Bei gegebnem Arbeitstag kann die Mehrarbeit nur vergrößert werden durch Abnahme der notwendigen Arbeit, diese aber nur – von Lohndrücken unter den Wert abgesehen – durch Reduktion des Werts der Arbeit[kraft], also durch Reduktion des Preises der notwendigen Lebensmittel zu erreichen. p.291–293. Diese wieder nur zu erreichen durch Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit, durch eine Umwälzung der Produktionsweise selbst.
Durch Verlängerung des Arbeitstags produzierter Mehrwert ist absoluter, durch Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit produzierter ist relativer Mehrwert. p.295.
Um den Wert der Arbeit[kraft] zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen – gewohnheitsmäßige Lebensmittel und Ersatzmittel dafür und deren Rohstoffe etc. Nachweis, wie die Konkurrenz die erhöhte Produktivkraft in niedrigerem Warenpreis zur Erscheinung bringt. p.296–299.
Der Wert der Ware steht im umgekehrten Verhältnis zur Produktivkraft der Arbeit und so auch, weil durch Warenwerte bestimmt, der Wert der Arbeitskraft. Dagegen steht der relative Mehrwert im direkten Verhältnis zur Produktivkraft der Arbeit. p.299.
Den Kapitalisten interessiert nicht der absolute Wert der Ware, sondern nur der in ihm steckende Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt Ersatz des vorgeschossnen Werts ein. Da nach p.299 derselbe Prozeß der Steigerung der Produktivkraft den Wert der Waren senkt und den in ihr enthaltnen Mehrwert steigert, erklärt sich, wie der Kapitalist, dem es nur um Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Ware beständig zu senken strebt. Vgl. Quesnay. p.300.
Ökonomie der Arbeit durch Entwicklung der Produktivkraft bezweckt in der kapitalistischen Produktion daher durchaus nicht Verkürzung des Arbeitstags – dieser kann sogar verlängert werden. Man kann daher bei Ökonomen vom Schlag eines MacCulloch, Ure, Senior und tutti quanti auf einer Seite lesen, daß der Arbeiter dem Kapital für die Entwicklung der Produktivkräfte Dank schuldet und auf der nächsten, daß er diesen Dank beweisen muß, indem er statt 10 künftig 15 Stunden arbeitet. Diese Entwicklung der Produktivkräfte bezweckt nur, die notwendige Arbeit zu verkürzen und die Arbeit für den Kapitalisten zu verlängern. p.301.
Nach p.288 gehört zur kapitalistischen Produktion ein individuelles Kapital, groß genug, eine größere Anzahl von Arbeitern gleichzeitig zu beschäftigen; erst wo er selbst von der Arbeit ganz entbunden ist, wird der Arbeitsanwender vollbürtiger Kapitalist. Das Wirken einer größeren Arbeiterzahl zur selben Zeit, auf demselben Arbeitsfeld, zur Produktion derselben Warensorte, unter dem Kommando desselben Kapitalisten, bildet historisch und begrifflich den Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktion. p.302.
Zunächst also nur ein quantitativer Unterschied gegen früher, wo weniger Arbeiter von einem Arbeitgeber beschäftigt. Aber doch gleich eine Modifikation. Schon die Vielzahl der Arbeiter garantiert, daß der Anwender wirklich Durchschnittsarbeit erhält, was beim Kleinmeister nicht der Fall ist, der darum doch den Durchschnittswert der Arbeits[kraft] zahlen muß; für die Kleinbetriebe kompensieren sich die Ungleichheiten für die Gesellschaft, nicht für den einzelnen Meister. Das Gesetz der Verwertung überhaupt realisiert sich also für den einzelnen Produzenten erst vollständig, sobald er als Kapitalist produziert, viele Arbeiter gleichzeitig, also von vornherein gesellschaftliche Durchschnittsarbeit in Bewegung setzt. p.303, 304.
Ferner aber: Ökonomie der Produktionsmittel durch den Großbetrieb allein, geringere Wertabgabe konstanter Kapitalteile an das Produkt, die nur entspringt aus ihrem gemeinsamen Konsum im Arbeitsprozeß vieler. So erwerben die Arbeitsmittel einen gesellschaftlichen Charakter, ehe ihn der Arbeitsprozeß selbst erwirbt (bisher bloßes Nebeneinander gleichartiger Prozesse). p. 305.
Hier die Ökonomie der Produktionsmittel nur insoweit zu betrachten, wie sie Waren verwohlfeilert und dadurch den Wert der Arbeit[skraft] senkt. Inwiefern sie das Verhältnis des Mehrwerts zum vorgeschossenen Gesamtkapital verändert (c + v), erst im III. Buch zu betrachten. Diese Zerreißung ganz im Geist der kapitalistischen Produktion; da sie die Arbeitsbedingungen dem Arbeiter selbständig entgegentreten läßt, erscheint auch ihre Ökonomie als eine besondere Operation, die ihn nichts angeht und daher getrennt ist von den Methoden, wodurch die Produktivität der vom Kapital konsumierten Arbeitskraft erhöht wird.
Die Form der Arbeit vieler, die in demselben Produktionsprozeß oder in zusammenhängenden Produktionsprozessen planmäßig neben- und miteinander arbeiten, heißt Kooperation. p. 306. (Concours de forces. Destutt de Tracy.)
Die mechanische Kraftsumme einzelner Arbeiter ist wesentlich verschieden von der mechanischen Kraftpotenz, welche sich entwickelt, wenn viele Hände gleichzeitig in derselben ungeteilten Operation zusammenwirken (Heben einer Last etc.). Die Kooperation schafft von vornherein eine Produktivkraft, die an und für sich Massenkraft ist.
Ferner erzeugt bei den meisten produktiven Arbeitern der bloße gesellschaftliche Kontakt einen Wetteifer, der die individuelle Leistungskraft der einzelnen erhöht, so daß 12 Arbeiter in einem gemeinsamen Arbeitstag von 144 Stunden ein größeres Produkt liefern als 12 Arbeiter in 12 getrennten oder ein Arbeiter in 12 sukzessiven Arbeitstagen. p. 307.
Obgleich viele dasselbe oder Gleichartiges tun, kann die individuelle Arbeit eines jeden doch eine verschiedne Phase des Arbeitsprozesses darstellen (Kette von Leuten, die sich etwas zureichen), wobei die Kooperation wieder Arbeit spart. Ebenso, wenn ein Bau von verschiednen Seiten zugleich begonnen wird. Der kombinierte Arbeiter oder Gesamtarbeiter hat vorn und hinten Hände und Augen und besitzt in gewissem Grade Allgegenwart. p. 308.
Bei komplizierten Arbeitsprozessen erlaubt die Kooperation, die Sonderprozesse zu verteilen, gleichzeitig zu tun, und dadurch die Arbeitszeit für Herstellung des Gesamtprodukts zu verkürzen. p. 308.
In vielen Produktionssphären sind kritische Momente, wo viele Arbeiter nötig (die Ernten, Heringsfang etc.). Hier hilft nur Kooperation. p. 309.
Die Kooperation erweitert einerseits das Produktionsfeld und wird daher für Arbeiten, wo große räumliche Kontinuität des Arbeitsfelds vorliegt, Bedürfnis (Trockenlegung, Straßenbau etc., Dammbau), andrerseits kontrahiert sie es bei Konzentration der Arbeiter in einem Lokal und spart dadurch Kosten. p.310.
In allen diesen Formen ist die Kooperation, die spezifische Produktivkraft des kombinierten Arbeitstags, gesellschaftliche Produktivkraft der Arbeit. Sie entspringt aus der Kooperation selbst. Im planmäßigen Zusammenwirken mit andern streift der Arbeiter seine individuellen Schranken ab und entwickelt sein Gattungsvermögen.
Nun können Lohnarbeiter nicht zusammenwirken, ohne daß derselbe Kapitalist sie gleichzeitig anwendet, sie zahlt und mit Arbeitsmitteln versieht. Der Maßstab der Kooperation hängt also davon ab, wieviel Kapital ein Kapitalist hat. Die Bedingung, daß eine gewisse Höhe des Kapitals vorhanden sei, um den Eigner zum Kapitalisten zu machen – wird jetzt materielle Bedingung zur Verwandlung der vielen zersplitterten und unabhängigen individuellen Arbeiten in einen kombinierten gesellschaftlichen Arbeitsprozeß.
Grade so das Kommando des Kapitals über die Arbeit, bisher nur formelle Folge des Verhältnisses von Kapitalisten und Arbeiter, jetzt notwendige Bedingung für den Arbeitsprozeß selbst; der Kapitalist repräsentiert eben die Kombination im Arbeitsprozeß. Die Leitung des Arbeitsprozesses wird in der Kooperation Funktion des Kapitals, und als solche erhält sie spezifische Charaktermale. p.312.
Gemäß dem Zweck der kapitalistischen Produktion (möglichste Selbstverwertung des Kapitals) ist diese Leitung zugleich Funktion der größtmöglichen Ausbeutung eines gesellschaftlichen Arbeitsprozesses und daher bedingt durch den unvermeidlichen Antagonismus zwischen Ausbeuter und Ausgebeuteten. Ferner die Kontrolle über richtige Verwendung der Arbeitsmittel. Endlich liegt der Zusammenhang der Funktionen der einzelnen Arbeiter außer ihnen, im Kapital, so daß ihre eigne Einheit ihnen als Autorität des Kapitalisten, als fremder Wille gegenübertritt. So ist die kapitalistische Leitung zwieschlächtig (1. gesellschaftlicher Arbeitsprozeß zur Herstellung eines Produkts, 2. Verwertungsprozeß eines Kapitals) und in ihrer Form despotisch. Dieser Despotismus entwickelt jetzt seine eigentümlichen Formen: der Kapitalist, eben erst von der Arbeit selbst entbunden, tritt jetzt die Unteraufsicht an eine organisierte Bande von Offizieren und Unteroffizieren [ab], die selbst Lohnarbeiter des Kapitals sind. Die Ökonomen rechnen bei der Sklaverei diese Aufsichtskosten zu den faux frais, bei der kapitalistischen Produktion identifizieren sie die Leitung, soweit sie durch Ausbeutung bedingt, gradezu mit derselben Funktion, soweit sie aus der Natur des gesellschaftlichen Arbeitsprozesses entspringt. p.313, 314.
Der Oberbefehl in der Industrie wird Attribut des Kapitals wie zur Feudalzeit der Oberbefehl in Krieg und Gericht Attribut des Grundbesitzes war. p.314.
Der Kapitalist kauft 100 einzelne Arbeitskräfte und erhält dafür eine kombinierte Arbeitskraft von 100. Die kombinierte Arbeitskraft der 100 zahlt er nicht. Mit dem Eintritt der Arbeiter in den kombinierten Arbeitsprozeß haben die Arbeiter schon aufgehört, sich selbst zu gehören, sie sind dem Kapital einverleibt. So erscheint die gesellschaftliche Produktivkraft der Arbeit als immanente Produktivkraft des Kapitals. p.315.
Exempel der Kooperation bei den alten Ägyptern etc. p.316.
Die naturwüchsige Kooperation in den Kulturanfängen bei Jägervölkern, Nomaden oder indischen Gemeinwesen beruht 1. auf Gemeineigentum an den Produktionsbedingungen, 2. auf dem naturwüchsigen Festkleben der einzelnen am Stamm und ursprünglichen Gemeinwesen. – Die sporadische Kooperation im Altertum, Mittelalter und den modernen Kolonien beruht auf direkter Herrschaft und Gewalt, meist Sklaverei. – Die kapitalistische Kooperation dagegen setzt den freien Lohnarbeiter voraus. Historisch erscheint sie in direktem Gegensatz gegen Bauernwirtschaft und unabhängigen Handwerksbetrieb (zünftig oder nicht) und dabei als eine dem kapitalistischen Produktionsprozeß eigentümliche und ihn unterscheidende historische Form. Sie ist die erste Änderung, die der Arbeitsprozeß durch seine Subsumtion unter das Kapital erfährt. So tritt hier gleich 1. die kapitalistische Produktionsweise auf als historische Notwendigkeit zur Verwandlung des Arbeitsprozesses in einen gesellschaftlichen Prozeß, aber auch 2. diese gesellschaftliche Form des Arbeitsprozesses als eine Methode des Kapitals, um ihn durch Steigerung seiner Produktivkräfte profitlicher auszubeuten. p.317.
Die Kooperation, soweit bisher betrachtet, in ihrer einfachen Form, fällt zusammen mit der Produktion auf größrem Maßstab, bildet aber keine feste, charakteristische Form einer besondern Epoche der kapitalistischen Produktion, und sie besteht noch heute da, wo das Kapital auf großer Stufenleiter operiert, ohne daß Teilung der Arbeit oder Maschinerie eine bedeutende Rolle dabei spielt. So, obwohl die Kooperation Grundform der ganzen kapitalistischen Produktion, tritt ihre einfache Form selbst oder als besondre Form neben ihren weiter entwickelten Formen auf. p.318.
Die Manufaktur, die klassische Form der auf Teilung der Arbeit beruhenden Kooperation, herrscht vor von ca. 1550–1770. Sie entsteht
1. entweder durch Zusammenwerfen verschiedener Handwerke, deren jedes eine Teiloperation macht (z. B. Wagenmanufaktur), wobei sehr bald der betreffende Einzelhandwerker seine Fähigkeit verliert, sein ganzen Handwerk zu betreiben, und dafür sein Teilhandwerk desto fertiger; also wobei der Prozeß verwandelt wird in eine Teilung der Gesamtoperation in ihre einzelnen Teile. p.318, 319.
2. oder viele Handwerker, die dasselbe oder Gleichartiges tun, werden in derselben Fabrik vereinigt, und allmählich die einzelnen Operationen, statt von einem Arbeiter sukzessiv gemacht zu werden, werden getrennt und von verschiedenen Arbeitern gleichzeitig gemacht (Nadeln etc.). Statt das Werk eines Handwerkers, ist das Produkt jetzt Werk eines Vereins von Handwerkern, von denen jeder nur eine Teiloperation tut. p.319, 320.
In beiden Fällen ist ihr Resultat: ein Produktionsmechanismus, dessen Organe Menschen sind. Die Verrichtung bleibt handwerksmäßig; jeder Teilprozeß, den das Produkt durchmacht, muß durch Handarbeit ausführbar sein, also jede wirklich wissenschaftliche Analyse des Produktionsprozesses ausgeschlossen. Grade wegen der handwerksmäßigen Natur wird jeder einzelne Arbeiter so komplett an eine Teilfunktion gekettet. p.321.
Hierdurch Arbeit gespart gegenüber dem Handwerker, und dies durch Übertragung an folgende Generation noch mehr gesteigert. Hierdurch entspricht die manufakturmäßige Teilung der Arbeit der Tendenz früherer Gesellschaften, die Gewerbe erblich zu machen – Kasten, Zünfte. p.322.
Subdivision der Werkzeuge durch Anpassung an die verschiedenen Teilarbeiten – 500 Arten Hämmer in Birmingham. p.323, 324.
Vom Gesichtspunkt des Gesamtmechanismus der Manufaktur betrachtet hat sie zwei Seiten: entweder bloß mechanische Zusammensetzung selbständiger Teilprodukte (Uhr) oder Reihe zusammenhängender Prozesse in einer Werkstatt (Nadel).
In der Manufaktur liefert jede Arbeitergruppe der anderen ihr Rohmaterial. Daher Grundbedingung, daß jede Gruppe in der gegebenen Zeit ein gegebenes Quantum erzeugt, also eine ganz andere Kontinuität, Regelmäßigkeit, Gleichförmigkeit und Intensität der Arbeit erzeugt wird als selbst in der Kooperation. Hier also schon zum technologischen Gesetz des Produktionsprozesses: daß die Arbeit gesellschaftlich notwendige Arbeit sei. p.329.
Die Ungleichheit der für die einzelnen Operationen erforderlichen Zeit bedingt, daß die verschiednen Gruppen von Arbeitern von verschiedner Stärke und Zahl sind (beim Typenguß 4 Gießer und 2 Abbrecher auf 1 Frottierer). Die Manufaktur schafft also ein mathematisch festes Verhältnis für den quantitativen Umfang der einzelnen Organe des Gesamtarbeiters, und die Produktion kann nur ausgedehnt werden, indem ein Multipel der Gesamtgruppe neu eingestellt wird. Dazu noch, daß Verselbständigung gewisser Funktionen – Aufsicht, Transport der Produkte von Lokal zu Lokal etc. – erst lohnend wird, sobald eine gewisse Höhe der Produktion erreicht. p.329, 330.
Verbindung verschiedner Manufakturen zu einer Gesamtmanufaktur kommt auch vor, ermangelt aber stets noch der wirklich technologischen Einheit, die erst mit der Maschinerie entsteht. p.331.
Schon früh kommen in der Manufaktur Maschinen vor – sporadisch – Korn-, Pochmühle etc., aber nur als Nebensache. Die Hauptmaschinerie der Manufaktur ist der kombinierte Gesamtarbeiter, der eine weit höhere Vollkommenheit besitzt als der alte handwerksmäßige Einzelarbeiter und in dem alle Unvollkommenheiten, wie sie im Teilarbeiter oft notwendig entwickelt werden, als Vollkommenheit erscheinen. p.333. Die Manufaktur entwickelt Unterschiede unter diesen Teilarbeitern, skilled4 und unskilled5, ja selbst eine vollkommene Hierarchie der Arbeiter. p.334.
Die Teilung der Arbeit 1. allgemeine (in Agrikultur, Industrie, Schiffahrt etc.), 2. besondre (in Arten und Unterarten), 3. einzelne (in der Werkstatt). Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit entwickelt sich auch von verschiednen Ausgangspunkten. 1. Innerhalb der Familie und des Stammes die naturwüchsige Teilung nach Geschlecht und Alter, wozu Sklaverei durch Gewalt gegen Nachbarn, die sie erweitert. p.335. – 2. Verschiedne Gemeinwesen bringen nach Lage, Klima, Kulturstufe verschiedne Produkte hervor, und diese werden ausgetauscht, wo diese Gemeinwesen in Kontakt kommen. p.496. Der Austausch mit fremden Gemeinwesen ist dann eines der Hauptmittel zur Sprengung des naturwüchsigen Zusammenhangs des eignen Gemeinwesens durch Weiterbildung der naturwüchsigen Teilung der Arbeit. p.336.
Die manufakturmäßige Teilung der Arbeit setzt also einerseits einen gewissen Entwicklungsgrad der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit voraus, andererseits entwickelt sie diese weiter – dies die territoriale Teilung der Arbeit. p. 337, 338.
Indes zwischen der gesellschaftlichen und manufakturmäßigen Teilung der Arbeit stets der Unterschied, daß die erstere notwendig Waren produziert, während in der letzteren der Teilarbeiter keine Waren produziert. Daher bei dieser Konzentration und Organisation, bei jener Zersplitterung und Unordnung der Konkurrenz. p.339–341.
Von früherer Organisation der indischen Gemeinwesen. p.341/342. Die Zunft. p.343/344. Während bei allen diesen Teilung der Arbeit in der Gesellschaft besteht, ist die manufakturmäßige Teilung der Arbeit eine spezifische Schöpfung der kapitalistischen Produktionsweise.
Wie in der Kooperation ist auch in der Manufaktur der funktionierende Arbeitskörper eine Existenzform des Kapitals. Die aus der Kombination der Arbeiten entspringende Produktivkraft erscheint daher als Produktivkraft des Kapitals. Aber während die Kooperation die Arbeitsweise der einzelnen im ganzen unverändert läßt, revolutioniert die Manufaktur sie, verkrüppelt den Arbeiter; unfähig, ein selbständiges Produkt zu machen, ist er nur noch ein Zubehör zur Werkstatt des Kapitalisten. Die geistigen Potenzen der Arbeit verschwinden auf seiten der vielen, um auf seiten des einen ihren Maßstab zu erweitern. Es ist ein Produkt der manufakturmäßigen Teilung der Arbeit, den Arbeitern die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses als fremdes Eigentum und sie beherrschende Macht entgegenzustellen. Dieser Scheidungsprozeß, der schon in der Kooperation beginnt, in der Manufaktur sich entwickelt, vollendet sich in der großen Industrie, welche die Wissenschaft als selbständige Produktionspotenz von der Arbeit trennt und in den Dienst des Kapitals preßt. p.346.
Belegstellen p.347.
Die Manufaktur, nach einer Seite eine bestimmte Organisation von gesellschaftlicher Arbeit, ist nach der andern nur eine besondre Methode zur Erzeugung von relativem Mehrwert. p. 350. Historische Bedeutung ebendaselbst.
Hindernisse der Entwicklung der Manufaktur selbst während ihrer klassischen Periode: Beschränkung der Zahl der ungeschickten Arbeiter durch Überwiegen von geschickten, der Arbeit von Kindern und Weibern durch Widerstand der Männer, Pochen auf die laws of apprenticeship7 bis zuletzt, selbst wo überflüssig, fortwährende Insubordination der Arbeiter, da der Gesamtarbeiter noch kein von den Arbeitern unabhängiges Skelett hat – Auswanderung der Arbeiter. p.353/354.
Dazu war sie selbst nicht imstande, die ganze gesellschaftliche Produktion umzuwälzen oder nur zu beherrschen. Ihre enge technische Basis trat in Widerspruch mit den von ihr selbst geschaffnen Produktionsbedürfnissen. Die Maschine wird nötig, und die Manufaktur hatte auch schon gelernt, sie zu verfertigen. p.355.
Die Umwälzung in der Produktionsweise, in der Manufaktur von der Arbeitskraft ausgehend, geht hier vom Arbeitsmittel aus.
Alle entwickelte Maschinerie besteht aus 1. der Bewegungsmaschine, 2. dem Transmissionsgetriebe, 3. der Werkzeugmaschine. p.357.
Die industrielle Revolution des 18.Jahrhunderts geht von der Werkzeugmaschine aus. Ihr Charakteristisches ist, daß das Werkzeug – in mehr oder weniger veränderter Gestalt – vom Menschen auf die Maschine übertragen und von ihr durch seine Funktion getrieben wird. Ob dabei die Triebkraft die menschliche oder eine natürliche, ist vorderhand gleich. Der spezifische Unterschied ist der, daß der Mensch nur seine eignen Organe anwenden, die Maschine aber innerhalb gewisser Grenzen soviel Werkzeuge anwenden kann, wie verlangt wird. (Spinnrad 1, Jenny9 12-18 Spindeln.)
Sofern beim Spinnrad nicht das Tretbrett, die Kraft, sondern die Spindel von der Revolution ergriffen – im Anfang überall noch der Mensch zugleich Triebkraft und Überwacher. Die Revolution der Werkzeugmaschinen im Gegenteil machte die Vollendung der Dampfmaschinen erst zum Bedürfnis und vollführte sie dann auch. p.359/360, ferner p.361/362.
Zweierlei Maschinerie in der großen Industrie: entweder 1. Kooperation gleichartiger Maschinen (powerloom10, envelope-machine11, die die Arbeit von einer ganzen Reihe Teilarbeitern resümiert durch Kombination verschiedner Werkzeuge, hier schon die technologische Einheit durch das Getriebe und die Bewegkraft – oder 2. Maschinensystem, Kombination verschiedner Teilarbeitsmaschinen (Spinnerei). Diese findet ihre naturwüchsige Grundlage in der Arbeitsteilung der Manufaktur. Aber sofort ein wesentlicher Unterschied. In der Manufaktur mußte jeder Teilprozeß dem Arbeiter angepaßt werden, hier nicht mehr nötig, der Arbeitsprozeß kann objektiv in seine Bestandteile zerlegt werden, die dann der Wissenschaft resp. auf ihr basierten Erfahrung anheimfallen zur Bewältigung durch Maschinen. – Hier das quantitative Verhältnis der einzelnen Arbeitergruppen wiederholt als Verhältnis der einzelnen Maschinengruppen. p.363–366.
In beiden Fällen bildet die Fabrik einen großen Automaten (der übrigens erst neuerdings dahin vervollkommnet) und dies seine adäquate Gestalt, p.367, und seine vollendetste Gestalt ist der maschinenbauende Automat, der die handwerks- und manufakturmäßige Unterlage der großen Industrie aufhob und damit erst die vollendete Gestalt der Maschinerie lieferte. p.369–372.
Konnex der Revolutionierung der einzelnen Zweige bis zu den Kommunikationsmitteln. p.370.
In der Manufaktur ist die Kombination der Arbeiter subjektiv, hier ist ein objektiver mechanischer Produktionsorganismus, den der Arbeiter fertig vorfindet und der nur in der Hand von gemeinsamen Arbeitern funktionieren kann, der kooperative Charakter des Arbeitsprozesses ist jetzt technologische Notwendigkeit. p.372.
Die aus Kooperation und Teilung der Arbeit entspringenden Produktivkräfte kosten dem Kapital nichts; die Naturkräfte, Dampf, Wasser auch nichts. Ebensowenig die durch die Wissenschaft entdeckten Kräfte. Aber diese können nur realisiert werden durch einen entsprechenden Apparat, der nur mit großen Kosten hergestellt ist, und ebenso kosten die Werkzeugmaschinen weit mehr als die alten Werkzeuge. Diese Maschinen haben aber eine weit längere Lebensdauer und ein weit größeres Produktionsfeld als das Werkzeug und geben daher verhältnismäßig einen weit geringern Wertteil ab ans Produkt als ein Werkzeug, und daher ist der unentgeltliche Dienst, den die Maschine leistet (und der im Wert des Produkts nicht wiedererscheint), viel größer als bei dem Werkzeug. p.374, 375/376.
Verwohlfeilerung durch Konzentration der Produktion bei der großen Industrie weit größer als bei der Manufaktur. p.375.
Die Preise der fertigen Waren beweisen, wie sehr die Maschine die Produktion verwohlfeilert hat und daß der dem Arbeitsmittel geschuldete Wertteil relativ zunimmt, aber absolut abnimmt. Die Produktivität der Maschine mißt sich an dem Grad, worin sie menschliche Arbeitskraft ersetzt. Beispiel p.377–379.
Gesetzt, ein Dampfpflug ersetze 150 Arbeiter mit einem Jahreslohn von 3000 Pfd.St. – so repräsentiert dieser Jahreslohn nicht alle von ihnen geleistete Arbeit, sondern nur die notwendige Arbeit – sie leisten aber außerdem noch die Mehrarbeit. Kostet der Dampfpflug dagegen 3000 Pfd.St., so ist dies der Geldausdruck aller in ihm enthaltnen Arbeit, und kostet die Maschine also ebensoviel wie die von ihr ersetzte Arbeitskraft, so ist die in ihr dargestellte menschliche Arbeit stets viel kleiner als die von ihr ersetzte. p.380.
Als Mittel zur Vervollkommnung der Produktion muß die Maschine weniger Arbeit kosten als sie ersetzt. Aber fürs Kapital muß ihr Wert geringer sein als der von ihr ersetzten Arbeitskraft. Daher können Maschinen sich in Amerika zahlen, die in England sich nicht zahlen (z.B. zum Steinklopfen). Daher können infolge von gewissen gesetzlichen Beschränkungen plötzlich Maschinen aufkommen, die sich dem Kapital früher nicht zahlten. p.380/381.
Da die Maschinerie die Kraft selbst enthält, die sie treibt, fällt Muskelkraft im Wert. – Weiber- und Kinderarbeit, sofortige Vermehrung der Zahl der Lohnarbeiter durch Einrollierung der bisher nicht lohnarbeitenden Familienglieder. Damit der Wert der Arbeit[s kraft] des Mannes über die Arbeitskraft der ganzen Familie verteilt, also entwertet. – Vier müssen jetzt nicht nur Arbeit, sondern auch Mehrarbeit fürs Kapital liefern, damit eine Familie lebe, wo früher nur einer. So wird sogleich mit dem Exploitationsmaterial auch der Exploitationsgrad erweitert. p.383.
Früher der Verkauf und Kauf der Arbeitskraft ein Verhältnis freier Personen, jetzt werden Unmündige oder Halbmündige gekauft, der Arbeiter verkauft jetzt Weib und Kind, wird Sklavenhändler. Beispiele p.384/385.
Physischer Verderb – Sterblichkeit von Arbeiterkindern p.386, auch bei industriellem Betrieb des Ackerbaus (Gangsystem). p.387.
Moralischer Verderb p.389. Erziehungsklauseln und Widerstand der Fabrikanten dagegen p.390.
Der Eintritt von Weibern und Kindern in die Fabrik bricht endlich den Widerstand des männlichen Arbeiters gegen die kapitalistische Despotie. p.391.
Wenn die Maschine die zur Produktion eines Gegenstandes nötige Arbeitszeit verkürzt, so wird sie in den Händen des Kapitals das kräftigste Mittel, den Arbeitstag weit über seine normale Schranke zu verlängern. Sie schafft einerseits neue Bedingungen, die das Kapital dazu befähigen, andrerseits neue Motive dafür.
Die Maschine ist einer perpetuierlichen Bewegung fähig und nur beschränkt durch die Schwäche und Beschränktheit der menschlichen, assistierenden Arbeitskraft. Die Maschine, die sich bei 20 Stunden Arbeit in 7½ Jahren verschleißt, schluckt für den Kapitalisten grade soviel Mehrarbeit, aber in der halben Zeit ein, wie die, die bei 10 Stunden Arbeitszeit in 15 Jahren verschleißt. p. 393.
Der moralische Verschleiß der Maschine – by superseding12 – wird dabei noch weniger riskiert. p. 394.
Ferner wird eine größere Arbeitsquantität eingesogen ohne Vermehrung der Anlagen in Gebäude und Maschinen, also nicht nur der Mehrwert wächst mit verlängertem Arbeitstag, sondern auch die zu seiner Erzielung nötigen Auslagen nehmen relativ ab. Dies in dem Maß wichtiger, als der fixe Kapitalteil sehr vorwiegend ist, wie bei der großen Industrie der Fall. p. 395.
In der ersten Periode der Maschine, wo sie einen Monopolcharakter hat, die Profite enorm, und daher Durst nach mehr, nach maßloser Verlängerung des Arbeitstags. Mit der allgemeinen Einführung der Maschine schwindet dieser Monopolgewinn, und das Gesetz macht sich geltend, daß der Mehrwert entspringt nicht aus der von der Maschine ersetzten, sondern aus der von ihr angewandten Arbeit, also aus dem variablen Kapital – dies aber bei Maschinenbetrieb durch die großen Auslagen notwendig verringert. In der kapitalistischen Anwendung der Maschinerie liegt also ein immanenter Widerspruch: bei gegebner Kapitalmasse vergrößert sie den einen Faktor des Mehrwerts, die Rate desselben, dadurch, daß sie den andren, die Arbeiteranzahl, verkleinert. Sobald der Maschinenfabrikwert der Ware zum regelnden gesellschaftlichen Wert dieser Ware wird, tritt dieser Widerspruch hervor und treibt auch wieder zur Verlängerung des Arbeitstags. p. 397.
Zugleich aber produziert die Maschine durch Freisetzung verdrängter Arbeiter wie durch Einrollierung der Weiber und Kinder eine überzählige Arbeiterbevölkerung, die sich das Gesetz vom Kapital diktieren lassen muß. Daher wirft sie alle sittlichen und natürlichen Schranken des Arbeitstags nieder. Daher das Paradoxon, daß das gewaltigste Arbeitszeitverkürzungsmittel das unfehlbarste Mittel wird, die ganze Lebenszeit des Arbeiters und seiner Familie in disponible Arbeitszeit für die Verwertung des Kapitals zu verwandeln. p. 398.
Wir sahen bereits, wie hier die gesellschaftliche Reaktion eintritt durch Fixierung des Normalarbeitstags; und auf dieser Grundlage entwickelt sich jetzt die Intensifikation der Arbeit. p. 399.
Anfangs nahm mit Beschleunigung der Maschinen die Intensität der Arbeit gleichzeitig zu mit der Verlängerung der Zeit. Aber bald der Punkt erreicht, wo beide sich ausschließen. Mit der Beschränkung aber anders. Die Intensität kann nun wachsen, in 10 Stunden soviel Arbeit geliefert werden, wie sonst in 12, oder mehr, und nun zählt der intensivere Arbeitstag als potenzierter, und die Arbeit wird gemessen nicht bloß nach der Zeitlänge, sondern nach ihrer Intensität. p.400. So kann also in 5 Stunden notwendiger und 5 Stunden Mehrarbeit derselbe Mehrwert erzielt werden, wie bei geringerer Intensität in 6 Stunden notwendiger und 6 Stunden Mehrarbeit. p.400.
Wie wird die Arbeit intensiviert? In Manufaktur ist bewiesen (Note 159), z.B. Töpferei etc., daß bloße Verkürzung des Arbeitstags hinreichend, die Produktivität enorm erhöht wurde. Bei der Maschinenarbeit war dies weit zweifelhafter. Aber Beweis R.Gardner. p.401/402.
Sobald Verkürzung des Arbeitstags Gesetz, wird die Maschine das Mittel, intensivere Arbeit aus dem Arbeiter zu pressen, entweder durch greater speed13 oder less hands in relation to machine14. Beispiele p.403–407. Daß gleichzeitig damit die Bereicherung und Ausdehnung der Fabrik steigen, belegt p.407–409.
In der Fabrik besorgt die Maschine die zweckmäßige Führung des Werkzeugs, also die qualitativen Unterschiede der Arbeit, die in der Manufaktur entwickelt wurden, hier beseitigt, die Arbeit mehr und mehr nivelliert, Unterschied höchstens des Alters und Geschlechts. Die Teilung der Arbeit ist hier Verteilung der Arbeiter unter die spezifischen Maschinen. Hier nur Teilung zwischen Hauptarbeitern, die wirklich an der Werkzeugmaschine beschäftigt sind, und feeders15 (dies nur vom selfactor16, kaum von dem throstle17, noch weniger vom powerloom corrected18); dazu Aufseher, engineers and stokers, mechanics, joiners19 etc., eine nur äußerlich der Fabrik aggregierte Klasse. p.411/412.
Die Notwendigkeit der Anpassung des Arbeiters an die kontinuierliche Bewegung eines Automaten erfordert Anlernen von Jugend auf, aber durchaus nicht mehr wie in der Manufaktur, daß ein Arbeiter einer Teilfunktion lebenslänglich attachiert werde. Es kann Personenwechsel stattfinden an derselben Maschine (relay-system), und es können wegen der geringen Erlernungsmühe die Arbeiter von einer Sorte Maschinen zu einer andern versetzt werden; die Handlangarbeit ist entweder sehr einfach oder fällt mehr und mehr der Maschine zu. Trotzdem schleppt sich die manufakturmäßige Teilung der Arbeit anfangs traditionell fort und wird selbst ein größeres Exploitationsmittel des Kapitals. Der Arbeiter wird lebenslang Teil einer Teilmaschine. p. 413.
Aller kapitalistischen Produktion, soweit sie nicht nur Arbeitsprozeß, sondern auch Verwertungsprozeß des Kapitals ist, ist es gemeinsam, daß nicht der Arbeiter die Arbeitsbedingung, sondern umgekehrt die Arbeitsbedingung den Arbeiter anwendet, aber erst durch die Maschinerie erhält diese Verkehrung technologische handgreifliche Wirklichkeit. Durch seine Verwandlung in einen Automaten tritt das Arbeitsmittel während des Arbeitsprozesses selbst dem Arbeiter als Kapital gegenüber, als tote Arbeit, welche die lebendige Arbeitskraft beherrscht und aussaugt. Ditto die geistigen Potenzen des Produktionsprozesses als Mächte des Kapitals über die Arbeit ... Das Detailgeschick des individuellen, entleerten Maschinenarbeiters verschwindet als ein winzig Nebending vor der Wissenschaft, den ungeheuren Naturkräften und der gesellschaftlichen Massenarbeit, die im Maschinensystem verkörpert sind. p. 414, 415.
Kasernenmäßige Disziplin der Fabrik, Fabrikzkodex. p. 416.
Physische Bedingungen der Fabrik. p. 417/418.
Dieser Kampf, seit das kapitalistische Verhältnis stehend, tritt hier zuerst auf als Revolte gegen die Maschine als die materielle Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise. Bandmühle. p. 419. Ludditen. p. 420. Erst später unterscheiden die Arbeiter zwischen dem materiellen Produktionsmittel und dessen gesellschaftlicher Exploitationsform.
Während der Manufaktur die verbesserte Teilung der Arbeit mehr Mittel, Arbeiter virtuell zu ersetzen. p. 421. (Excours über Agrikultur, Verdrängung. p. 422.) In der Maschinerie aber der Arbeiter aktuell verdrängt, die Maschine konkurriert direkt mit ihm. Hand loom weavers20. p. 423. Ditto Indien. p. 424. Diese Wirkung permanent, da die Maschine stets neue Produktionsfelder ergreift. Die verselbständigte und entfremdete Gestalt, welche die kapitalistische Produktion dem Arbeitsmittel gegenüber dem Arbeiter gibt, entwickelt sich durch die Maschine zum vollkommenen Gegen satz – daher zuerst jetzt Revolte des Arbeiters gegen das Arbeitsinstrument. p. 424.
Details der Verdrängung der Arbeiter durch Maschine. p. 425, 426. Die Maschine Mittel, den Arbeiterwiderstand gegen das Kapital durch Verdrängung zu brechen. p. 427, 428.
Die liberale Ökonomie behauptet, die Maschine, die Arbeiter verdränge, setze gleichzeitig ein Kapital frei, das diese Arbeiter beschäftigen kann. Aber im Gegenteil: eine jede Einführung von Maschinen bindet Kapital, verringert dessen variablen, vermehrt seinen konstanten Teil, kann also nur die Beschäftigungsfähigkeit des Kapitals beschränken. In der Tat – und das meinen jene Apologeten auch – wird nicht Kapital in dieser Art freigesetzt, sondern die Lebensmittel für den Arbeiter freigesetzt, was der Apologet so ausdrückt, daß die Maschine Lebensmittel für den Arbeiter freisetzt. p. 429, 430.
Dies weiterentwickelt (sehr gut für „Fortnightly"21). p. 431/432. Die von der kapitalistischen Anwendung der Maschine untrennbaren Antagonismen existieren für den Apologeten nicht, weil sie nicht aus der Maschine selbst erwachsen, sondern aus ihrer kapitalistischen Anwendung. p. 432.
Ausdehnung der Produktion durch Maschinen direkt und indirekt, und damit mögliche Vermehrung der bisherigen Arbeiterzahl: Bergarbeiter, Sklaven in Cotton states22 etc. Dagegen durch die Wollfabrik Verdrängung von Schotten und Iren durch Schafe. p. 433/434.
Der Maschinenbetrieb steigert die gesellschaftliche Teilung der Arbeit weit mehr, als die Manufaktur [es] tat. p. 435.
Das erste Resultat der Maschine – Steigerung des Mehrwerts und zugleich der Produktenmasse, worin er sich darstellt, und wovon die Kapitalistenklasse und ihr Anhang zehrt – also Steigerung der Anzahl von Kapitalisten; neues Luxusbedürfnis und zugleich Mittel seiner Befriedigung. Die Luxusproduktion wächst, ebenso die Verkehrsmittel (die aber wenig Arbeitskräfte in entwickelten Ländern absorbieren) (Beleg p. 436), endlich wächst die dienende Klasse, die modernen Haussklaven, deren Material die Freisetzung liefert. p. 437. Statistik.
Ökonomische Widersprüche. p. 437.
Möglichkeit der absoluten Zunahme der Arbeit in einem Geschäftszweig infolge der Maschine und Modalitäten dieses Prozesses. p.439/440.
Enorme Elastizität, Fähigkeit plötzlicher sprungweiser Ausdehnung der großen Industrie auf einen hohen Entwicklungsgrad. p.441. Rückwirkung auf die Produktionsländer der Rohstoffe. Auswanderung infolge der Freisetzung von Arbeitern. Internationale Teilung der Arbeit von Industrie- und Ackerbauländern – Periodizität von Krisen und Prosperität. p.442. Hin- und Herwerfen der Arbeiter in diesem Ausdehnungsprozeß. p.444.
Historisches hierüber p.445–449.
Da über Verdrängung der Kooperation und Manufaktur durch die Maschine (und die Zwischenstufen p.450/451) Veränderung auch der nicht-fabrikmäßig betriebenen Industriezweige im Geist der großen Industrie – Hausarbeit auswärtiges Departement der Fabrik. p.452. In der Hausarbeit und modernen Manufaktur die Exploitation noch schamloser als in der eigentlichen Fabrik. p.453. Beispiele: Londoner Druckerei. p.453. Buchbinderei, Lumpensortieren. p.454. Ziegelbrennerei. p.455. Moderne Manufaktur im allgemeinen. p.456. Hausarbeit: Spitzenklöppeln. p.457–459. Strohflechten. p.460. Umschlag in Fabrikbetrieb bei erreichter äußerster Grenze der Exploitabilität: Wearing Apparel23 durch die Nähmaschine. p.462–466. Beschleunigung dieses Umschlags durch Ausdehnung der Fabrikzwangsgesetze, die den bisherigen auf nicht begrenzter Exploitation basierenden Schlendrian aufheben. p.466. Beispiele: Töpferei. p.467. Schwefelhölzer. p.468. Ferner Wirkung der Fabrikgesetze auf unregelmäßige Arbeit, durch Luderei der Arbeiter wie durch Saisons und Moden. p.470. Überarbeit neben Faulenzen infolge der Saisons bei der Hausarbeit und Manufaktur. p.471.
Gesundheitsklauseln der Fabrikgesetze. p.473. Erziehungsklauseln. p.476.
Freisetzung der Arbeiter durchs bloße Alter, sowie sie erwachsen sind und nicht mehr zu der Arbeit passen und nicht mehr von Kinderlohn leben können, und zugleich keine neue Arbeit gelernt haben. p.477.
Auflösung der mysteries24 und der traditionellen Verknöcherung der Manufaktur und des Handwerks durch die große Industrie, die den Produktionsprozeß in eine bewußte Anwendung der Naturkräfte verwandelt. Sie allein gegenüber allen früheren Formen ist daher revolutionär. p.479. Aber als kapitalistische Form läßt sie für den Arbeiter die verknöcherte Teilung der Arbeit bestehn, und da sie die Basis derselben täglich umwälzt, geht der Arbeiter daran zugrunde. Andrerseits grade hierin, in diesem notwendigen Wechsel der Tätigkeiten desselben Arbeiters, die Forderung möglichster Vielseitigkeit desselben und die Möglichkeiten der sozialen Revolution. p. 480/481.
Notwendigkeit, die Fabrikgesetzgebung auf alle auch nicht fabrikmäßig betriebenen Zweige auszudehnen. p. 482 ff. Akt von 1867. p. 485. Minen, Note 486 ff.
Konzentrierende Wirkung der Fabrikgesetze, Verallgemeinerung des Fabrikbetriebs und damit der klassischen Form der kapitalistischen Produktion, Zuspitzung ihrer inhärenten Widersprüche, Reifmachung der Umwälzungselemente der alten und der Bildungselemente der neuen Gesellschaft. p. 488–493.
Ackerbau. Hier die Freisetzung durch Maschinen noch akuter. Ersetzung des Bauers durch den Lohnarbeiter. Vernichtung der ländlichen Hausmanufaktur. Zuspitzung der Gegensätze von Stadt und Land. Zersplitterung und Schwächung der Landarbeiter, während die städtischen Arbeiter konzentriert werden, daher Lohn der Ackerbauarbeiter auf dem Minimum. Zugleich Bodenberaubung: Krone der kapitalistischen Produktionsweise die Untergrabung der Quelle alles Reichtums: der Erde und des Arbeiters. p. 493–496.
V. Weitere Untersuchungen
über die Produktion des Mehrwerts25