweckmäßiger sei, eine Vorkonferenz mit einer kleineren Zahl Delegierter der wichtigsten Zweiggesellschaften des Kontinents abzuhalten, um das Programm zu beraten, welches dem bevorstehenden Kongreß vorgelegt werden soll;
zweitens, weil die Reformbewegung, die allgemeinen Wahlen und die Industrie-Ausstellung in Großbritannien sowie die Strikes in Frankreich die Energie und Aufmerksamkeit der Arbeiterklasse derart in Anspruch genommen haben, daß darunter die Entwicklung der Assoziation gelitten hat;
drittens, weil das belgische Parlament in diesem Jahr ein Fremdengesetz erlassen hat, das die Ausführung des Plans der Assoziation, einen Kongreß in der Hauptstadt Belgiens abzuhalten, verhindert und jede Möglichkeit ausschließt, dort eine Konferenz einzuberufen."
3. Die Zusammensetzung der Konferenz soll folgende sein: von jeder zentralen Leitung sollen zwei Delegierte eingeladen werden, nebst zwei Delegierten aus Lyon. Die Reisekosten der Delegierten werden von den Zweiggesellschaften getragen, die sie vertreten; ihre Ausgaben in London werden vom Zentralrat bestritten.
4. Was die Bestreitung dieser Kosten anbelangt, so hat das Komitee von dem Bürger Jung das großzügige Angebot erhalten, den Delegierten aus der Schweiz Unterkunft und Verpflegung zu gewähren. Zur Deckung der übrigen Ausgaben empfiehlt das Komitee:
erstens, daß die Mitglieder des Zentralrats ihren Beitrag für das kommende Jahr im September, noch vor Zusammentritt der Konferenz, bezahlen;
zweitens, daß der Generalsekretär angewiesen wird, die Sekretäre jener Gesellschaften, welche sich der Assoziation bereits angeschlossen haben, aufzurufen, daß sie sich bemühen sollen, an Einzelmitglieder Mitgliedskarten abzusetzen, damit die Kosten der Konferenz gedeckt werden können;
drittens, daß den Mitgliedern des Zentralrats empfohlen wird, Mitgliedskarten zur Verbreitung entgegenzunehmen und diese dem Rat bar zu bezahlen, um die unmittelbaren Auslagen mit dem Erlös aus den Mitgliedskarten abzurechnen.
5. Das Komitee schlägt dem Zentralrat vor, das folgende Programm anzunehmen und der Konferenz zu unterbreiten. Das Programm wurde vom Zentralrat in folgender Form ergänzt und angenommen:
1. Fragen, die den Kongreß betreffen.
2. Fragen, die die Organisation der Assoziation betreffen.
3. Vereinigung der Anstrengungen im Kampf zwischen Arbeit und Kapital in den verschiedenen Ländern mit Hilfe der Assoziation.
4. Gewerksgenossenschaften, ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
5. Kooperativarbeit.
6. Direkte und indirekte Steuern.
7. Beschränkung des Arbeitstages.
8. Frauen- und Kinderarbeit.
9. Die moskowitische Gefahr für Europa und die Wiederherstellung eines unabhängigen und einheitlichen Polens.
10. Stehende Heere; ihr Einfluß auf die Interessen der produktiven Klassen.
6. Vorbereitende Sitzungen der Delegierten sollen zusammen mit dem Komitee, entscheidende Sitzungen mit dem Zentralrat durchgeführt werden.
7. Am 28. September wird aus Anlaß dreier Ereignisse eine Soiree gegeben: erstens zur Feier des Jahrestags der Gründung der Assoziation; zweitens zur Ehrung der kontinentalen Delegierten; drittens zur Feier des Sieges des Föderalismus und der freien Arbeit in Amerika. Das Programm der Soiree soll bestehen aus einem Tee, Ansprachen, Unterhaltung und Tanz.
Nach dem Protokollbuch.
Aus dem Englischen.
[„Der Vorbote“Nr. 2,
Februar 1866]
Einem Londoner Brief vom 29. Januar entnehmen wir folgende Zeilen:
„In religiöser Hinsicht geht jetzt in dem verdumpften England eine bedeutungsvolle Bewegung vor sich. Die ersten Männer der Wissenschaft, Huxley (Darwins Schule) an der Spitze, mit Charles Lyell, Bowring, Carpenter usw. geben in St. Martin's Hall höchst aufgeklärte, wahrhaft kühne, freigeistige Vorlesungen für das Volk, und zwar an Sonntagabenden, gerade zu der Stunde, wo sonst die Schäflein zur Weide des Herrn pilgerten; die Halle war massenhaft voll und der Jubel des Volkes so groß, daß am ersten Sonntagabend, wo ich mit meiner Familie zugegen war, mehr als 2000 Menschen keinen Einlaß mehr in den zum Ersticken angefüllten Raum finden konnten. Dreimal ließen die Pfaffen das Entsetzliche geschehen. – Gestern abend jedoch wurde der Versammlung angekündigt, daß keine Vorlesungen mehr gehalten werden dürften, bis der Prozeß der Seelsorger gegen die Sunday evenings for the people (Sonntagsvorträge für das Volk) erledigt sei. Die Entrüstung der Versammlung sprach sich entschieden aus, und mehr als 100 Pfund Sterling wurden sofort zur Führung des Prozesses gesammelt. Wie dumm von den Pfäfflein, sich einzumischen. Zum Ärger der Frömmlerbande schlossen die Abende auch noch mit Musik. Chöre von Händel, Mozart, Beethoven, Mendelssohn und Gounod wurden gesungen und mit Enthusiasmus von den Engländern aufgenommen, denen bisher an Sonntagen nur erlaubt war, ‚Jesus, Jesus meek and mild‘ (Jesus, Jesus sanft und mild) zu grölen oder in den Ginpalast (Schnapsschenke) zu wandern."
Diese Vorgänge mögen wohl den Anlaß geben, daß die zahlreichen Freidenkervereine Englands nun sämtlich aus ihrer bisher mehr zurückhaltenden Stellung zur Nutzanwendung ihrer Forschungen vor das Volk treten werden.
Auch ist es ein Zeichen der Zeit, daß die Sache der Fenier bei der englischen Arbeiterklasse tiefe Sympathien findet, sowohl weil sie gegen die Pfaffen gerichtet, als weil sie republikanisch ist.
[„L'Echo de Verviers“ Nr. 43
vom 20. Februar 1866]
18, Bouverie Street, Fleet Street, London
An den Redakteur des „Echo de Verviers“
Monsieur,
wir rechnen mit Ihrem Gerechtigkeitssinn und Ihrem Wunsche, „Wahrheit und Aufklärung in der Arbeiterklasse zu verbreiten“, wenn wir Sie bitten, nachfolgenden Brief zu veröffentlichen; eine Kopie des Briefes wurde an den Bürger V.1 gesandt.
Ihr ergebener
Jung
Herr V.,
in Nr. 293 des „Echo de Verviers“ vom 16. Dezember 1865 ist ein Artikel erschienen, der vorgeblich bezweckt, die Arbeiter über den Geist aufzuklären, von dem die Mitglieder des Zentralrats der Internationalen Arbeiterassoziation erfüllt seien; der Bürger Le Lubez, der ihn dem Rat vorgelegt hat (wozu er beauftragt war), hat, obwohl der Artikel anonym erschienen ist, erkannt, daß dieser Ihrer Feder entstammt.
Der Zentralrat hat nach Erörterung des Artikels folgende Resolution in der Sitzung vom 9. Januar 1866 angenommen:
„Der Bürger V. wird aufgefordert, die von ihm vorgebrachten Fakten zu begründen; falls er sich weigert oder die Beweise nicht geben kann, wird er aus der Internationalen Arbeiterassoziation ausgeschlossen.“
Da sich Ihr Artikel gänzlich von der Wahrheit entfernt, hat es der Zentralrat für seine Pflicht gehalten, die Tatsachen in ihrer vollen Wahrheit zu retablieren; der Zentralrat ist sich seiner Aufgabe und des ihm anvertrauten Mandats bewußt; er wird weder Verleumdungen mit Verleumdungen beantworten, noch Lügen mit Lügen; er wird sich nicht zu persönlichen Anschuldigungen erniedrigen, sondern wird es den Beschuldigten selbst überlassen, sich zu rechtfertigen; er wird vor keinem Hindernis zurückschrecken und den falschen Freunden zum Trotz keinerlei Makel und Schande an sich haften lassen.
Besondere Beachtung verdienen die folgenden Passagen:
I
„Bald reichten alle französischen und italienischen Mitglieder ihren Rücktritt ein, der mit der Zugehörigkeit der Herren Tolain und Fribourg zum Komitee und mit ihren Intrigen begründet wurde.“ („L’Echo de Verviers“, Nr. 293.)
Von 9 französischen Mitgliedern traten nur zwei zurück – die Herren Denoual und Le Lubez, und letzterer trat sogar kurz danach wieder ein; was die Italiener betrifft, so begründete einer von ihnen (der Bürger Wolff) seinen Rücktritt nicht „mit der Zugehörigkeit der Herren Tolain und Fribourg zum Komitee und mit ihren Intrigen“, sondern mit einer vom Subkomitee vorgelegten Resolution des Zentralrats bezüglich des Bürgers Lefort2, der er selber wenige Stunden zuvor als Mitglied des Subkomitees zugestimmt hatte.
II
„Das Komitee setzte seine Tätigkeit bis zum heutigen Tage ohne sie fort.“ („L’Echo de Verviers“, Nr. 293.)
Von den beiden zurückgetretenen französischen Mitgliedern kehrte der Bürger Le Lubez, ehemals Sekretär für Frankreich, nach kurzer Zeit als Delegierter der Sektion von Deptford zurück; das Komitee war also nicht lange ohne ihn tätig.
III
„Es“ (das Komitee) „veröffentlichte ein Manifest und Provisorische Statuten; erstes entstammt der Feder eines bedeutenden Publizisten lateinischer Race usw.“ („L’Echo de Verviers“, Nr. 293.)
Das Manifest und die Statuten wurden vor dem Rücktritt der italienischen und der beiden französischen Mitglieder veröffentlicht; das Manifest entstammt der Feder nicht eines bedeutenden Publizisten lateinischer Race3, sondern eines Schriftstellers teutonischer Race4; das Manifest wurde einstimmig von allen Mitgliedern des Zentralrats, einschließlich der Franzosen und Italiener, angenommen, noch ehe der Publizist lateinischer Race von ihm Kenntnis erhielt; weit davon entfernt, sein Verfasser zu sein, hätte er, wenn er es gekannt hätte, auf Grund der antibourgeoisen Tendenz des Manifests die italienischen Mitglieder dagegen opponieren lassen; aber er kam zu spät und konnte letztere nur noch daran hindern, das Manifest ins Italienische zu übersetzen. Offensichtlich haben Sie dieses Manifest niemals gelesen, und der bedeutende Publizist lateinischer Race wird Ihnen wenig Dank wissen, daß Sie ihm die Vaterschaft dieses Werkes zuschreiben.
IV
„Hat es“ (das Komitee) „das Ziel verfolgt, das es sich gesteckt hatte – die völlige Emanzipation der Arbeiter?
Nein! Statt dessen hat es ein Jahr kostbare Zeit verloren, um eine Konferenz einzuberufen und ein Programm des Kongresses auszuarbeiten, der in Genf stattfinden soll usw." („L'Echo de Verviers“, Nr.293.)
Der Zentralrat begann mit seiner Tätigkeit erst Anfang 1865. Also vergingen 9 Monate bis zur Konferenz; er benutzte diese 9 Monate „kostbarer Zeit“, um internationale Verbindungen zu knüpfen und seine Verbindungen in England auszudehnen. Mehrere Monate hindurch wurden allwöchentlich Abordnungen, die sich aus Mitgliedern des Zentralrats zusammensetzten, zu den verschiedenen Arbeitergesellschaften entsandt, um diese zum Anschluß an die Assoziation zu veranlassen. Hier ist das Resultat: Zum Zeitpunkt der Konferenz zählte die Internationale Arbeiterassoziation in England 14 000 Mitglieder; unter anderen hatten sich solch bedeutende Gesellschaften angeschlossen, wie die der Schuhmacher und der Maurer; die einflußreichsten und bedeutendsten Männer dieser gewaltigen Arbeiterorganisationen (Trade-Unions) waren Mitglieder des Zentralrats; es wurde eine Zeitung gegründet, deren Titel schon („Workman's Advocate“) ihre Aufgabe anzeigt, eine Zeitung, die stets und überall die Interessen der Arbeiterklasse verteidigt.
Es wurde eine Gesellschaft für das allgemeine Wahlrecht in England (Reformliga) gegründet, eine Gesellschaft, die Tausende von Mitgliedern zählt; ihr Sekretär und die Mehrheit der Mitglieder ihres Exekutivkomitees wurden aus unserer Mitte gewählt.
In Frankreich gibt es mehrere tausend Anhänger.
In Paris gibt es eine starke, aktive und untadelige Leitung einer Organisation, die über 2000 Mitglieder zählt; Zweiggesellschaften gibt es in Lyon, Rouen, Nantes, Caen, Neufchâteau, Pont-l'Evêque, Pantin, Saint-Denis, Lisieux, Puteaux, Belleville usw. usw. usw.
In der Schweiz: In Genf gibt es eine Leitung, die sich aus den besten Kräften zusammensetzt. Sie steht an der Spitze einer Organisation, die 500 Mitglieder zählt; Zweiggesellschaften bestehen in Lausanne, Vevey, Montreux und im Kanton Neuchâtel.
In Belgien formierte sich die Bewegung unter den besten Vorzeichen; das Zentralkomitee hatte allen Grund zu glauben, daß Spanien nicht zögern würde, Belgien zu folgen.
V
„Nein! Es“ (das Komitee) „hat zu seiner Konferenz vom September 1865 nicht einen einzigen Delegierten aus Deutschland eingeladen, das so viele Arbeitervereine zählt, nicht einen einzigen der zahlreichen Gesellschaften in England, nicht einen einzigen der so gut organisierten Gesellschaften Italiens und auch nicht eine einzige der in Frankreich bestehenden Gesellschaften, denn Tolain, Fribourg und Co. sind nicht die Delegierten einer französischen Arbeitergesellschaft; sie haben sich selbst delegiert und haben keinerlei Beweise irgendeines Mandats geliefert, mit dem man sie betraut hätte. Sie sind weit davon entfernt, Delegierte der französischen Arbeitergesellschaften zu sein, und so war ihre Anwesenheit die einzige Ursache, die diese Gesellschaften gehindert hat, Delegierte zu der Londoner Konferenz zu entsenden. Wir könnten mehrere solcher Gesellschaften nennen, die sich aus diesem Grunde geweigert hatten, an der Konferenz teilzunehmen usw. usw.“ (L'Echo de Verviers, Nr. 293.)
Prinzipiell konnten nur die Sektionen der Internationalen Arbeiterassoziation und die Gesellschaften, die sich zu ihren Grundsätzen bekannt hatten, auf der Konferenz vertreten sein; der Stand unserer Finanzen gebot uns, die Zahl der Delegierten auf ein Minimum zu beschränken.
Von Deutschland, „das so viele Arbeitervereine zählt“, hätten nur die von Schulze-Delitzsch gegründeten Konsumgenossenschaften vertreten sein können und die lassalleanischen Vereine, der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein; die ersteren waren, ohne Wissen ihrer Mitglieder, nur ein Instrument der liberalen preußischen Bourgeoisie, zu deren Matadoren Schulze-Delitzsch gehört; die lassalleanischen Vereine waren und sind noch heute in völliger Auflösung; ein Teil von ihnen hatte sich mit Bismarck verbündet, der andere Teil, solange er sich noch nicht reorganisiert hatte, anerkannte die Leitung J.Ph.Beckers, des Schweizer Delegierten auf der Konferenz. Während der Sitzungen der Konferenz erhielt Becker ein Mandat von den Fabrikarbeitern Solingens, und auch die deutsche Gesellschaft in Genf (Deutscher Arbeiterbildungsverein) wurde durch ihn vertreten; die deutsche Gesellschaft in London (Deutscher Arbeiterbildungsverein) wurde durch ihre eigenen Delegierten vertreten, die gleichzeitig Mitglieder des Zentralrats waren.
Außer den Hindernissen, denen die Arbeiter bei der Bildung von Vereinen in Deutschland begegnen, hindert sie auch noch die Gesetzgebung, sich ausländischen Gesellschaften anzuschließen; indes wurden einige Sektionen der Assoziation in Nord- und Süddeutschland gebildet.
Ist es angesichts all dieser Schwierigkeiten außergewöhnlich, wenn Deutschland nicht so gut vertreten war, wie das der Zentralrat hätte erwarten können?
Die englischen Gesellschaften waren sehr gut vertreten durch die englischen Mitglieder des Zentralrats: Odger, sein Präsident, ist Sekretär des Trades Council (des obersten Rats aller Trade-Unions in England); Cremer, der Generalsekretär, gehört dem Exekutivkomitee der Zimmerleute an; Howell, Sekretär der Reformliga und Mitglied des Exekutivkomitees der Maurer; er und Coulson, Sekretär der Gesellschaft der Maurer, sind beide von dieser in den Zentralrat delegiert worden; Wheeler, Geschäftsführer einer Lebensversicherungsgesellschaft auf Gegenseitigkeit, ist ebenfalls Mitglied des Zentralrats.
Die Schuhmacher (5500 Mitglieder stark) sind durch Odger, Morgan und Cope vertreten, während Shaw die Maler vertritt usw. usw.
Dem Bürger Wolff, der 1865 dem Kongreß der italienischen Arbeiter in Neapel beiwohnte, und den anderen italienischen Mitgliedern des Rats, gelang es jedoch niemals, wenngleich sie sich sehr aktiv an der Arbeit des Zentralrats beteiligten, in Italien auch nur ein Mitglied zu gewinnen; der Zentralrat bedauert es überaus, daß die italienischen Mitglieder, selbst vor ihrem Rücktritt, bei diesen „so gut organisierten Gesellschaften Italiens“ nicht genug Vertrauen genossen, um auch nur eine einzige von ihnen zu veranlassen, sich der Internationalen Assoziation anzuschließen.
„... nicht einen einzigen der in Frankreich bestehenden Gesellschaften, denn Tolain, Fribourg und Co. sind nicht die Delegierten einer französischen Gesellschaft; sie haben sich selbst delegiert.“
Die Mitglieder der Lyoner Sektion bedauerten, daß der Mangel an Geldmitteln sie daran hinderte, Delegierte zu entsenden, aber ebenso wie die Mitglieder der Sektionen von Caen und Neufchâteau sandten auch sie ein Manifest und bekundeten dadurch ihre Teilnahme an der Arbeit des Zentralrats.
Tolain, Fribourg, Limousin und Varlin wurden in allgemeiner Abstimmung von der Pariser Sektion gewählt; diese Sektion setzt sich aus Arbeitern aller Berufe und aus mehreren hundert Mitgliedern der Assoziation Crédit au Travail5 zusammen. Auch Béluze, der Leiter dieser Assoziation, gehört dazu; sie alle haben an der Wahl der Delegierten teilgenommen oder konnten daran teilnehmen; Limousin, einer der vier Pariser Delegierten, ist Sekretär der Leitung der „Association“, des internationalen Organs der Kooperativgesellschaften.
Herr Clariol wurde vom Verband der Pariser Schriftsetzer delegiert. Auf Einladung des Zentralrats kamen aus Paris zur Konferenz die Herren Schily, Du Mesnil-Marigny und andere, die sich sehr aktiv an ihrer Arbeit beteiligten.
Welche der anderen Gesellschaften, von denen Sie sprechen, hinderte die Anwesenheit von Tolain, Fribourg und Co., Delegierte zu der Konferenz zu entsenden? Etwa die Gesellschaft des 10. Dezember, die einzige, die unter dem gegenwärtigen Regime in Frankreich zugelassen ist?
Der Bericht über die Konferenz erschien in allen liberalen Pariser Zeitungen, ohne eine einzige Beschwerde oder Reklamation seitens der Mitglieder der Internationalen Assoziation oder der französischen Kooperativegesellschaften hervorzurufen; die Mandate, welche die Delegierten erhielten, sind vom Subkomitee des Zentralrats überprüft und bestätigt worden.
Gleich zu Beginn der Konferenz erstatteten die Pariser Delegierten einen detaillierten und genauen Bericht über ihre Leitung und die Verwaltung ihrer Finanzen. Zur Bestätigung des Berichts legten sie dem Zentralrat ihre Bücher vor und stellten ihm ihre gesamte Korrespondenz zur Verfügung. Der Zentralrat kann die Maßnahmen nur begrüßen, welche die Pariser Leitung zur Gründung und Propaganda der Internationalen Assoziation in Frankreich mit Erfolg unternommen hat.
VI
„Belgien hatte einen überaus fähigen Delegierten geschickt, den Bürger De Paepe, aber er war der einzige Vertreter dieses Landes, das so viele Gesellschaften zählt.“ („L'Echo de Verviers“, Nr.293.)
Es ist bedauerlich, daß Belgien nur einen Delegierten geschickt hatte und daß dieser Delegierte gerade der Vertreter mit den wenigsten Wählerstimmen war; nichtsdestoweniger war dieses Land in der Person César De Paepes würdig vertreten.
VII
„Die Schweiz, oder vielmehr Genf, hatte zwei geschickt, beide keine Schweizer, nämlich: einen französischen und einen badischen Flüchtling, die zu der Konferenz mit den beiden obigen sogenannten französischen Delegierten angekommen waren; insgesamt also 5 oder 6 von der gleichen Sorte und nur ein wirklicher und ernst zu nehmender Delegierter, der Vertreter Belgiens.“ („L'Echo de Verviers“, Nr.293.)
Die Delegierten der Schweiz wurden in einer allgemeinen Abstimmung gewählt, und zwar von allen Mitgliedern der verschiedenen Sektionen der Internationalen Assoziation in der Schweiz, vom Grütliverein, der nur aus Schweizern besteht, und von der deutschen Gesellschaft.
Der Deutsche Arbeiterbildungsverein nahm durch seine Vertreter in den Organisationen der Internationalen Assoziation in der Schweiz eben falls an den Wahlen teil. Durch die Wahl ihrer Delegierten haben sich die Schweizer Mitglieder der Assoziation einen ehrenvollen Platz in der Geschichte der Internationalen Assoziation erworben.
Die Schweizer Delegierten kamen zur Konferenz nicht „mit den beiden sogenannten französischen Delegierten“, sondern mit den vier Pariser Delegierten.
Der Bürger Becker, einer der Delegierten der Konferenz, ist seit über 20 Jahren naturalisierter Schweizer; ihm wurden die Bürgerrechte der Stadt Biel verliehen in Anerkennung der Dienste, die er der weltweiten Sache der Demokratie erwiesen hat; er, der Arbeiter, hat sich auch als Agitator, Soldat, Organisator und Schriftsteller ausgezeichnet; seine so vielfachen Talente hat er immer für die Sache der Arbeiter eingesetzt; es ist lächerlich zu sehen, wie Pygmäen derartige Riesen angreifen, und es steht fest, daß über deren Verdienste nur Männer von anerkannter Redlichkeit und Uneigennützigkeit urteilen können.
VIII
„Wir fragen, kann dieses Resultat befriedigen?“ („L'Echo de Verviers“, Nr.293.)
Der Zentralrat besteht fast ausschließlich aus Arbeitern; sie sind gewohnt, Hammer und Feile zu handhaben, und es kostet sie stets persönliche Opfer, diese durch die Feder zu ersetzen; wenn sie zur Feder greifen, so immer, um eine edle Sache zu verteidigen oder zu propagieren, und nicht, um ihre Dienste dem Bonapartismus anzubieten. Und wenn das Resultat nicht so befriedigend ist, wie es sich die Arbeiter im allgemeinen wünschten, so sind wir überzeugt, daß sie die Nachtarbeit in Rechnung stellen werden, die nach einem langen Tag ermüdender Arbeit geleistet wurde, und die Qualen, die ihre Brüder ausstehen mußten, ehe die Sache an den gegenwärtigen Punkt gelangte.
IX
„Schädlichen Einflüssen nachgebend, hat es in das Programm des Genfer Kongresses Punkte aufgenommen, die den Zielen der Assoziation fremd sind, wie z.B. die Frage der Beseitigung des russischen Einflusses in Europa.“ („L'Echo de Verviers“, Nr.294.)
Welchen schädlichen Einflüssen also hat der Zentralrat nachgegeben, als er in sein Programm schrieb, daß es notwendig sei, den moskowitischen (nicht den russischen, was etwas ganz anderes bedeutet) Einfluß in Europa zu beseitigen? Die Notwendigkeit, „den moskowitischen Einfluß in Europa zu beseitigen“, wird im Prinzip in unserem Manifest anerkannt, das gewiß nicht unter schädlichem Einfluß veröffentlicht worden ist.
Welche Fragen wurden noch auf Grund schädlicher Einflüsse in das Programm aufgenommen?
X
„Dieser ungeheure Fehler hat bereits verhängnisvolle Folgen gezeitigt: die Polen haben in Masse verlangt, ins Komitee aufgenommen zu werden und werden bald darin die große Mehrheit bilden.“ („L'Echo de Verviers“, Nr.294.)
Die Polen haben nicht in Masse gefordert, in den Zentralrat aufgenommen zu werden, und anstatt darin eine große Mehrheit zu besitzen, bilden sie nicht einmal den zwanzigsten Teil davon.
Kann man sich überhaupt noch mit einem Autoren unterhalten, der erklärt, „das Komitee habe ein Programm von zwölf Fragen ausgearbeitet und darüber abstimmen lassen, Fragen, die fast allesamt die allgemeinsten Probleme der politischen Ökonomie enthalten, ohne dabei aber auch nur eine wissenschaftliche Frage aufzuwerfen“, und der einige Zeilen tiefer im gleichen Atemzuge „die wissenschaftliche Bedeutung“ dieser gleichen Fragen anerkennt?
Der Zentralrat nimmt keinerlei Ausschließlichkeit für sich in Anspruch und ist immer bestrebt gewesen, die Erkenntnisse aller aufrichtigen Freunde der Arbeitersache zu nutzen; er hat mit allen in seiner Macht stehenden Mitteln danach gestrebt, seine großen Prinzipien zu propagieren und die Arbeiter aller Länder zu vereinigen. Zu diesem Zwecke sind drei Zeitungen in der Schweiz gegründet worden: das „Journal de l'Association Internationale des Travailleurs“ und die „Voix de l'Avenir“ in französischer Sprache, der „Vorbote“ in deutscher Sprache und in England der „Workman's Advocate“, die einzige englische Zeitung, die unter Anwendung des Selbstbestimmungsrechts der Völker anerkennt, daß die Iren das Recht haben, das englische Joch abzuschütteln.
Der Zentralrat kann nicht Richter über seine eigenen Handlungen sein. Der Genfer Kongreß wird entscheiden, ob der Rat des Vertrauens würdig ist, mit dem er beehrt wurde, oder ob er das erhabene Ziel, das ihm gesteckt wurde, leichtfertig preisgegeben hat.
Ich verbleibe, Monsieur, Ihr sehr ergebener
H. Jung
Im Namen des Zentralrats
der Internationalen Arbeiterassoziation
15. Februar 1866